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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2013/2014
 Beitrag Verfasst: Dienstag 9. Juli 2013, 17:13 
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Medienkonferenz mit Infos vor dem Saisonstart

An der Vorsaison-Medienkonferenz am Dienstag Nachmittag gaben YB-Präsident Werner Müller, Sportchef Fredy Bickel und Trainer Uli Forte Auskünfte zur bevorstehenden Saison.

Mit Steve von Bergen, Milan Gajic, Renato Steffen und Yuya Kubo stehen weitere neue Namen auf der YB-Kaderliste. Steve von Bergen (30) war als Abwehrchef der Wunschkandidat. Der aktuelle Schweizer Nationalspieler wechselt von Palermo zu YB. Er unterschrieb einen Fünfjahresvertrag. Mittelfeldspieler Milan Gajic (26) kommt vom FC Zürich zu den Young Boys. Er unterschrieb für drei Jahre. Gajic ist derzeit noch am Oberschenkel verletzt. Er dürfte im Verlauf des Augusts eingesetzt werden können. Ebenfalls einen Vertrag für drei Saisons unterzeichnete Offensivspieler Renato Steffen. Der 21-Jährige gilt als einer der Aufsteiger der abgelaufenen Super-League-Saison und machte mit seiner unbekümmerten Spielweise beim FC Thun auf sich aufmerksam. Ein weiteres neues Gesicht bei YB ist Yuya Kubo (19). Der japanische Stürmer spielte zuletzt in seiner Heimat bei Kyoto Sanga.

Aus dem YB-Nachwuchs stossen Stürmer Haris Tabakovic und Torhüter David von Ballmoos neu zur ersten Mannschaft. Tabakovic kam in der letzten Saison bereits zu einigen Einsätzen im Fanionteam.

Als möglicher weiterer Zuzug wird aus der nordamerikanischen Major League Soccer Linksverteidiger Alain Rochat bei YB zu Vertragsverhandlungen erwartet.

Mario Raimondi hat seine Spielerkarriere beendet. Der 33-Jährige bleibt dem Klub in neuer Funktion erhalten: Der Oberdiessbacher wird Assistenztrainer des U21-Chefcoachs Joël Magnin und zudem die U13-Mannschaft betreuen.

Den BSC Young Boys verlassen haben:
Alain Nef (Zürich), Ivan Benito (offen), Alexander Farnerud (Torino).

Auf Leihbasis bei anderen Clubs spielen:
Alexander Gonzalez (Aarau), Josef Martinez (Thun), Matias Vitkieviez (St. Gallen), Matteo Tosetti (Lugano), Jan Lecjaks (Valerenga Oslo).

Zum Kader der zweiten Mannschaft gehören: Leonardo Bertone, Michael Silberbauer, Samir Naili.

Joker Personal AG und Ochsner Sport verlängern ihre Engagements

Die Firma Joker Personal AG verlängert Ihr Engagement beim BSC Young Boys als Premium Sponsor und als Sponsor der YB Old Stars jeweils um weitere zwei Jahre bis Ende Saison 2014/15. Zudem engagiert sich die Joker Personal AG neu auch als Co-Sponsor des YB Kids Clubs.

Ebenfalls um zwei Jahre verlängert wurde der Vertrag mit Teampartner Ochsner Sport, der sein Engagement ausbaut: So wird der YB-Staff mit Fussballschuhen ausgerüstet und der Nachwuchs profitiert von Rabatten. Geplant ist zudem, dass in drei Ochsner Sport Filialen im Grossraum Bern ein „YB-Corner“ mit Fanartikeln eingerichtet wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2013/2014
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 10. Juli 2013, 08:21 
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Jubel wie bei Tokio Hotel, Staunen wegen Rochat

Am Mittwoch haben die Young Boys das neue Trikot präsentiert. Der Schriftzug auf der Brust vermochte zu verblüffen – ebenso der sehr wahrscheinliche Transfer Alain Rochats.

Der Lärmpegel erreicht seinen Höhepunkt um 16.15 Uhr. Der Anlass ist ungewohnt – im Neufeldstadion marschiert Yuya Kubo im neuen YB-Trikot ein. Kubo klatscht die sich ihm entgegenstreckenden Kinderhände mit der nötigen Coolness ab, der Zuzug aus Japan ruft auf den Rängen eine Geräuschkulisse hervor, die an die Auftritte von Tokio Hotel erinnert. Die Young Boys und ihr treuer Anhang feiern den Saisonstart schon vor der ersten Partie am Samstag. Die Leute kommen zahlreich, und Trainer Uli Forte wird von Jubel unterbrochen, als er via Mikrofon verspricht, beim Auftakt gegen Sion «Dampf zu machen».

Zwei Stunden früher, Medienraum, Stade de Suisse. Die YB-Verantwortlichen nehmen Stellung zur anstehenden Spielzeit, und es sind Zahlen, die von Arbeit zeugen, welche Sportchef Fredy Bickel und seine Mitarbeiter präsentieren können. 44 Spieler waren Anfang Januar, als Bickel sein Amt antrat, im YB-Kader, 24 sind es heute. Es gab 30 Mutationen, 18 Abgänge, 6 Zuzüge, 6 Spieler wurden ausgeliehen – die angestrebte Verschlankung in der schwer überschaubaren Personalsituation wurde rigoros umgesetzt. «Unser grösstes Ziel in den vergangenen Wochen war, die Kosten zu reduzieren», bestätigt Fredy Bickel. Einziger Wermutstropfen der Young Boys bleibt das Fernbleiben im europäischen Wettbewerb. Darauf angesprochen, ob das Entfallen der Dreifachbelastung mit Meisterschaft, Cup und Europacup vielleicht ein Vorteil für YB sein könne, entfährt Sportchef Bickel gar ein Kraftausdruck, gefolgt von der deutlichen Ansage: «Das darf es nicht noch einmal geben.»

Nachdem die neue Saison auch von offizieller Seite her aufgegleist ist, ist die eigentliche Katze bei YB aber noch lange nicht aus dem Sack. Seit geraumer Zeit versuchen die Young Boys, einen Trikotsponsor für die neue Saison zu finden. Mit der Enthüllung des neuen Dresses sorgt YB aber für ein Novum: Erstmals wird auf dem Leibchen eines Schweizer Clubs mit der Laureus-Stiftung ein Charity-Partner werben dürfen. In floskelreichen, langfädigen Ansprachen orientierten unter anderem YB-Verwaltungsrat Hansueli Rihs sowie Laureus-Stiftungsratspräsident Rolf Theiler über die vorab dreijährige Partnerschaft (siehe Text rechts).

Doch so richtig vermag am Medienmarathon vor allem Sportchef Fredy Bickel zu verblüffen, der die nächste Neuverpflichtung von YB gleich aus eigener Initiative an der Pressekonferenz ankündigt. «Alain Rochat weilt heute Nachmittag für Gespräche in Bern», verrät Bickel. Allein die Tatsache, dass ein Sportchef von sich aus auf laufende Verhandlungen hinweist, deutet doch schwer darauf hin, dass die Verpflichtung des 30-jährigen Verteidigers spruchreif ist. Rochat spielte bereits von 2000 bis 2005 für die Young Boys, als Fredy Bickel ebenfalls noch Sportchef in Bern war. Für YB absolvierte Rochat 152 Spiele und erzielte fünf Treffer, den letzten davon gegenden FCZ. Dorthin holte ihn Bickel später zurück, zuletzt spielte Rochat dann in der nordamerikanischen MLS für Vancouver und Washington.

Der Yverdonois könnte als Aussenverteidiger das Duo aus der Romandie um François Affolter und Steve von Bergen komplettieren. «Wir haben uns bewusst noch einmal defensiv verstärkt, auch weil wir von Yuya Kubo positiv überrascht sind», erklärt Bickel. «Ich denke, in der Offensive machen wir jetzt vorerst nichts mehr.»

Dass der japanische Offensivspieler Kubo die Berner Transferbemühungen um einen Mann fürs offensive Mittelfeld zum erlahmen gebracht hat, ist aber nicht als so sicher anzunehmen, wie es von offizieller Seite her klingt. Das internationale Transferfenster bleibt noch bis Ende August geöffnet – gut möglich, dass YB auch nach dem Saisonstart am Samstag noch Personal verpflichtet.

Im Anschluss an die Trikotpräsentation testete YB am Mittwoch noch gegen Winterthur. Beim 1:1 kam Kubo von Anfang an zum Einsatz, mit Marco Wölfli, Christoph Spycher, Moreno Costanzo und Raphaël Nuzzolo griffen aber etliche mutmassliche Stammspieler erst später ein – oder blieben auf der Tribüne.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/24603067

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2013/2014
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 10. Juli 2013, 08:26 
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Bickel: «Alain Rochat ist auf dem Weg nach Bern»

Am Samstag starten die Young Boys gegen Sion in die neue Saison. Bis dahin dürfte ein neuer Spieler im Team eintreffen.

Mittagessen im Mediencenter des Stade de Suisse: Die versammelte YB-Mannschaft holt sich am Buffet Salat und Pasta. Noch vor dem Auftaktspiel gegen Sion dürfte das Kader um einen weiteren Spieler ausgebaut werden. Bei der Medienkonferenz kündigte Sportchef Fredy Bickel Verstärkung für die Abwehr an: «Alain Rochat ist auf dem Weg nach Bern.»

Definitiv sei aber noch nichts. «Es muss noch verhandelt werden.» Er hoffe aber, dass Rochat noch diese Woche offziell präsentiert werden kann. Rochat spielt zurzeit in den USA und steht bei D.C. United unter Vertrag.

Fortes Tischregeln

Mit einem weiteren Abwehrspieler soll YBs Toranfälligkeit reduziert werden. «Wenn wir pro Saison 50 Gegentreffer erhalten, dann ist das einfach zu viel», sagt Trainer Uli Forte. Mit dem Zuzug von Steve von Bergen sei dagegen schon gezielt vorgegangen worden.

Doch nicht nur die Abwehr such Forte zu stärken, sondern auch den Teamgeist. Er will die Mannschaft zu einer Einheit formen. Dazu erliess er im Trainingslager Massnahmen, die sich auch neben dem Platz auswirkten: «Es wurde erst gegessen, wenn alle am Tisch sassen.»

Forte sieht der kommenden Saison zuversichtlich entgegen. Denn die Vorbereitungen seien ideal gewesen, wenn auch extrem hart. «Manchmal fielen auch Fluchwörter», sagt Forte. Darüber konnte der Trainer aber hinwegsehen. «Mir ist es lieber, wenn die Spieler in der Vorbereitung aus dem letzten Loch pfeifen als in der Meisterschaft.»

Ziel Europa

YB spielt diese Saison das erste Mal seit zehn Jahren nicht europäisch. Ein Thema, das Sportchef Fredy Bickel wütend macht: «Mich scheisst es an, dass wir nicht in der Europa League sind.» Deshalb wurde Europa zum Saisonziel erklärt. Der Sportchef glaubt an seine Mannschaft. «Das Kader hat sich gut zusammengefügt.»

Young-Boys-Präsident Werner Müller sieht das gleich. «Die Mannschaft ist eine Einheit. Ich glaube fest dran, dass das gut kommt.» Die letzte Saison will er vergessen machen. «Der 7. Rang kann nicht unser Ziel sein.»

Wölfli will nicht träumen

YB-Keeper Marc Wölfli wurde über die Sommerpause als Captain abgesetzt. Für ihn kein Problem: «Ich muss mich nicht an einer Binde aufgeilen.» Wölfli ist zwar das Captain-Amt los, hat dafür einen neuen Abwehrchef. Für Steve von Bergen findet Wölfli nur gute Worte. «Es ist beruhigend, einen Mann wie Steve in der Abwehr stehen zu haben.»

Auch Wölfi hat die Saisonvorbereitung als positiv empfunden. Trainer Forte habe daran einen grossen Anteil. «Er ist kein Trainer, der nur spricht, sondern er zeigt auch gleich vor. Er kann die Mannschaft mitreissen.» Doch wie weit kann diese Euphorie YB tragen? Darf man vom Meistertitel träumen? «Nach so einer Saison bestimmt nicht», sagt Wölfli.

Das neue Trikot

Die YB-Spieler tragen einen neuen Schriftzug auf ihrer Brust. Wie an der heutigen Medienkonferenz informiert wurde, ging YB mit der Stiftung Laureus eine dreijährige Partnerschaft ein. Die Stiftung setzt sich mit Sport für benachteiligte Kinder ein.

Jetzt hat das YB-Dress zwar ein neues Logo, doch ein Hauptsponsor fehlt weiterhin. Denn Laureus wird der Platz auf dem Trikot gratis zur Verfügung gestellt. «Wir möchten als Fussballverein mit gutem Beispiel vorangehen», sagt Alain Kappeler, COO des BSC Young Boys.

Wie lange das Laureus-Logo auf dem YB-Trikot bleibt, ist ungewiss. Denn mit potenziellen Hauptsponsoren seien, laut Kappeler, schon intensive Gespräche geführt worden.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Bi ... y/28759240

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2013/2014
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 10. Juli 2013, 08:35 
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YB: «Vom Titel spricht hier niemand»

Nach der schwächsten Saison seit 11 Jahren kann es bei den Young Boys eigentlich nur aufwärts gehen. Der neue Coach Uli Forte kündigt einen «aggressiven Vorwärtsfussball» an, weigert sich aber, vom Titel zu sprechen.

Mit Rang 7 hat YB letzte Saison erstmals seit 8 Jahren die CL- bzw. EL-Qualifikation verpasst. Auch der Trainerwechsel vom stillen Schaffer Martin Rueda zum emotionaleren Bernard Challandes half nicht.

Forte: «Unheimliches Vertrauen»

Mit dem von GC abgeworbenen Erfolgstrainer Uli Forte wagt YB einmal mehr einen Neuanfang. Der Zürcher gilt als grosser Motivator, für den das Mannschaftsdenken ein zentraler Aspekt ist. «Solange nicht alle Spieler am Tisch sind, wird nicht gegessen», illustriert der 39-Jährige diesen Ansatz.

Forte hat einen Dreijahres-Vertrag erhalten und spürt von Seiten der Klubführung ein «unheimliches Vertrauen». So konnte er in der Zwischensaison den Umbau einleiten. Unzufriedene Spieler wie Alain Nef und Alexander Farnerud verlassen Bern. Die überteuerte Mannschaft wurde massiv reduziert: Statt fast 40 stehen noch 24 Spieler im Kader. «Aufbau durch Abbau», nennt dies Forte.

Rochat vor RückkehrMit dem 35-jährigen Christoph Spycher hat Forte einen neuen Captain bestimmt, den er als «meinen Salatic» bei YB bezeichnet. Wie bei GC (Bürki-Grichting-Salatic) setzt Forte bei YB auf eine starke Achse, die Keeper Marco Wölfli, der neue Abwehrchef Steve von Bergen und Spycher im defensiven Mittelfeld bilden sollen.

Von Bergen sei ein «absoluter Leader» und nehme viel Einfluss auf dem Platz, freut sich Forte. Zur weiteren Stabilisierung der zuletzt anfälligen Abwehr dürfte YB in Kürze den vielseitig einsetzbaren Routinier Alain Rochat verpflichten (2002-2005 bereits bei YB).

Keinen Handlungsbedarf sieht Sportchef Fredy Bickel im offensiven Mittelfeld. Hier will Forte seinen ehemaligen Schützling bei St. Gallen, Moreno Costanzo, zu alter Stärke führen. Auch Raphaël Nuzzolo oder der begabte 19-jährige Neuzugang Yuya Kubo aus Japan sollen für Torgefahr sorgen.

Zurück nach Europa

In den letzten Testspielen gegen Dynamo Moskau (4:1) und Slavia Prag (2:2) zeigte YB teils attraktiven Fussball. Dennoch ist man in Bern bemüht, die hohe Erwartungshaltung zu dämpfen. «Vom Titel spricht hier niemand», betont Forte. Deklariertes Ziel ist ein Europacup-Platz. Und die Fans wollen mit spektakulärem Fussball verwöhnt werden.


http://www.srf.ch/sport/fussball/super- ... er-niemand

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2013/2014
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 10. Juli 2013, 09:06 
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Uli Forte soll YB glücklich machen

Der neue Trainer der Young Boys hat mit den Bernern in der Super League einiges vor

Uli Forte treibt in Bern strategische und stilistische Änderungen voran. Die ­Problemzonen hat der neue Young-Boys-Trainer relativ früh erkannt: Die Gelbschwarzen sollen unter seiner ­Leitung in der Super League widerstandsfähiger und aggressiver werden.

Der Transfer Fortes zu YB löste in ­Zürich heftige Reaktionen aus. Für viele GC-Vertreter war der fluchtartige Abgang des 39-Jährigen nicht nachvollziehbar. Bei den Young Boys hingegen freuten sich die Chefstrategen über die Ankunft des neuen Frontmanns – allen voran Fredy Bickel, der den Coup des ­Super-League-Jahres eingefädelt hatte: «Es kommt ein Teamplayer mit viel Profil zu uns. Das benötigen wir vor allem, um YB wieder glücklich machen zu können.»

Der Staub hat sich inzwischen ­gelegt. GC installierte nach einer ­temporären Schockstarre Michael ­Skibbe als Nachfolger. Forte muss sich nicht mehr rechtfertigen für seinen Absprung. Er befasst sich lieber mit seiner Zukunft bei YB. Den «warmen und sehr positiven Empfang» hat der ambitionierte Italo-Schweizer hinter sich. Seit Wochen pumpt er neue Impulse in den Verein, der seit 1986 keinen Meistertitel mehr gewonnen hat, aber ungezählte Krisen zu bewältigen hatte.

Körpersprache im Fokus

Den schwierigen Weg der Berner hat Forte ziemlich exakt im Kopf. Die permanente Suche nach dem YB-Glück mit schon fast nostalgischen Zügen ist auch dem Zürcher bekannt. Er spricht zwar zunächst einmal vom Wettkampfglück, «das es immer braucht», lenkt das Thema in seiner Grundsatzanalyse nach einer verhältnismässig kurzen ­Bedenkfrist in eine andere Richtung: «Wichtiger ist wohl der Wechsel der Mentalität. Man benötigt den Willen, das Glück zu erzwingen, etwas un­bedingt bewegen zu wollen.»

Schon vor seinem Wechsel sind Forte die markanten Defizite aufgefallen, unter erschwerten Bedingungen Widerstand leisten zu können: «Die technisch und individuell gut bestückte Mannschaft knickte immer relativ rasch ein.» Das dürfe nicht mehr passieren. Deshalb habe er diese negative Eigenschaft vom ersten Tag an vehement bekämpft. Er will primär die Körpersprache verbessern, selbstredend ohne die taktische Fortbildung zu vernachlässigen.

Am Ende der mentalen Umschulung soll eine Equipe auf dem Feld stehen, die auch mit stürmischen Situationen umzugehen weiss. Für Forte ist nach der positiven Erfahrung in einem zunächst schwierigen Umfeld in Zürich klar: «Eine gewisse Leidensfähigkeit ist nötig. Darauf legte ich bei GC Wert, und hier will ich etwas Ähnliches auf­bauen.» Seine Idee vom künftigen Stil der Young Boys ist längst spruchreif. Forte verheimlicht seine hohen Vorgaben nicht: «YB soll für erfrischenden, dynamischen und vorwärtsorientierten Fussball stehen.»

«YB hat Kraft»

Die missratene letzte Spielzeit ­blendet Forte nicht aus, relativiert den siebten Tabellenplatz aber. Die Ausgangslage sei überhaupt nicht mit jener zu Beginn seines Amtsjahres auf dem GC-Campus zu vergleichen: «YB kommt ja nicht aus dem Nichts. In Bern liegt ein gewaltiges Potenzial brach.» Die Zuschauermenge, die sich für YB inter­essiert, imponiert ihm: «YB hat Kraft und viele Leute im Stadion.»

Er spüre eine innere Stärke. Am Zug seien nun aber in erster Linie die Spieler. Sie treibt er aus der komfortablen Zone: «Sie müssen den ersten Schritt machen. Ich bringe gerne den Vergleich mit England: zuerst das Tackling, dann der Applaus. Ich will, dass der Funke vom Feld aufs Publikum überspringt.» Forte will den schlafenden Riesen so schnell wie möglich wecken: «YB hat hervorragende Möglichkeiten. Aber wir müssen zuerst die Basis legen, um ­Erfolg haben zu können.»

Neuer Abwehrchef, neuer Captain

Forte sandte bereits ein paar Signale. Das Engagement von Abwehrchef Steve von Bergen war ein erstes ­Statement, die Neuwahl des Captains Christoph Spycher ein weiteres: «Wir brauchen eine starke Achse.» Und ­persönlich setzte er ohne eine Minute Verzögerung auf sichtbare Präsenz. Nach zwei, drei Tagen Ferien bezog ­Forte das neue Büro: «Der Trainer muss sofort bereit sein. Das kann man auch als Signal verstehen: Ich bin von Anfang an da und auf alles gefasst.»

Der in der letzten Saison gefeierte Jungtrainer erreicht bei den Berner Young Boys eine neue Karrierestufe. Er selber spricht sogar von einem Neuanfang und einem Start in eine andere Sphäre. Ihm sei klar, dass «nach dieser Vorgeschichte mehr Augen auf mich gerichtet sein werden und die Ansprüche gestiegen sind». Aber das Club-Emblem gewichte er höher als ­alles andere. Er selbst spiele beim Verein aus der Hauptstadt nicht die Hauptrolle. «In Zürich war es keine One-Man-Show, sondern eine 100-Men-Show. In Bern ist alles noch etwas grösser und wohl eine 500-Men-Show.» YB-Sportchef Fredy Bickel wird das Wortbild gefallen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2013/2014
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 10. Juli 2013, 09:13 
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Forte will Schweizer werden

Dreitagebart, Kraushaar und ein sonniges Gemüt: YB-Trainer Forte könnte für «Schweiz Tourismus» der ideale Werbeträger sein.

Die Werbeleute müssten den Mann aus Bassersdorf ZH in ein Schwingerhemd stecken – und mit einer frisch gestriegelten Kuh auf einer saftigen Wiese im Hintergrund hätte man ein gelungenes Sujet für unser Tourismus-Land. Uli, der Knecht. Uli, der Alpöhi. Das Ganze hat nur einen kleinen Haken: Ulrich Massimo Forte (39), der gestern im Stade de Suisse unweit des Bundeshauses seine Saisonziele mit YB bekannt gibt, ist (noch) kein Schweizer.

Der ehemalige NLB-Fussballer Uli Forte, der 1974 als erster Sohn der süditalienischen Einwanderer Oreste und Aurelia Forte in Bassersdorf zur Welt gekommen ist, hat es bisher verpasst, das Schweizer Bürgerrecht zu erlangen. Das soll sich nun bald ändern.

Forte verriet BLICK unlängst: «In der Saison 1995/96 wollte mich der FC Basel als Spieler holen. Didi Andrey, wenig später Karl Engel hiessen damals in Basel die Trainer. Bedingung für den Transfer wäre der Schweizer Pass gewesen. Die Sache mit der Einbürgerung war aufgegleist, leider hat sich der Transfer dann nicht realisiert.»

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der YB-Trainer: «Ich will das Schweizer Bürgerrecht erlangen. Das ist mein Ziel in nächster Zeit.»

Gestern sitzt Forte, für einmal rasiert, noch als Italiener in seinem neuen Stadion vor der Presse. Und preist schweizerische Tugenden an: «Die Defensive ist die Basis. 50 Gegentore wie in der letzten Saison ist für ein Team mit diesem Potenzial, diesem Stadion und diesen Fans einfach zu viel.»

Deshalb gabs für Forte mit Nati- Verteidiger Steve von Bergen (30) einen neuen Abwehrchef. Forte: «Über Von Bergen müssen wir nicht diskutieren. Auf dem Platz ist er ein absoluter Leader, redet sehr viel. In der Trinkpause nimmt er Spieler zu sich, weist sie an. Doch neben dem Rasen ist er kein Lautsprecher. Er wird die Defensive stabilisieren, und davon werden alle profitieren.»

Alain Rochat als Geschenk

YB-Sportchef Fredy Bickel verspricht seinem Trainer gar noch einen weiteren Verteidiger. Der frühere YB- und FCZ-Spieler Alain Rochat (30), zuletzt in Washington bei D.C. United unter Vertrag, landete gestern in der Schweiz.

Bickel: «Ich bin glücklich, wenn ich Rochat am Mittwoch Uli als Geschenk ins Training bringen kann.» Reicht es gar, dass Rochat am Samstag beim Start gegen Sion spielberechtigt ist? Bickel hat die Hoffnung (noch) nicht aufgegeben.

Und Forte sagt: «Wir wollen Sion hoffentlich ohne Punkte nach Hause schicken. Der Sieg wäre der Lohn für unsere Vorbereitung. Die Spieler mussten da unten durch, haben zum Teil aus dem letzten Loch gepfiffen.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2013/2014
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 10. Juli 2013, 09:19 
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Kubos Aufstieg, Rochat vor Rückkehr

Der Japaner Yuya Kubo erhält bei YB eine Chance zur Bewährung, Alain Rochat reiste gestern nach Bern, um über einen Vertrag zu verhandeln.

Harald Gämperle, Erich Hänzi, Milan Gajic, Steve von Bergen und Alain Rochat: Die Zahl der Personen, die einst mit Fredy Bickel beim FC Zürich arbeiteten, wird immer grösser. Rochat ist wie Gämperle und Hänzi ein Rückkehrer. Der Romand stand schon von 2002 bis 2005 bei YB unter Vertrag. Danach wagte er einen Abstecher in die französische Ligue 1, konnte sich bei Stade Rennes aber nicht durchsetzen. Nach nur einer Saison zog er zum FCZ weiter, wo er die grössten Erfolge seiner Karriere feierte (Meistertitel 2007 und 2009). 2010 schloss er sich den Vancouver Whitecaps an, einem Team der Major League Soccer. Vor wenigen Wochen schliesslich folgte der Umzug in die US-Hauptstadt Washington, wo er sich dem örtlichen Profiklub DC anschloss.

Uli Forte strahlte gestern über das ganze Gesicht, als Bickel die baldige Verpflichtung Rochats in Aussicht stellte. Der 30-Jährige werde mithelfen, die letzte Saison löchrige Abwehr weiter zu stabilisieren, sagte der neue YB-Trainer. 50 Gegentore seien «für ein ambitioniertes Team, wie es YB ist», eindeutig zu viel. «Wir müssen wieder einen Match zu null gewinnen können, ohne ständig zu zittern.» Zu seinem wichtigsten Mann in der Defensive hat Forte Steve von Bergen erkoren. Der 30-jährige Internationale, der die letzten sechs Jahre in Deutschland und Italien verbrachte, soll die Verteidigung zusammenhalten und seine Mitspieler lautstark dirigieren.

Eine zentrale Rolle ist auch für den wiedergenesenen Christoph Spycher vorgesehen. Der Routinier, der seit kurzem die Captainbinde trägt, soll vor der Abwehr die Bälle abfangen und Spielmacher Moreno Costanzo den Rücken frei halten. Gestern verströmte er viel Zuversicht: «Mein Körper hat die hohe Belastung während der Vorbereitung sehr gut verkraftet.»

Das Kader etwas abgespeckt

Die schlechteste Saison seit dem Wiederaufstieg steckt den Verantwortlichen des BSC YB immer noch in den Knochen. Das Verpassen eines Europacup-Platzes ärgere ihn immer noch masslos, sagte Bickel. Nach dem Absturz in der zweiten Saisonhälfte trieb der Sportchef die Reduktion des aufgeblähten Kaders voran. Mit einigem Erfolg: Standen Anfang Jahr noch 44 Spieler unter Vertrag, so sind es ein halbes Jahr später noch deren 30. 12 Abgänge und 6 Zuzüge habe es während der Sommerpause gegeben, sagte Bickel, der froh ist, konnte er die meisten Transfers ohne grosse Nebengeräusche erledigen. Nur mit Michael Silberbauer und Samir Naili liess sich keine befriedigende Lösung finden. Beide wurden in die U-21 verbannt. Der Sportchef hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, zumindest den teuren Silberbauer (Jahresgehalt: ca. 500 000 Franken) bald von der Lohnliste streichen zu können.

Hingegen erhält Yuya Kubo eine Chance, sich in der Super League zu präsentieren. Der 19-jährige Japaner war erst Anfang Juli von Kyoto Sanga F.C. zu YB gestossen. Kubo habe «alle derart überrascht, dass sich die Frage erübrigte, ob wir ihn behalten», sagte Bickel. Der Stürmer hat sich schnell ins Team integriert, obwohl er nur ein paar wenige Worte Englisch und Deutsch spricht. «Die Jungen nehmen ihn nach dem Training zum Essen ins Coop-Restaurant mit», erzählte Spycher.

Forte traut Kubo einiges zu: Der enorm wendige und technisch starke Asiate könne auch hinter den Spitzen agieren. Gestern im letzten Testmatch vor Meisterschaftsbeginn setzte ihn der YB-Coach auf dieser Position ein. Gegen das sehr kompakt und tief verteidigende Winterthur konnte Kubo seine Mitspieler nie erfolgversprechend lancieren. Ohnehin bekundete YB im Stadion Neufeld eine Halbzeit lang grösste Mühe mit dem Gegner aus der Challenge League. Die 1:0-Führung der Winterthurer (Torschütze Radice) ging in Ordnung. In Hälfte zwei konnte sich YB steigern. Nachdem Steffen und Nuzzolo gute Chancen ausgelassen hatten, behielt Tabakovic nach einem Corner die Nerven. Der junge Stürmer erzielte nach einem Corner den Ausgleich.

Josh Simpson Geduld gefragt

Josh Simpson befindet sich auf dem beschwerlichen Weg zurück. Noch immer hält eine 25 Zentimeter lange Metallplatte Schien- und Wadenbein zusammen, welche er sich am 23. Mai 2012 nach einem Kopfballduell gebrochen hatte. «Die Platte kann frühestens in sechs bis zwölf Monaten entfernt werden», erklärt der Kanadier. Sein Arzt würde ihm das Fussballspielen eigentlich erlauben, doch noch sind die Schmerzen zu stark: «Für Sprints und Zweikämpfe bin ich noch nicht bereit.» So muss er sich mit Jogging, Schwimmen, Velofahren und anderen Alternativen begnügen. «YB unterstützt mich grossartig», sagt der 30-Jährige und gibt sich kämpferisch: «Ich will so schnell wie möglich zurückkehren.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2013/2014
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 11. Juli 2013, 10:00 
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YB ist jetzt Züri West


Mit Von Bergen, Gajic, Gämperle, Hänzi und wohl auch noch Rochat hat YB-Sportchef Fredy Bickel schon fünf ehemalige Weggefährten vom FCZ nach Bern geholt. Und zuvor Ex-FCZ-Trainer Bernard Challandes interimistisch angestellt. YB – das ist unter Bickel Züri West.

Und nicht vergessen! Zwei Kumpels, die er beim ersten Mal nach Bern holte, sind immer noch dort: U21-Trainer Joël Magnin und Chefscout Stéphane Chapuisat.

Bickel geht volles Risiko, denn wer viele Freunde nachzieht, bietet Angriffsfläche: Kommts gut, spricht man von Fredy, dem begnadeten Netzwerker.

Kommts schlecht, war es Bickels absehbares Klumpenrisiko. Die YB-Investoren hatten gar keine andere Möglichkeit, als Bickel voll zu vertrauen und freie Hand bei Transfers auszusprechen. YB ist am Boden, es kann nur noch aufwärtsgehen. Dass Bickel dabei in der letzten Saison nur Rang 7 erreichte, kann ihm noch nicht angekreidet werden. Schliesslich übernahm er erst in der Winterpause, als YB auf Platz 5 schon hoffnungslos zurücklag.

Falls Bickel eines Tages den ersten Pokal seit 1987 in Händen hält, hat YB alles richtig gemacht. Oder um es in den Worten von Züri-West-Sänger und YB-Fan Kuno Lauener zu sagen: «Irgendeinisch fingt ds Glück eim.»

«Bickel geht volles Risiko. Kommts schlecht, spricht man von Klumpenrisiko.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2013/2014
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 11. Juli 2013, 13:43 
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YB und das x-te Facelifting

Fredy Bickel und die alten Künste

Die Young Boys sind zu einem Klub geworden, der von Jahr zu Jahr neu erklärt werden muss. Strategie und Projekte wechseln immer wieder – doch dank dem neusten Projektverantwortlichen herrscht wieder einmal ungetrübte Aufbruchstimmung. Wie YB neuerlich ein Facelifting bekommen hat.

50 Gegentore in der Vorsaison – YB brauchte einen Abwehrchef und fand Steve von Bergen. Nationalspieler, Auslanderfahrung, 30-jährig. Weder zu alt noch zu jung. Leise in der Kabine, laut auf dem Feld. Der Sportchef Fredy Bickel kennt ihn aus gemeinsamen Zeiten im FC Zürich. Eigentlich, ja, eigentlich spricht nicht viel gegen diesen Transfer.

Doch in den letzten vier Jahren ist von Bergen dreimal abgestiegen. Mit Hertha Berlin, Cesena und Palermo.

YB wie es leibt und lebt? Die Berner geben sich Mühe, probieren alles und werden seit über zwei Jahrzehnten doch immer höchstens Zweite. Irgendwo schwelt stets ein böses Omen, lauere es auch bloss in der Vita eines neuen Hoffnungsträgers. Aber die Young Boys werden nicht müde, sich stets wieder einzureden, diesmal komme alles gut, wirklich! Sie glaubten es sogar, als 2006 der adrette Gernot Rohr als Coach nach Bern kam; sie glaubten es von Tag zu Tag mehr, als 2008 der Trainer-Parvenü Vladimir Petkovic dem Team das 3:4:3-System implantierte; sie glaubten es vor allem, als mit Christian Gross der Erfolgstrainer par excellence die Aufwartung machte. Bloss vor einem Jahr glaubten es nur kühnste Optimisten, nachdem der freundliche Martin Rueda schon bei der Präsentation so gewirkt hatte, als erachte er den YB-Apparat als gar gross für sich. Und in der Tat: YB beendete die Saison auf Platz 7.

Gefangen im Stade de Suisse

YB ist der Klub geworden, der stets aufs Neue erklärt werden muss – Projekte und Strategie wechseln fast jährlich. Bald werden für den Plan «Gross» die Geldschleusen geöffnet, bald wird jäh die Ausgabenbremse gezogen. Alles ist im Fluss, nur die massgeblichen Verwaltungsräte bleiben, Andy und Hansueli Rihs. Der Radsport liegt den beiden mehr am Herzen, den Fussball verstehen sie als Investment, und weil er bisher zu wenig Rendite abwirft, sind die Brüder im Stade de Suisse gefangen.

Dieser Tage und Wochen sind «Rihs & Rihs» aber so gut gelaunt, dass sie es YB sogar verschmerzen lassen, ohne Hauptsponsor in die Saison zu starten. Die Grosszügigkeit beweist, dass wieder einmal Aufbruchstimmung herrscht. Immerhin darin ist YB Meister: Die Berner können Aufbruchstimmung ausrufen wie kaum jemand sonst. Diesmal scheint ihnen die Kultivierung der Zuversicht besonders leicht zu fallen. Denn die Projektleitung obliegt einem verlorenen Lieblingssohn, dem Sportchef Bickel, der YB in seiner ersten Amtszeit zwischen 1999 und 2002 in die oberste Liga zurückgeführt hatte.

Das YB-Projekt, das gegenwärtig erklärt werden muss, entpuppt sich als typisches Bickel-Projekt. Es begann mit Understatement und Klageliedern, wie sehr ihm die Hände gebunden seien, weil die klare Mehrzahl der Spieler weiterlaufende Verträge besitze. Doch früher oder später schaffte es YB doch, den einen oder anderen Spieler loszuwerden, bei dem der Aufwand grösser gewesen war als der Ertrag (etwa Alexander Farnerud, Alain Nef). Im Gegenzug heuerten Personen an, die anderswo weiterlaufende Verträge hatten: der Trainer Uli Forte (GC) sowie die Spieler Renato Steffen (Thun), Alain Rochat (DC United, Washington) und von Bergen. Die Ablösesumme für Farnerud (gut 2 Millionen Franken) durfte Bickel also so gut wie reinvestieren – ein weiterer untrüglicher Beweis dafür, dass die Brüder Rihs von der neusten Aufbruchstimmung infiziert worden sind.

«Nicht nur schlechte Sachen»

Es sind alte Künste Bickels: einer Mannschaft ein Facelifting zu geben, wenn das Gesicht aussichtslos entstellt scheint. Oder: in meisterhafter Manier Überzeugungsarbeit zu leisten. In seiner ersten YB-Ära gelang es ihm, teure GC-Spieler wie Stéphane Chapuisat und Joël Magnin nach Bern zu lotsen, was ihm nicht nur Freunde brachte und ihn in allerletzter Konsequenz den Job kostete. Doch am besten ist Bickels Handschrift darin erkennbar, dass er alte Copains engagiert. Seit der Rückkehr vom FCZ nach Bern im Januar 2013 holte er mit Bernard Challandes (inzwischen wieder weg), Harald Gämperle, Erich Hänzi, Milan Gajic, Rochat und von Bergen sechs Personen zu sich, mit denen er teilweise seit über einem Jahrzehnt verbunden ist (vgl. Grafik). In welch wohliges Bett er sich bei seinem YB-Comeback gelegt hat, zeigt sich zudem darin, dass er im sportlichen Bereich auf sieben Personen traf, die schon in seiner ersten Amtszeit für YB gearbeitet hatten oder sogar von ihm verpflichtet worden waren (den jüngst nach Basel gezogenen Thomas Häberli nicht eingerechnet). In typisch guter YB-Laune sagt Bickel dazu: «Das zeigt, dass wir schon früher nicht nur schlechte Sachen gemacht haben.»

Bei allem Gaudi ist dem Sportchef bewusst, dass die Personalpolitik Nahrung sein kann für Kritiker. Intern gilt die Devise, dass Verpflichtungen bei aller Verbundenheit keine Freundschaftsdienste sein dürfen. Bickel sagt ungebrochen frohgemut: «Wenn Sie wie ich 22 Jahre dabei sind, ist es relativ schwierig, irgendwo einen Trainer zu finden, mit dem Sie noch nichts zu tun gehabt haben.» Danach entwirrt er eine lange Argumentationskette, schwärmt von Gajic und Rochat, bezeichnet Gämperle als «besten Assistenztrainer im Land» und erinnert daran, dass Hänzi in Bern als «Fussballgott» gelte. «Und wenn ich jemandem sage: ‹Ich brauche in der Innenverteidigung einen Leader, der den hiesigen Fussball kennt, etwas erreichen will und die anderen Spieler weiterbringen kann, machen Sie mir bitte eine Liste› – dann steht auf dieser Liste von Bergen zuoberst, da bin ich mir sicher. Doch nun muss ich auf von Bergen verzichten, weil er schon mit mir gearbeitet hat – das ist abartig, oder?»

Auch er weiss, dass von Bergen in den letzten vier Saisons dreimal abgestiegen ist. Bickel sagt: «Ich bin sicher, dass er diese Saison nicht absteigt.» Fürwahr, es herrscht Aufbruchstimmung.

http://www.nzz.ch/aktuell/sport/fussbal ... 1.18114913

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2013/2014
 Beitrag Verfasst: Freitag 12. Juli 2013, 09:14 
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«YB soll nicht mehr einknicken»

Uli Forte treibt in Bern strategische und stilistische Änderungen voran. Die Gelb-Schwarzen sollen unter seiner Leitung widerstandsfähiger und aggressiver werden.
Der Transfer Fortes zu YB löste in Zürich heftige Reaktionen aus. Für viele GC-Vertreter war der fluchtartige Abgang des 39-Jährigen nicht nachvollziehbar. Bei den Young Boys hingegen freuten sich die Chef-Strategen über die Ankunft des neuen Frontmannes - allen voran Fredy Bickel, der den Coup des Super-League-Jahres eingefädelt hatte: «Es kommt ein Teamplayer mit viel Profil zu uns. Das benötigen wir vor allem, um YB wieder glücklich machen zu können»

Forte muss sich nicht mehr rechtfertigen für seinen Absprung. Er befasst sich lieber mit seiner Zukunft bei YB. Den «warmen und sehr positiven Empfang»hat der ambitionierte Italo-Schweizer hinter sich. Seit Wochen pumpt er neue Impulse in den Verein, der seit 1986 keinen Meistertitel mehr gewonnen hat, aber ungezählte Krisen zu bewältigen hatte.

Körpersprache im Fokus

Den schwierigen Weg der Berner hat Forte ziemlich exakt im Kopf. Die permanente Suche nach dem YB-Glück mit schon fast nostalgischen Zügen ist auch dem Zürcher bekannt. Er spricht zwar zunächst einmal vom Wettkampfglück, «das es immer braucht», lenkt das Thema in seiner Grundsatz-Analyse nach einer verhältnismässig kurzen Bedenkfrist in eine andere Richtung: «Wichtiger ist wohl der Wechsel der Mentalität. Man benötigt den Willen, das Glück zu erzwingen, etwas unbedingt bewegen zu wollen.»

Schon vor seinem Wechsel und in den Partien von GC gegen die Young Boys sind Forte die markanten Defizite aufgefallen, unter erschwerten Bedingungen Widerstand leisten zu können: «Die technisch und individuell gut bestückte Mannschaft knickte immer relativ rasch ein. Etwas Gegenwind - und schon kippte sie.» Das dürfe nicht mehr passieren. Deshalb habe er diese negative Eigenschaft vom ersten Tag an vehement bekämpft. Er will primär die Körpersprache verbessern, selbstredend ohne die taktische Fortbildung zu vernachlässigen.

Am Ende der mentalen Umschulung soll eine Equipe auf dem Feld stehen, die auch mit stürmischen Situationen umzugehen weiss. Für Forte ist nach der positiven Erfahrung in einem zunächst schwierigen Umfeld in Zürich klar: «Eine gewisse Leidensfähigkeit ist nötig. Darauf legte ich bei GC Wert, und hier will ich etwas Ähnliches aufbauen.» Seine Idee vom künftigen Stil der Young Boys ist längst spruchreif. Forte verheimlicht seine hohen Vorgaben nicht: «YB soll für erfrischenden, dynamischen und vorwärtsorientierten Fussball stehen.»

Die missratene letzte Spielzeit blendet Forte nicht aus, relativiert den siebten Tabellenplatz aber. Die Ausgangslage sei überhaupt nicht mit jener zu Beginn seines Amtsjahres auf dem «GC/Campus» zu vergleichen: «YB kommt ja nicht aus dem Nichts. In Bern liegt ein gewaltiges Potenzial brach.» Die Zuschauermenge, die sich für YB interessiert, imponiert ihm: «YB hat Kraft und viele Leute im Stadion.»

Signale und sofortige Bereitschaft

Er spüre eine innere Stärke. Am Zug seien nun aber in erster Linie die Spieler. Sie treibt er aus der komfortablen Zone: «Sie müssen den ersten Schritt machen. Ich bringe gerne den Vergleich mit England: zuerst das Tackling, dann der Applaus. Ich will, dass der Funke vom Feld aufs Publikum überspringt.» Forte will den schlafenden (oder je nach Sichtweise wankenden) Riesen so schnell wie möglich wecken: «YB hat hervorragende Möglichkeiten. Aber wir müssen zuerst die Basis legen, um Erfolg haben zu können.»

Forte sandte bereits ein paar Signale. Das Engagement von Abwehrchef Steve von Bergen war ein erstes Statement, die Neuwahl des Captains Christoph Spycher ein weiteres: «Wir brauchen eine starke Achse.» Und persönlich setzte er ohne eine Minute Verzögerung auf sichtbare Präsenz. Nach zwei, drei Tagen Ferien bezog Forte das neue Büro: «Der Trainer muss sofort bereit sein. Das kann man auch als Signal verstehen: Ich bin von Anfang an da und auf alles gefasst.»


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