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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2024/2025
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 30. Oktober 2024, 16:45 
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Nach elf Runden

Welche Zahlen gegen die YB-Ausgabe 2024/25 sprechen – und was hoffen lässt

Die Berner haben gegen jedes Team in der Super League einmal gespielt. Zeit, auf ganz banale Schlüsselstatistiken zu schauen. Kurz: Es sieht schlecht aus.

Die Young Boys stehen nach elf Runden auf dem 10. Platz. Seit 2003/04 die Super League eingeführt worden ist, waren sie nach dieser Anzahl Spiele immer mindestens Sechste. Der Tabellenplatz ist nicht der einzige Negativrekord, den die Berner in dieser Saison aufgestellt haben.

Siege – ein Pflichterfolg und ein Hoffnungsspiel

Als Patrick Rahmen im September auf der Schützenwiese Auskunft gab, da wirkte endlich alles etwas lockerer bei den Bernern. Gerade hatten die Young Boys den FC Winterthur besiegt, aus Rahmens Gesicht sprach Zufriedenheit. Und es wirkte so, als bedeutete dieser Nachmittag ein wenig Aufschwung. Inzwischen ist klar: Gegen diesen FC Winterthur gewinnt fast jedes Team dieser Liga. YB siegt danach noch einmal, gegen Luzern bei der Premiere unter Interimstrainer Joël Magnin.

2 Siege nach 11 Spielen sind YB-Negativrekord seit Einführung der Super League.

Niederlagen – noch eine fehlt bis zum Total der letzten Saison

Es ist nicht das Problem der Young Boys, dass sie 2023/24 zum Super-League-Meister mit den meisten Niederlagen geworden sind. Pokal ist Pokal. Es ist das Problem der Young Boys, dass sie in der laufenden Saison nach elf Runden bei fast ebenso vielen Niederlagen stehen. Sechsmal haben die Berner verloren, darunter gegen Mannschaften wie GC oder Sion.

6 Niederlagen nach 11 Spielen sind YB-Negativrekord seit Einführung der Super League.

Punkte pro Spiel – im Durchschnitt nicht einmal ein Unentschieden

Am wenigsten Siege, am meisten Niederlagen: Die Konsequenz aus diesen Zahlen ist ein Punkteschnitt, der nicht einmal einem Unentschieden entspricht.

0,8 Punkte im Durchschnitt nach 11 Spielen sind YB-Negativrekord seit Einführung der Super League.

Tore – wo ist die alte Stärke?

Es gab eine Zeit, da waren die Young Boys dafür bekannt, dass sie am Ball mit dem Gegner machten, was sie wollten: Schoss der Gegner drei Tore, dann schossen die Berner eben vier, wie etwa 2019 gegen den FC Sion; schoss der Gegner vier Tore, dann schossen die Berner eben fünf, wie beispielsweise 2016 gegen Vaduz. Diese Zeiten sind fürs Erste vorbei: In der laufenden Saison haben die Berner im Durchschnitt 1,2 Tore pro Spiel erzielt.

13 Tore nach 11 Spielen sind aber kein YB-Negativrekord. Dieser liegt bei 12 Toren aus der Saison 2010/11.

Gegentore – noch kein Spiel zu null

22 Ligaspiele absolvierte Goalie David von Ballmoos in der Saison 2023/24. Bei 9 davon liess er sich vom Gegner nicht bezwingen. Bei 10 von 11 Partien stand der 29-Jährige in der laufenden Saison im Tor. Der Gegner traf jedes Mal mindestens einmal. Und auch in jener Partie, bei der Marvin Keller der Goalie war, spielte YB nicht zu null.

Zuschauerzahlen – der Kassenschlager Basel wartet

Durchschnittlich 28’956 Menschen hatten ein Ticket, wenn die Berner in dieser Saison in der Liga angetreten sind. Das ist Spitzenwert in der Super League. Für das Spiel gegen Basel waren bis am Dienstagmittag 28’300 Tickets abgesetzt. Gut möglich, dass die restlichen 3200 auch noch über den Ladentisch gehen. Denn für die Berner ist das Duell mit Basel das Spiel schlechthin. Und: YB hat die letzten fünf Heimspiele gegen den FCB alle gewonnen. Diese Zahl lässt aus Berner Sicht hoffen.

20 Gegentore nach 11 Spielen sind YB-Negativrekord, gemeinsam mit der Saison 2007/08.


https://www.bernerzeitung.ch/yb-nach-el ... 4223821260

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2024/2025
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 30. Oktober 2024, 19:31 
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Katastrophen-Start erinnert an die dunkelste Ära

YB so mies wie in der letzten Abstiegssaison

Lang, lang ists her, dass YB derart desaströs in die Saison gestartet ist wie heuer mit den neun mickrigen Punkten nach elf Runden. Konkret: 1998 – die letzte Abstiegssaison.

Neun Punkte hat YB in der ersten Meisterschaftsrunde geholt, also aus den ersten elf Spielen. Zwei Siege gegen Winterthur und in Luzern. Drei Unentschieden. Das wars. Und das ist historisch schlecht.

Denn in den letzten Jahren hatte man nach elf Runden meistens 24 Punkte auf dem Konto. Das ist mehr, als der aktuelle Leader Servette derzeit hat. Der steht bei 23. Selbst in der David-Wagner-Saison 2021/22, die in den Köpfen der YB-Fans als Inbegriff des Scheiterns der Neuzeit verhaftet ist, erreichte man 21 Punkte. Und nun also neun.

Kein Geld, kein Stadion – es war düster

Eine ähnlich tiefe, sogar noch tiefere Zahl stand zuletzt 1998 auf dem YB-Konto. Sieben Pünktchen waren es damals. Der Trainer hiess Claude Ryf und los ging es mit einem 1:3 in St. Gallen. Im Team damals: der heutige Konditionstrainer Martin Fryand. Doch schon in der zweiten Runde gab es den ersten Sieg: 3:1 gegen GC. 8700 Fans waren im Wankdorf. Doch es wurde schlechter und schlechter. Bis zur elften Runde kam kein einziger Sieg mehr dazu. Nur vier Remis.

Am Ende der Qualifikation stand YB auf Platz elf. Das war der vorletzte Rang und bedeutete den Fall in die Auf-/Abstiegsrunde. Die lancierte man mit zwei Siegen zwar optimal. Doch es knorzte und harzte fürchterlich. Am Ende landete man unter Trainer Martin Weber, der Claude Ryf abgelöst hatte, auf Rang sechs unter acht Teams. Abstieg!

Nur eine Saison hatte man im Oberhaus gespielt, bevor es wieder nach unten ging. Es waren düstere Zeiten für den Bundesstadt-Klub. Man hatte kein Geld, kein Stadion, das man so nennen durfte, ohne rot zu werden. Und folgerichtig auch keine NLA-taugliche Mannschaft. Zum Glück für YB wurde es mit Marco Schällibaum als Coach in der darauffolgenden Saison wieder heiterer. Und die Weichen für das neue Wankdorf waren auch schon gelegt.

Die Carouge-Mütze aus dem Fanshop

Eine Anekdote veranschaulicht, wie es damals um YB stand – gefunden in der «Berner Zeitung»: «In der Abstiegsrunde 1998/99 gastierte YB bei Etoile Carouge. Kurz nach Anpfiff rief Goalie Paolo Collaviti den damaligen Sportchef Beat Jäggi zu sich, weil ihn die tiefstehende Sonne blendete. Jäggi eilte in den Fanshop der Genfer, kaufte für 15 Franken eine Mütze des Heimteams. Collaviti hütete dann – man stelle sich das vor – mit der Fanutensilie des Gegners das YB-Tor…»

Man muss ja nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Zu unterschiedlich sind die Parameter im Jahr 1998 und 2024. Aber Statistiken fördern halt immer wieder wilde Geschichten aus der Nostalgiekiste zutage. Und Statistiken lügen doch nie – oder?


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 71900.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2024/2025
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 30. Oktober 2024, 19:37 
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YB: Nach Fan-Zwischensieg erhebt Stadt Bern Einspruch

Im August gelang Fans von YB ein erster Zwischensieg gegen Kollektivstrafen. Nun spricht die Stadt Bern gegen den Entscheid der Regierungsstatthalterin ein.

Das Wichtigste in Kürze

- Im Januar blieb der Sektor D-Parkett beim Spiel zwischen YB und GC geschlossen.
- Die Fans legten dagegen Beschwerde ein und erlangten einen ersten Zwischensieg.
- Diesen ficht die Stadt Bern nun an – gegen den Willen des Stadtrates.

Im Januar sperrten die Bewilligungsbehörden den Heim-Fansektor beim Spiel YB gegen GC im Wankdorf. Dies wegen Vorfällen in Zürich. Die Fans taten sich daraufhin zusammen und reichten Beschwerde gegen die kollektive Bestrafung ein.

Vor dem Regierungsstatthalteramt erreichten die Fans im August einen Zwischensieg. Ihnen sei es erlaubt, gegen die Sperre einzusprechen.

Doch gegen diesen Entscheid legt die Stadt Bern nun Einsprache ein und zieht vor Gericht. Das erfährt Nau.ch von betroffenen Fans.

Einsprache gegen Fans von YB trotz gegenteiliger Motion

Die Einsprache der Stadtregierung kommt, obwohl der Berner Stadtrat sich gegen Kollektivstrafen – auch bei YB – ausgesprochen hatte. In der im Mai mit 37:14 Stimmen angenommenen interfraktionellen Motion wurde gefordert: Der Gemeinderat solle sich «für den Dialog und nicht für die Eskalation» einsetzen.

Bei Sportveranstaltungen solle es wegen «Vorkommnissen ausserhalb der Spielstätten» zu keinen Kollektivstrafen gegen Zuschauende kommen dürfen. Begründet wurde die Motion mit fehlenden rechtlichen Grundlagen, wenn es um Kollektivstrafen gehe.

Wie passt die angenommene Motion, die verbindlich ist, mit dem Handeln der Stadtberner Regierung zusammen?

«An der Grenze des Undemokratischen!»

Tom Berger, FDP-Politiker und Vizepräsident des Stadtrats, findet dafür deutliche Worte: «Das ist an der Grenze des Undemokratischen!»

Auch empört ist Michael Ruefer, Stadtrat der Grünen Freien Liste: «Der Gemeinderat hat unseren Auftrag in den Wind geschlagen. Das ist politisch höchst unsensibel. Man hätte zumindest den finalen Entscheid der Regierungsstatthalterin abwarten können.»

Und Beschwerdeinitiant Nikolas Egloff meint dazu: «Die Stadt Bern versucht mit ihrer Verzögerungstaktik, das Verfahren in die Länge zu ziehen.» Dies, «damit Fussballfans nicht zu ihrem Recht kommen».

Das Vorgehen der Stadt Bern erstaune nicht, so Egloff. Nach wie vor rechnen die beschwerdeführenden Fans jedoch mit einem klaren Entscheid. «Die Sektorsperre vom 20. Januar 2024 ist rechtlich nicht haltbar und die Stadt Bern hat somit gegen geltendes Recht verstossen.»

Die Stadt will zu der Sachlage nicht Stellung beziehen. Auf Anfrage erklärt sie lediglich: «Die Stadt Bern hat gegen einen Zwischenentscheid der Regierungsstatthalterin Bern-Mittelland eine Beschwerde vor Verwaltungsgericht erhoben. Das Verfahren ist derzeit hängig, weshalb wir keine weiteren Auskünfte erteilen können.»


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-na ... h-66853665

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2024/2025
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 31. Oktober 2024, 17:58 
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Vielleicht ist es so einfach, wie der YB-Coach Joël Magnin andeutet: Vielleicht fehlt den Bernern nur Xherdan Shaqiri. Oder Renato Steffen

Der Serienmeister verschafft sich mit dem 3:2 gegen den FC Basel etwas Luft. Doch der Wankelmut des Teams muss die Klubchefs zur Vorsicht mahnen.

Ein anderer Trainer hätte diesen Match schöngeredet. Doch Fabio Celestini neigt nach der 2:3-Niederlage des FC Basel am Mittwochabend in Bern zu übertriebener Selbstkritik. Er wirkt zerknirscht, hadernd. So war er schon als Spieler. Celestini hat wenig gefallen. Andere hätten das andere Ende der Skala bemüht und von «Werbung für den Schweizer Fussball» schwadroniert. Andere hätten womöglich als Argument den Namen Xherdan Shaqiri erwähnt.

Die Momentaufnahme legt – wie zuletzt schon der 6:1-Sieg in Winterthur – nahe, dass das eintreffen könnte, was sich die Verantwortlichen vom teuren Engagement des 33-Jährigen erhoffen: dass Shaqiri mithilft, eine Mannschaft, die in der letzten Saison zuvor unvorstellbare Tiefen erreicht hat, wieder auf einem Niveau zu verorten, das den Ansprüchen des FC Basel gerecht wird.

Shaqiri ist in Bern Ballhalter, Passgeber, Torvorbereiter, ständige Anspielstation; er versteckt sich nicht, wird oft gefoult, reklamiert, verwirft die Hände, zeigt gewisse Allüren – und wird deswegen auch verwarnt. Aber gut zu wissen für Celestini, dass die Flanken- und Freistossbälle des 125-fachen Nationalspielers nichts an Raffinement verloren haben.

Die Vorhersage ist nicht gewagt: Shaqiri wird im FC Basel noch das eine oder andere Tor einleiten.

Shaqiri ist ein Bonus für die Super League

Er will sich und anderen nach der Zeit in den fernen USA noch etwas beweisen und schlägt mit der Hand an eine Wand, als er nach dem Match im Wankdorf in die Kabine geht. Da ist Energie. Wird er noch fitter und bleibt er fit, ist Shaqiri ein Gewinn. Für Basel. Für die Super League.

Das Spiel zwischen den zwei ökonomischen Kolossen im hiesigen Fussball, zwischen den zwei erfolgreichsten Klubs, die seit 2010 mit einer Ausnahme alle Meistertitel errungen haben, kann sich sehenlassen. Nicht nur wegen Shaqiri, der dem Publikum vor Augen führt, wie schnell sich einer wie er in einem Schweizer Ligaspiel herausheben kann. Neben Shaqiri ist zu erkennen, dass man David Degen, dem umtriebigen Zampano des FC Basel, allerhand vorwerfen kann, aber nicht das Gespür für gute Fussballer. Woher die auch immer stammen, was er mit ihnen im An- und Verkauf auch immer beabsichtigt.

Das rege Treiben Degens hat den Klub zur gleichen Zeit vor einem Jahr ans Tabellenende geführt. Timo Schultz war der Trainer, danach Heiko Vogel – es wurde immer noch schlechter. Erst Celestini stabilisierte das Team, in kleinen Schritten zwar, aber immerhin. Jetzt darf sich Basel wieder nach oben orientieren.

YB hat Widerstandskraft – anders als Basel 2023

Auch YB hat in der Meisterschaft einen ungeahnten Absturz hinter sich, wobei dieser wegen der Qualifikation für die Champions League relativiert werden muss. Der knappe Erfolg gegen Basel ist ein stärkeres Lebenszeichen als die letzten zwei in der argumentativen Not teilweise überschätzten Heimspiele gegen Luzern (2:1) und Inter Mailand (0:1). YB hat bereits ein paar Punkte mehr als der FC Basel vor einem Jahr als Tabellenletzter.

Aber YB ist nicht so richtig zu trauen, weil die Mannschaft auch nach dem Trainerwechsel von Patrick Rahmen zu Joël Magnin die Fragezeichen nicht unkenntlich macht.

Fragezeichen zur Hierarchie, zur Struktur, zu (möglichen) Führungsspielern. Überall blitzt immer wieder etwas auf, zum Beispiel Schnelligkeit, aber da ist kein Kern, keine Relaisstation, keine Konstanz, zu viel Gleich- und Wankelmut, da hebt sich wenig ab. Tauscht der Trainer Spieler aus, verändert sich nichts.

Nach dem Match gegen Basel wird der YB-Trainer Joël Magnin gefragt, wie solche Kontraste möglich seien. Am letzten Sonntag der Rückschlag mit dem 0:2 in Lugano und ein angefressener Captain Loris Benito, der seinem Unmut öffentlich Luft verschafft. Jetzt drei Tore gegen Basel und YB-Spieler, die von «Energie auf dem Rasen» reden. Warum dieser Unterschied? «Ich kann mir das nicht erklären», sagt Magnin, der bis jetzt von einem Spiel zum nächsten jeweils die halbe Mannschaft verändert und damit zum YB-Bild der Beliebigkeit beiträgt.

Der YB-Coach Joël Magnin denkt an Steffen

Auf Nachfrage beginnt Magnin nicht von Shaqiri zu schwärmen, sondern vom demnächst ebenfalls 33-jährigen Nationalspieler Renato Steffen. Er ist wie Shaqiri ein Rückkehrer in die Super League, wie Shaqiri ebenfalls ein Gewinn. Magnin sagt: «Steffen ist fast 33, spielt am Donnerstag in Tschechien Europacup, landet irgendwann am Morgen in Mailand und sprintet am Sonntag danach gegen uns auf dem Rasen an der Seitenlinie rauf und runter.» So sagt das Magnin ein paar Tage nach dem für ihn bitteren Spiel in Lugano. Er fragt: «Warum ist das bei uns nicht möglich? Das verstehe ich nicht.»

Christoph Spycher, der Spiritus Rector im Klub, fährt voller Fragen im Kopf nach Hause. Der Sportchef Steve von Bergen muss sich zügeln, damit er nicht Dinge sagt, die er später bereut. Der Scout Stéphane Chapuisat lächelt gequält sein Lächeln. Im Trainer-Staff wird zum Rätselraten gebeten. Und auch der Interimstrainer Magnin hat keine Antwort. Zumindest im öffentlichen Diskurs nicht.

Vielleicht ist es einfacher, als man denkt. Vielleicht fehlt YB einfach Xherdan Shaqiri. Oder Renato Steffen.


https://www.nzz.ch/sport/fussball/ist-e ... ld.1855299

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2024/2025
 Beitrag Verfasst: Samstag 2. November 2024, 13:34 
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YB und die knifflige Trainersuche

Wilde Gerüchte und heikle Konstellationen

Joël Magnin hat YB stabilisiert. Kann er auch mehr? Dann hätten seine Chefs ein paar Sorgen weniger. Die Partie in Zürich kann Indizien liefern.

In Kürze:

- Weshalb Peter Zeidler für den Job bei YB kaum infrage kommt.
- Dabei würde der Deutsche dafür vieles mitbringen.
- Ein neuer Trainer wird bestrebt sein, Vertrauenspersonen zu installieren. Das könnte erneute Umwälzungen auslösen.
- Mit Magnin bestehen solche Probleme nicht. Aber er muss beweisen, YB vorwärtsbringen zu können.

Im Sommer waren sie noch voller Hoffnungen. Der Wechsel zum neuen Club bedeutete für sie nichts weniger als der Höhepunkt ihrer Trainerkarriere. Hier die Aussicht auf den Meistertitel mit den Young Boys und Partien in der Champions League, da das lang ersehnte Wirken in der Bundesliga als Trainer von Bochum. Das ist bloss vier Monate her.

Jetzt stehen Patrick Rahmen und Peter Zeidler ohne Job da. Und deshalb steht das Gerücht im Raum, dass der eine wegen des anderen bald wieder eine Anstellung finden könnte.

Zuletzt hiess es, Zeidler sei mit YB-Sportchef Steve von Bergen in einem Restaurant in Bern gesichtet worden. Der Deutsche ist tatsächlich in der Schweiz, er geniesst die Walliser Berge, am Mittwoch sah er sich das Spiel des FC Sion im Tourbillon an. Aber mit von Bergen hat sich der 62-Jährige nicht getroffen, schon gar nicht in einem Berner Restaurant.

Zeidler erfüllt vieles, was ein YB-Trainer erfüllen muss. Der Deutsche ist ausgebildeter Französischlehrer. Unter all den Trainern auf diesem Planeten gibt es nur wenige, welche die zwei Sprachen, die fürs Wirken in Bern derart zentral sind, so gut beherrschen wie er.

Vor allem steht er für die Art von Fussball, die den YB-Verantwortlichen vorschwebt: 4-4-2, hohes Pressing und hohe Intensität, viele Sprints, schnelles Umschalten – das Einmaleins des rangnickschen Powerfussballs. Deshalb waren die Partien zwischen YB und Zeidlers St. Gallen in den vergangenen Saisons oft auch so wild und unterhaltsam, ein ständiges Auf und Ab, ohne Verschnaufpause.

Zeidler als Reizfigur

Fachlich können die Berner Verantwortlichen also nichts gegen Zeidler einzuwenden haben, ja, er müsste auf ihrer Liste sogar weit oben stehen. Nur: Da ist die menschliche Komponente mit zwei Parteien, die verschiedener nicht sein könnten. Hier der nüchterne Christoph Spycher, der Langeweile im Verein, solange sie nicht auf dem Rasen stattfindet, als Qualitätsmerkmal versteht. Da der unbändige Zeidler, der sich rund um Spiele zuweilen in seiner Leidenschaft verliert.

Mit seinem Verhalten in Partien gegen YB hat Zeidler bei den Bernern immer mal wieder für Verstimmung gesorgt. Die Sympathien sind – wenn überhaupt – einseitig verteilt.

Aber nicht nur deshalb müsste die sportliche Führung der Young Boys über ihren Schatten springen. Seit dem Abgang von Adi Hütter hat sie stets Trainer verpflichtet, die lenkbar waren, die zuweilen sogar die eigenen Ideen für jene von YB zurückstellten und damit leben mussten, wurden sie dafür kritisiert – und nicht ihre Chefs. Zeidler wäre nicht so leicht führbar, er ist von seinem Fachwissen nicht nur enorm überzeugt, er kann auch pikiert reagieren, wenn ihm hineingeredet wird.

Das muss nicht schlecht sein, in St. Gallen hat es während sechs Saisons meistens sehr gut funktioniert. Aber Bern ist ein anderes Pflaster, Spannungen wären vorprogrammiert. Insofern wird es auch in nächster Zeit kaum zu einem Treffen kommen.

Vanettas Rolle

Kommt dazu, dass die aktuelle Konstellation im YB-Trainerstab für jeden neuen Coach heikel ist. Matteo Vanetta, der eine von zwei Assistenztrainern, ist eine Bezugsperson der Führung, sie schätzt ihn als Defensivspezialisten und Entwickler. Er soll Rahmen nicht den Rücken gestärkt haben. Ein Schweizer Trainer, der schon länger im Geschäft ist, sagt, als YB Vanetta im August verpflichtet habe, sei es für ihn klar gewesen, dass sich Rahmen nicht lange würde halten können.

Es ist davon auszugehen, dass jeder, der mit den Bernern verhandelt, sehr darauf bedacht sein wird, eigene Vertrauenspersonen zu installieren. Was wiederum Umwälzungen im Trainerstab auslösen könnte.

Das alles ergibt eine schwierige Lage, in die sich die Young Boys bei der Trainersuche manövriert haben. Zumal es für keinen Trainer ideal ist, einen neuen Club mitten in der Saison zu übernehmen. Auch das könnte bei einigen Kandidaten abschreckend wirken.

So liegt es auf der Hand, spielen die Young Boys mit Joël Magnin auf Zeit. Er teilt ihre Ideen vom Fussball, Ausbildungschef Gérard Castella ist gar so etwas wie ein Mentor für ihn. Bis zur Winterpause soll der 53-Jährige bleiben. So kommunizierten das die Berner. Aber was ist, wenn er YB bis dahin in der oberen Tabellenhälfte etabliert hat? Dann könnte das Bestreben gross sein, ihn zu einem Verbleib bis nächsten Sommer zu überreden. Aus einer Übergangszeit würde dann eine Übergangssaison. Vielleicht sogar mehr.

Eine Frage ist, ob der Neuenburger das kann, eine andere, ob er das will. Letzten Frühling machte er sofort klar, dass er am Job nicht dauerhaft interessiert sei und dass er sich im Nachwuchs sehe. Diesmal hält er sich bedeckt.

Diesen Beweis muss Magnin erbringen

Magnin hat an Profil gewonnen, seit er als Interimslösung mit YB den Meistertitel geholt hat. Er wirkt entspannter und selbstbewusster, er scheut sich nicht, Missstände zu benennen. Er befindet sich allerdings in einer komfortablen Lage. Er ist der noble Helfer, der uneigennützig ein weiteres Mal einspringt und wenig zu verlieren hat. Sollte es schiefgehen, kann er zurück in die U-21.

Magnin hat die Young Boys stabilisiert, er hat Goalie David von Ballmoos den Rücken gestärkt, was sich ausbezahlt hat, zudem hat er mit Loris Benito, Filip Ugrinic und Joël Monteiro so etwas wie eine Achse installiert. Aber er muss noch beweisen, dass er YB nachhaltig vorwärtsbringen kann. Ein Sieg am Samstag beim Tabellenführer FC Zürich wäre ein Indiz dafür.

Eine Niederlage aber sowie ein weiterer Fehltritt in der Woche darauf daheim gegen Lugano würden den Druck, einen neuen Trainer zu präsentieren, wieder enorm erhöhen. So volatil ist die Lage von YB.


https://www.bernerzeitung.ch/yb-auf-tra ... 1162651276

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2024/2025
 Beitrag Verfasst: Sonntag 3. November 2024, 22:26 
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Verletzungshexe hat kein Erbarmen mit YB

Sportlich haben sich die Berner Young Boys mit dem Sieg gegen Basel und dem 0:0 gegen Zürich wieder etwas gefangen. Die Verletztenliste beim amtierenden Meister ist nach dieser Woche aber noch mal länger geworden – bald wird es in der Defensive problematisch.

Wie heisst es so schön: «Wenn es nicht läuft, kommt meistens auch noch Pech dazu!» Ein Sprichwort, das dieser Tage sicherlich des Öfteren im und rund ums Wankdorf Stadion in Bern zu hören war.

Die Verletzungssorgen beim derzeit strauchelnden Meister aus Bern, die man schon seit Saisonbeginn mitzieht, werden allmählich immer grösser. Waren es zu Saisonbeginn vor allem die Leadertypen Loris Benito und Mohamed Ali Camara, die in der YB-Elf spürbar fehlten, sind es mittlerweile mehr als ein Dutzend Akteure, die verletzungsbedingt eine Pause einlegen müssen.

Waren es vor dem Spiel am Sonntag auswärts gegen Leader Zürich, wo man sich beim 0:0 immerhin einen Zähler sicherte, noch sechs Verletzte, musste die Liste nachher um zwei weitere Akteure ergänzt werden. Dabei erwischte es beispielsweise Linksverteidiger Jaouen Hadjam, der zuletzt vor allem in der Champions League mit starken Auftritten überzeugte, beim Aufwärmen. Er wird mit einem Muskelfaserriss in der Wader rund drei Wochen ausfallen.

Am Sonntag vermeldete der Berner Club dann eine weitere Hiobsbotschaft. Abdu Conté, ebenfalls Aussenverteidiger, zog sich im Spiel gegen den FCZ eine Innenbandverletzung am linken Knie zu. Geschätzte Ausfallzeit: vier bis sechs Wochen.

Doppelbelastung als Problem?

Das Medical-Team der Berner Young Boys hat demnach aktuell alle Hände voll zu tun. Neben Hadjam und Conté sind auch Saidy Janko, Neuzgang Patric Pfeiffer, Tanguy Zoukrou, Miguel Chaiwa, Moahmed Ali Camara sowie Mats Seiler derzeit nicht einsatzbereit.

Auffallend: Mit Ausnahme von Chaiwa, der oftmals offensiv eingesetzt wird, sind es ausnahmslos Defensivspieler, die von der berüchtigten Verletzungshexe heimgesucht wurden. Mit Loris Benito, Lewin Blum, Adel Husic, Sadin Crnovrsanin sowie Zachary Athekame hat YB-Interimscoach Joël Magnin gerade mal noch fünf gelernte Verteidiger zur Verfügung.

Kein gutes Vorzeichen mit Blick auf die kommende Woche: Nach dem 0:0 gegen Zürich wartet am Mittwoch nämlich schon das nächste Spiel in der Champions League auswärts gegen Schachtar Donezk, ehe man am Wochenende dann in der Liga den FC Lugano empfängt.

Stellt sich natürlich auch die Frage, ob möglicherweise genau diese Doppelbelastung mitunter ein Problem hinsichtlich Verletzungen ist. Der Zeitpunkt ist, nach dem miserablen Saisonstart, auf alle Fälle denkbar schlecht. Bleibt zu hoffen, dass bei YB wie letzte Woche nicht nur sportlich ein Aufwärtstrend auszumachen, sondern auch mit Blick auf die unzähligen Verletzungen.


https://www.plattformj.ch/artikel/226535

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2024/2025
 Beitrag Verfasst: Sonntag 3. November 2024, 22:30 
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Bei YB fällt der achte Verteidiger aus!

Das Verletzungspech bei YB hört einfach nicht auf. Abdu Conté erhält nach dem FCZ-Spiel eine bittere Diagnose.

Das Wichtigste in Kürze

- Abdu Conté hat sich gegen den FCZ am Innenband verletzt.
- Der linke Aussenverteidiger fällt wochenlang aus.
- Auch Janko, Pfeiffer, Zoukrou, Chaiwa, Camara, Seiler und Hadjam sind verletzt.

Es ist kaum zu glauben: Nach dem FCZ-Spiel (0:0) gibt es bei YB die nächste bittere Diagnose. Der linke Aussenverteidiger Abdu Conté hat sich gestern eine Innenbandverletzung zugezogen. Gelb-Schwarz teilt mit, dass mit einem Ausfall von vier bis sechs Wochen zu rechnen ist.

Die Verletzungsliste bei den Bernern wird immer länger, Conté ist schon der achte (!) Abwehrspieler, der ausfällt. Zuvor erwischte es auch Saidy Janko, Patric Pfeiffer, Tanguy Zoukrou, Miguel Chaiwa, Mohamed Ali Camara, Mats Seiler und Jaouen Hadjam.

YB spielt am nächsten Mittwoch in Gelsenkirchen Champions League gegen Donezk. Trainer Magnin muss sich etwas überlegen...


https://www.nau.ch/sport/fussball/bei-y ... s-66855761

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2024/2025
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 7. November 2024, 08:41 
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Heftige Verletzungsmisere

Selbst der YB-Captain redet nicht bloss von Pech

Gegen Schachtar landen drei weitere Spieler der Young Boys auf der Verletztenliste. Zufall? Nicht nur, findet Loris Benito.

In Kürze:

- Lewin Blum ist das Gesicht der Berner Improvisation.
- Loris Benito hat grosse Schmerzen. Und zweifelt an Einsatz gegen Lugano.
- Trainer Magnin schliesst eine Rückkehr von Camara und Hadjam gegen Lugano nicht aus.

Blums «Schock» – und Smith als positive Note

Nein, Goalie will er nicht auch noch werden. Lewin Blum, eigentlich Rechtsverteidiger, war in der Arena auf Schalke Linksverteidiger und Innenverteidiger. Und dazu trug er irgendwann auch noch die Captain-Binde. Als Aus-Aus-Aushilfscaptain.

Blum ist so das Gesicht der Berner Improvisation, die beim 1:2 gegen Schachtar fast schon unvorstellbare Züge annahm. Aber dass er danach in den Katakomben Goaliehosen trägt, hat bloss praktische Gründe. Als er zu den Interviews aufgeboten wurde, war er schon fast unter der Dusche. Die einzige Hose, die in der Kabine noch herumlag, war jene von Marvin Keller. Immerhin zwischen den Pfosten plagen die Berner keine Sorgen. Da konnte sich Trainer Joël Magnin den Luxus leisten, dem aufstrebenden Keller Einsatzzeit zu verschaffen. Damit dieser bei Laune bleibt.

Aber sonst wird Magnins Not gerade von Partie zu Partie grösser. Diesmal waren es Loris Benito und Sandro Lauper, die sich verletzten, der Captain und sein erster Vertreter an diesem Abend. «Das war schon ein bisschen ein Schock», sagt Blum.

So bildeten in der Schlussphase Zachary Athekame, Blum, Cheikh Niasse und Rhodri Smith die Abwehr, nur die Aussenverteidiger spielten auf ihren angestammten Positionen. Wobei Athekame 19 ist. Und der 18-jährige Smith überhaupt zum ersten Mal bei den Profis zum Einsatz kam. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass die Abwehr in dieser Konstellation nie mehr zusammenspielen wird.

Smith gilt schon länger als eines der grösseren Talente im Berner Nachwuchs, seit Stufe U-17 ist er Schweizer Juniorennationalspieler. Magnin kennt ihn aus der U-21, dort hatte er ihn betreut, bis er Anfang Oktober von Patrick Rahmen übernahm. «Er hat seine Sache gut gemacht», sagt der Neuenburger über Smith. Und ordnet dessen Premiere unter den wenigen positiven Punkten ein.

Wie ein Messerstich – so sagt das Benito

Die Frage geht an Benito. Ob er sich vorstellen könne, am Sonntag im Wankdorf gegen Lugano auf dem Platz zu stehen? Seine Antwort: «Stand jetzt, gar nicht.»

Just nach dem Führungstreffer durch Kastriot Imeri (27.) ereignete sich das Malheur. Der Captain verspürte einen Schmerz im Oberschenkel, der sich wie ein Messerstich anfühlte. So sagt er das. Tests am Donnerstag sollen Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.

Benitos Ausfall war der Anfang der ukrainischen Wende. Schachtar glich aus, als er sich am Spielfeldrand pflegen liess (31.). Und nutzte die Unordnung in der neu formierten Berner Abwehr noch vor der Pause zum Siegtreffer (41). «In dieser Phase waren wir unachtsam», sagt Blum.

Nun wäre es ein Leichtes, die Berner Ausfälle mit Pech zu erklären. Das mag eine Rolle spielen, wie auch der schlechte Rasen in Gelsenkirchen sowie das ständige Pendeln zwischen synthetischer und natürlicher Unterlage. Benitos Beispiel erzählt jedoch eine weitere Geschichte.

Im Februar erlitt er einen Kreuzbandriss. Mitte September gab er sein Comeback, eine leichte Muskelverletzung zwang ihn bald zu einer kurzen Pause. Aber seit Magnin übernommen hat, ist er immer im Einsatz gestanden. «Es wäre wohl besser gewesen, wenn ich nicht in fast jedem Match hätte durchspielen müssen», sagt Benito.

Das liegt auf der Hand, er ist 32, eine behutsame Rückkehr wäre angebracht gewesen. Doch eine solche liess die Personalsituation nicht zu. Die Abwehr ist seit Saisonbeginn die Problemzone. Auch weil die Young Boys die Lage falsch einschätzten und trotz dem Rücktritt von Fabian Lustenberger und Aurèle Amendas Abgang neben Tanguy Zoukrou erst keinen weiteren Innenverteidiger verpflichteten. Anel Husic erwies sich zudem als Fehltransfer. Für ihre Irrtümer bezahlen die Berner teuer.

Lindern Camara und Hadjam die Not?

Ein Sieg in der Champions League bringt 2,1 Millionen Euro ein. Mit einer Defensive, die nicht zusammengewürfelt anmutete, wäre ein solcher drin gelegen gegen dieses überschaubare Schachtar. Stattdessen ist YB als eines von fünf Teams in der 36 Clubs umfassenden Königsklasse nach vier Spieltagen punktlos.

Womöglich stehen Magnin gegen Lugano mit Anel Husic und Sadin Crnovrsanin nur zwei gesunde Innenverteidiger zur Verfügung, wobei beide nicht für die Champions League gemeldet sind, was gerade Husic als Misstrauensvotum verstehen muss. Allenfalls kehren Mohamed Camara und Jaouen Hadjam schneller als erwartet zurück. Magnin schliesst ihren Einsatz gegen die Tessiner nicht aus. Es würde die Not in der Abwehr zumindest ein wenig lindern. Als «nicht einfach» beschreibt Magnin seine Lage. «Aber als Trainer musst du damit umgehen können und Lösungen finden. Das werde ich tun.»

Imeri und das Sinnbild

Ausfallen könnte dann auch Kastriot Imeri. Er verletzte sich nach einer Viertelstunde bei einem Abschluss am Knöchel, erzielte dann das 1:0 trotz Schmerzen. Und blieb zur Pause in der Kabine. Ein Abend, der ihm viel Auftrieb hätte geben können, endete doch enttäuschend. Das passt zu seiner Zeit bei YB.

Bestimmt nicht dabei gegen Lugano ist Joël Monteiro, er fehlt nach seinem Schuhwurf gesperrt. Umso überraschender kam es, verzichtete Magnin gegen Schachtar auf ihn. Monteiro avancierte nach seiner Einwechslung zum auffälligsten Berner, er belebte die harmlose Offensive.

Der Trainer will seine Handlung nicht als disziplinarische Massnahme verstanden haben. Monteiro wurde gebüsst, er wird zudem bald ein Juniorentraining leiten müssen. Vielmehr wollte Magnin Ebrima Colley und Darian Males mit Blick auf Sonntag Spielpraxis verleihen. Sie dankten es ihm mit ihren Leistungen nicht.


https://www.bernerzeitung.ch/yb-und-die ... 0744650120

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 7. November 2024, 18:33 
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YB ist verhext, wirkt wie ein Jekami-Experiment – und braucht jetzt einen starken Trainer

Der Schweizer Meister verliert gegen Schachtar Donezk 1:2 und bleibt in der Champions League punktlos. Neben den vielen Blessuren wirft Fragen auf, weshalb der Interimstrainer Joël Magnin nach jedem Match das halbe Team auswechselt.

YB ist noch nicht ganz unten angekommen. Da ist immer noch mehr möglich. Also greift sich der Captain Loris Benito im Champions-League-Spiel gegen Schachtar Donezk an den Oberschenkel. Es geht nicht mehr weiter. Gegenüber dem Schweizer Fernsehen spricht der Spieler hinterher von einem «Stich», wie von einem «Messer», es habe in den Adduktoren gezwickt. Er wirkt ratlos, nennt die vielen Wechsel, mit denen das Team konfrontiert sei, und den Sprung vom heimischen Kunstrasen auf den Naturrasen als mögliche Ursache der Verletzungen.

Am Ende fragt Benito: «Wann hört das auf?»

Die Berner erhalten auf dem Weg zu ihrer vierten Niederlage in der Königsklasse (1:2) eine Art Résumé, weshalb sie sich in dieser Saison mit vielen Widerwärtigkeiten und Unzulänglichkeiten auseinandersetzen.

Die YB-Abwehr wird zum Versuchslabor

Als Benito gepflegt wird, erzielen die Ukrainer gegen den in diesem Moment dezimierten Gegner den 1:1-Ausgleich. In der Folge wird der Match zum defensiven Berner Notprogramm. Nach dem Ausfall Benitos bilden zunächst Sandro Lauper und Cheikh Niasse die zentrale Abwehr, und als sich in der zweiten Halbzeit auch Lauper am Fuss verletzt und das Spielfeld verlassen muss, rückt Lewin Blum an die Seite Niasses. Blum, der eigentlich Rechtsverteidiger ist, aber mangels Alternative gegen Schachtar zu Beginn Linksverteidiger spielt.

Nach Saidy Janko, Patric Pfeiffer, Tanguy Zoukrou, Miguel Chaiwa, Mohamed Ali Camara, Jaouen Hadjam und Abdu Conté fällt für das Heimspiel vom Sonntag gegen den FC Lugano mit Benito der nächste Defensivspieler aus.

Die YB-Ausgabe 2024/25 ist Improvisation. Das steht spätestens in jenem Moment fest, als der Trainer Joël Magnin gegen Schachtar eine halbe Stunde vor Schluss den 18-jährigen Nachwuchsspieler Rhodri Smith ins Spiel schickt. Premiere, auf höchster Ebene. Zudem bietet die Partie drei YB-Captains (Benito, Lauper, Blum). Der Klub sucht Führungsspieler. Er findet sie nicht. Sie entwickeln sich nicht.

Die Verantwortlichen tun sich schwer, den Verletzungsreigen zu erklären. Der Hinweis auf den Kunstrasen relativiert sich mit dem Blick auf die vergangenen Jahre. Da deutete sich an Blessuren das, was jetzt ist, nicht einmal ansatzweise an. Pikanterweise stellte der Klub im April in einem Video das Tool einer «datenbasierten Belastungssteuerung» vor, das Verletzungsrisiken «minimieren» soll. Das wirkt ein halbes Jahr später wie aus der Zeit gefallen.

Natürlich hilft auch die angeschlagene Psyche der fragilen Physis nicht. YB hat keine Hackordnung, wenig Struktur und Kontinuität. Keine Verlässlichkeit mehr. YB wirkt bisweilen wie ein Jekami-Experiment. Das lässt sich nicht allein mit Verletzungen und zwangsläufigen Umstellungen begründen.

Magnin kultiviert den Personalwechsel

Der interimistische YB-Trainer Magnin lässt sich nicht beirren und wechselt fast jedes Mal die halbe Mannschaft aus, egal, ob das Team zuvor gewonnen hat, egal, ob wieder jemand verletzt oder genesen ist, egal, ob Champions League, Inter Mailand oder sonst ein besonderes Spiel ist. Einfach wechseln und allen das Gefühl geben, dass sie gebraucht werden. YB frönt mit dem sprachgewandten Magnin der Basisdemokratie. Oder wie hat der frühere YB-Leader Guillaume Hoarau einst gesungen: «Tous ensemble.»

In Gelsenkirchen gegen Schachtar nimmt Magnin – nach dem 0:0 am letzten Samstag beim FC Zürich – sieben Änderungen vor. Er setzt auf den 22-jährigen Goalie Marvin Keller. David von Ballmoos sitzt auf der Ersatzbank, bleibt aber laut Magnin die Nummer 1. Der Trainer verzichtet zunächst auf Joël Monteiro, der nach seinem Platzverweis in Zürich (sonderbarer Schuhwurf) in der heimischen Meisterschaft für zwei Spiele gesperrt ist – nicht aber in der Champions League.

Als Monteiro gegen Schachtar nach der Pause eingreift, wird YB besser. Da stellt sich umgehend die Frage, weshalb Monteiro nicht von Beginn an mitgetan hat. Magnin fördert mit seinem Coaching den Eindruck des zufälligen YB-Mosaiks. Ja, es werden wiederholt Teile herausgerissen, gegen Schachtar erneut. Aber Magnin entfernt und ersetzt auch Mannschaftsteile, die er nicht anfassen müsste.

YB braucht einen Trainer, den die sportliche Führung arbeiten lässt

Das führt in der Addition zum Themenbereich, wer in der YB-Kabine führend ist. Es sind alle – oder keiner. Oder immer wieder ein anderer. Joël Magnin weiss, dass er nicht YB-Trainer bleiben wird. Als er in der letzten Saison nach der Entlassung Raphael Wickys einsprang, wurde nichts wirklich besser. Aber Magnin wurde Meister. Jetzt ist eine gewisse Stabilisierung zu orten, worauf die Heimsiege gegen den FC Luzern (2:1) und den FC Basel (3:2) hindeuten, nicht aber das Auswärtsspiel in Lugano (0:2).

Während des Werweissens über den nächsten YB-Trainer wird in den Medien teilweise Abenteuerliches herumgeboten, werden Geschichten von Kontaktaufnahmen schlichtweg erfunden. Dass darob im Klub das Mass des Unmuts unübliche Formen annimmt und sich die Wagenburg-Mentalität verstärkt, ist nachzuvollziehen. Wer YB dieser Tage zuschaut, kommt ohne Verzug zum Fazit, dass die Mannschaft bald einen starken Coach braucht. Einen, der eine klare Idee hat und im Team Struktur und Hierarchie schafft. Einen, der einen Namen hat und der kostet. Und einen, den die sportliche Führung arbeiten lässt.

In den guten letzten Jahren hätte der Schweizer Meister in der Champions League spätestens gegen Schachtar Donezk etwas Zählbares herausgeholt. Jetzt bleibt er fast zuhinterst in der Tabelle. Vier Spiele, null Punkte, 1:11 Tore. Wäre das Torverhältnis von Slovan Bratislava und Roter Stern Belgrad nicht noch schlechter, wäre er ganz unten.


https://www.nzz.ch/sport/fussball/yb-is ... ld.1856305

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 7. November 2024, 18:34 
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Massive Zwänge wegen Verletzungssorgen

Jetzt muss YB ein gefährliches Spiel spielen

Die erneute Verletzung von Loris Benito zeigt exemplarisch auf, welchen Zwängen YB ausgesetzt ist. Es gab keine andere Option, als den Captain zu forcieren.

Anfang Februar 2024 reisst sich Loris Benito das Kreuzband. Mitte September gibt er sein Comeback in der ersten Mannschaft, nachdem er zuvor bereits dreimal in der U21 zum Einsatz kam und im ersten Test dem damaligen Trainer Patrick Rahmen noch den Eindruck gemacht hatte, dass die Zurückhaltung doch sehr gross sei. Er spielt zuerst im Cup in Vevey, dann gegen Winterthur und GC. In diesem Match verletzt er sich erneut, diesmal ist es eine Muskelverletzung im Oberschenkel. Konkret, so Benito: «Eine kleine Läsion in den Hamstrings.»

In Gelsenkirchen ist es wieder ein Zwicken, diesmal in den Adduktoren, als er das Bein nach einem Zweikampf hob: «Das war ein Schmerz, den ich bislang nicht gekannt hatte. Wie ein Messerstich.» Als Benito in die Katakomben der Veltins-Arena zum Interview kommt, humpelt er. «Der Schmerz ist gross. Dennoch hoffe ich, dass die Tests ergeben, dass es nicht allzu schlimm ist.»

War der Rasen schuld?

Aber, und das ist entscheidend, Benito ahnte, dass solch eine Verletzung auf ihn zukommen könnte: «Ich war mir bewusst, dass die ersten paar Wochen mit den Wiedereinsätzen nach einem Kreuzbandriss fragil werden würden. Der Körper braucht Zeit, um sich wieder an diese Belastungen zu gewöhnen.» Aber reine Überbelastung könne das gar nicht sein: «Wir können wegen der Doppel- und Dreifach-Belastung kaum trainieren.» Aber der Wechsel zwischen Kunst- und Naturrasen sei sicher nicht optimal. «Und der Rasen hier in der Veltins-Arena war sehr schlecht.»

Seit Benitos zweitem Comeback hat er einzig im ersten Spiel, dem 2:1 gegen den FC Luzern, die Möglichkeit gehabt, nach einer Stunde rauszugehen. Denn mit den Verletzungen von Tanguy Zoukrou, Patric Pfeiffer und Ali Camara hat YB plötzlich nur noch einen gelernten Innenverteidiger: Benito. Der muss nun ran, ohne auf Belastungssteuerung Rücksicht nehmen zu können, wie das bei Kreuzbandriss-Rückkehrern eigentlich Pflicht ist. Je 90 Minuten gegen Inter Mailand, Lugano, Basel und den FCZ. Es folgt der fatale Schachtar-Match. Und damit auch das Aus für das Nati-Comeback nächste Woche. Ganz bitter für den Aargauer.

Und weil sich Sandro Lauper den Fuss auf Schalke verdreht hat und schon nach einer Stunde rausmusste, dürfte im Spiel gegen das Spitzenteam Lugano (Sonntag, 16.30 Uhr) kein einziger bestandener Innenverteidiger im Kader stehen.

Nun werden Comebacks forciert

Deshalb musste zwingend eine Lösung gefunden werden. Camara könnte nach seiner Muskelverletzung in der linken Wade vom 23. Oktober schon nach zweieinhalb Wochen sein Comeback geben. YB war von einem wochenlangen Ausfall ausgegangen. Wegen des Fehlens aller Innenverteidiger gibt es gar keine andere Option, als Camara zu forcieren. Ob er nun zu 95 oder 100 Prozent fit ist. Der Zwang ist in der aktuellen Lage von YB zu gross. Und die nächste Muskelverletzung so wohl vorprogrammiert.

Wie auch bei Jaouen Hadjam, dem Linksverteidiger, für den dasselbe gilt wie für Camara. Der Franko-Algerier erleidet einen Muskelfaserriss in der Wade. Am 2. November kommuniziert das YB und schreibt von einem Ausfall von rund drei Wochen. Nun könnte er schon gegen Lugano wieder im Kader stehen. Das Spiel steigt acht Tage nach der YB-Mitteilung. Es muss forciert werden, wo es geht. Ein gefährliches Spiel.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cha ... 99177.html

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