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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Samstag 5. April 2014, 09:49 
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Hat Erich Vogel versucht, Fredy Bickel zu erpressen?

Fussballmanager Erich Vogel soll geholfen haben, YB-Kollege Fredy Bickel zu erpressen. Er ahnte nicht, dass die Ermittler mithörten.

Für eine Wiederholungstat wäre es ­rekordverdächtig schnell: Am 31. Juli 2013 ist Spielervermittler Peter Bozzetti schuldig gesprochen worden, weil er versucht hatte, seine Ex-Frau zu bestechen. Deswegen und wegen anderer ­Delikte erhielt der 47-jährige Innerschweizer eine bedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 100 Franken. Die Probezeit wurde auf zwei Jahre angesetzt. Um sie zu brechen, brauchte Bozzetti keine zwei Monate. So zumindest sieht es die Zürcher Staatsanwaltschaft. Bozzetti sieht es anders.

Diese Woche ging die Anklage gegen ihn und gegen seinen mutmasslichen Gehilfen, den legendären Fussballmanager Erich Vogel, wegen versuchter Erpressung an das Bezirksgericht. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Das Büro war verwanzt

Der Spielervermittler und sein Mentor Vogel waren am 12. September 2013 19 Tage in Untersuchungshaft gesteckt worden. Gut dokumentiert ist, wie Bozzetti an jenem Tag eine Anwaltskanzlei an der Zürcher Bahnhofstrasse betreten hat, um mit YB-Manager Fredy Bickel zu reden. Der Spielervermittler wusste nicht, dass bei der Unterredung auch Strafverfolger mitlauschten. Das Besprechungszimmer war zuvor verwanzt worden. Ein Anwalt Bickels, der ebenfalls zugegen war, soll gemäss «Bund»-Informationen sogar ein Mikrofon in seinen Unterlagen versteckt haben – für den Fall, dass auf dem Flur weitergeredet würde. Die Abhör­aktion brachte die Resultate, welche sich die Ermittler erhofften. Sie verhafteten Bozzetti – und Vogel – kurz darauf.

Jetzt droht dem Geschäftsmann wegen versuchter Erpressung und versuchter Nötigung eine Haftstrafe von 30 Monaten. Für Vogel fordert die Staatsanwaltschaft wegen Gehilfenschaft zur Erpressung 14 Monate bedingt. Der 74-jährige langjährige GC- und FCZ-Manager muss also selbst bei einer Verurteilung nicht nochmals hinter Gitter.

Hingegen verlangt die Anklagebehörde, dass Bozzetti 10 der geforderten 30 Monate absitze – als Wiederholungstäter nach dem Bestechungsversuch der früheren Gattin aus wohlhabender Familie vom Vierwaldstättersee. Deren Vater steht – ohne eigenes Verschulden – am Anfang der ganzen Affäre, die nun schon über ein Jahrzehnt andauert und jetzt mit der Anklage eine dramatische Wendung nimmt. Im Jahr 2002 wollten der FC Zürich mit Manager Vogel den jungen Australier Ljubo Milicevic verpflichten, doch es fehlte dem Verein an Kapital. Bozzettis Schwiegervater war zur Stelle. Er ermöglichte den Transfer. Erich Vogel war dem Spielervermittler deswegen zu Dank verpflichtet – erneut.

Murat Yakin genötigt?

Bereits zu gemeinsamen GC-Zeiten hatte Bozzetti ihm geholfen, dass der junge Murat Yakin nicht zu einem Schnäppchenpreis in die Türkei wechselte. Der heutige Basel-Trainer konnte später für 5,5 Millionen Franken an den VfB Stuttgart verkauft werden. Nun soll Bozzetti Yakin genötigt haben. Mit dessen Familie hat er bis vor kurzem in Rheinfelden ein Badi-Restaurant betrieben.

«Wer mir hilft, den lasse ich nicht fallen», sagte Vogel, eben aus der U-Haft entlassen, im «Bund»-Interview. Als Bozzetti 2003 finanzielle Probleme gehabt habe, habe er ihm 60 000 Franken geborgt.

In jener Zeit kämpfte auch ein gemeinsamer Kollege aus GC-Zeiten mit Geldsorgen: Fredy Bickel bei den Young Boys. Sein Problem in Bern: YB spielte im Neufeld, das nur 9000 Besucher fasste, während im Wankdorf die Bulldozer vorfuhren und das Stade de Suisse entstand. Der Zuschauerschnitt lag nur halb so hoch wie sonst. Einnahmen fehlten. Sportlich lief es gut, wertvolle Spieler wie Chapuisat, Sermeter oder der junge Johan Vonlanthen wollten ihre Prämien pünktlich bezahlt haben.

Erneut tauchten Spielervermittler Bozzetti und sein Schwiegervater als Retter in der Not auf. Es wurden Schriftstücke aufgesetzt, die bis heute Gegenstand juristischer Kontroversen sind. Es existieren einige Zeilen, die den Innerschweizern ein «exklusives Vorkaufsrecht» auf alle YB-Spieler einräumen – und dies erst noch zu reduzierten Preisen. In einem anderen Vertrag gewährt Bozzettis Schwiegervater dem damaligen YB-Präsidenten Heinz Fischer ein Darlehen von 300'000 Franken.

Unvorteilhafte Verträge

Die für den Berner Verein unvorteilhaften Verträge wurden 2002 publik, kaum war die Tinte trocken. Aus YB-Sicht waren sie ein Skandal, denn der Verein gibt viel und bekommt wenig. ­Fischer und Bickel traten ab. Doch es ist zweifelhaft, ob die Verträge je rechtskräftig waren. Über Jahre wird trotzdem viel über die Sache geschrieben, insbesondere vom «Blick».

Das Boulevardblatt wärmt den Fall immer wieder auf, wenn Bickel eine neue Stelle antritt – zuletzt Anfang 2013, nachdem Bickel als Sportchef zu YB zurückgekehrt ist. Die erneuten Anschuldigungen wollen sich YB-Gönner Andy Rihs und Bickel nicht mehr gefallen lassen. Sie prozessieren gegen den «Blick». Die Sache ist vor dem Zürcher Handelsgericht hängig.

Bozzetti wäre nun ein idealer Zeuge – und er weiss das. Er verlangt von Bickel einen Job als Scout von YB. Die Ermittler hören Telefongespräche ab, in denen Hobbyjurist Vogel Bozzetti rät, dies zu verlangen. Der Spielvermittler fordert mehr: 131'000 Franken – zur Tilgung seiner Schulden bei Vogel und beim Ex-Schwiegervater. Für die Staatsanwaltschaft sind das Erpressungsversuche. Statt einer YB-Stelle und Geld gibt es nun einen Platz auf der Anklagebank.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ha ... y/26898608

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Samstag 5. April 2014, 09:50 
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Staatsanwaltschaft fordert 14 Monate bedingt

Erich Vogel muss nicht ins Gefängnis!

Die Staatsanwaltschaft klagt Erich Vogel (74) an. Der Manager soll Spielervermittler Peter Bozzetti geholfen haben, YB-Sportchef Fredy Bickel zu erpressen. Aber nur Bozzetti soll ins Gefängnis.

Eine Haftstrafe von 14 Monaten auf Bewährung fordert die Zürcher Staatsanwaltschaft für Erich Vogel wegen Gehilfenschaft zur Erpressung. Ins Gefängnis muss er selbst bei einer Verurteilung nicht nochmals.

Spielervermittler Peter Bozzetti wird als Haupttäter angeklagt, für ihn fordern die Strafverfolger 30 Monate Haft, davon zehn hinter Gittern. Dies berichtet der «Tagesanzeiger».

Für den Spielervermittler wie auch für Erich Vogel gilt die Unschuldsvermutung.

Bozzetti wird vorgeworfen, den heutigen YB-Sportchef Fredy Bickel erpresst zu haben. Für angeblich belastende Dokumente habe er von Bickel eine Anstellung bei YB und 131'000 Franken gefordert.

Er hat mit Vogel telefoniert und wurde dabei immer wieder abgehört. Auch Bozzettis Gespräche mit Fredy Bickel und dessen Anwalt wurden aufgenommen.

So berichtet der Tages-Anzeiger auch, dass das Besprechungszimmer der Bickel-Anwälte an der Zürcher Bahnhofstrasse verwanzt war. Die Zeitung schreibt weiter, dass der anwesende Anwalt Bickels ein Mikrofon in seinen Unterlagen versteckt hatte – falls auf dem Gang weitergeredet würde.

Bozzetti und Vogel haben vergangenen September 19 Tage in Untersuchungshaft gesessen.


http://www.blick.ch/sport/fussball/eric ... 76430.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Montag 7. April 2014, 08:03 
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Erpressungsfall – und Erich Vogel mittendrin

Dass der Fall um die Erpressung des YB-Sportchefs Fredy Bickel so viel Aufmerksamkeit erregt, liegt vor allem an Erich Vogel.

Hinter Gittern war er schon, 19 Tage sass er im letzten Herbst im Untersuchungsgefängnis, gleich beim Helvetiaplatz in Zürich. Und wenn er über diese Zeit spricht, wie er damals in der Zelle entspannt Bücher gelesen und Sprint- und Dehnübungen gemacht hat, als 74-Jähriger, dann staunt man, wie wenig ihm der kurze Arrest wegen Verdunkelungsgefahr ausgemacht hat; er habe schon Schlimmeres erlebt, sagt er – Erich Vogel, der umstrittenste Fussball-Manager der Schweiz, eigentlich schon lange pensioniert und ohne festen Job, aber immer noch mit viel Einfluss.

Am Wochenende hat Vogel die Geschichte vom Herbst wieder eingeholt. Der «Tages-Anzeiger» hat am Samstag bekanntgemacht, dass die Staatsanwaltschaft Zürich Anklage gegen ihn und den Spielervermittler Peter Bozzetti erhoben hat. Der Vorwurf: Die beiden sollen versucht haben, den YB-Sportchef Fredy Bickel zu erpressen. Für Vogel und Bozzetti gilt die Unschuldsvermutung. Die Rechtsvertreter der Beschuldigten bestreiten den Vorwurf. Erich Vogel sagt: «Der Staatsanwalt hat seine Ansicht, ich habe meine eigene. Das Gericht wird entscheiden.» Der Prozess am Bezirksgericht Zürich wird frühestens im Sommer stattfinden.

Es ist eine alte Geschichte, und je älter sie wird, je schwieriger wird es, sie zu rekonstruieren. Es geht um über zehn Jahre alte Dokumente, die Bickel belasten könnten. Er war Ende der neunziger Jahre schon einmal YB-Sportchef und soll damals zum Nachteil der Young Boys unlautere Verträge abgeschlossen haben. Ob die Papiere je Rechtsgültigkeit erlangten, ist umstritten. Mit diesen Dokumenten soll der Spielervermittler Bozzetti Bickel im vergangenen Herbst erpresst haben.

Der Erpressungsfall wird nun gerichtlich aufgearbeitet, doch etwas steht bereits fest: Erich Vogel wird nicht nochmals ins Gefängnis müssen. Das ist die gute Nachricht für ihn. Der Staatsanwalt verlangt «nur» eine bedingte Haftstrafe von 14 Monaten. Die schlechte Nachricht für Vogel ist: Er wird wegen Beihilfe zur Erpressung angeklagt. Seine nach der Untersuchungshaft geäusserte Version, er habe im Streit zwischen Bickel und Bozzetti nur vermitteln wollen, ist kaum mehr zu halten. Die «Sonntags-Zeitung» hat am Wochenende aus Protokollen von polizeilichen Telefonüberwachungen zitiert, wonach Vogel den Spielervermittler Bozzetti aufgefordert habe, mehr Geld aus Bickel herauszupressen, 200 000 statt 131 000 Franken. Für Bozzetti fordert der Staatsanwalt 30 Monate Haft, 10 davon soll er im Gefängnis absitzen müssen. Juristisch ist Bozzetti die Hauptfigur.

Aber dass der Fall in der Öffentlichkeit so viel Aufmerksamkeit erregt, liegt an Erich Vogel. Dass er in einen Kriminalfall mit verwanzten Büroräumen, versteckten Kameras und abgehörten Telefongesprächen verwickelt ist, passt zu seiner maliziösen Rolle, die er immer gerne gespielt hat. Es ist vielleicht sein letztes Drama, und alle können live dabei zusehen, wie er nun eventuell stürzt, nachdem man immer wieder vergeblich versucht hat, ihn zu Fall zu bringen. Das ist der Voyeurismus, der in diesem Fall mitschwingt, die Lust seiner vielen Feinde, Vogel vor Gericht zu sehen. Vogel hat sich gegen sein Image nie gewehrt, er hat immer damit kokettiert, auch ein Bösewicht zu sein. Vogel fasziniert und stösst ab, er ist kultiviert und manipulativ, ihn kennt man über den Fussball hinaus, zu ihm haben fast alle eine Meinung. Vogel ist derjenige, der dafür steht, dass das Fussballgeschäft keine Moral kennt. Er sagte einmal: «Ich bin unsensibel, stur, ich weiss alles besser, ich bin rücksichtslos, kann Leuten weh tun und habe keine Angst, mich von ihnen zu trennen.»

Damit ist Erich Vogel auch das Gegenstück zu Fredy Bickel, der sich schon immer ganz anders gab als Vogel, der vor vielen Jahren einmal sein Mentor war. Bickel sagte schon oft, er wolle ehrlich sein, gerade auch im Fussball, er habe Mühe damit zu lügen. Er ist der harmoniebedürftige Sportfunktionär, der von Vertrauen spricht, vom verantwortungsvollen Umgang mit Menschen. Ob sich Bickel immer an seine Werte erinnert, wenn er im Fussball Geschäfte macht, ist eine andere Frage. In der öffentlichen Wahrnehmung aber ist Bickel der sensible «good guy», Vogel der ruchlose «bad guy». Auch von diesem Gegensatz lebt diese Geschichte.


http://www.nzz.ch/aktuell/sport/fussbal ... 1.18278764

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Dienstag 8. April 2014, 10:59 
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Bickels Befreiung

Fredy Bickel blickt auf bewegte Zeiten zurück. Der YB-Sportchef ist erleichtert, weil nun endlich allen bewusst sei, wer in der Erpressungsgeschichte gegen ihn das Opfer sei – und wer die Täter.

Fredy Bickel liest seinen Namen – oder Geschichten und Gerüchte über YB – gerade besonders oft in den Zeitungen. Und in den letzten Tagen durfte er dabei endlich wieder schmunzeln. So war in der «Schweiz am Sonntag» zu lesen, es gebe Gerüchte, wonach er Thorsten Fink kontaktiert habe und den früheren Basel-Trainer als YB-Coach installieren wolle. Das sei «kompletter Unsinn», sagt Bickel, er schwöre auf das Augenlicht seiner zwei Töchter, dass er seit Finks Abgang bei Basel vor zweieinhalb Jahren nie mehr mit dem Deutschen gesprochen habe. Witzig fand Bickel am Montag auch die Schlagzeilen aus England, der 19-jährige YB-Stürmer Michael Frey werde von Liverpool, Juventus und Gladbach gejagt. «Wir wissen davon absolut nichts. Und für Frey ist es sicher am besten, wenn er noch ein wenig in der Schweiz bleibt.»

Die Genugtuung

Vor allem aber geniesst Bickel aktuell die Zeitungslektüre, weil «jetzt endlich alle wissen, wer das Opfer ist und wer die Täter sind», sagt der YB-Sportchef. «Und auch gewisse Medien, die gerne die Wahrheit verdrehen, können ihre Lügen nicht mehr verbreiten.» Bickel spricht nicht schneller oder lauter als sonst, das wäre nicht seine Art, aber man spürt, wie erleichtert er ist. Für ihn ist das alles eine Genugtuung, selbst wenn er betont, die Angelegenheit nicht emotional zu sehen.

Vor ein paar Tagen wurden die Anklagen der Zürcher Staatsanwaltschaft im Erpressungsfall von Peter Bozzetti, der von YB-Sportchef Fredy Bickel im letzten Sommer 131000 Franken gefordert hatte, bekannt. Für Bozzetti werden 30 Monate Haft wegen versuchter Erpressung und versuchter Nötigung gefordert, wovon er 10 absitzen müsste. Und für den früheren Sportmanager Erich Vogel werden wegen Gehilfenschaft zur Erpressung 14 Monate bedingt verlangt. Offenbar hatte Vogel den Spielerberater Bozzetti angestachelt, 200'000 Franken von Bickel zu verlangen. Bozzetti drohte damit, Dokumente dem «Blick» anzubieten.

Das Unverständnis

Fredy Bickel blickt auf unangenehme Zeiten zurück und auf Monate, in denen er sich öffentlich nicht wehren konnte, wie ihm die Anwälte rieten, weil es ein laufendes Verfahren betraf. «Den anderen dagegen wurde in der Boulevardzeitung eine Plattform gegeben, um Dinge zu erzählen, die nicht stimmen», sagt Bickel. «Das hat geschmerzt.» Es sei deshalb schön, habe die Staatsanwaltschaft den Fall genau untersucht. «Und jetzt darf ich ja auch was dazu sagen.» Ihn überrasche im Fussball nichts mehr, sagt der 48-Jährige, und gerade Vogel, den er seit Jahrzehnten kenne, sei halt eine spezielle Figur. «Ich denke, er wollte mich nicht unbedingt kaputtmachen», sagt Bickel. «Es ging ihm wohl um die 61'000 Franken, die ihm Bozzetti schuldete.» Er habe Vogel in den letzten Jahren kaum gesehen, vor dem Untersuchungsrichter habe er ihn gegrüsst. Aber Bozzetti, der auch seine Frau und den Basel-Trainer Murat Yakin erpressen wollte, sei für ihn für immer gestorben.

Groll oder sogar Hass jedoch hegt Bickel nicht, es ist eine erhebliche Portion «Unverständnis», die er für die Aktion von Bozzetti und Vogel mitbringt. Und es sei vor allem schwierig gewesen, weil er gemerkt habe, «wie der eine oder andere aus meinem Umfeld unruhig wurde». Er habe Misstrauen gespürt. Deshalb habe es ihn sehr gefreut, seien rund um den 2:1-Heimsieg von YB gegen Luzern am Sonntag viele Leute auf ihn zugekommen und hätten ihm gratuliert oder Mut zugesprochen. «Da ist endgültig eine riesige Belastung von meinen Schultern gefallen.»

Die Abneigung

Bickel ist ein harmoniebedürftiger Mensch, das sieht man auch daran, wie er ständig ehemaligen Wegbegleitern Posten anbietet. Vogel dagegen, einst auch Bickels Mentor, ist hart, direkt, der Sportchef-Pate kokettiert ja gerne damit, böse und auf niemanden angewiesen zu sein. Vogel besitzt gerade in Zürich zahlreiche Feinde, die seinen tiefen Fall jetzt mit Wohlwollen verfolgen.

Die grössten Feinde Bickels arbeiten beim «Blick». Seit über einem Jahrzehnt wird der Zürcher vom Boulevardblatt attackiert wegen jener umstrittenen Verträge, die er um die Jahrtausendwende in seiner ersten YB-Amtszeit unterschrieben hatte. Dafür war Bickel damals auch in dieser Zeitung scharf kritisiert worden – aber er wurde juristisch freigesprochen, was den «Blick» nicht davon abhält, Bickel immer wieder anzugreifen. «Die haben gedacht, sie können mich abschiessen. Aber so einfach geht das eben nicht.» YB-Investor Andy Rihs hat gegen die Zeitung sowie deren Verlag Ringier eine vor dem Zürcher Handelsgericht hängige Klage eingereicht. Der schwerreiche Rihs besitzt genug Geduld und vor allem Geld, um den Kampf gegen den «Blick» durchzuziehen. «Bis zum Ende», sagt Bickel.

Für ihn sind die schlimmsten Zeiten wohl vorbei. Er habe in den letzten Monaten Schlafprobleme gehabt, sagt Bickel noch, aber das hänge auch mit den Leistungen von YB zusammen. Alles könne man wirklich nicht den «Blick»-Leuten oder seinen Erpressern in die Schuhe schieben.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/14114667

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Dienstag 8. April 2014, 11:01 
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«Ich will nicht mehr damit konfrontiert werden»

In einem Interview mit der Sportinformation hat sich Fredy Bickel zum Erpressungsfall geäussert, der ihn während Monaten beschäftigte. Nun liegen juristische Fakten vor.

Von der tatsächlichen Dimension des Falls sei er überrascht worden. Er habe gespürt, in welche Richtung sich alles entwickeln könnte. «Der Hammerschlag kam aber erst im Januar, nachdem ich die Akten der Protokolle der von der Polizei abgehörten Telefonate zwischen Erich Vogel und dem Spielervermittler B. gelesen hatte.»

In jenem Moment habe er festgestellt, «wie man mir wirklich vorsätzlich zu schaden versuchte». Gemäss Recherchen der «Sonntags-Zeitung» soll Vogel Peter B. angestiftet haben, von Bickel für ein angeblich belastendes Dokument 200'000 Franken zu fordern. Gegen die beiden mutmasslichen Täter hat die Staatsanwaltschaft Zürich Anklage erhoben.

«Wir wissen heute, dass mir dieser Brief aus dem Büro gestohlen wurde und ich ihn gar nie abgeschickt hatte», stellt Bickel im Gespräch mit der Sportinformation erneut klar. Der Untersuchungsrichter habe Klarheit geschaffen. «Ballast fällt ab. Ich will nicht mehr weiter mit dieser Angelegenheit konfrontiert werden.» Vogels Rolle in dieser höchst diffusen Angelegenheit löst bei ihm grosses Unverständnis aus: «Wieso macht er das? Ich begreife es noch immer nicht.»

Man habe seine Karriere beeinträchtigen wollen, so Bickel auf Anfrage. Er wirft dem «Blick» vor, die Lawine im vorletzten Januar mit einer mehrteiligen Kampagne losgetreten zu haben.


http://www.20min.ch/sport/fussball/story/18076345

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 9. April 2014, 08:38 
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Bickels Befreiung

Fredy Bickel blickt auf bewegte Zeiten zurück. Der YB-Sportchef ist erleichtert, weil nun endlich allen bewusst sei, wer in der Erpressungsgeschichte gegen ihn das Opfer sei – und wer die Täter.

Fredy Bickel liest seinen Namen – oder Geschichten und Gerüchte über YB – gerade besonders oft in den Zeitungen. Und in den letzten Tagen durfte er dabei endlich wieder schmunzeln. So war in der «Schweiz am Sonntag» zu lesen, es gebe Gerüchte, wonach er Thorsten Fink kontaktiert habe und den früheren Basel-Trainer als YB-Coach installieren wolle. Das sei «kompletter Unsinn», sagt Bickel, er schwöre auf das Augenlicht seiner zwei Töchter, dass er seit Finks Abgang bei Basel vor zweieinhalb Jahren nie mehr mit dem Deutschen gesprochen habe. Witzig fand Bickel am Montag auch die Schlagzeilen aus England, der 19-jährige YB-Stürmer Michael Frey werde von Liverpool, Juventus und Gladbach gejagt. «Wir wissen davon absolut nichts. Und für Frey ist es sicher am besten, wenn er noch ein wenig in der Schweiz bleibt.»

Die Genugtuung

Vor allem aber geniesst Bickel aktuell die Zeitungslektüre, weil «jetzt endlich alle wissen, wer das Opfer ist und wer die Täter sind», sagt der YB-Sportchef. «Und auch gewisse Medien, die gerne die Wahrheit verdrehen, können ihre Lügen nicht mehr verbreiten.» Bickel spricht nicht schneller oder lauter als sonst, das wäre nicht seine Art, aber man spürt, wie erleichtert er ist. Für ihn ist das alles eine Genugtuung, selbst wenn er betont, die Angelegenheit nicht emotional zu sehen.

Vor ein paar Tagen wurden die Anklagen der Zürcher Staatsanwaltschaft im Erpressungsfall von Peter Bozzetti, der von YB-Sportchef Fredy Bickel im letzten Sommer 131000 Franken gefordert hatte, bekannt. Für Bozzetti werden 30 Monate Haft wegen versuchter Erpressung und versuchter Nötigung gefordert, wovon er 10 absitzen müsste. Und für den früheren Sportmanager Erich Vogel werden wegen Gehilfenschaft zur Erpressung 14 Monate bedingt verlangt. Offenbar hatte Vogel den Spielerberater Bozzetti angestachelt, 200'000 Franken von Bickel zu verlangen. Bozzetti drohte damit, Dokumente dem «Blick» anzubieten.

Das Unverständnis

Fredy Bickel blickt auf unangenehme Zeiten zurück und auf Monate, in denen er sich öffentlich nicht wehren konnte, wie ihm die Anwälte rieten, weil es ein laufendes Verfahren betraf. «Den anderen dagegen wurde in der Boulevardzeitung eine Plattform gegeben, um Dinge zu erzählen, die nicht stimmen», sagt Bickel. «Das hat geschmerzt.» Es sei deshalb schön, habe die Staatsanwaltschaft den Fall genau untersucht. «Und jetzt darf ich ja auch was dazu sagen.» Ihn überrasche im Fussball nichts mehr, sagt der 48-Jährige, und gerade Vogel, den er seit Jahrzehnten kenne, sei halt eine spezielle Figur. «Ich denke, er wollte mich nicht unbedingt kaputtmachen», sagt Bickel. «Es ging ihm wohl um die 61'000 Franken, die ihm Bozzetti schuldete.» Er habe Vogel in den letzten Jahren kaum gesehen, vor dem Untersuchungsrichter habe er ihn gegrüsst. Aber Bozzetti, der auch seine Frau und den Basel-Trainer Murat Yakin erpressen wollte, sei für ihn für immer gestorben.

Groll oder sogar Hass jedoch hegt Bickel nicht, es ist eine erhebliche Portion «Unverständnis», die er für die Aktion von Bozzetti und Vogel mitbringt. Und es sei vor allem schwierig gewesen, weil er gemerkt habe, «wie der eine oder andere aus meinem Umfeld unruhig wurde». Er habe Misstrauen gespürt. Deshalb habe es ihn sehr gefreut, seien rund um den 2:1-Heimsieg von YB gegen Luzern am Sonntag viele Leute auf ihn zugekommen und hätten ihm gratuliert oder Mut zugesprochen. «Da ist endgültig eine riesige Belastung von meinen Schultern gefallen.»

Die Abneigung

Bickel ist ein harmoniebedürftiger Mensch, das sieht man auch daran, wie er ständig ehemaligen Wegbegleitern Posten anbietet. Vogel dagegen, einst auch Bickels Mentor, ist hart, direkt, der Sportchef-Pate kokettiert ja gerne damit, böse und auf niemanden angewiesen zu sein. Vogel besitzt gerade in Zürich zahlreiche Feinde, die seinen tiefen Fall jetzt mit Wohlwollen verfolgen.

Die grössten Feinde Bickels arbeiten beim «Blick». Seit über einem Jahrzehnt wird der Zürcher vom Boulevardblatt attackiert wegen jener umstrittenen Verträge, die er um die Jahrtausendwende in seiner ersten YB-Amtszeit unterschrieben hatte. Dafür war Bickel damals auch in dieser Zeitung scharf kritisiert worden – aber er wurde juristisch freigesprochen, was den «Blick» nicht davon abhält, Bickel immer wieder anzugreifen. «Die haben gedacht, sie können mich abschiessen. Aber so einfach geht das eben nicht.» YB-Investor Andy Rihs hat gegen die Zeitung sowie deren Verlag Ringier eine vor dem Zürcher Handelsgericht hängige Klage eingereicht. Der schwerreiche Rihs besitzt genug Geduld und vor allem Geld, um den Kampf gegen den «Blick» durchzuziehen. «Bis zum Ende», sagt Bickel.

Für ihn sind die schlimmsten Zeiten wohl vorbei. Er habe in den letzten Monaten Schlafprobleme gehabt, sagt Bickel noch, aber das hänge auch mit den Leistungen von YB zusammen. Alles könne man wirklich nicht den «Blick»-Leuten oder seinen Erpressern in die Schuhe schieben.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/14114667

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 20. November 2014, 10:47 
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Eine Legende auf der Anklagebank

Fussballmanager Erich Vogel und ein befreundeter Spielervermittler sollen versucht haben, YB-Sportchef Fredy Bickel zu erpressen. Heute stehen die beiden vor Gericht.

Polizisten installieren in einer Anwaltskanzlei versteckte Kameras und Mikrofone. Der «Blick» jagt Informationen, die in einem Safe liegen. Und ein glückloser Geschäftsmann will zurück in sein Business, um jeden Preis.

Wer bei diesem Drehbuch an eine ­Milieugeschichte denkt, liegt falsch. Der Erpressungsfall, der heute am Bezirks­gericht Zürich verhandelt wird, dreht sich um Fussball. Die Protagonisten sind aus zahllosen Spielfeldrand-Interviews bekannt. Auf der einen Seite steht Alfred «Fredy» Bickel, Sportchef bei YB. Auf der anderen Seite Erich Vogel, legendärer Fussballmanager. Der 75-Jährige dribbelt sich nach wie vor durchs Geschäft.

Auf Vogels Seite spielt ein Zögling ­namens Peter Bozzetti die zweite Hauptrolle. Der Staatsanwalt wirft dem Spielervermittler vor, er habe versucht, Bickel um 131'000 Franken zu erpressen. Erich Vogel soll als Gehilfe mitgewirkt haben. Beantragt sind für Bozzetti 30  Monate Freiheitsstrafe, wovon er 10 Monate absitzen soll. Vogel soll 14 Monate bedingt bekommen.

Zwölf Jahre Streit

Die Wurzeln des Falls reichen weit ­zurück. 2002 stecken die Berner Young Boys in Schwierigkeiten. Fredy Bickel, damals ein erstes Mal Sportchef des Vereins, sucht Geld – und hofft, es beim Schwiegervater von Peter Bozzetti zu finden. Im Gegenzug würden Bickel und der damalige YB-Präsident Bozzetti ein «Vorkaufsrecht» auf alle YB-Spieler einräumen. Der Spielervermittler könnte dadurch jeden Sportler, der den Club verlässt, zu einem 20 Prozent tieferen Preis übernehmen. Der für YB unvorteilhafte Deal wird publik, Bickel muss den Verein verlassen. Ein Strafverfahren ­gegen ihn wird aber eingestellt.

Der «Blick» wärmt die Affäre später mehrmals auf. Als die Geschichte 2013 einmal mehr hochkocht, verklagen ­Bickel (der Sportchef ist inzwischen zum Berner Club zurückgekehrt) und YB-Investor Andy Rihs das «Blick»-Haus Ringier. Laut Bickel war das Vorkaufsrecht zwar unterschrieben, trat aber nie in Kraft. Bozzetti habe das Dokument aus seinem Büro entwendet.

Während der Konflikt vor sich hin schwelt, bewahrt Erich Vogel ein Couvert in seinem Tresor auf, das die umstrittenen Dokumente enthält. Bozzetti hatte es ihm übergeben. Der Spielervermittler steht unter Druck, Schulden ­belasten ihn, 61'000 Franken bei Vogel, 70'000 Franken bei seinem Schwiegervater. Im Spätsommer 2013 beschliesst er, wieder ins Fussballgeschäft einzusteigen. Ein Entscheid mit Folgen:

► 30. August Bozzetti ruft Bickel an und verlangt ein Treffen. Der «Blick» wolle brisante Dokumente haben, über die er verfüge. Diese würden den Sportchef «schwer belasten».

► 3. September Bickel und sein Anwalt Daniel Glasl empfangen Bozzetti in Glasls Kanzlei an der Bahnhofstrasse. Der Spielervermittler sagt, er sei im ­Besitz von «heissen Dokumenten», mit welchen der «Blick» Bickel «fertig­machen» wolle. Er, Bozzetti, wolle die Dokumente aber lieber Bickel geben. Noch seien sie in Erich Vogels Tresor.

► 9. September Anwalt Glasl telefoniert mit Vogel. Der sagt, die Dokumente seien «hochexplosive Ware», die Bickels Karrierenende im Fussballgeschäft bedeuten könnten, sollten sie an den «Blick» gelangen. Dies zu verhindern, müsse Bickel «schon etwas wert sein».

► 10. September Bozzetti und Bickel treffen sich. Der Vermittler sagt, Erich Vogel und sein Schwiegervater würden ihm bei der Rückkehr ins Geschäft helfen, wenn er seine Schulden begleiche. Bozzetti macht klar, dass er Bickel nochmals treffen will, um Couvert gegen Couvert zu tauschen – wobei in Bickels Umschlag 131'000 Franken stecken sollen.

► 11. September Vogel sagt Bozzetti am Telefon, er solle mehr fordern.

► 12. September Vogel instruiert Bozzetti nochmals – 200'000 Franken sollen es sein, 131'000 bar, 69'000 als Zusage für künftige Honorare. Später trifft sich Bozzetti mit Bickel und Glasl zum zweiten Mal in der Kanzlei. Er hat die Papiere dabei und fordert die 131'000 Franken.

19 Tage Haft

Weder Bozzetti noch Vogel ahnen, dass Bickels Anwalt die Polizei eingeschaltet hat. Die Beamten schneiden die Telefonate der beiden mit. Und: Sie nehmen das zweite Treffen in Glasls Kanzlei mit versteckten Kameras und ­Mikrofonen auf. Bickel lehnt die Übergabe der 131'000 Franken ab. Bozzetti verlässt die Kanzlei – und wird verhaftet. Gleichentags wird die Polizei auch bei Erich ­Vogel aktiv. Der Staatsanwalt nimmt auch ihn in Haft, sie wird 19 Tage dauern.

Gemäss ihren Verteidigern weisen Bozzetti und Vogel die Anklage zurück und fordern Freispruch. Sie stellen auch Beweise infrage. Bickels Anwalt Glasl ist inzwischen selbst angeklagt, zusammen mit einem Kollegen aus seiner Kanzlei; Erich Vogel hat sie angezeigt. Laut Anklage hatte Glasl den Lautsprecher seines Telefons eingeschaltet, als er 2013 mit Vogel sprach. Sein Kollege machte sich Notizen und schickte diese dem Staatsanwalt. Glasl hatte Vogel nichts von der Anwesenheit des Kollegen gesagt. Darin sieht die Gegenseite ein strafbares Abhören fremder Gespräche.

Damit schliesst sich ein Kreis. Zwölf Jahre nach Beginn der Affäre streiten die beiden Seiten wieder um die Bedeutung brisanter Dokumente. Mit einem Unterschied: Heute entscheidet der Richter.


http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussb ... y/11432923

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Samstag 22. November 2014, 12:50 
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«Erpressungsfall Fredy Bickel»

Das Plädoyer auf der Gerichtsbühne

er frühere Fussballmanager Erich Vogel ist im Fussball-Krimi um den YB-Sportchef Fredy Bickel angeklagt. Wie sich der 75-Jährige verteidigt, hat Aufsehen erregt.

Er hat Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, und in diesem Moment ist der Gerichtssaal seine Privatbühne. Wer Erich Vogel kennt, kann sich vorstellen: Er hat diesen Auftritt am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Zürich geliebt – diese ungeteilte Aufmerksamkeit, wie er die eigene Polterstimme hört, wie sie furchtlos klingt, überhaupt nicht eingeschüchtert; und wie er sich erlaubt, im Plädoyer Worte wie «Gopfertami» zu sagen, im Slang, den er auf der Langstrasse gelernt hat. Dort in der Nähe ist er als Metzgerssohn aufgewachsen.

75 Jahre alt ist Vogel, er ist der berühmteste Schweizer Fussballmanager, lange war er bei GC, aber auch in Basel oder beim FCZ. Nun ist er pensioniert, aber immer noch umstritten. Vogel hat viel erlebt, doch einen solchen Auftritt wie in dieser Woche in diesem Fussball-Krimi hatte er nie.
Staatsanwalt im Kreuzverhör

Vogel ist in diesem Prozess der Angeklagte, es wird ihm Beihilfe zur Erpressung des YB-Sportchefs Fredy Bickel vorgeworfen. Aber Vogel verhält sich nicht wie ein Beschuldigter, das ist eine Rolle, die ihm fremd ist. In seiner Welt hat er immer recht. Er hält eine halbstündige Verteidigungsrede und wehrt sich gegen die 14 Monate bedingt, die der Staatsanwalt fordert. Vogel nimmt ihn ins Kreuzverhör, schlägt auf den Tisch und macht theatralische Kunstpausen, um die Stille im Saal wirken zu lassen, als ob er sein Leben lang nichts anderes getan hätte. Auch erfahrene Gerichtsberichterstatter können sich nicht erinnern, in einem Zürcher Prozess je einen Angeklagten so sprechen gehört zu haben. Vogel habe es genossen, sagen Freunde von ihm. Es ist wohl die Sucht nach Aufmerksamkeit, gegen die er auch mit 75 nicht ankommt.

Vogel redet vor Gericht, wie wenn er Interviews gibt, oft faszinierend, mit manipulativer Kraft. «Begreifen Sie», sagt er auch in Privatgesprächen oft, meistens mehrmals nacheinander und immer sehr eindringlich. Und immer wieder hat er Erfolg damit und überzeugt. Ein kultivierter Menschenfänger sei er, hat man ihm schon vorgeworfen. Einige Prozessbeobachter waren fasziniert von seiner Aufführung.

Und alle seine vielen Feinde, die gedacht hatten, sie könnten nun live zusehen, wie Vogel bei seinem vielleicht letzten Drama einbricht und stürzt, müssen enttäuscht sein, mit wie viel Kampflust er vor Gericht steht. So wie bei seinem 19-tägigen Gefängnisaufenthalt im letzten Herbst wegen Verdunkelungsgefahr in der gleichen Angelegenheit. Nie war Vogel vorher in Gewahrsam gewesen, aber die Erfahrung lähmte ihn nicht, er stand wie immer um vier, spätestens um fünf Uhr morgens auf, machte Sprint- und Dehnübungen in seiner Zelle, las Bücher und arbeite an Zukunftsplänen. Es ist dieses Bild, das er gerne von sich vermittelt: das des energiegeladenen Mannes, der immer noch Ziele, in seinem Alter aber immer weniger Zeit hat. Dem es nie in den Sinn kommen würde, nur noch Golf zu spielen oder Rosen zu züchten. Nach Costa Rica möchte er bald einmal reisen, «diesem faszinierenden Land ohne Armee», oder nach Vietnam, für das er als Student in Paris in den sechziger Jahren Sympathien hatte. Bloss: Vogel hat nie Zeit, um in die Ferien zu reisen. Er will nicht loslassen, und eine Schwächephase vor rund fünf Jahren hat er überwunden. Damals hatte er plötzlich Mühe mit dem Gedächtnis, brachte Namen und Chronologien durcheinander und vor allem: Sein Instinkt war eingeschlafen. Es war die Zeit, als Vogel letztmals operativ tätig war. Er arbeitete damals als Vizepräsident für die Grasshoppers und dachte, als gewähltem Vorstandsmitglied könne ihm nichts geschehen. Bald darauf setzte man ihn ab. Seither hat er kein Amt mehr, nur noch Einfluss als Überexperte. In fast allen Klubs hat er Vertraute, die funktionieren wie ein privater Spionagedienst, der ihm alles zuträgt, was er wissen muss, um weiter eine Machtfigur des Schweizer Fussballs zu bleiben.
46 Lügen

«Dreist» hat der Staatsanwalt Vogels Verhalten im «Fall Bickel» genannt; er hat schon Schlimmeres über sich lesen oder hören müssen, und er hat auch schon Entlarvendes über sich selber erzählt. Zum Beispiel als er in einem Interview über das Fussballgeschäft sagte: «Halbwahrheiten, Notlügen, Schummeleien bis zur Lüge – das liegt durchaus drin. Es gibt eine englische Studie, gemäss der man pro Tag 45-mal lügt.» Bei ihm seien es vielleicht 46 Lügen. In einem anderen Gespräch sagte er: «Wenn du glaubst, im Fussballgeschäft sei Ehrlichkeit das oberste ethische Gebot, dann fliegst du auf die Nase.»

Im Gerichtssaal fand er eine andere Formulierung. Vogel zitierte den Schriftsteller Martin Walser: «Es gibt keine Wahrheit. Es gibt nur Versionen.» Nächste Woche weiss man, ob Vogels Version der Wahrheit auch die des Richters ist.


http://www.nzz.ch/sport/fussball/das-pl ... 1.18429860

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Freitag 28. November 2014, 15:00 
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Erich Vogel schuldig gesprochen

Das Zürcher Bezirksgericht fällte heute Morgen das Urteil gegen den ehemaligen Vizepräsidenten und Sportchef der Grasshoppers. Es ging um Erpressung von YB-Sportchef Fredy Bickel.

Fussballmanager Erich Vogel und ein befreundeter Spielervermittler sollen versucht haben, YB-Sportchef Fredy Bickel zu erpressen. Heute standen die beiden vor Gericht.

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte Vogel wegen Gehilfenschaft zu versuchter Erpressung zu einer bedingen Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 150 Franken. Vogel nahm den Schuldspruch ohne Regung entgegen.

Der Spielervermittler Peter Bozzetti wurde wegen versuchter Erpressung und versuchter Nötigung schuldig gesprochen. Gegen den einschlägig vorbestraften Bozzetti verhängte das Gericht eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten. 6 Monate davon soll er absitzen müssen.

Das Gericht folgte bei der den Tatbeständen der Staatsanwaltschaft, blieb beim Strafmass aber unter den Anträgen der Anklage. Diese hatte für Bozzetti eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten, für Vogel eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monate bedingt verlangt.

Schmerzensgeld für Bickel

YB-Sportchef Bickel hat inzwischen auf das Urteil reagiert: Die Verurteilung der beiden Beschuldigten bestätige, dass er damals richtig und korrekt gehandelt habe, so Bickel. «Ich bin sehr froh über die ausdrückliche Bestätigung des Richters, meine Aussagen in dem Verfahren seien ‹konstant und ohne Widersprüche› gewesen», wird Bickel in einer Mitteilung von YB zitiert. Für ihn sei diese unerfreuliche Angelegenheit damit abgeschlossen.

Die beiden Verurteilten wurden verpflichtet, Bickel ein Schmerzensgeld von 1500 Franken zu bezahlen. Zudem müssen sie eine Prozessentschädigung von 16'200 Franken übernehmen.

Zwölf Jahre Streit

Die Wurzeln des Falls reichen weit ­zurück. 2002 stecken die Berner Young Boys in Schwierigkeiten. Fredy Bickel, damals ein erstes Mal Sportchef des Vereins, sucht Geld – und hofft, es beim Schwiegervater von Peter Bozzetti zu finden. Im Gegenzug würden Bickel und der damalige YB-Präsident Bozzetti ein «Vorkaufsrecht» auf alle YB-Spieler einräumen. Der Spielervermittler könnte dadurch jeden Sportler, der den Club verlässt, zu einem 20 Prozent tieferen Preis übernehmen. Der für YB unvorteilhafte Deal wird publik, Bickel muss den Verein verlassen. Ein Strafverfahren ­gegen ihn wird aber eingestellt.

Der «Blick» wärmt die Affäre später mehrmals auf. Als die Geschichte 2013 einmal mehr hochkocht, verklagen ­Bickel (der Sportchef ist inzwischen zum Berner Club zurückgekehrt) und YB-Investor Andy Rihs das «Blick»-Haus Ringier. Laut Bickel war das Vorkaufsrecht zwar unterschrieben, trat aber nie in Kraft. Bozzetti habe das Dokument aus seinem Büro entwendet.

Während der Konflikt vor sich hin schwelt, bewahrt Erich Vogel ein Couvert in seinem Tresor auf, das die umstrittenen Dokumente enthält. Bozzetti hatte es ihm übergeben. Der Spielervermittler steht unter Druck, Schulden ­belasten ihn, 61'000 Franken bei Vogel, 70'000 Franken bei seinem Schwiegervater. Im Spätsommer 2013 beschliesst er, wieder ins Fussballgeschäft einzusteigen. Ein Entscheid mit Folgen:

► 30. August Bozzetti ruft Bickel an und verlangt ein Treffen. Der «Blick» wolle brisante Dokumente haben, über die er verfüge. Diese würden den Sportchef «schwer belasten».

► 3. September Bickel und sein Anwalt Daniel Glasl empfangen Bozzetti in Glasls Kanzlei an der Bahnhofstrasse. Der Spielervermittler sagt, er sei im ­Besitz von «heissen Dokumenten», mit welchen der «Blick» Bickel «fertig­machen» wolle. Er, Bozzetti, wolle die Dokumente aber lieber Bickel geben. Noch seien sie in Erich Vogels Tresor.

► 9. September Anwalt Glasl telefoniert mit Vogel. Der sagt, die Dokumente seien «hochexplosive Ware», die Bickels Karrierenende im Fussballgeschäft bedeuten könnten, sollten sie an den «Blick» gelangen. Dies zu verhindern, müsse Bickel «schon etwas wert sein».

► 10. September Bozzetti und Bickel treffen sich. Der Vermittler sagt, Erich Vogel und sein Schwiegervater würden ihm bei der Rückkehr ins Geschäft helfen, wenn er seine Schulden begleiche. Bozzetti macht klar, dass er Bickel nochmals treffen will, um Couvert gegen Couvert zu tauschen – wobei in Bickels Umschlag 131'000 Franken stecken sollen.

► 11. September Vogel sagt Bozzetti am Telefon, er solle mehr fordern.

► 12. September Vogel instruiert Bozzetti nochmals – 200'000 Franken sollen es sein, 131'000 bar, 69'000 als Zusage für künftige Honorare. Später trifft sich Bozzetti mit Bickel und Glasl zum zweiten Mal in der Kanzlei. Er hat die Papiere dabei und fordert die 131'000 Franken.

19 Tage Haft

Weder Bozzetti noch Vogel ahnen, dass Bickels Anwalt die Polizei eingeschaltet hat. Die Beamten schneiden die Telefonate der beiden mit. Und: Sie nehmen das zweite Treffen in Glasls Kanzlei mit versteckten Kameras und ­Mikrofonen auf. Bickel lehnt die Übergabe der 131'000 Franken ab. Bozzetti verlässt die Kanzlei – und wird verhaftet. Gleichentags wird die Polizei auch bei Erich ­Vogel aktiv. Der Staatsanwalt nimmt auch ihn in Haft, sie wird 19 Tage dauern.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/23555837

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Freitag 28. November 2014, 15:04 
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Urteil im Fall Bozzetti

Hilfe bei Erpressung – Gericht verurteilt Vogel zu Geldstrafe

Saal 134 im Bezirksgericht Zürich. Um zehn Uhr spricht Richter Alain Kessler das Urteil. GC-Legende Erich Vogel und Spielervermittler Peter Bozzetti werden der Erpressung von YB-Sportchef Fredy Bickel schuldig gesprochen.

Ex-GC-Manager Erich Vogel wird wegen Gehilfenschaft zur Erpressung und versuchter Nötigung zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 150 Franken sowie einer Genugtuungszahlung von 1500 Franken an YB-Sportchef Fredy Bickel verurteilt.

Spielervermittler Peter Bozzetti kassiert wegen versuchter Erpressung und versuchter Nötigung eine Strafe von sechs Monaten Gefängnis unbedingt und zusätzliche zehn Monaten bedingt.

Staatsanwalt Michael Scherrer hatte 30 Monate für Bozzetti gefordert, 20 auf Bewährung und 10 im Gefängnis. Für Vogel hatte er 14 Monate bedingt wegen Beihilfe gefordert.

Vogel sagt zum Urteil: «Das Gericht hat gut gearbeitet. Dennoch bin ich nicht ganz zufrieden und werde Berufung einlegen.»

Richter Kessler taxiert Vogels Verschulden als leicht, weil er Bozzetti nur in geringem Masse beraten habe. Schwerer wiegt dagegen das Fehlverhalten von Bozzetti.
Der Fall im Überblick

Vogel und Bozzetti sassen im letzten Jahr 20 Tage in U-Haft. Grund: Bozzetti war auf Bickel zugegangen, hatte diesem erklärt, heisse Dokumente zu besitzen, die Bickels Karriere beenden könnten.

Bozzetti behauptet, dass Bickel ihm daraufhin 131 000 Franken angeboten habe. Die Bickel-Seite bestreitet das.

Nach abgehörten Telefonaten und einem Treffen bei Bickels Anwalt wurde Bozzetti festgenommen, als er «Couvert gegen Couvert tauschen wollte». Kurz danach auch Vogel, der mehrfach mit Bozzetti telefoniert hatte.

In ihren Plädoyers hatten sowohl Bozzetti wie Vogel einen Freispruch gefordert. Und Vogel in einem emotionalen Schlusswort alle möglichen Angriffe gefahren.

Er sprach...

... über Bestechung: «Ich habe zwei Erpressungsversuche über mich ergehen lassen müssen. Einmal rief mich ein Spieler an, ;;‹50 000 Franken bis morgen oder sonst gehe ich zur Zeitung BLICK›. Ein anderes Mal rief ein Ex-Schiri an, sagte: ‹100 000 Franken und der Schiri pfeift für GC›. Ich habe nie bezahlt.»

... über den Vorwurf, er sei heiss auf Geld: «In den 20 Tagen, als wir im Gefängnis waren, hat Bickel Milan Vilotic von GC kontaktiert. Überzeugte ihn, zu YB zu gehen. YB musste knapp 4 Millionen Franken überweisen. Plus steckte der Spieleragent von Vilotic eine Million Franken in den Sack. Bozzetti hat einen Spieler, der besser war zu jener Zeit. Wie soll ich auf Geld aus sein, wenn ich die Zahlen kenne, die im Fussball-Geschäft möglich sind?»

... zum Staatsanwalt: «Herr Staatsanwalt, wir beide sind Bickels Anwalt Daniel Glasl auf den Leim gekrochen. Sie, der Sie die Karriere noch vor sich haben, werden das wohl nicht zugeben. Ich kann es mit 75 Jahren zugeben. Ich dummdreister Mensch helfe Glasl. Ich dummdreister Mensch warne ihn. Ich dummdreister Mensch sage ihm, wie er Bickel beschützen muss. ‹Erich, du bist ein schöner Idiot›, sagte ich mir.»
Die Schuldsprüche im Überblick

Peter Bozzetti: schuldig
Verurteilt wegen versuchter Erpressung und versuchter Nötigung
Strafe: 6 Monate unbedingt, 10 Monate bedingt.

Erich Vogel: schuldig
Verurteilt wegen Gehilfenschaft zu Erpressung
Strafe: Bedingte Geldstrafe, 90 Tagessätze zu 150 Franken
Genugtuung an Fredy Bickel: 1500 Franken.


http://www.blick.ch/sport/fussball/urte ... 10752.html

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