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 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2009, 08:58 
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Der Bund, 07.08.2009

Fehlende Effizienz und Cleverness

Trotz erheblicher Überlegenheit hat YB gegen Athletic Bilbao unglücklich 1:2 verloren – und ist in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League ausgeschieden. In einer munteren, gehässigen Partie sündigte YB im Abschluss.

Vielleicht, vielleicht wird man irgendwann einmal sagen, am 6. August 2009 sei der Stern eines Weltstars im Stade de Suisse aufgegangen. 16 Jahre alt ist Iker Munian, im Baskenland erzählt man sich Wunderdinge über den Jüngling, der Lionel Messi ähnelt, also klein und schnell ist – und offenbar torgefährlich. Nicht einmal zwei Minuten benötigte der Teenager und grosse Stolz Athletic Bilbaos, um am Donnerstag nach seiner Einwechslung (und einem Eckball) ein Tor zu erzielen. Unglücklicherweise für YB war es das 0:2 und damit aus dem Nichts in der 72. Minute praktisch die Entscheidung. Die Mehrzahl der 21277 Zuschauer verstummte, der Schock war spürbar, die Ausgangslage für YB nahezu aussichtslos. Zwei Tore hätten die Berner jetzt erzielen müssen, und das an einem Abend, an dem sie vier-, fünfmal aus wenigen Metern zum Schuss gekommen und gescheitert waren.

Viele unsaubere Aktionen

YB kämpfte, YB probierte, YB drängte, aber vieles war in der Schlussphase unpräzis. Und auch Seydou Doumbia, der unmittelbar vor dem 0:2 aus naher Distanz in die Arme des starken Torhüters Gorka Iraizoz geschossen hatte, blieb an diesem Abend trotz mehrerer Topchancen im Abschluss ungenügend. Andere wie Marco Schneuwly und Alberto Regazzoni waren bemüht, stiessen aber gegen einen routinierten Gegner an die Leistungsgrenze. Nach einem herrlichen Solo Doumbias gelang Joetex Frimpong in der 91. Minute das 1:2, aber auf Grund der Auswärtstoreregel ist Bilbao trotz 0:1-Niederlage im Heimspiel eine Runde weiter. Auch in der Schlussphase war die Ambiance giftig, teilweise gehässig, zahlreiche Zweikämpfe waren am Rande der Regularität, unsaubere Gesten beinahe die Normalität. Gilles Yapi sah kurz vor Schluss nach einer Tätlichkeit die rote Karte.

Bereits die erste Hälfte war unterhaltsam verlaufen. Und der erste Auftritt gehörte Doumbia. Einen ungenügenden Pass Aitor Ocios ersprintete der Hochgeschwindigkeitsfussballer, überlief die Gegenspieler und schoss knapp übers Tor. Diese Szene war ein frühes Sinnbild. YB startete gut und druckvoll, agierte forsch und frech, auch Schneuwly, Yapi, Xavier Hochstrasser und David Degen vergaben – teilweise mit erheblichem Pech – beste Gelegenheiten. Und weil Bilbao am Treiben teilnahm und zu Beginn hübsch kombinierte, entwickelte sich ein munteres Spiel. Wie bereits im Hinspiel suchte Bilbao mit vielen Flanken aus dem Halbfeld (und eigentlich von überall) den Kopf Fernando Llorentes. Die trickreichen Mitspieler des wuchtigen Stürmers wirkten beweglicher und frischer als vor Wochenfrist und holten viele Freistösse und Eckbälle heraus. Das Foul von Emiliano Dudar in der 26. Minute war das eine zuviel, nach dem anschliessenden Freistoss setzte sich Llorente erstmals nach 116 Minuten Privatduell gegen Dudar durch. Der YB-Verteidiger war ausgerutscht, so dass Llorente unbehelligt zum Kopfball ansetzen und das 0:1 erzielen konnte.

Die Begegnung war spannend und attraktiv, vor allem aber war sie hektisch, was nicht zuletzt an der interessanten Regelauslegung des israelischen Schiedsrichters Alon Yefet lag, der YB im Zweifelsfall nicht bevorteilte und die Schauspieleinlagen der Bilbao-Spieler tolerierte. Trainer Vladimir Petkovic diskutierte oft mit den Spielleitern, vermutlich hing seine ungewöhnliche Aktivität mit der aussergewöhnlichen Wichtigkeit der Veranstaltung zusammen. Aber trotz drückender Überlegenheit und ansprechender Leistung hat YB wieder einmal eine wichtige Partie verloren. Und am Ende entlud sich der Berner Volkszorn am Referee. Petkovic zeigte sich als schlechter Verlierer, kritisierte die Schiedsrichter scharf und steigerte sich zur Aussage, YB hätte gegen Bilbao 180 Minuten mit 11 gegen 12 spielen müssen – und am Donnerstag in der Endphase sogar mit 11 gegen 13. Nicht der Schiedsrichter jedoch hatte die zahlreichen erstklassigen Torchancen vergeben.

http://www.derbund.ch/bern/dossier/alles-zu-den-berner-young-boys/Fehlende-Effizienz-und--Cleverness/story/12306033

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 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2009, 08:59 
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Der Bund, 07.08.2009

«Könnte meinen, es sei ein Fluch»

Bilbao hat mit dem 2:1 in Bern die Kritiker in der Heimat verstummen lassen. Bei YB war der Ärger über den Schiedsrichter gross.

Falls sich die Mannschaft von Athletic Bilbao am Tag vor dem Rückspiel in Bern mit der Situation des FC Zürich befasst hat, fühlen sich die Basken heute ähnlich wie der Schweizer Meister. Wie der FCZ nach dem 2:3 im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Maribor genoss Athletic nach dem 0:1 zu Hause gegen YB vor dem Auftritt in Bern in der heimischen Presse nicht viel Kredit. Der Kunstrasen im Stade de Suisse spreche gegen die Spanier, dass die Meisterschaft in Spanien erst in drei Wochen beginnt, ebenfalls. Und nicht zuletzt der schlechte Auftritt in der Vorwoche im heimischen San Mames.

Mit dem 2:1 gestern und dem damit verbundenen Einzug in die Playoffs der Europa-League-Qualifikation hat das Team von Trainer Joaquin Caparros die Kritiker vorerst verstummen lassen. Freudestrahlend verschwanden die Spieler denn auch in der Kabine.

Gegentore nach Standards

Diametral verhielt sich die Gefühlslage bei den Young Boys. Enttäuscht und sprachlos marschierten die meisten in die Garderobe. Einige hatten es zuvor nicht versäumt, Schiedsrichter Alon Yefet mitzuteilen, was sie von seiner Leistung hielten. Alberto Regazzoni lief dem Israeli hinterher, David Degen rief ihm von weitem seine Meinung zu. «Der Unparteiische hat uns das Spiel sicher nicht erleichtert», sagte auch YB-Goalie Marco Wölfli. «Bei strittigen Szenen entschied er fast immer gegen uns und er hat sofort Gelb gezeigt. In den fünf Nachspielminuten liess er es zu, dass Bilbao vier davon zum Zeitspiel nutzte.» Der Berner Captain war aber auch selbstkritisch und bemängelte die fehlende Effizienz seiner Teamkollegen: «Wir erarbeiteten uns 15 Chancen, trotzdem gelang uns erst kurz vor Schluss ein Tor. Bilbao hingegen nutzte zwei Standards zu zwei Toren.» Das sei zugleich der grösste Unterschied zum Hinspiel gewesen, damals habe man den Gegner bei Freistössen und Eckbällen besser im Griff gehabt.

Xavier Hochstrasser schloss sich der Meinung Wölflis an. Der Mittelfeldspieler urteilte sogar noch härter: YB habe nicht gut gespielt. Im Ansatz habe die Leistung zwar gestimmt, «doch viele kleine Dinge klappten nicht. Gerade vor dem gegnerischen Tor.» Auf die Bemerkung, erneut seien die Young Boys aus einem wichtigen Spiel als Verlierer hervorgegangen, sagte Hochstrasser: «Man könnte meinen, es sei ein Fluch.» Davon wollte Wölfli nichts wissen: «Das Ausscheiden tut weh. Doch wir haben letzte Saison bewiesen, bedeutende Partien gewinnen zu können. Den Cup-Halbfinal gegen Basel etwa.»

In ungewohntem Tenue

YB trat gestern zwar traditionell in gelb-schwarzen Leibchen an, dazu allerdings trugen die Berner ungewohnte weisse Hosen. Grund ist das Reglement des europäischen Fussballverbandes Uefa, das bei internationalen Spielen als Erstes den Gästen die Trikotwahl überlässt. Da Bilbao entschied, in schwarzen Hosen anzutreten, mussten die Young Boys auf Weiss ausweichen. Eine Farbe, die ihnen gestern kein Glück brachte.

http://www.derbund.ch/zeitungen/sport/Koennte-meinen-es-sei-ein-Fluch/story/31976853

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 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2009, 10:52 
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Wohnort: In der Brauerei
Standardsituationen und die Auswärtstore-Regel entschieden

Die geschossenen Auswärtstore und Standardsituationen entscheiden das
Duell zwischen YB und Athletic Bilbao. Die Gelbschwarzen unterlagen
Bilbao nach grossem Kampf 1:2 und scheiden trotz ausgeglichenem
Gesamtscore (2:2) aus der Europa League aus. Beide Tore von Athletic
fielen nach Standardsituationen. Llorente und Muniain trafen. Der
Anschlusstreffer durch Frimpong in der Nachspielzeit fiel zu spät.

Die 21'277 Zuschauer im STADE DE SUISSE sahen eine attraktive Partie mit
vielen Torchancen. Die besseren Gelegenheiten hatten die Young Boys.
Doumbia und Schneuwly schossen in der Startphase aus guter Position über
das Tor (10./13.), später entschärfte Goalie Iraizoz einen Distanzschuss
Hochstrassers und klärte zum Corner (17.). Auch die Gäste hatten ihre
Chancen. So prüfte der auffällige Susaeta YB-Goalie Wölfli (19.),
später strich ein Schuss von de Marcos am Tor vorbei (20.).

Ein seitlicher Freistoss von Spielmacher Fran Yeste führte Mitte der
ersten Halbzeit zur Führung für Athletic. Der grossgewachsene Llorente
setzte sich durch und köpfte den Ball ins Netz (26.).

Noch vor der Pause scheiterten Doumbia mit seinem Kopfball an Iraizoz
und Yapis Nachschuss wurde von einem Verteidiger entschärft (30.). YB
hatte Chancen für viele Tore, blieb aber glücklos. Dies änderte sich
auch nach dem Seitenwechsel nicht. So flog der Schuss von Doumbia nach
einem Querpass Schneuwlys direkt in die Arme des Torhüters (69.). Statt
des Ausgleichs fiel der zweite Athletic-Treffer. Der junge Muniain stand
nach einem Corner am hinteren Pfosten frei und hatte keine Mühe das 0:2
zu erzielen (72.).

YB musste nun alles nach vorne werfen. Die Belohnung für eine gute
Leistung folgte aber trotz der lautstarken Unterstützung der Fans nicht.
Der Anschlusstreffer von Frimpong nach einer Flanke Doumbias fiel zu
spät (91.). In der turbulenten Schlussphase mit etlichen
Spielunterbrechungen und einer roten Karte gegen Yapi (Unsportlichkeit)
fielen keine Treffer mehr.

YB scheidet somit in der Qualifikation zur Europa League trotz
ausgeglichenem Gesamtscore (2:2) aufgrund der Auswärtstore-Regel aus.

Stadion: STADE DE SUISSE Wankdorf Bern
Zuschauer: 21277
Schiedsrichter: Yefet (Israel)

Tore:
26. Llorente 0:1.
72. Muniain 0:2.
91. Frimpong (Rechtsschuss; Doumbia) 1:2.

Auswechslungen:
70. Muniain für Susaeta.
73. Frimpong für Regazzoni.
78. Pasche für Sutter.
80. Orbaiz für de Marcos.
80. Traore für Hochstrasser.
86. Gurpegi für Yeste.

Ersatz:
YB: Collaviti, C. Schneuwly, Affolter, Schneider.
Bilbao: Armando, Koikili, Ustaritz, Etxeberria.

Bemerkungen:
YB ohne Doubaï (rekonvaleszent), Raimondi, Coly (verletzt), Liechti (nicht qualifiziert), De Pierro, Frey (nicht aufgeboten).

Verwarnungen:
32. Mardassi (Foul), 34. Degen (Foul), 45. Yapi (Foul), 49. Castillo (Foul).

Platzverweis:
95. Yapi (Unsportlichkeit).


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 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2009, 11:20 
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schade, schade!!!

yb war gestern abend das bessere team, leider konnten die vielen chancen nicht genutzt werden. entscheidene szene war wohl die vergebene 100% von doumbia nach den schneuwly zuspiel. praktisch im gegenzug macht bilbao das 0:2!!!

das zeitspiel am schluss der basken war ja unter aller sau, da hätte der schiri wirklich mal gelb zücken können.


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 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2009, 13:56 
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Blick, 07.08.2009

Dieser Bub (16) schiesst YB ab

BERN - Matchwinner im Rückspiel ist ein Bub. Das entscheidende 2:0 für Bilbao erzielt der erst 16-jährige Iker Muniain.

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Der Bursche aus Pamplona ist noch feucht hinter den Ohren. Erst vor Wochenfrist im Hinspiel debütierte Muniain in der ersten Mannschaft von Athletic Bilbao. Und jetzt schiesst er seine Farben bereits in die die letzte Quali-Runde für die Europa League.

Dabei beweist Bilbao-Trainer Caparros ein gutes Händchen beim Einwechseln – sonst die Spezialität von YB-Trainer Petkovic. Erst will er in der 70. Minute den Routinier Joseba Etxeberria (wird in in vier Wochen 32) einwechseln. Die lebende Klub-Legende – er spielt die laufende Saison ohne Lohn, weil der Klub finanzielle Probleme hat – hat das Einlauf-Leibchen bereits ausgezogen und steht an der Linie bereit.

Ein Märchen, das nur der Fussball schreiben kann

Doch dann entscheidet sich Caparros anders und bringt Muniain. Zwei Minuten später schlenzt das baskische Supertalent den Ball zum 2:0 ins YB-Tor. Ein Märchen, das nur der Fussball schreiben kann.

Iker Muniain ist der jüngste Spieler, der je für Athletic Bilbao gespielt hat. Bereits 2007 absolvierte er die Vorbereitung mit der ersten Mannschaft von Bilbao. Als 14-Jähriger gehörte er zum Kader und nahm bei einem Auswärtsspiel in Valencia zum ersten Mal auf der Ersatzbank Platz. Im Gegensatz zum Donnerstagabend gegen YB wurde Iker damals nicht eingewechselt.

http://www.blick.ch/sport/fussball/uefacup/dieser-bub-16-schiesst-yb-ab-125473

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 Beitrag Verfasst: Freitag 7. August 2009, 15:23 
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Du baskische Heulsuse. Wenn Du schon Tore schiessen kannst solltest du auch ein paar Tritte einstecken können. :finger:

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 Beitrag Verfasst: Samstag 8. August 2009, 16:28 
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Der Bund, 08.08.2009

Ärger – und eine gute Ausgangslage

In der Super League kann YB den Grundstein legen, um nächstes Jahr endlich mal länger im Europacup zu verbleiben.

Typisch YB? Nein, diesmal war vieles irgendwie anders. Natürlich, die Young Boys haben gegen Athletic Bilbao mal wieder eine wichtige Partie verloren, aber sie taten es mit einer guten Leistung, offensiv und druckvoll und mit deutlichem Chancenplus. In der Finalissima in Basel (0:2) im Mai 2008 oder im Cupfinal gegen Sion (2:3) im Mai 2009 hatte YB enttäuscht. Gegen Bilbao waren die Berner in beiden Partien die bessere Mannschaft gewesen, sie hätten im Baskenland höher als 1:0 gewinnen können, und vor allem hätten sie am Donnerstag im Heimspiel mit durchschnittlicher Effizienz auch drei, vier Tore erzielen können (besser: müssen).

Die 1:2-Niederlage gegen Bilbao war unglücklich, und es passte zum aus Berner Sicht bitteren Abend, schied YB am Ende wegen der Auswärtstoreregel aus. Man kann den Young Boys spielerisch kaum einen Vorwurf machen, sie hatten Möglichkeiten, um früh für Ruhe zu sorgen. So aber entwickelte sich eine gehässige Begegnung, Schiedsrichter Alon Yefet aus Israel hatte das Treiben nie im Griff. Er hatte es in der Startphase verpasst, die zahlreichen Schauspieleinlagen der Bilbao-Akteure auf der grell ausgeleuchteten Bühne Stade de Suisse zu unterbinden. Der Berner Ärger über den israelischen Spielleiter war verständlich, aber er war übertrieben, denn Yefet entschied das Spiel nicht.

Kaum negative Reaktionen

Mehrere YB-Spieler verloren in der unruhigen Atmosphäre die Nerven, David Degen und der giftige Xavier Hochstrasser liessen sich zu brutalen Foulspielen hinreissen, Gilles Yapi sah nach einem Rencontre sogar die rote Karte. Und so blieb nach dem 1:2 als erste Reaktion nur der grosse Frust. Bereits am Freitagmorgen aber blickten die Verantwortlichen in die Zukunft. «Wir haben kaum negative Reaktionen erhalten. Die Leute waren stolz auf YB», sagte Stefan Niedermaier. Der Stadion-CEO freute sich über die tolle Kulisse, über 21000 Zuschauer bescherten dem Verein Bruttoeinnahmen von über einer halben Million Franken.

Ein zu Beginn wunderschöner Fussballabend endete dennoch im grossen Berner Ärger, der jetzt in positive Energie umgewandelt werden soll. Die Young Boys müssen morgen im Heimspiel gegen Bellinzona auch verhindern, in eine Negativspirale zu geraten. Die Partie gegen Bilbao hat gezeigt, wie stark die Berner in der Offensive von Seydou Doumbia abhängig sind. Andere Offensivspieler sind auf diesem Niveau trotz grossen Aufwands limitiert. Aber vielleicht erweist sich das frühe Ausscheiden in der Retrospektive einmal als Vorteil, denn die personellen Möglichkeiten der Young Boys sind eher nicht dazu geeignet, in diesem Herbst in der Europa League noch acht zusätzliche Partien zu bestreiten.

Zu schwache Ersatzbank

Am Donnerstag zum Beispiel wechselte Petkovic in der Schlussphase die 18-jährigen, sehr talentierten Alexandre Pasche und Youssouf Traoré ein – sie sind verständlicherweise gegen einen Gegner wie Bilbao noch nicht in der Lage, Akzente zu setzen. Mit den noch verletzten Matar Coly sowie Mario Raimondi und vor allem Thierry Doubai werden immerhin bald drei gestandene Fussballer das Kader verstärken. Jetzt kann und muss sich YB auf Liga und Schweizer Cup konzentrierten, das Saisonziel ist klar definiert: Meistertitel. In der Champions-League-Qualifikation trifft der Schweizer Meister ja im neuen Modus auf weniger starke Gegner, wie das Beispiel FC Zürich eindrücklich zeigt. In der Europa League dagegen müssten die Young Boys auch in der nächsten Spielzeit mindestens ein höher eingestuftes Team bezwingen. Und weil die Berner bisher immer früh aus diesem Bewerb ausschieden, kommt der Verein auch nicht aus dem Teufelskreis mit dem tiefen Uefa-Koeffizienten heraus.

http://www.derbund.ch/zeitungen/sport/rger--und-eine-gute-Ausgangslage/story/18980592

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