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 Beitrag Verfasst: Samstag 21. Mai 2005, 11:52 
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
BZ, 21.5.2005

«Basel war damals nicht stärker»

Im Herbst 2004 war er Nationalspieler – im Frühling 2005 YB-Ersatzspieler. Jetzt, gegen Ende der Saison, kommt Thomas Häberli wieder in Form. Der YB-Spielmacher über den Uefa-Cup, das Wankdorf, Kritik – und Hakan Yakin.
Thomas Häberli, warum erreicht YB den Uefa-Cup?


Thomas Häberli: Wir haben nach dem 3:2-Sieg gegen GC am Mittwoch eine sehr gute Ausgangslage. Wir müssen in Aarau und am Schluss gegen Schaffhausen siegen, dann sollte es für uns reichen. Denn ich denke nicht, dass GC alle drei ausstehenden Partien gewinnt.


Hat YB die Teilnahme am Uefa-Cup denn überhaupt verdient?

Verdient oder nicht verdient, das ist letztlich egal. Wir können Rang 3 erreichen, das ist ein Fakt. Dass wir nicht mehr 72 Punkte schaffen, wie noch letzte Saison, das ist irgendwie auch logisch. Da sollte man aber nicht nur der Mannschaft die Schuld geben.


Die Leistungen der Young Boys waren aber oft ungenügend.

Das stimmt. Ich gebe zu, dass ich bei unseren Heimspielen manchmal auch nicht als Zuschauer hätte dabei sein wollen. Aber auswärts sind wir in dieser Saison die beste Mannschaft der Super League, das darf man nicht vergessen.


Warum aber sind die Vorstellungen im Neufeldstadion meistens so harmlos? Sind die Ansprüche in Bern zu hoch?

Wir wurden letzte Saison souverän Zweiter, 20 Punkte vor dem Dritten. Aber was ist passiert? Man konnte nicht viel Geld in neue Spieler investieren, weil es schlicht nicht vorhanden war. Es ist dann nicht fair, wenn man immer wieder hören muss, wir sollten mit dem FC Basel in Konkurrenz treten. Da frage ich mich: Wie denn? 30 Millionen Budget gegen 8 Millionen Budget, das ist kein fairer Vergleich. Die Basler holen einen Spieler für 4,3 Millionen, das ist für uns leider derzeit unrealistisch.


Und für YB ist scheinbar sogar Thuns starker Abwehrspieler Armand Deumi zu teuer. Er kostet 750 000 Franken Ablöse …

Es ist nicht an mir als Fussballer, die Transferpolitik von YB zu beurteilen. Ich finde es grundsätzlich richtig, dass man nur jenes Geld ausgibt, welches einem zur Verfügung steht. Dementsprechend müssen aber auch die Ziele anders formuliert werden. Wir müssen doch ehrlich sein: Basel ist im Moment für alle anderen in der Schweiz eine Nummer zu gross. Aber ich war ein halbes Jahr vor Bezug des St.-Jakob-Parks beim FC Basel. Die damalige Mannschaft der Basler war nicht besser als YB heute. Das gibt mir Hoffnung, dass hier in Bern eine ähnliche Entwicklung möglich ist wie vor wenigen Jahren in Basel.


Das aktuelle Team von YB ist überaltert. Doch jetzt heisst es immerhin, mindestens drei herausragende Akteure sollen noch zu den Young Boys kommen.

Ich weiss das auch nur aus den Zeitungen. Wir Spieler hoffen, dass bald ein grosser Name als Zuzug bekannt wird. Ein Fussballer, der uns auf dem Spielfeld entscheidend weiterbringt. Wir gehen in ein tolles Stadion, und man hört, wir sollen in einem Jahr um Titel spielen. Dann muss jetzt etwas geschehen, das wäre super.


Dann sagen Sie sich also, es wäre fabelhaft, wenn ein Hakan Yakin zu YB kommen würde? Oder denken Sie, dass wäre nicht gut, weil er auf einer ähnlichen Position wie Sie spielt?

Ein Hakan Yakin ist genau so ein Spieler, der YB weiterhilft. Es wäre ein tolles Zeichen, dass es für die Young Boys in eine andere, höhere Region gehen soll.


Wie ist denn die Stimmung in der Mannschaft, wenn es bei YB zu einem derartigen Umbruch kommt?

Sie ist gut. Und speziell. Es gibt Spieler, die wissen, dass sie den Verein verlassen müssen. Dann gibt es Spieler, die noch nicht wissen, wo sie nächste Saison sein werden. Und wir haben in den letzten Wochen viel Kritik einstecken müssen. Nicht zu Unrecht, wie ich finde, denn wir haben nicht überzeugt. Dann müssen wir Kritik akzeptieren. Diese Punkte zusammen haben bei uns eine Trotzreaktion ausgelöst. In den letzten Partien haben wir diszipliniert und gut gespielt. Ich finde es eine reife und bemerkenswerte Leistung, wie wir diese schwierige Phase überstanden haben.


Es ist auffallend, dass YB deutlich besser spielt, wenn zwei Stürmer auf dem Feld stehen und Sie dahinter als Spielmacher spielen dürfen.

Es wäre zu einfach, nur im System die Fehler für unsere teilweise schwachen Leistungen zu suchen. Viele grosse Teams agieren nur mit einem Stürmer, dafür mit offensiven Aussenspielern. Ich finde das eine gute Aufstellung. Es ist halt leider so, dass wichtige Spieler bei uns nicht in Form gewesen sind. Da möchte ich mich gar nicht ausschliessen.


Wissen Sie, warum Sie in diesem Frühling plötzlich auf der Bank Platz nehmen mussten?

Ich verletzte mich im Cupviertelfinal gegen Thun. Es kam das 5:0 in Zürich im März, wo ich bei meinem Comeback eingewechselt wurde. Es gab nach diesem Spiel natürlich keinen Grund, die Aufstellung zu ändern. Also sass ich einige Partien auf der Bank. Da ist es nicht einfach, nach einer Verletzungspause die Form zu finden. Ich bin froh, darf ich jetzt wieder spielen. Es waren aber harte Zeiten, und ich habe dabei einiges gelernt.


Unter anderem sagte YB-Trainer Hans-Peter Zaugg vor wenigen Wochen öffentlich, Sie seien halt leider kein Matias Delgado, der Spielmacher des FC Basel. Wie gingen Sie mit dieser harschen Kritik um?


Ich musste es akzeptieren, auch wenn ich es ein wenig ungerecht empfand. Matias Delgado ist ein brillanter Mittelfeldspieler, er steht vor einer grossen Karriere und ist für mich der beste Fussballer in der Super League. Es ist ja logisch, dass man mich nicht mit ihm vergleichen kann, ich habe andere Qualitäten. Und ich darf sicher behaupten, dass bei mir das Verhältnis zwischen Preis und Leistung stimmt.

Vor acht Monaten wurden Sie überraschend ins Schweizer Nationalteam aufgeboten. Haben Sie seither noch einmal mit Trainer Köbi Kuhn Kontakt gehabt?

Wir haben uns einmal kurz im Kabinengang getroffen. Ich denke, dass war eine einmalige Sache, weil damals viele Stürmer ausgefallen sind. Eigentlich bin ich ein Mittelfeldspieler, und da ist die Konkurrenz riesig. Mein Aufgebot für die beiden Länderspiele im letzten Herbst kann mir niemand nehmen, ich werde diese Woche immer in bester Erinnerung behalten.


Informationen zu Aarau – YB Seite 23

Will Rang 3 erreichen: YB-Mittelfeldspieler Thomas Häberli.

«Mein Aufgebot für die Länderspiele kann mir niemand nehmen, ich werde dies in bester Erinnerung behalten.»

«Wir Spieler hoffen, dass bald ein grosser Name als Zuzug bekannt wird. Ein Fussballer, der uns weiterbringt.»

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 22. Mai 2005, 00:00 
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Zitat:
Ein Hakan Yakin ist genau so ein Spieler, der YB weiterhilft. Es wäre ein tolles Zeichen, dass es für die Young Boys in eine andere, höhere Region gehen soll.


Jetzt bin ich schon ein wenig enttäuscht von dir Häbi. :cry:


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