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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Samstag 25. Mai 2024, 13:26 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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24.05.2024  Zitat: Während YB die Meisterfeier plant, bleibt der langjährige CEO Wanja Greuel draussen vor der Tür
Die Berner bringen 2024 die Nebengeräusche nicht weg. Nachdem der kommerzielle Leiter mit seiner Kündigung vorgeprescht ist, handelt der Klub radikal.
Als YB am letzten Sonntag Meister wird, sind die Berner Zeitungen zur Stelle. Am Montag publizieren sie das längst vorproduzierte «Meisterblatt». Der Klub wird auf 24 Seiten abgefeiert. Auch von Sponsoren. YB, der Verkaufshit. Das Produkt war wenig Risiko ausgesetzt, zu deutlich hatte sich der Titel abgezeichnet. Doch was wäre gewesen, wenn die Redaktion den YB-CEO Wanja Greuel interviewt hätte?
Vermutlich hätte die Beilage eingestampft werden müssen, weil Greuel das Arbeitsverhältnis Anfang Mai gekündigt hatte. Zu einem fragwürdigen Zeitpunkt, unmittelbar vor entscheidenden Spielen. Hätte er das nahende Saisonende abgewartet, hätte der Abgang weniger hohe Wellen geworfen. Als die Kündigung am 12. Mai in der «NZZ am Sonntag» publik wird, kann nicht mehr kaschiert werden, dass etwas Langjähriges abrupt zu Ende geht. Und vor allem: dass etwas zerschellt ist.
YB wirft Greuel Egoismus vor
Und es geht noch mehr kaputt, weil die YB-Führung dem abtretenden CEO vorwirft, sein Ego über das Wohl des Klubs gestellt zu haben. Von Greuel ist über den seltsamen Zeitpunkt seiner Kündigung nichts zu erfahren. Aber irgendetwas ist zu viel geworden. Zuerst für Greuel, danach für den Klub, dem die Kommunikation entgleitet. YB äussert sich zu den Umständen der Trennung nicht, bestätigt aber intern deren sofortige Wirkung.
Am Samstag feiert YB im Spiel gegen Winterthur. Volles Stadion, Pokalübergabe, nochmals Jubel und Queen mit «We are the Champions». Am Sonntag folgt die Meisterfeier auf dem Bundesplatz. Mit Tausenden in den Farben Gelb und Schwarz, aber ohne Greuel, der im YB-Haus zur Persona non grata geworden ist. Er ist nicht mehr erwünscht, weder im Büro noch im Stadion oder an der Feier. Die nächste YB-Episode, durchsetzt von Verletzungen.
Der aus Kaiserslautern stammende Wanja Greuel stieg im Herbst 2016 zum YB-CEO auf. Damals war der Klub in Turbulenzen. Die Geldgeber der Familie Rihs sprachen von den «über 50 Chischte», die YB sie gekostet habe. So nannten sie die Millionen Schweizerfranken. Im Moment der Orientierungslosigkeit gewann der Klub den Berner Christoph Spycher als Sportchef.
Greuel bleibt – und Spycher steigt die Treppe hoch
Der frühere Bundesliga-Spieler übernahm nicht leichtfertig, zu wirr war die Kompetenzregelung im Verein. Spycher bekam vom notleidenden Verein viel, pochte vorab auf Ordnung in der Kommunikation, hielt die Leitung zu den Geldgebern warm und bedingte sich aus, dass er als Sportchef nicht dem CEO unterstellt wird.
Nicht einmal zwei Jahre später wird YB Meister, wiederholt das bis 2024 fünf Mal, spielt drei Mal Champions League, transferiert Spieler und die Trainer Adi Hütter und Gerardo Seoane ins Ausland, nimmt die Uefa- und Transfer-Millionen wie im Reibach ein, steigert den Zuschauerschnitt und wird zur Nummer 1 im Schweizer Klubfussball.
Die von Spycher geleitete Sportabteilung lässt zur Erleichterung der Familie Rihs die YB-Kasse überquellen, die von Greuel geführte kommerzielle Seite nutzt den sportlichen Erfolg weidlich. Die beiden Abteilungen funktionieren über die Jahre gut, auch wenn bekannt ist, dass Spycher und Greuel nicht zusammen in die Ferien fahren würden.
Greuel sagte 2022 in einem «Bund»-Interview, dass eine Stärke des YB-Modells «die Trennung von Sport und Kommerz» sei. Man tausche sich aus, aber er müsse sich als CEO nicht mit der sportlichen Situation befassen, «das macht unser Sportchef, den ich für den besten der Schweiz halte». Während Greuel CEO bleibt, steigt Spycher die Stufen hoch. Mitte 2022 wird er Delegierter des Verwaltungsrats mit weitreichenden Kompetenzen, im Februar 2024 macht ihn die Familie Rihs schliesslich zum Miteigentümer.
Der YB-Chef ist «getroffen»
Der frühere Nationalspieler Spycher ist das YB-Gesicht, in seiner Person vereint sich viel. Er brachte mit seiner umsichtigen, gradlinigen und gescheiten Art den Erfolg. Ihn kennt man auch ausserhalb von Bern, den Verwaltungsratspräsidenten Hanspeter Kienberger hingegen weniger. Alles läuft über Spycher. Es ist anzunehmen, dass sich der ebenfalls weniger bekannte Greuel übergangen fühlte, obschon er im Sog von Spycher im Eiltempo zum Meister-CEO mutierte und wie viele andere eine Bühne erhielt.
In der «Sonntags-Zeitung» sagte Spycher, dass ihn die Darstellung eines Machtkampfs zwischen ihm und Greuel «getroffen» habe. Spycher spricht von «Abnützungserscheinungen» und von «unterschiedlichen Auffassungen in der Geschäftsleitung».
Was das auch immer heisst in einer Organisation, die Erfolg an Erfolg knüpft. Richtungsänderung? Undenkbar. Es heisst zum Beispiel, dass der Verkäufer Greuel Transfers auf den internen Kanälen forscher hatte propagieren wollen. Aber das kann kein Grund für eine Scheidung sein. Greuel gibt einen beachtlichen Lohn und einen Traumjob auf. Das Fass der Unverträglichkeit füllte sich über die Jahre – und lief über.
Es menschelt ohnehin bei YB. Drei Trennungen im Unfrieden lassen 2024 Spuren zurück: Sie betreffen den Topskorer Jean-Pierre Nsame, den entlassenen Trainer Raphael Wicky und Greuel. Das ist für ein Halbjahr in der Summe viel. Trotz den Meisterehren, die für die YB-Führung sprechen. Dass das zu viel ist, weiss auch Spycher, der in Bern den Ruf des Unantastbaren geniesst und weder Kritik noch Gegenwind ausgesetzt ist.
Mit ihm ist YB vom Sorgenfall zum Vorzeigeklub geworden. Spycher lehnt den Personenkult ab. Doch die YB-Erfolge und sein interner Aufstieg hieven gerade ihn auf einen Sockel – ob er die Personifizierung nun will oder nicht. Gegenüber der NZZ will sich Spycher derzeit nicht äussern. Wie auch Kienberger, gemäss dem Organigramm der Vorgesetzte Spychers.
Das YB-Personal berichtet von einer sonderbaren Stimmung in einer internen Orientierung nach dem Bruch mit Greuel, an der die Belegschaft von der Geschäftsleitung zu einer Standing Ovation für Spycher aufgefordert worden sei. Nicht alle seien dem nachgekommen.
Der verbannte CEO pflegte wichtige Kontakte
Greuel erhält nicht (mehr) bei YB, aber im Schweizer Fussball gute Noten. Jemand, der mit ihm zu tun hatte, reiht salbungsvolle Worte aneinander. Ein früherer Funktionär schränkt ein: «Greuel versteht viel vom Geschäft, aber wenig vom Fussball. Er ist opportunistisch, nicht immer fassbar. Wenn er Ja sagt, ist nicht klar, ob das so bleibt – oder sogar zu einem Nein wird.»
Greuel sitzt seit 2017 im Komitee der Swiss Football League und gehört dort zu den wenigen alten Hasen. Tempi passati. Er ist seit 2019 im Vorstand der European Club Association (ECA). Die Organisation, die über 600 Klubs vereint, traf sich Ende April in Madrid. Auf einem Gruppenbild im Stadion von Atlético Madrid sind in der Mitte der mächtige ECA-und Paris-Saint-Germain-Chef Nasser al-Khelaifi sowie der Atlético-CEO Miguel Ángel Gil zu sehen. Unmittelbar dahinter steht Greuel. Nicht zuvorderst, aber zentral.
Zumindest im Namen von YB sind solche Stelldicheins vorbei. https://www.nzz.ch/sport/fussball/yb-ha ... ld.1831785
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shalako
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Verfasst: Samstag 25. Mai 2024, 13:33 |
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24.05.2024  Zitat: YB: Spieler feiern 17. Meistertitel im «Büner»
Schon vor dem letzten Spieltag steht YB als Meister fest. Die Berner geniessen den Triumph am Freitag im Restaurant «Büner».
Das Wichtigste in Kürze
- YB hat seinen Meistertitel erfolgreich verteidigt. - Am Samstag trifft Gelb-Schwarz zum Saisonabschluss auf Winterthur. - Zuvor stand eine ausgelassene Sause im «Büner» an.
Trotz einer Saison mit Hochs und Tief steht YB am Ende erneut als Meister da: zum 17. Mal in seiner Vereinsgeschichte. Vor dem letzten Spiel der Saison besucht das Team traditionell das Restaurant «Büner» in Bern.
Geschäftsführer Julio da Silva stimmt gleich selber an: «Campione, Campione, olé olé olé!» Spieler und Staff machen lauthals mit. Die Stimmung beim frischgebackenen Meister ist gut.
Der abtretende Fabian Lustenberger überreicht da Silva einen signierten Champions-League-Ball. «Ich hoffe, wir sehen uns nächstes Jahr wieder», sagt er.
Unter tosendem Applaus jongliert der «Büner»-Chef den Ball gekonnt mit dem Kopf.
Dann ergreift auch da Silva noch das Wort: «Es ist wirklich eine Freude. Und ich bin sehr stolz, dass ich heute jeden von euch kennenlernen darf. Ihr seid die Besten – top Spieler, top Menschen. Und nächstes Jahr sehen wir uns in diesem Saal hier wieder!»
Für YB steht morgen gegen Winterthur noch ein Schaulaufen an. Im ausverkauften Wankdorf wird den Bernern nach der Partie der Pokal übergeben. Und dann gibt es in der Stadt – zum zweiten Mal in dieser Woche – eine Freinacht. https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-sp ... r-66767734
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shalako
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Verfasst: Samstag 25. Mai 2024, 13:36 |
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25.05.2024  Zitat: Eine Meisterwürdigung des Berner Schriftstellers Pedro Lenz
Das Schmuckstück im Titelschrank
Jetzt haben sie es doch getan! Die Young Boys haben den Meistertitel geholt, den ihnen (fast) niemand mehr zugetraut hätte. Vielleicht war es nicht der schönste Titel seit Beginn der neuen YB-Dominanz, aber bestimmt war es der wertvollste.
Nach ungefähr zwei Saisondritteln sah es zappenduster aus für die Gelbschwarzen. YB war im Sinkflug, während Servette und Lugano klare Tendenz nach oben zeigten. Supertalent Fabian Rieder war weg. Publikumsliebling und Goalgetter Jean-Pierre Nsame hatte sich mit Nebengeräuschen vom Acker gemacht. Der wuchtige und nimmermüde Flankengott Ulisses Garcia war nach Marseille gezogen. Donat Rrudhani, der erstmals für YB seine Klasse hatte aufblitzen lassen, war an Lausanne ausgeliehen worden. Viele Leistungsträger waren verletzt. Und erstmals seit Jahren war sogar leise Kritik an der sportlichen Führung zu vernehmen.
Hatte man die zahlreichen Abgänge in dieser Saison nicht gleichwertig ersetzt? Hatte man im Winter zu leichtfertig Spieler verkauft? Hat man zu lange an Trainer Raphael Wicky festgehalten?
Nur noch Strenggläubige und Blindverliebte
Für einen Moment sah es aus, als gehe alles den Bach runter. Gegen Sporting Lissabon waren die Berner sang- und klanglos aus der Europa League ausgeschieden. Gegen das unterklassige Sion stolperten sie im Cup. Vorbei schienen die Zeiten, als YB für jeden Spieler einen gleichwertigen Ersatz auf der Bank hatte. Und vorbei schien die Zeit, in der YB jeden Rückstand mit Tempo, Wucht und Wille in einen Vorsprung drehen konnte.
Nur strenggläubige oder blindverliebte YB-Fans hätten in jenen Wochen auf diesen Meistertitel gewettet.
Dann kam der «Un hombre de la casa»
Aber dann kam die Lösung, die in Spanien jeweils mit dem Begriff «Un hombre de la casa» umschrieben wird. «Un hombre de la casa» heisst wörtlich: ein Mann aus dem Haus. Gemeint ist ein Cheftrainer, den man nicht auswärts gesucht, sondern klubintern befördert hat. Gemeint ist aber auch einer, der bereit ist, nötigenfalls nach dem Feuerwehreinsatz wieder ins zweite Glied zu rücken. Der «Hombere de la casa» muss fachlich gut sein, er muss kurzfristig Wirkung erzielen, er muss vollkommen loyal zum Club sein und er muss seine persönlichen Ambitionen hinter jene der Mannschaft stellen.
So einen Mann gibt es nicht überall. Aber im Wankdorf stand einer bereit, der es packte: Joël Magnin war schon über dreissig, als er 2002 erstmals für die Young Boys auflief. Er spielte für YB noch vier Jahre auf hohem Niveau und übernahm nach seiner Karriere Verantwortung als Trainer der U21. Abgesehen von einem kurzen Unterbruch ist Magnin schon seit über zwanzig Jahren in Bern. Mehr «Hombre de la casa» geht fast nicht. Magnin spricht perfekt Deutsch. Französisch ist seine Muttersprache. Ohne diese beiden Sprachen zu beherrschen, kann ein Trainer bei YB nichts reissen.
Ganz offensichtlich hat Magnin nicht bloss die Sprache, sondern auch den Ton getroffen. Nachdem er an der Seitenlinie übernommen hatte, konnte beim Patienten YB die Blutung gestoppt werden, nicht sofort zwar, aber schnell genug.
Das Momentum wundersam zurückgeholt
Für mich als Fan gleicht die Wiederauferstehung der Young Boys gegen Ende dieser Saison einem kleinen Wunder. Im Eishockey redet man gerne vom Momentum. Das Momentum ist der Flow, den eine Mannschaft zu einer bestimmten Zeit hat oder nicht hat.
Wer das Momentum hat, gibt es nicht mehr her. Wer das Momentum nicht hat, kann es kaum mehr zurückgewinnen. Ganz anders lief es diese Saison bei den Gelbschwarzen. Sie hatten das Momentum aus der Hand gegeben und es dann auf beinahe wundersame Weise zurückgeholt.
Eigentlich müsste YB Eintracht YB heissen
Aber wie war es möglich, den Abwärtstrend rechtzeitig zu stoppen, ohne zunächst in panischen Aktivismus zu verfallen? Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst ist es die bereits erwähnte, erstmals kritisierte Chefetage um Sportvorstand Christoph Spycher und Sportchef Steve von Bergen. Sie vollzogen den Trainerwechsel nicht sofort, aber trotzdem rechtzeitig. Sie hatten eine glückliche Hand bei der Wahl des Interim-Trainers. Aber vor allem blieben sie nach aussen unaufgeregt.
In jedem andern Klub hätten die sportlichen Probleme zu Streitereien geführt, die öffentlich oder halböffentlich ausgetragen worden wären. Bei YB war kein Wort der Disharmonie zu vernehmen. Wir dürfen vermuten, dass es in der Chefetage auch heftige Diskussionen gegeben hat. Aber nichts davon drang nach aussen. Eigentlich müssten die Young Boys den Namenszusatz «Eintracht» tragen. Kein Gerücht drang nach aussen. Selbst beim offensichtlichen Streit zwischen Goalgetter Nsame und dem Verein blieben die Arbeitgeber (anders als der Spieler) immer diskret und höflich.
Wie ein Film mit Hänger und doch noch Happy End
Seit 2018 ist YB sechs Mal Schweizermeister und zwei Mal Cupsieger geworden. Mein sechsjähriger Sohn hat sechsmal mehr Meistertitel miterlebt, als ich in meinen ersten fünf Lebensjahrzehnten. Aber wenn mein Sohn und ich dereinst an die goldenen YB-Jahre zurückdenken werden, wird uns der Meistertitel der Saison 2023/2024 als etwas ganz Besonderes in Erinnerung bleiben.
Dieser Titel ist wie ein wertvolles Schmuckstück, das man verloren zu haben glaubte und dann doch wieder fand. Und er ist wie ein Film, der in der Mitte einen Hänger hat, aber dann doch noch zu einem berührenden Happy End kommt.
https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 74160.html
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shalako
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Verfasst: Samstag 25. Mai 2024, 17:01 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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25.05.2024  Zitat: Lars Lunde: So war das damals 1986 im Bocciahüsli
Am Freitag vor 38 Jahren holte YB gegen Xamax den Meistertitel. Nau.ch-Kolumnist Lars Lunde erinnert sich an die Feierlichkeiten – und vergleicht mit heute.
Das Wichtigste in Kürze
- Am Samstag erhält YB nach dem Spiel gegen Winterthur den Meisterpokal. - Nach der Freinacht auf Sonntag folgt in Bern die grosse Meisterfeier. - Nau.ch-Kolumnist Lars Lunde erinnert sich an die Bocciahüsli-Party nach dem Titel 1986.
Der 17. Meistertitel ist im Trockenen – wir dürfen feiern in Bern! Schon nach dem Sieg in Genf gab es eine Freinacht, die zweite wartet heute nach dem Heimspiel gegen Winterthur. Natürlich werden da auch bei mir Erinnerungen wach, denn: Gestern vor 38 Jahren durften auch wir «alten YBler» feiern!
Mit einem 4:1-Sieg bei Xamax krönten wir 1986 unsere Rückrunde und wurden Meister. Es war der erste Meistertitel für YB nach 26 Jahren. Heute kann ich sagen: Je älter man wird, desto schöner werden die Erinnerungen.
Erst mit der Zeit begreift man, was man erreicht hat. Wenn man jung ist, kann man das noch gar nicht richtig geniessen.
«Wir haben gegen Xamax an uns geglaubt»
Was gleich war wie damals: Die YB-Fans haben uns fantastisch unterstützt, sie waren hervorragend. Die Berner sind treu und begeisterungsfähig, aber man muss ihnen auch was bieten. Das war schon vor 38 Jahren so, auch wenn die Fanszene natürlich noch nicht so organisiert war.
Wir reisten damals trotz der guten Ausgangslage als Aussenseiter nach Neuenburg. Xamax war mit seinem Starensemble um Hermann, Stielike, oder Givens Favorit – aber wir hatten es in den eigenen Händen.
Wir haben an uns geglaubt, schliesslich hatten wir in der Rückrunde vor diesem Spiel nicht verloren. Mit Georges Bregy und Robert Prytz hatten wir hervorragende Spielmacher in unseren Reihen. Dario Zuffi und ich haben dann doppelt getroffen.
Im Gegensatz zu heute war damals aber nichts vorbereitet. Wir haben von Xamax-Präsident Gilbert Facchinetti Champagner erhalten, unterwegs mussten wir noch Bier kaufen. An eine Freinacht war nicht zu denken, in Bern war an diesem Abend nichts los!
Aber eine Gruppe von Leuten hat uns dann spontan eine kleine Feier im Bocciahüsli beim Wankdorf organisiert. Es wurde zu einer super Feier im intimen Rahmen. Von den Spielern waren nicht mal alle dabei, dafür eine kleine Gruppe von Supportern.
«YB wird von den Fans und der Stadt belohnt»
Ich habe dann später in München auch eine Meisterfeier im grösseren Rahmen erlebt. Damals bei den Bayern war der Marienplatz toll gefüllt. Ähnlich, wie es morgen Sonntag auf dem Bundesplatz in Bern sein wird.
Es ist top, wenn ich mir das heute anschaue: Die ganze Stadt ist auf den Beinen, alles ist gelb-schwarz geschmückt. Man wird von den Fans und der Stadt belohnt, wenn man gute Leistungen bringt.
Aber natürlich hebe ich nach dem 17. Titel erneut den Mahnfinger: Stillstand bedeutet Rückschritt! Die Saison hat, trotz des Titels, gezeigt, dass man etwas ändern muss. Es war nicht berauschend, die Ansprüche bei YB müssen höher sein.
Darum wird es auch Anpassungen geben. Auch wenn man nicht weiss, ob es gut kommt: Die sportliche Leitung bei YB hat das Vertrauen verdient.
Lars Lunde: «Diverse Spieler müssen einen grossen Schritt vorwärts machen»
Patrick Rahmen ist jetzt nicht mehr in Winterthur, sondern bei YB tätig. Wenn er neue Spieler erhält, müssen die sofort funktionieren – das ist ähnlich wie bei den Bayern.
Für mich ist aber entscheidend, dass die Neuzugänge aus den Transferfenstern jetzt einen grossen Schritt vorwärts machen. Ich denke da an Imeri, Males, Lakomy oder Colley, sollte er in Bern bleiben.
Ich hoffe auf weniger «Zufallsfussball» und auf dominante und druckvolle Auftritte in der neuen Saison. Die erneute Quali für die Champions League wäre das Tüpfelchen auf dem i, dafür spielen die Jungs doch Fussball. Es wartet viel Arbeit – auf und neben dem Platz.
Hopp YB! https://www.nau.ch/sport/fussball/lars- ... i-66767454
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shalako
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Verfasst: Sonntag 26. Mai 2024, 11:35 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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21.05.2024  Zitat: Flavia Wasserfallen und YB
«Beim Fussball vergesse ich, dass ich nicht mehr 20 bin»
Die Ständerätin erklärt ihre Liebe zu den Young Boys und ihren Einsatz für den Frauenfussball. Sie sagt, in welcher Hinsicht sie von YB enttäuscht ist. Und verrät, wer ihre Lieblingsspieler sind.
Flavia Wasserfallen ist ausgerüstet. Zum Gesprächstermin im Barbière am Breitenrainplatz bringt sie ein YB-Trikot, einen YB-Schal – und sogar eine YB-Espressotasse mit. Die 45-jährige Berner Ständerätin ist Fan der Young Boys, sie sitzt im Beirat der YB-Frauen und setzt sich für die Frauen-EM ein, die im Sommer 2025 in der Schweiz stattfindet. Ihre Leidenschaft für den Sport wird im Gespräch sofort spürbar.
Als Wasserfallen mit von Bergen feierte
«Wir Fans haben alle diesen einen Moment vom 28. April 2018, als YB erstmals nach 32 Jahren Meister wurde. Meiner spielte sich gleich hier draussen ab, es muss nach Mitternacht gewesen sein, als wir am Breitenrainplatz feierten. Die YB-Spieler fuhren durch, um in die Stadt zu gelangen. Wir hielten sie an. Jordan Lotomba wollte nicht aussteigen, er hatte Angst um sein Auto. Ich sagte zu ihm: ‹Das ist nicht dein Auto, das gehört dem Club, steig aus!› Lotomba stand dann auf dem Dach seines Wagens. Und liess sich feiern.
Dann kam Steve von Bergen angefahren, die Frau auf dem Neben-, die Schwester auf dem Rücksitz. Auch ihn überredete ich zum Aussteigen, den Moment hielt ein Fotograf fest – die ganze Ausgelassenheit in einem Bild.
Jean-Pierre Nsames Tor haben wir diesen Moment vom 28. April zu verdanken, sein Trikot, unterschrieben von ihm, ist der Stolz unserer Familie. Aber wir ziehen es nie an, weil wir Angst haben, es könnte in Mitleidenschaft gezogen werden.»
Dank Maradona im Fussballfieber
«Meine Mutter ist Neapolitanerin, wir haben Verwandte dort, die wir regelmässig besuchen. So war ich von klein auf mit dem Fussballfieber infiziert. Es war die grosse Zeit von Napoli mit Maradona, ich war elf, als ich mein erstes Spiel im Stadio San Paolo sah: 80’000 Fans – das war ein krasses Erlebnis.
Dann fand gleich die Weltmeisterschaft in Italien statt, Italia Novanta – mit dem WM-Song von Gianna Nannini. Und Italien stiess bis in den Halbfinal vor, ein unvergesslicher Sommer! Zum Ärger meiner Familie bin ich bei Länderspielen für die Squadra Azzurra – nicht für die Schweiz. Das war schon immer so. Früher schwärmte ich für Fabio Cannavaro.»
Wasserfallen vergleicht sich mit Pippo Inzaghi
«Ich bin Stürmerin, eher lauffaul, aber gut positioniert, immer an der Grenze zum Offside – Pippo-Inzaghi-mässig. 2020 gründeten wir den FC Helvetia, es ist weltweit erst das zweite reine Frauenteam eines nationalen Parlaments. Pro Session bestreiten wir ein Training und eine Partie. Ich vergesse dann leicht, dass ich nicht mehr 20 bin. Das rächt sich im Nachgang.
Ich wuchs in Hinterkappelen auf, bei den Jungs durften wir Mädchen nicht mitspielen. Also gründeten wir 1990 ein eigenes Team beim FC Wohlensee. Ich ging da in die 5. Klasse, unser Trainer war Hans-Markus Tschirren, der für SRF die Formel-1-Rennen kommentierte. Nachdem wir uns an einer 1.-August-Feier nach langer Zeit wieder einmal begegnet waren, schickte er mir ein Foto unseres damaligen Teams. Was für ein Flohhaufen!
Der Frauenfussball hat sich enorm weiterentwickelt. Damals gab es keine eigene Liga, kaum Teams, nichts war professionell aufgezogen, sondern nur eine Spielerei – zum Glück ist das heute besser.»
Der Ärger auf den Bundesrat
«Ich habe eine Tochter, an ihrem Beispiel sehe ich, wie wichtig es ist, dass die Mädchen Vorbilder haben. Die Spiele der Frauen werden mittlerweile im Fernsehen übertragen, die Mädchen können sich mit den Fussballerinnen identifizieren, sie können sagen: ‹Da will ich auch hin.› Das fehlte uns komplett. Es ist erwiesen, dass Mädchen viel eher auf weibliche Vorbilder ansprechen. Ich bin überzeugt, dass der Frauenfussball weiter enorm wachsen wird.
Auch dank der Frauen-EM, die 2025 in der Schweiz stattfinden wird. Aber auch hier merke ich immer wieder, wie weit der Weg noch ist, den wir gehen müssen. Die EM der Männer 2008 in der Schweiz und Österreich liess sich der Bund 80 Millionen Franken kosten, für das kommende Turnier wollte der Bundesrat erst nur 4 Millionen zur Verfügung stellen – ein mickriger Betrag und ein Affront gegenüber dem Frauenfussball. Nun stehen immerhin 15 Millionen bereit, aber auch nur, weil wir im Parlament interveniert haben.
Natürlich kann man die Turniere nicht eins zu eins vergleichen, diesmal braucht es keine neuen Stadien, es braucht keinen Einsatz der Armee, die Sicherheitskosten werden tiefer sein. Aber damit wir diese Chance packen und dem grossen Nachholbedarf im Frauenfussball etwas entgegensetzen können, braucht es Investitionen. Es braucht mehr Rasenfelder und Garderoben, mehr Trainerinnen und Schiedsrichterinnen.»
YB und die Frauen
«Ich finde es sehr schade, dass 2025 wegen der Intervention von YB keine Halbfinals und kein Final der Frauen-EM in der Bundesstadt ausgetragen werden. Das war natürlich auch Thema im YB-Beirat. Auch wenn ich die Beweggründe des Clubs ein Stück weit nachvollziehen kann, ist halt schon spürbar, dass die erste Mannschaft der Männer oberste Priorität hat.
Dabei macht der Club mit seiner Frauenabteilung gerade vieles richtig. Statt mit einer Million Franken irgendein Team zusammenzukaufen, das dann Serienmeister würde, verfolgt YB eine nachhaltige Strategie. Dabei wird auf viele eigene, junge Spielerinnen gesetzt, die Nachwuchsarbeit ist hervorragend. Und Trainerin Imke Wübbenhorst ist ein Riesengewinn. Da entsteht etwas Grosses.»
YB-Lieblingsspieler? Der Grösste und der Kleinste
«Ich gebe zu, ich rümpfte auch schon die Nase, als Joël Monteiro und Silvere Ganvoula eingewechselt wurden. Da hatte ich definitiv nicht den richtigen Riecher. Ihre Entwicklung hat mich überrascht.
Mein Lieblingsspieler bei YB? Eine Antwort ist mir schon leichtergefallen – wohl der Grösste und der Kleinste. Mich freut der Aufstieg von Aurèle Amenda, er hat eine grosse Karriere vor sich. Und dem wirbligen Meschack Elia schaue ich immer gerne zu. Schön ist zudem, wie sich Dave von Ballmoos zurückgekämpft hat.
Aber natürlich verbinde ich mit Nsame, Marco Wölfli oder Miralem Sulejmani grössere Emotionen. Und von Guillaume Hoarau besuchte ich schon etliche Konzerte, einige seiner Bandkollegen wuchsen mit mir in Hinterkappelen auf.»
Wasserfallens erfolgsverwöhnte Kinder
«Menschen suchen eine Identität, ein Zugehörigkeitsgefühl. Das Fan-Sein gibt dir genau das. Man teilt Momente, auch wenn es manchmal harzige sind. Im Stadion ist man unter Leuten, denen man sonst nicht begegnen würde – das gefällt mir. Im D, wo wir sind, sitzt die Dentalhygienikerin neben dem Bundeskanzler, der wiederum neben einem Musiker und einem Grüppli von Pensionierten sitzt. Und dann fällt ein Tor – und alle liegen sich in den Armen.
Auch mein Mann ist seit Ewigkeiten YB-Fan, die drei Kinder auch, einer meiner Söhne spielt zudem im Nachwuchs von YB. Es ist eine Familiengeschichte. Wir haben drei Saisonabos, das führt zuweilen zu Diskussionen, wer mitdarf – und wer nicht. Aber wir stehen auf der Warteliste für eine weitere Saisonkarte. Das kommt gut.
Wir besuchen auch die Spiele der YB-Frauen. Und wenn wir mal im Ausland sind, kommt es vor, dass wir Partien auf irgendwelchen verwackelten Streams schauen und dazu Radio Gelb-Schwarz hören. Wir YB-Fans sind enorm erfolgsverwöhnt, meine Kinder kennen es gar nicht anders. Manchmal denke ich: ‹Wenn ihr nur wüsstet.›» https://www.bernerzeitung.ch/sp-staende ... 2175332250
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shalako
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Verfasst: Dienstag 28. Mai 2024, 00:03 |
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23.05.2024  Zitat: Vom Nuggi bis zum Sarg
YB ist auch Meister der Selbstvermarktung
Früher ging es um Trikots und Autogrammkarten. Heute kennt das Angebot an YB-Fanartikeln keine Grenzen. Verkauft der Club seine Seele?
Sie sind nicht zu beneiden, die Bernerinnen und Berner mit einer Abneigung zu den Farben Gelb und Schwarz. In der Bäckerei, im Weinladen, in der Bijouterie, im Supermarkt: Es ist schwierig geworden, der Marke YB aus dem Weg zu gehen.
Das hat nicht nur mit dem Erfolg des Schweizer Fussballserienmeisters zu tun – sondern auch mit dessen Merchandising-Abteilung. Sie hat das Fansein, das früher noch bedeutete, ein Trikot und ein paar Autogrammkarten seiner Idole zu besitzen, neu definiert und die Vermarktung des Clubs auf ein anderes Level gehievt.
Sogar der Hund frisst aus einem YB-Napf
Der gelb-schwarze Nuggi fürs Baby, die Meistersocken für den Büromenschen, die Blumensamen für die Hobbygärtnerin, der Fressnapf für den Hund: Das Angebot an Fanartikeln kennt inzwischen keine Grenzen mehr.
Jan Borgmann ist der Kopf hinter dem üppigen Sortiment. Er leitet die Merchandising-Abteilung der Young Boys und sagt: «Unser Ziel ist es, unsere Fans immer wieder zu überraschen und aufs Neue zu begeistern.» Fanartikel seien Teil der Club-DNA, es gehe um Identifikation, um Nostalgie. «Dabei möchten wir jede und jeden abholen, unabhängig von Alter und Interesse.»
Über 500 Fanartikel
Als YB das Merchandising noch an einen externen Dienstleister auslagerte, wie dies aus Ressourcengründen nach wie vor einige Schweizer Clubs tun, seien Fanartikel «primär Stadionprodukte» gewesen, sagt Borgmann. «Der Fokus lag auf den Klassikern wie Trikots und Schals, die Fans während eines Spiels tragen.» Gut 100 YB-Fanartikel standen damals im Angebot.
2019 entschied sich YB, eine eigene Abteilung für die Kreation und den Vertrieb der Fanprodukte zu schaffen. Die Vorteile: «Wir sind viel näher am Club und an der Anhängerschaft dran.» Seither hat sich das Angebot vervielfacht. Aktuell beinhaltet das Sortiment über 500 verschiedene Produkte.
Nicht nur Club, sondern Lifestyle
Fünf Festangestellte arbeiten in Jan Borgmanns Team. Ihre Arbeit geht darüber hinaus, den YB-Shop zu betreuen und bei den Lieferanten gelb-schwarze Handyhüllen und Lego-Stadien zu bestellen. «Wir versuchen, YB als trendbewusste Marke zu etablieren.» Will heissen: Der BSC Young Boys will mehr als Sehnsuchtsclub sein, er soll als Lifestyle wahrgenommen werden.
Kollaborationen mit trendigen Modelabels wie «Hässig» oder «NCCFN» zeugen davon, wie YB neu eine junge und urbane Zielgruppe anzusprechen versucht. Der Verein springt damit auf den sogenannten Blokocore-Trend auf. Dieser hat das Fussballtrikot in Kombination mit einfacher Strassenkleidung jüngst zum angesagten Outfit erklärt.
Das Geschäft mit dem YB-Logo
Es geht dabei nicht mehr primär um die Verbundenheit zu einem bestimmten Club, im Vordergrund steht vielmehr der Style an sich. Berühmte Influencerinnen wie Kim Kardashian, die sich etwa im Trikot von Paris Saint-Germain oder der AS Roma zeigte, haben den Look geprägt und ihn längst salonfähig gemacht.
Unübersehbar waren zuletzt auch die Kooperationen, die YB mit sogenannten Lizenzpartnern eingegangen ist. Vom Chocolatier bis zur lokalen Schnapsbrennerei: Die Zusammenarbeit besteht im Kern darin, dass YB einem Unternehmen seine Markenrechte verkauft. Dieses darf im Gegenzug für den Schokokuss oder den Gin das YB-Logo verwenden. Mit vier Lizenzpartnern hat man vor zwei Jahren angefangen, inzwischen sind es 31.
Fanartikel wird zur virtuellen Ware
Sogar mit einem Bestattungsunternehmen hat der Club vor kurzem einen Deal abgeschlossen. Dieses darf nun offiziell Särge in Gelb-Schwarz verkaufen. YB verdient also gewissermassen selbst an seinen verstorbenen Fans noch mit.
Inzwischen bietet YB aber nicht mehr nur rein physische, sondern auch digitale Fanartikel an. Prominentestes Beispiel des virtuellen Merchandising sind die sogenannten NFTs – rein digital verfügbare Sammelkarten für Fans. Das Projekt hat Pioniercharakter. «Verschiedene Clubs aus Europa haben sich interessiert, wie wir die Technologie angewendet haben», sagt Borgmann.
Balanceakt zwischen Trends und Tradition
Doch hat die Welt wirklich auf virtuelle Autogramme von Spielern, auf Desinfektionsmittel im YB-Look und auf gelb-schwarze Salzmischungen gewartet? Braucht es, nur weil der Frühling erwacht, ein YB-Spezial-Boccia-Set? Läuft der Verein mit seiner Vermarktungsoffensive nicht vielmehr Gefahr, am Ende seine Seele zu verkaufen?
Jan Borgmann sagt: «Wir versuchen, allen etwas Passendes anzubieten.» Es sei immer wieder ein Balanceakt, der gesteigerten Nachfrage gerecht zu werden und gleichzeitig den traditionellen Werten treu zu bleiben. «Der sportliche Erfolg von YB ist hier klar die treibende Kraft.»
Zudem sei ein gut ausgebautes Merchandising heutzutage ein wichtiger Teil für die Kommunikation gegen aussen. Borgmann verweist auf grosse Vereine in Deutschland, Frankreich oder Italien, für die eine aktive Vermarktungsstrategie zum Standard gehört.
Trikot bleibt wichtigstes Produkt
Natürlich ist eine solche auch für die Vereinskasse nicht irrelevant. Genaue Summen nennt der Club zwar nicht. Mit dem Merchandising setze man pro Jahr aber «einen mittleren siebenstelligen Betrag um», heisst es.
Der umsatzstärkste Fanartikel ist dabei der gleiche wie eh und je: das Trikot. «Es ist und bleibt unser Schlüsselprodukt», sagt Jan Borgmann. Rund 8000 Heimtrikots habe man allein im letzten Jahr verkauft. Die begehrtesten Spielernamen auf dem Trikotrücken: Filip Ugrinic und Sandro Lauper.
Auch wenn der Klassiker unter den Fanprodukten wohl so schnell von keinem anderen Artikel abgelöst werden wird, bleiben Jan Borgmann und sein Team offen für Neues – etwa für sogenannten Fan-Food. Das jüngste Beispiel: die vegane YB-Wurst. https://www.bernerzeitung.ch/yb-meister ... 2344250056
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shalako
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Verfasst: Dienstag 28. Mai 2024, 00:08 |
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26.05.2024  Zitat: YB mindestens in der Europa League, langer Weg für FCZ und FCSG
Meister YB wird kommende Saison in einer europäischen Gruppenphase antreten dürfen. Gute Chancen hat auch Lugano, weitere Wege haben der FCZ und St.Gallen.
Das Wichtigste in Kürze
- Als Meister hat YB einen kurzen Weg in die CL-Gruppenphase. - Gelingt die Quali nicht, starten die Berner in der Europa League.
Die Young Boys haben als einziges Schweizer Team eine Teilnahme an einer Europacup-Gruppenphase auf sicher. Der Meister muss eine Runde überstehen, um in die Champions League zu kommen, ansonsten spielt er in der Europa League.
Lugano als Zweiter kommt mit drei überstanden Qualifikationsrunden in die Champions League, mit zwei in die Europa League und mit einer in die Conference League.
Keine Schützenhilfe für Servette
Servette als Dritter spielt mit zwei gewonnenen Duellen die Europa League und mit einem die Conference League.
Wäre Europa-League-Sieger Atalanta Bergamo in Italien auf dem 5. Schlussrang gelandet, hätten die Genfer nur eine Qualifikationsrunde überstehen müssen. Sie hätten also mindestens die Teilnahme an der Conference League auf sicher gehabt.
St.Gallen und der FC Zürich müssen drei Qualifikationsrunden überstehen, um die Gruppenphase der Conference League zu erreichen. https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-mi ... g-66768331
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shalako
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Verfasst: Dienstag 28. Mai 2024, 00:55 |
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26.05.2024  Zitat: CEO hat Kündigung eingereicht
Christoph Spycher, wurde Wanja Greuel bei YB zur Persona non grata?
YB-CEO Wanja Greuel hat die Kündigung eingereicht. Offenbar gab es ein Zerwürfnis mit Vertretern im sportlichen Bereich – dazu gehört auch Christoph Spycher. Der Chefstratege kommentiert im Interview mit blue Sport auch die Gerüchte, dass Greuel bei der Meisterfeier unerwünscht sei.
Vor zwei Wochen teilten die Young Boys mit, dass CEO Wanja Greuel den Verein Ende Saison verlässt. Greuel ist seit 2016 im Amt und leitete den Verein während fünf Meistertiteln und drei Cupsiegen.
Medienberichten zufolge sind unterschiedliche Auffassungen von Greuel und Christoph Spycher Hintergrund des Entscheids. Demnach soll sich Greuel in den Diskussionen mit Vertretern im sportlichen Bereich alleingelassen gefühlt haben. Zudem sollen sich die Auffassungen von CEO Greuel und Spycher schon seit längerer Zeit nicht mehr decken.
«Innerhalb der Unternehmensleitung bestehen mittlerweile unterschiedliche Auffassungen über die Führung des Klubs. Daher habe ich mich schweren Herzens entschlossen, YB zu verlassen», sagte Greuel in der Medienmitteilung der Young Boys.
Spycher: «Nie schön, wenn man sich auf diese Art und Weise trennt»
Die «NZZ» schreibt am Freitag, dass die YB-Führung dem abtretenden CEO vorwirft, sein Ego über das Wohl des Klubs gestellt zu haben. Ausserdem würde Greuel bei der Pokalübergabe nach dem letzten Saisonspiel gegen Winterthur (3:0) und auch bei der Meisterfeier am Sonntag fehlen, ist in der Zeitung zu lesen. Tatsächlich fehlt von Greuel am Samstag im Wankdorf jede Spur. Der CEO sei «im YB-Haus zur Persona non grata geworden», so die «NZZ».
Spycher nimmt gegenüber blue Sport Stellung: «Wir sagen nichts mehr dazu. Die Situation ist so wie sie ist. Das wurde intern geklärt. Ich war da auch nicht im Lead.» Der YB-Chefstratege bedankt sich bei allen Personen, welche die Berner auf dem Weg zum 17. Meistertitel begleitet, den Klub aber verlassen haben. «Wir sind allen dankbar, alle haben ihren Teil zum Erfolg beigetragen. Jetzt steht aber die Mannschaft im Vordergrund, ich freue mich extrem auf den Abschied von Fabian Lustenberger.»
Doch weshalb kriegt Wanja Greuel, der den Klub in den erfolgreichen Jahren seit 2016 als CEO mit angeführt hat, keine Verabschiedung? Spycher: «Wir sagen dazu nichts mehr. Es ist nie schön, wenn man sich auf diese Art und Weise trennt. Aber es ist wichtig, jetzt den Deckel drauf zu tun und nach vorne zu schauen.» https://www.bluewin.ch/de/sport/super-l ... 16407.html
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shalako
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Verfasst: Dienstag 28. Mai 2024, 00:56 |
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22.05.2024  Zitat: Berner Stadtrat gegen Kollektivstrafen im Fussball
Der Berner Stadtrat stellt sich gegen die Kollektivstrafen im Fussball. Eine entsprechende Motion wurde am Donnerstag angenommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Am Donnerstag bearbeitete der Berner Stadtrat eine interfraktionelle dringliche Motion. - Sie sieht das Verbot von Kollektivstrafen bei Sportveranstaltungen vor. - 37 Stadträtinnen und Stadträte stimmten entgegen der Empfehlung des Gemeinderates zu.
Die YB-Ostkurve im Wankdorf blieb am 20. Januar beim Super-League-Spiel gegen GC leer.
Der Grund: Ausschreitungen im Vorfeld des Spiels GC-YB im September des letzten Jahres. Die KKJPD (Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren) sprach diese Sektorsperrung als Kollektivstrafe aus.
Geht es nach dem Berner Stadtrat, soll es in Zukunft nicht mehr so weit kommen: Am 14. März reichten Vertreter und Vertreterinnen von linken Parteien eine entsprechende dringliche Motion ein. Unterstützung kam dabei auch aus dem bürgerlichen Lager.
Die Motion sieht vor, dass «bei Sportveranstaltungen aufgrund von Vorkommnissen ausserhalb der Spielstätten keine Kollektivstrafen gegen Zuschauende erlassen werden können».
Begründet wird dies durch die fehlenden rechtlichen Grundlagen dieser Massnahmen. Der Berner Gemeinderat solle sich «für den Dialog und nicht für die Eskalation» einsetzen.
Gemeinderat steht hinter KKJPD
Erstaunlicherweise stellte sich die Mehrheit des fünfköpfigen, rot-grünen Gemeinderats gegen die Motion und somit hinter die Massnahmen der KKJPD. Wobei sich die Regierung offen für neue Ideen zeige.
Trotz der Nein-Empfehlung wurde die Motion am Donnerstag vom Parlament mit einer grossen Mehrheit von 37:14 Stimmen angenommen.
Acht Politikerinnen und Politiker enthielten sich. Nun liegt es am Gemeinderat, die Forderungen umzusetzen. https://www.nau.ch/sport/fussball/motio ... l-66766347
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shalako
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Verfasst: Dienstag 28. Mai 2024, 00:56 |
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26.05.2024  Zitat: Meistersaison im Rückblick
So knorzte sich YB zum Titel
Erst pomadig, dann überzeugend: YB hat eine Saison mit vielen Aufs und Abs hinter sich. Wie der Turnaround gelang und was von dieser Mannschaft bleibt.
Gewankt, gezittert, gewonnen. So lässt sich, ganz kurz und knapp, die YB-Saison 2023/24 zusammenfassen. Haben sich die Young Boys spielerisch entwickelt? Kaum. Sind sie über sich hinausgewachsen? Selten. Haben sie den Meistertitel trotzdem verdient? Absolut. Ein Rückblick auf zehn Monate Höhen und Tiefen.
Die erste Enttäuschung muss YB verkraften, bevor überhaupt ein einziger Ball gespielt ist. Mit Cédric Zesiger, Christian Fassnacht und Fabian Rieder verlassen im letzten Sommer gleich drei Stammkräfte die Mannschaft. Sie werden nicht adäquat ersetzt – oder zutreffender: Ihre Fussstapfen sind für deren potenzielle Nachfolger zu gross. Darian Males kann bis zum Schluss der Saison nie an seine Leistungen beim FC Basel anknüpfen, bei Lukasz Lakomys Auftritten haut es niemanden aus den Sitzen – und dann ist ja noch Silvère Ganvoula, der bis vor ein paar wenigen Wochen durchaus als Fehltransfer bezeichnet werden durfte.
Die pomadigen Auftritte Qualitativ ist YB im Vergleich zur Vorsaison also schwächer aufgestellt. Und so spielt das Team des damaligen Trainers Raphael Wicky auch: Man gewinnt zwar, die Siege sind aber oft glanzlos (1:0 gegen Aufsteiger Lausanne-Ouchy am 6. Dezember), glücklich (2:1 gegen Lausanne-Sport durch ein Itten-Tor in der 97. Minute am 23. Juli) oder erknorzt (1:0 auswärts gegen GC am 30. September). Wirklich zu überzeugen, wie beim 6:1 gegen Luzern oder beim 3:0 gegen St. Gallen, jeweils im Wankdorf, vermag Gelb-Schwarz nur selten.
Bereits im Frühherbst mehren sich die Stimmen, wonach Wicky nicht mehr der richtige Mann an der Seitenlinie sei. Die Kritiker scheinen recht zu behalten: Bis Ende Oktober liefert sich YB ein Kopf-an-Kopf-Duell mit dem FC Zürich, der in dieser Phase stabiler, kreativer, wacher spielt. Die Berner hingegen wirken träge, pomadig, lustlos. Zeitweise droht der FCZ den anderen zu enteilen. YB droht ein ähnliches Szenario wie 2021/22, als am Schluss im Letzigrund gefeiert wurde.
Die Young Boys wanken zwar, doch sie fallen nicht. Im gleichen Masse, wie Zürich aufgrund der öffentlich geführten, an Peinlichkeit kaum zu überbietenden Trainerdiskussionen um Bo Henrikssen abbaut, legt YB zu. Vor der Winterpause beträgt der Vorsprung auf den mittlerweile drittplatzierten FCZ sieben, auf den Tabellenzweiten St. Gallen auch schon fünf Punkte.
Geruhsame Weihnachtsferien also für Wickys Mannen? Mitnichten. Nach dem letzten Match 2023 gegen Lausanne-Ouchy reden sich gleich zwei Berner Leistungsträger in Rage. «Ich bin wütend», sagt ein hässiger Jean-Pierre Nsame einer welschen Zeitung. Der Stürmer beklagt sich über zu wenig Einsatzzeit. Verteidiger Aurèle Amenda motzt ebenso, wenngleich er sich gemässigter ausdrückt. «Ich bin schon ein bisschen enttäuscht.» Auch der 20-Jährige findet, er stehe zu selten von Anfang an auf dem Platz. Dunkle Wolken am sonst so sonnigen YB-Himmel. Zudem steht hinter Wickys Zukunft in Bern ein grosses Fragezeichen. Wird sein Vertrag jetzt verlängert oder nicht? Die Zeichen stehen auf Abschied. Echter Glauben vom Verein an seinen Trainer sieht anders aus.
Der unrühmliche Abgang Es kommt, wie es kommen muss: Ende Januar verlässt Nsame, Vereinslegende und dreifacher Torschützenkönig der Super League, die Young Boys. Im Streit. Nsame will zu seinem Lieblingsverein Servette, Sportchef Steve von Bergen hingegen lässt nur einen Auslandstransfer zu. Bei einem Gespräch mit der YB-Führung Ende Januar eskaliert die Situation: Jean-Pierre Nsame soll das Treffen entnervt verlassen und seinen Vorgesetzten die Türe vor der Nase zugeknallt haben. Der Abgang des Publikumslieblings? Stillos.
Und so kickt Nsame fortan für Como in der italienischen Serie B – wo er zwar kaum zum Einsatz kommt, Ende Saison aber in die höchste Liga aufsteigt. Auch Aurèle Amenda reist weiter, zu Eintracht Frankfurt. Allerdings ganz «normal»: Er unterschreibt bei den Hessen einen Vertrag bis 2029 und beendet die Saison mit YB.
Wickys Mannschaft ist fortan angezählt. Mental – und qualitativ. Mit Nsame zieht schliesslich der zu jenem Zeitpunkt beste YB-Skorer von dannen. Und es wird noch schlimmer: YB muss fortan auf die Dienste von Linksverteidiger Ulisses Garcia (in der Winterpause zu Marseille) verzichten, Donat Rrudhani seinerseits wird ausgerechnet dann nach Lausanne ausgeliehen, als er – endlich – zeigt, was er eigentlich kann. Der letzte verbliebene kreative Mittelfeldspieler (Kastriot Imeri ist zu diesem Zeitpunkt rekonvaleszent) – weg! Hinzu kommen die Verletzungen der beiden Stammspieler Loris Benito (Kreuzbandriss) und Filip Ugrinic (Bruch des linken Zehs).
Die heftige Reaktion Zum spielerischen Mittelmass gesellt sich im neuen Jahr auch noch eine Resultatkrise. 0:1 gegen Servette, 0:1 gegen Zürich, dazu das blamable Out im Cup gegen den Unterklassigen Sion (1:2). YB taumelt, die Konkurrenz holt auf. Drei Pleiten in Serie – das gabs in Bern im nationalen Wettbewerb seit zehn Jahren nicht mehr. Die sportliche Führung zieht die Reissleine: Anfang März muss Raphael Wicky gehen.
Im ersten Spiel unter Interimscoach Joël Magnin zeigt die Mannschaft eine heftige Reaktion. Und spielt endlich so, wie man das von ihr erwarten würde: druckvoll, wuchtig, leidenschaftlich. YB zerlegt einen FC Basel in Unterform im eigenen Stadion nach allen Regeln der Kunst und siegt 5:1. Nur ein paar Tage später folgt allerdings der nächste Rückschlag: In Lausanne setzt es ein 0:2 ab. Der Auftritt der Young Boys? Schwach. Servette reicht ein 2:2 in Luzern, um mit YB gleichzuziehen. Nur dank des klar besseren Torverhältnisses liegt der Meister in der Rangliste noch vorn.
Und doch stabilisiert sich YB sportlich in den folgenden Wochen – Magnin führt viele Einzelgespräche, legt grossen Wert auf Teambuilding. Der stille Schaffer haucht seinen Schützlingen neues Leben ein. Die Massnahmen scheinen zu wirken: Spielerische Zungenschnalzer bleiben zwar weiterhin eher die Ausnahme, wichtiger ist in dieser Phase aber sowieso einfach nur, drei Punkte zu holen. Egal wie. Und das tun die Young Boys. Einzig gegen Lugano müssen sie sich vor eigenem Anhang geschlagen geben.
Die verdiente Krönung Die Tessiner, sie bleiben bis kurz vor Schluss YBs einzig verbliebener Gegner. Weil Servette plötzlich schwächelt und kaum noch Spiele gewinnt. Zwei Runden vor Ende der Meisterschaft hat Magnins Truppe sechs Punkte Vorsprung auf Lugano, dazu viel mehr Tore geschossen und deutlich weniger kassiert. Theoretisch ist YB nach dem 3:1 gegen St. Gallen schon Meister, nach dem 1:0 auswärts in Genf auch rechnerisch. Es ist der sechste Meistertitel in sieben Jahren, der Kübel geht schon wieder nach Bern. Die Spieler, die Fans, die Klubführung – sie alle feiern die Nacht hindurch. Die Krönung einer zähen Saison ist hochverdient. Selbst wenn YB wohl einfach nur das konstanteste von allen inkonstanten Teams in dieser Liga war, selbst wenn die Konkurrenz sich häufig selbst aushebelte und in entscheidenden Momenten schwächelte.
Was also bleibt von diesem YB 2023/24? In der Chefetage werden die kritischen Stimmen von Fans und Medien als zu hart bewertet. Auch die Spieler selbst reagierten auf bestimmte Fragen jüngst dünnhäutig. Sandro Lauper erklärte, er empfinde «Genugtuung» gegenüber all jenen, die Unruhe hätten stiften wollen. Bloss: die Causa Nsame, die teils schwachen Leistungen auf dem Rasen, Wickys Entlassung, zuletzt die Kündigung von CEO Wanja Greuel – nichts von alledem wurde von aussen in den Klub hineingetragen. Keine Zeitung forderte, Mohamed Ali Camara solle sich – wie ungeschickt – in der Halbzeit das Trikot von ManCity-Superstar Erling Haaland schnappen. Und niemand zwang Silvère Ganvoula, gegen Sporting Lissabon den Penalty zu schiessen, obwohl er dafür nicht vorgesehen war und sich danach vor versammelter Mannschaft für seinen Alleingang entschuldigen musste. Sicherlich, Fussballer sind nur Menschen mit guten und schlechteren Tagen. Man kann nicht immer mit 5:1 gegen Basel gewinnen. Oder mit 6:1 gegen Luzern. Und doch ist die Erwartungshaltung an YB zu Recht hoch. Die Young Boys haben die eindeutig beste Ausgangslage, das mit Abstand höchste Budget, die klar talentierteste Equipe dieser Super League. Die Teilnahme an internationalen Wettbewerben wie Europa und Champions League haben in den letzten Jahren Millionen in die YB-Kassen gespült.
Der Blick in die Zukunft Hätte jemand noch vor zehn Jahren vorausgesagt, dass YB drei Runden vor Schluss praktisch als Meister feststeht, ja, dass Gelb-Schwarz zum nationalen Titelhamsterer avanciert – alle hätten diesen Traum nur allzu gerne in die Wirklichkeit umgesetzt. Seither ist viel passiert, hat YB so manches gewonnen. Die Ansprüche sind massiv gestiegen. Damit müssen die YB-Verantwortlichen leben. Anhänger wie Medien wiederum sollten sich bewusst werden, wo ihr Klub bis vor kurzem stand. Als man dem FCB vergeblich hinterherjagte, die ewige Nummer zwei war. Als ein Vorsprung wieder einmal «veryoungboyst» wurde. Ein wenig mehr Demut wäre manchmal angebracht. Oder wie es die Fans auf einem Banner treffend festhielten: «Nüt isch säubverständlech – aues historisch.»
Was darf man von YB nun erwarten? Für eine seriöse Prognose ist es noch zu früh, stehen noch zu viele interne Wechsel bevor. Kein Hellseher ist jedoch, wer erklärt, dass es an den Young Boys auch in der nächsten Saison kaum ein Vorbeikommen gibt. Lugano, Servette, Zürich oder vielleicht sogar Basel zum Trotz. Vergleiche, YB zeige Zerfallserscheinungen wie Basel vor acht Jahren, sind verfehlt. Vielmehr befindet sich dieser Verein in einem sportlichen Umbruch; nicht zum ersten Mal.
Doch im Fussball, gerade in der Schweiz, muss man sich zwingend ständig neu erfinden. Die Chancen stehen deshalb gut, dass YB auch in Zukunft die richtigen Antworten auf die anstehenden Herausforderungen findet. Und wenn das alles mit ein paar Störgeräuschen weniger passiert als jetzt geschehen, hat sicherlich kaum jemand etwas dagegen. https://baernerbaer.ch/sport/so-knorzte ... -zum-titel
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