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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:41 |
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Berner Zeitung, 19.05.2009
Die Biertanks sind voll
Wenn YB am Mittwoch Cupsieger wird, gibt es eine Freinacht. Die YB-Becher sind schon gedruckt, die Biertanks gefüllt.
Carlos Cornejo hat Erfahrung mit Fussballfans. Das «Luna Llena» im Breitsch ist seit Jahren Treffpunkt vor YB-Heimspielen. Cornejo sagt: «Wir sind bereit für eine lange Nacht.» Letzten Freitag hat der Polizeiinspektor der Stadt Bern mitgeteilt, dass es bei einem allfälligen Cupsieg von YB eine Freinacht gibt.
Sergio Baglieri, Geschäftsführer des Restaurants «Luce» wird die Öffnungszeiten jedoch auch wenn YB gewinnt, nicht verlängern. «Erfahrungsgemäss spielt sich das Fest auf dem Bundes- und dem Bärenplatz ab.» Laut Polizeiinspektor Jean-Claude Hess gilt die Überzeitbewilligung ausschliesslich im Falle eines YB-Siegs: «Laut Gesetz muss ein lokaler Bezug bestehen.»
«Lohnt sich auf jeden Fall»
Weil die Partie auf dem Bundesplatz direkt auf Grossleinwand übertragen wird, ist Lukas Uehlinger, Inhaber des Café Federal, am Mittwoch an vorderster Front dabei: «Wir werden spontan reagieren, wenn YB gewinnt.» Die Biertanks seien bis oben gefüllt. Geplant hat Uehlinger eine Bar vor dem Restaurant, an der Bier ausgeschenkt und Würste grilliert werden. An Ständen werden Essen und Getränke angeboten. Es wird ein spezieller Mehrweg-Becher verkauft, der zwei Franken kostet. Weitere Aktivitäten seien nicht geplant. Die Mannschaft werde nicht auf dem Bundesplatz erscheinen.
Alice Zwahlen ist Geschäftsführerin der Restaurants Chez Edi, China Imperial, Gfeller und La Pizzeria am Bärenplatz: «Sobald die Märit-Leute weggeräumt haben, bereiten wir die Terrasse vor.» Und was ist, wenn YB verliert? «Henu», sagt Alice Zwahlen, «dann schliessen wir um halb zwölf und gehen ins Bett.»
Autogramme an der BEA
Auch am YB-Stand an der BEA ist der Cupfinal das Thema. Die YB-Ersatzgoalies Paolo Collaviti und Roman Bürki wurden gestern an der Autogrammstunde mit Glückwünschen überhäuft.
Zum Beispiel Beat Bögli aus Lyssach, der mit dem YB-Ersatztorhüter Paolo Collaviti ein paar Sätze über den Cupfinal vom Mittwoch austauschte. «Diesmal muss es klappen», so Beat Bögli.
Er erwähnte den Cup-Mythos des FC Sion. Zehnmal standen die Walliser im Cup-Endspiel – zehnmal haben sie dieses gewonnen. «Jede Serie hat ein Ende», ist Bögli überzeugt. Und Collaviti: «Dieser Mythos ist Geschichte. Das sind bloss Fotos von vergangenen Siegen, welche die Walliser an die Wände kleben. Wir haben jedenfalls keine Angst.»
Alle reden vom Cupfinal, jeder Fan, jeder Vater, jedes Kind, das beim YB-Stand an der BEA aufkreuzt. «Ganz Bern ist hungrig auf diesen Titel», sagt Collaviti. Das spüre er überall, wo er sich aufhalte. Hungrig sei auch die Mannschaft. «Motivieren muss uns keiner.» Einige Spieler seien heute noch über die Finalniederlage vor drei Jahren gegen Sion enttäuscht. «Sie brennen auf Revanche.» Als Ersatzkeeper wird Collaviti im Endspiel kaum zum Einsatz kommen. «Trotzdem bin ich mit Leib und Seele dabei.» Er habe mit YB derart viel durchgemacht. «Ich will endlich einen Pokal stemmen – um jeden Preis.»
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shalako
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Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:43 |
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Tagesanzeiger, 19.05.2009
«Das darf man sich nicht bieten lassen»
Mit einer gezielten Provokation hat der FC Sion versucht, auf die Schiedsrichteransetzung für den Cupfinal am Mittwoch gegen die Young Boys (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz-Liveticker) Einfluss zu nehmen.
Die Buchhaltung von Sion-Präsident Christian Constantin über Spiele mit Beteiligung des FC Sion und des Baselbieter Schiedsrichters Claudio Circhetta hat ergeben: acht Spiele, kein Sieg, sechs Niederlagen, 19 gelbe und fünf rote Karte sowie drei Penaltys gegen die Walliser. Für die Gegner gab es 14 Verwarnungen, einen Platzverweis und einen Elfmeter. Deshalb hat Constantins Anwalt in einem absurden Fax an den Zentralvorstand (ZV) des SFV verlangt, Circhetta solle schriftlich garantieren, dass er den 84. Cupfinal unabhängig und unparteiisch leiten werde.
Der ZV erklärte sich gestern für den falschen Adressat, weil die Schiedsrichterkommission den Referee bestimme. Zweifel an dessen Neutralität hat man sowieso nicht. Der Zuschlag für Circhettas erstes Cup-Endspiel wurde erst durch das Halbfinal-Aus des FCB möglich. Schiedsrichterchef Urs Meier windet dem Muttenzer, der seit 2005 Fifa-Schiedsrichter ist, ein Kränzchen: «Er hat eine tolle Saison hinter sich, er ist in die Champions League aufgestiegen und er ist hinter Massimo Busacca die klare Nummer 2 in der Schweiz.»
Respekt
Meier hat Circhetta nun – zur ungestörten Vorbereitung – geraten, keine Zeitungen zu lesen. Für ihn hat die Intervention Sions – «ein wohl einmalige Vorfall in der Geschichte des Schweizer Cup» – mit mangelndem Respekt zu tun: «Wir dürfen uns das nicht bieten lassen .» Meier erinnert daran, dass er während seiner aktiven Schiedsrichterkarriere zwölfmal Spiele mit türkischen Mannschaften gepfiffen habe und kein einziges hätten die Türken gewonnen – und nie sei «auch nur ansatzweise meine Nomination moniert worden». Und das im Land der Fussball-Verschwörungstheoretiker.
Anders als der Sion-Präsident gab sich übrigens gestern Frederic Chassot, der Adlatus von Constantin, ganz konziliant: «Wir haben kein Problem mit den Schiedsrichtern.»
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shalako
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Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:45 |
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Basler Zeitung, 19.05.2009
«Es geht nicht um Zaubertricks»
YB wartet seit 22 Jahren auf einen Titel und tritt im Cupfinal gegen Sion als Favorit an – der Druck ist daher gewaltig. Sportpsychologe Patric Eisele sagt, es gelte, die Erwartungshaltung in positive Energie zu verwandeln.
Wenn Sportler in Gedanken den Wechsel von «ich will gewinnen» zu «ich muss gewinnen» vollzögen, sei das fatal, sagt Sportpsychologe Patric Eisele. Die Interpretation, nur noch verlieren zu können, sei im taktischen und technischen Bereich leistungshemmend. Genau dieser Gefahr sind die YB-Akteure am Mittwoch im Cupfinal ausgesetzt. Einerseits warten die Anhänger seit über zwei Jahrzehnten auf einen Titel, anderseits ist der BSC Young Boys als Spitzenklub, der zudem im Heimstadion auf Kunstrasen antreten kann, der Goliath, Abstiegskandidat Sion hingegen der David. Weil das Gefühl, nichts gewinnen zu können, wenig förderlich ist, lässt sich häufig beobachten, dass Coachs die Favoritenrolle dem Gegner zuschieben, oft mit abstrusen Argumenten. Im Falle von YB und Vladimir Petkovic dürfte dies nicht funktionieren, insofern bleibt nur die Option, das Selbstvertrauen der Spieler zu stärken. Es gelte, die Erwartungshaltung in positive Energie zu verwandeln, erklärt Eisele, der Mitglied der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (SASP) ist. «Die ganze Schweiz traut uns zu, den Cupfinal zu gewinnen», sei eine Botschaft, die der Coach oder der Sportpsychologe der Mannschaft etwa vermitteln könnte, erzählt der 34-Jährige aus Davos.
Die Rollen des Trainers
Eisele sagt aber auch, es sei wenig sinnvoll, die psychologische Arbeit erst in der Krise oder kurz vor einem Höhepunkt aufzunehmen. «Es geht nicht um Zaubertricks.» Ein Sportpsychologe kann ein Team beim Zusammenwachsen des Mannschaftsgefüges sowie bei anderen gruppendynamischen Prozessen begleiten. Und er kann helfen, Konflikte zu lösen. Für einen Aussenstehenden sei das oft einfacher als für den Coach, der verschiedene Rollen ausfülle, meint Eisele. «Es geht kaum ein Spieler zum Trainer und erzählt ihm von Problemen mit der Freundin, wenn er weiss, dass dieser am Mittwoch die Mannschaftsaufstellung macht.» Wichtig ist auch, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Eisele lässt bei Mannschaften, die er betreut, manchmal folgende Übung machen: Spieler mit verbundenen Augen werden von Teamkameraden durch einen Parcours geführt. «Das stärkt das Vertrauen in den Mitspieler. Es gibt nicht umsonst den Ausdruck ‹blind vertrauen›.»
Viele Trainer blenden mögliche negative Ereignisse bewusst aus, um bei ihren Akteuren keine Zweifel aufkommen zu lassen. Das funktioniert, solange die negative Situation nicht eintrifft. Patric Eisele empfiehlt hingegen, Handlungspläne gemäss der Formel «was tun wir, wenn» zu entwerfen. Die YB-Fussballer können zum Beispiel psychologisch auf einen Rückstand vorbereitet werden. Gemäss Eisele gibt es einfache Rezepte: «Die Spieler werden zum Beispiel angehalten, nach dem 0:1 an die letzte Partie zu denken, welche das Team noch gedreht hat.»
150 Penaltys nützen nichts
Im Cupfinal kann es zum Penaltyschiessen kommen. «In diesem Moment wird jeder zum Individualsportler», sagt Sportpsychologe Eisele. Auf diese Extremsituation könne man sich nicht vorbereiten, indem man am Morgen 150 Elfmeter schiesse. Mit Mentaltraining, das unter anderem die Visualisierung bestimmter Situationen beinhaltet, kann jeder Einzelne seine persönliche Leistung beeinflussen. Ein Spieler, der sich auf das tobende Publikum, die Psychotricks des Goalies und den langen Marsch zum Strafraum vorbereitet hat, kann leichter sein Potenzial abrufen. Eine Garantie, dass er ins Tor trifft, gibt es aber nicht.
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shalako
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Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:48 |
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sf.tv, 19.05.2009
«Sions Serie beeindruckt uns nicht»
Damit die Young Boys im Cupfinal vom Mittwoch nach 22 Jahren wieder einen Pokal nach Bern holen können, sind sie auch auf die Tore von Stürmer Marco Schneuwly angewiesen. «Es ist Zeit, Sions Serie zu brechen», sagt er im Interview.
Schneuwly hat sich in dieser Saison als Stammspieler im YB-Sturm etabliert. Der U17-Europameister von 2002 ist mit neun Treffern drittbester Torschütze der Berner. Schneuwly war schon 2006 beim letzten Cupfinal zwischen YB und Sion dabei - damals aber stand er im Kader der Walliser.
Marco Schneuwly, wie gross ist die Anspannung vor dem Cupfinal? Schneuwly: Im Moment noch nicht so gross. Wir bereiten uns ganz normal auf das Spiel vor, wie wir das sonst auch tun. Am Montag hatten wir noch die normalen Pressetermine, seit dann gilt die volle Konzentration dem Spiel vom Mittwoch.
Der Cupfinal ist in Bern in aller Munde, die Stadt wartet seit 22 Jahren auf einen Titel. Setzt Sie das besonders unter Druck? Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, es ist etwas Schönes, wenn man zu jener Mannschaft gehört, welche die Möglichkeit hat, endlich wieder einen Titel zu holen. Deshalb setzt sich das Team keinen Druck auf.
In den letzten beiden Super-League-Partien machte es den Anschein, dass YB bereits für den Cupfinal testet. Es gab gegen Sion und Aarau viele Wechsel in der Mannschaft. Wir haben die Partien sicher nicht als Trainingsspiele angesehen. Wir wollten sie gewinnen, um Selbstvertrauen zu tanken und um ein gutes Gefühl für den Cupfinal zu bekommen. Die Wechsel gab es, damit alle zum Zug kommen. Zudem waren sie auch nötig, weil gegen Sion einige Spieler gesperrt waren. Kommt dazu, dass wir die Meisterschaft noch nicht abgeschrieben haben, solange die rechnerische Möglichkeit zum Titelgewinn besteht. Zürich und Basel werden noch Punkte abgeben. Wir müssen alles daran setzen, um bereit zu sein, wenn sich eine Möglichkeit ergibt.
Sion umgibt seit Jahren ein spezieller Cup-Mythos. Sie haben diesen Spirit als Sion-Spieler vor drei Jahren selbst miterlebt. Beeindruckt Sie das Walliser Cup-Fieber? Nein, wir denken nicht wirklich daran. Wir konzentrieren uns auf uns selber und werden versuchen, unser Spiel aufzuziehen. Sions Serie der Ungeschlagenheit in Cupfinals beeindruckt uns nicht.
Vor drei Jahren war das anders... Ja, damals hatte ich mich auch damit befasst (lacht). Wir hatten damals als Einstimmung alle Sion-Finals noch einmal angeschaut. Das ganze Umfeld im Wallis setzt alles daran, diesen Mythos aufrecht zu erhalten. Er ist sicher was sehr Spezielles und alle fiebern dem Cupfinal entgegen.
Bei YB gehören Sie zu den Aufsteigern des Jahres. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Saison? Ich bin schon sehr zufrieden. Ich habe viel Einsatzzeit bekommen. In der Vorrunde lief es gar noch ein bisschen besser mit dem Toreschiessen als jetzt im Frühling.
Warum gewinnt YB am Mittwoch? Weil wir zu Hause spielen können und es Zeit ist, dass mal eine andere Mannschaft den Cup gewinnt.
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shalako
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Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:49 |
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sf.tv, 19.05.2009
Cupfinal
Heimvorteil vs. Cuptradition
Mit Blick auf die Kaderstärke, Formstand und Heimvorteil kann der Sieger im Cupfinal vom Mittwoch («SF zwei» live ab 20 Uhr) nur YB heissen. Aber: Der Cup hat bekanntlich eigene Gesetzte. Erst recht dann, wenn der Finalgegner aus dem Wallis kommt.
Der Schweizer Cup hat in Sion Tradition und die Walliser schreiben seit Jahren munter an der Geschichte dieses Wettbewerbs mit. Zehn Siege bei zehn Finalteilnahmen zeugen von der Fähigkeit des FC Sion, im wichtigsten Moment die beste Leistung zu bringen. Und die Geschichte zeigt: Sion gewinnt den Cup auch dann, wenn es in der Meisterschaft nicht nach Wunsch läuft. Nicht von ungefähr ist Sion der einzige Klub, der die Cuptrophäe als Unterklassiger gewinnen konnte (2006 gegen... YB).
Sion auf der Suche nach Konstanz
Auch in der aktuellen Saison läuft es Sion wieder keineswegs nach Wunsch. Zwei Runden vor Schluss befinden sich die Walliser in akuter Abstiegsgefahr und wieder wurden im Verlauf der Saison fünf Trainer verbraucht – inklusive Präsident Christian Constantin, der das Traineramt zweimal gleich selbst ausübte. Talent wäre in der Walliser Multi-Kulti-Truppe durchaus vorhanden. An guten Tagen nämlich führt Olivier Monterrubio im Mittelfeld magistral Regie, sorgt der pfeilschnelle Flügel Virgil Reset für Torgefahr, hält «Pharao» Essam El-Hadary seinen Kasten rein. Viel zu selten allerdings zeigte Sion in dieser Saison, zu was es eigentlich fähig wäre.
Ganz anders die Young Boys. Nach einem durchzogenen Saisonstart im letzten Sommer mit nur einem Punkt aus den ersten vier Runden fanden die Berner unter ihrem neuen Trainer Vladimir Petkovic schnell zu beeindruckender Konstanz und starteten eine veritable Aufholjagd, die im Frühling gar noch Meisterträume zuliess. Mit geballter Offensivkraft um Superjoker Seydou Doumbia und der Flügelzange Carlos Varela/Alberto Regazzoni begeisterten die Berner ihre Fans. 77 Tore haben die Young Boys erzielt, 40 (!) Treffer mehr als Finalgegner Sion.
Young Boys seit August in Bern unbezwungen
Bemerkenswert ist die Heimstärke der Young Boys. Von 17 Ligaspielen in dieser Saison im Stade de Suisse hat YB nur gerade zwei verloren – in der 1. und der 8. Runde. Seit August 2008 ist YB auf dem heimischen Kunstrasen ohne Niederlage, im Frühling gewannen die Berner sieben ihrer acht Heimspiele. Auch wenn beim Cupfinal die Hälfte der Zuschauer im Stade de Suisse Sion unterstützen wird, ist der Heimvorteil ein gewichtiger Faktor in einer Partie, in der YB ohnehin schon als grosser Favorit gilt.
Verletzungssorgen haben weder Sions Trainer Didier Tholot noch Petkovic. Bei den Bernern dürfte Doumbia einmal mehr zu Beginn auf der Ersatzbank Platz nehmen; und in Sion stellt sich höchstens die Frage, welchem Stürmer Tholot das Vertrauen schenken will. Für die Schlagzeilen gesorgt hat im Wallis in den letzten Tagen weniger das Team als Constantin, der sich von Final-Schiedsrichter Claudio Circhetta via Anwalt schriftlich versichern lassen wollte, das Spiel unabhängig und unparteiisch zu leiten (!). Eine berechnete Provokation, gewiss, aber auch ein Zeichen dafür, dass sie im Wallis alles für den Finalsieg tun würden.
Serienende oder Überraschung?
Praktisch alle Vorzeichen deuten auf einen Finalsieg der Young Boys hin, auf einen Titel, auf den sie in Bern seit 22 Jahren sehnlich warten. Nur: Könnte man wirklich von einer Überraschung sprechen, sollte Sion sein Potenzial ausgerechnet in diesem einen Spiel abrufen? Sollten die Walliser auch ihren elften Cupfinal gewinnen? Die Vorzeichen in diesem Final sind klar – möglich aber scheint trotzdem alles.
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shalako
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Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 19:50 |
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Blick, 19.05.2009
Zeigt sich CC wieder in Unterhosen?
BERN – YB zittert im Cupfinal vor Christian Constantin! Wird sich der Sion-Präsident am Mittwoch zu später Stunde vor lauter Freude über den vermeintlichen 11. Cupsieg wieder ausziehen?
Einen Mann haben sie in Bern vor dem Cupfinal 2006 zwischen YB und Sion bös unterschätzt: Sion-Präsident Christian Constantin, der mit allen Wassern gewaschen ist.
Schon im Vorfeld des Cupfinals vor drei Jahren fabriziert CC einen veritablen Nervenkrieg. Sion tritt im Endspiel nur unter Protest an. Grund: YB, der haushohe Favorit, setzt gegen das unterklassige Sion seinen brasilianischen Mittelfeld-Akteur Everson ein. CC ist fest der Überzeugung, dass der Brasilianer gesperrt sei. Da helfen auch alle Schlichtungsversuche von YB-Boss Niedermaier nichts.
Nach 120 Minuten steht es 1:1-Unentschieden. Kämpfer Everson avanciert zur tragischen Figur, reisst sich im Spiel das Kreuzband. Umittelbar vor dem Penaltyschiessen zeigt CC dann, wer bei Sion das Sagen hat: Er trommelt seine Elf demonstrativ zusammen und hält wild gestikulierend eine Brandrede.
Die Zuschauer im Stadion halten den Atem an, die YB-Akteure schielen scheu zu den überzeugten Wallisern rüber. Sion-Trainer und Notnagel Moulin steht wortlos und diskret daneben, lauscht den Worten seines mächtigen Präsidenten. Zum Abschluss machen die Sion-Spieler einen Kreis, der Patron selbst in der Mitte.
Der Siegeswille von Constantin überträgt sich auf sein Team. Sion gewinnt tatsächlich im Elfmeter-Krimi den zehnten Cup im zehnten Finalspiel!
Kein Wunder kennt der Jubel im Wallis und vor allem in der Sion-Garderobe keine Grenzen. Als Höhepunkt zieht sich CC auch noch bis auf die Unterhosen aus.
Auch vor dem diesjährigen Cupfinal sorgt CC für Aufregung: Angefangen hat es mit einem Brief an den SFV. In diesem beschwert sich Constantin zuerst über den Cup-Final-Ball. Nicht ganz zu Unrecht, denn selbst in YB-Kreisen ist man befremdet über die Kugel in Gelb und Purpurrot, die – aus der Ferne betrachtet – einwandfrei als YB-Farben durchgehen.
Doch ebenso wie die Kugel gibt CC der Schiedsrichter zu denken. Vor der Nominierung von Claudio Circhetta schrieb der streitbare Architekt dem SFV, René Rogalla lehne man im Wallis rundweg ab. Und es solle doch bitte schön ein Ausländer sein. Schiri-Boss Urs Meier hatte für solcherlei Gebaren taube Ohren und bot Circhetta auf. Dies stiess CC erneut sauer auf.
Er liess sich die Bilanz des FC Sion unter Circhetta herausschreiben und stellte mit Schrecken fest: Es ist eine Horrorbilanz! Seit dem Aufstieg in die Super League hat der Basler acht Sion-Spiele geleitet. Sion gewann nie und verlor sechsmal. Die Walliser kassierten fünf Rote und 19 Gelbe Karten sowie drei Penaltys – die jeweiligen Gegner hingegen nur gerade 14 Verwarnungen, eine Rote und keinen Elfmeter. Die Theorie von CC: Seit dem nicht geahndeten und medial ausgeschlachteten «Killerfoul» von Gökhan Inler (damals beim FCZ) im Dezember 2006 ist Circhetta in Sachen Sion nicht mehr objektiv. (Alain Kunz)
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shalako
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Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 20:21 |
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Walliser Bote, 19.05.2009
Weil «King Ralph» an Pfingsten nicht kann
Der Cupfinal findet zum ersten Mal an einem Werktag statt. Wegen einem FIFA-«Reisli» des Zentralvorstandes des SFV
Die bisherigen 83 Cupfinals wurden entweder am Pfingstmontag, am Ostermontag oder an einem Sonntag ausgetragen. Das diesjährige Endspiel im K.-o.-Wettbewerb zwischen den Young Boys und Sitten findet an einem Mittwochabend statt. Warum eigentlich?
Der Cupfinal gehörte einst zum Pfingstmontag wie das Eiersuchen an Ostern. Auch in der aktuellen Saison war eine der wichtigsten Entscheidungen im Schweizer Fussball auf diesen Feiertag terminiert gewesen. Mittlerweile musste ein anderes Datum her. Der Pfingstmontag fällt heuer auf den 1. Juni. Bereits einen Tag später beginnt auf den Bahamas ein bedeutender FIFA-Kongress, an dem die Spitze des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) teilzunehmen hat. Im Inselstaat in Mittelamerika wird unter anderem über die «6+5»-Regel diskutiert. Da Ralph Zloczower, Peter Gilliéron und Co. den Cupfinal live miterleben wollen und die Bahamas nicht gleich um die Ecke liegen, stellte sich ein Terminproblem. Als Lösung wurde die Vorverschiebung des Cupfinals gewählt. Erstmals findet der Traditionsanlass am Abend eines Werktages statt womit der Verband auch einem Wunsch des Schweizer Fernsehens entspricht. Anpfiff zur Partie im Stade de Suisse ist morgen Mittwoch um 20.30 Uhr.
Problem UEFA-Cup
Das neue Cupfinal-Datum rief Kritiker auf den Plan. Vor allem in gewissen Fan-Kreisen hiess es, es könne doch nicht sein, dass das Spiel verschoben werde, nur weil die SFV-Spitze am Pfingstmontag nicht im Land weile. Robert Breiter, Chef-Organisator des Schweizer Cups, entgegnet diesen Stimmen: «Der Cup ist der Wettbewerb des Schweizerischen Fussballverbands schlechthin. Da wäre es doch ein Witz, wenn die Mitglieder des Zentralvorstands nicht anwesend wären. In der Wirtschaft nehmen ja auch die Verwaltungsräte an der Generalversammlung ihrer Firma teil.»
Dass sich der Cupfinal nun mit dem auf dem deutschen Sender Sat. 1 laufenden UEFA-Cup-Final zwischen Werder Bremen - Schachtjor Donezk überschneidet, stört die Verantwortlichen offenbar nicht. SFV-Medienchef Marco von Ah sagt: «In der Schweiz ist das Interesse am UEFA-Cup-Final nicht gross. Würde man auf der Strasse die Leute fragen, wer im vergangenen Jahr gewonnen hatte, kämen wohl nur wenig richtige Antworten.» Es sei in Erinnerung gerufen: 2008 holte Zenit St. Petersburg dank eines 2:0 gegen die Glasgow Rangers die UEFA-Cup-Trophäe.
Berner Lage-Vorteil
Im Vorfeld des Cupfinals war nicht nur das Datum (und die Wahl des Schiedsrichters), sondern auch der Austragungsort ein Zankapfel gewesen. Die Young Boys haben wie Basel im Vorjahr ein Heimspiel und können erst noch auf dem ihnen bestens bekannten Kunstrasen antreten. Ralph Zloczower ist pikanterweise ein Ur-Berner und ehemaliger YB-Präsident. Für den 76-jährigen Fürsprecher wird es der letzte Cupfinal als SFV-Zentralpräsident sein. Der Entscheid über den Austragungsort wurde allerdings bereits Ende Januar, also vor den Viertelfinals, kommuniziert, als man noch nicht wusste, wie weit der Weg der Gelb-Schwarzen führen würde. Von eindeutiger Bevorteilung der Young Boys kann also keine Rede sein. Beim SFV lässt man verlauten, dass für die Durchführung des Cupfinals derzeit nur die vier Host Cities der EURO 2008 die Anforderungen erfüllen. «In der engeren Auswahl für die heurige Austragung waren Bern und Basel», sagt Marco von Ah.
Berns Bemühungen
«Für die Bundeshauptstadt sprach, insbesondere wegen des Werktag-Termins, die zentralere Lage. Zudem hat sich Bern intensiv um die Gastgeberrolle bemüht. In den Hinterköpfen war sicher auch, dass Bern wegen des Kunstrasens zuletzt nie den Zuschlag für Länderspiele erhielt», so von Ah weiter. Die rund 32 000 Plätze im Stade de Suisse dürften am Abend vor Auffahrt belegt sein. Und was ist mit Zürich und Genf? Cup-Boss Robert Breiter erklärt: «Zürich hat kein typisches Fussballstadion. Im Letzigrund ist die Leichtathletikbahn sicher nicht ideal. Und Genf liegt zu dezentral.» Um anzufügen: «Ich bin sowieso überzeugt, dass das Datum und der Ort nicht entscheidend sind, ob aus einem Cupfinal eine Erfolgsgeschichte wird. Auf die Affiche kommt es an!» Von der Affiche YB - Sitten verspricht sich Breiter einiges.
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shalako
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Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 20:22 |
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Walliser Bote, 19.05.2009
Die Haudegen auf dem Sockel
In zehn Finalspielen des Schweizer Fussball-Cups hat der FC Sitten nie verloren. Kann man das erklären?
Pierre Imhasly, massloser Wortkomponist («Rhone-Saga»), einheimischer Schriftsteller zwischen Quell des Rottu und dem Süden Frankreichs, dort, wo unser Fluss im Meer verloren geht, dieser Imhasly sass einmal zusammen mit Maurice Chappaz selig in einem Bistro im Bagnes-Tal; in Le Châble hockten sie.
Eigentlich waren die zwei Literaten zum Übersetzen zusammengekommen, doch stattdessen schauten sie in einem Café Skirennen. Olympia, Calgary, 1988, Abfahrt. «Wir», so Imhasly, «zagten und knurrten, hauten auf den Tisch, sprangen auf und brüllten. Übers Eis und durch die Luft war da einer, gewiss kein Intellektueller, am schnellsten heruntergekommen: der Pirmin! Der hatte nicht nur sich selbst und die Österreicher besiegt, sondern auch einen Herrn Müller zum Zweiten gemacht.» Peter Müller, er Zürcher aus Adliswil! Grasshoppers? FC Basel oder auch Zürich? Servette, Xamax oder Lutschern? Young Boys? Egal, alles austauschbar, alle haben sie dem FC Sitten nicht die harte Stirn bieten können, als es darum ging, im Wettstreit die Cuptrophäe im helvetischen Fussballgeschäft an sich heften zu können. Und das Wallis war besoffen vor Glück. Zehnmal Endspiel, zehnmal Fest, zehnmal Rausch, zehnmal Stolz, z’Zääni. Raphael Wicky, internationaler Tschutter, sagte einmal: «Die Nacht zuvor habe ich kaum geschlafen.» So, als habe er, aus Steg, geahnt, was da geschehen wird, etwas Magie, in all den Finaljahren fast schon in die Gene gedribbelt. Geografisch stellt das Wallis trotz neuem Bahntunnel und altem Genfersee eine Einheit dar. Umgeben von Mächtigen, der Cupfinal als Umkehr der Machtverhältnisse. Was Imhasly gemeint hat, umschrieb Ethnologe Thomas Antonietti angesichts dieser Natur einmal so: «Der FC Sitten entspricht vielmehr dem FC Barcelona, der für ganz Katalonien steht. Über den Klub grenzen sich die Katalanen gegenüber dem Rest Spaniens, vor allem dem mächtigen Madrid, ab.» Das dominante Madrid wie damals der giftige Peter Müller. Zwar ist der FC Wallis heute kein FC Wallis mehr, zu vielen ist die Mannschaft fremd geworden, zu viel Business, doch die Identifikation geschieht trotz NEAT über die Abgrenzung nach aussen. Ein ewiges Einer gegen Alle, nennt es Imhasly. An diesem Cupfinaltag gilt das mit Bestimmtheit, ja, an diesem Tag vor allem. Ein verbindendes Symbol für eine Gesellschaft, die alles andere denn homogen ist. Und dieser standhafte Einer hat alle Klippen umschifft. So bereits 1965 beim ersten Streich gegen das weit stärker eingestufte Servette. Oder 1997, als Lutschern fünf Minuten vor Schluss noch geführt hat, ehe dem launigen, aber treffsicheren Lukic der Ausgleich via Elfmeter gelang. Selbst im Penaltyschiessen blieben sie zweimal unbefleckt. Am eindrücklichsten war der Tanz um den Goldenen Ball aber 1991 und 1996. Beide Male führte der Gegner 2:0, ehe Sitten das Ding doch noch drehte. So entstand die Cupfinal-Reinheit, ein Mythos einer Randregion, die in der profanen Wallfahrt nach Bern letztlich sich selbst feiert. Mit Sternen-Fahne, Wein, Trompete und vielleicht sogar der mitgebrachten Grossmutter. Selbst der Rarner Georges Bregy, 1991 beim Gegner Young Boys kickend, musste sich diesem himmlisch scheinenden Gesetz beugen. In der Pause, bei 2:0 für die aus der Hauptstadt, prahlte er in die Mikrofone: «Jetzt sind sie dran.» Irrtum. Selbst vor zwei Jahren, damals in der Challenge League darbend, vermieste der eigentliche Klassenunterschied das Fest nicht. Zehnmal Endspiel, zehnmal Fest, zehnmal Rausch, zehnmal Stolz, z’Zääni. Wird nicht immer so bleiben, irgendwann ists vorbei mit dem Zauber. Aber bitte nicht dieses eine Mal, und auch nicht das nächste, übernächste, überübernächste, eigentlich nie. Viele Widersacher waren im Spiel besser, aber der Walliser, so der Völkerkundler Antonietti, erkennt sich im Kämpferischen. Diejenigen Walliser, die auf dem Sockel standen, seien meist Haudegen gewesen. «Ich denke an Kardinal Schiner oder an Peter Bodenmann.» Vielleicht denken wir morgen gegen halb elf an Christian Constantin.
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 20:23 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Walliser Bote, 19.05.2009
Der letzte Schliff
FC Sitten: CCs Schiri-Kritik, neue Bälle und Training beim FC Lerchenfeld
Der FC Sitten ist auf die Zielgerade eingebogen, was die Vorbereitung auf den morgigen Cupfinal betrifft. Auf dem Kunstrasen des FC Lerchenfeld wurden gestern die neuen Bälle getestet.
Sie sind nicht vom Marktführer Adidas und rollen erst noch in den Klubfarben des Gegners: Christian Constantin, im Vorfeld des Cupfinals ohnehin in der Rolle des «Anheizers», beschwerte sich über den neuen Cupfinal-Ball auch schon mal schriftlich beim SFV und hielt bei dieser Gelegenheit fest, dass man sehr unglücklich sei über die Wahl von Cupfinal-Ref Claudio Circhetta.
Die «Horror-Statistik» unter Circhetta
Die Statistik der Spiele seit 2006 mit diesem Schiedsrichter erschrak sogar den ansonsten diesbezüglich resistenten Präsidenten: acht Spiele gabs für den FC Sitten in dieser Zeit unter der Leitung von Circhetta mit zwei Remis und sechs Niederlagen bei 6:19 Toren. Dabei setzte es drei gegen die Walliser ge-pfiffene Elfmeter ab, 19 Verwarnungen und fünf Platzverweise. Unter dem Cupfinal-Ref verlor Sitten allein in dieser Saison zwei Spiele gegen YB (0:5 und 2:3). Ob diese Zahlen indes ausreichen, um irgendwelche Tendenzen herauszulesen? Für Constantin allemal. Ändern wird das an den getroffenen Entscheidungen indes nichts, und CC hielt zu dieser Thematik gestern einzig fest: «Wir hoffen nur auf eine faire Spielleitung.» Das Cupfinal-Kader mit 21 Mann bestieg nach einem gemeinsamen Mittagessen im Teamhotel den Bus in Martinach und absolvierte auf dem Kunstrasen des FC Lerchenfeld bei Thun ein lockeres Training. 200 Franken Benutzungsgebühr gabs für diese Trainingseinheit an den Leader der Berner 2.-Liga-Gruppe zu berappen, ein Einheitspreis ohne Aufschlag. Der Kunstrasen entspricht nicht ganz demselben Produkt wie derjenige im Stade de Suisse. Tholot liess seine Spieler locker den Ball zirkulieren, nach einer knappen Stunde war Schluss mit der Bewegungstherapie. Die Journalisten mussten bereits nach einer Viertelstunde das Stadion verlassen, anscheinend gibts doch noch «Geheimnisse» in verschiedenen Spielsituationen.
Dominguez und Saborio nicht im Aufgebot
Derweil begutachtete Constantin auf der alten Holztribune die Arbeit seiner Angestellten, nachdem er vorher selber auf dem Kunstrasen gestanden war und im Stile eines ehemaligen Torhüters mit dem neuen Ball jonglierte. Von einem vorbeifahrenden offenen PW mit provozierenden «Hopp-YB»-Rufen lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Siegesprämie hat er bereits festgelegt: 15 000 Franken gibt es für jeden Spieler, falls der 11. Cupsieg eingefahren wird. Zwei werden so oder so leer ausgehen: Dominguez und Saborio gehören nicht einmal zum 20-Mann-Aufgebot und blieben im Wallis. Saborio hat Tholot mit einem verspäteten Erscheinen zum Training in der letzten Woche verärgert, und der Franzose hat seit seinem Amtsantritt hier ohnehin jeweils Obradovic als Spielführer auf- und damit Dominguez ins Abseits gestellt. Der Stürmer aus Costa Rica und der ehemalige Nationalspieler Kolumbiens gehörten bereits gegen Xamax nicht mehr zum Aufgebot.
Kein Training im Stade de Suisse
Mit Sarni, Obradovic und Crettenand sind noch drei aus der Siegermannschaft 2006 (Penaltysieg gegen YB) dabei. «Das jetzt ist natürlich eine ganz andere Mannschaft», so Stephane Sarni, der gegen Xamax angeschlagen raus musste, aber für Mittwoch wieder fit ist. «Auch die auswärtigen Spieler kennen indes mittlerweile unsere Cup-Tradition», so der Verteidiger. «Und das Selbstvertrauen muss gross sein, um diese mit allen Mitteln zu verteidigen.» Eines kann Sarni trotzdem nicht nachvollziehen, «dass ein nationaler Cupfinal auf Kunstrasen ausgetragen wird». Gestern Abend gabs noch ein Video-Studium über den Gegner, heute ein zweites. Dazwischen steht am Vormittag nochmals ein Training (mit verschlossenen Türen) beim FC Lerchenfeld an. Auf ein zugestandenes Abschlusstraining im Stade de Suisse verzichtet Sitten. Tholot dazu: «Wir wollen doch nicht die letzte Lektion im Büro des Gegners absolvieren»
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shalako
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Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 20:23 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Walliser Bote, 19.05.2009
Bringt dieses Hotel dem FC Sitten wieder Glück?
Schon 2006 logierten die Walliser in Oberhofen. Ein Besuch.
Zinedine Zidane war hier, Thierry Henry auch, und jetzt kommt der FC Sitten. Park Hotel in Oberhofen, Viersternehaus, am Hang der Thuner Riviera gelegen, ein herrlicher Blick über den See, hinein ins Kandertal, hinauf auf die Blüemlisalp. Sogar das alpine Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau ist bei einem Espresso teilweise zu bewundern.
Sitten bereitet sich seit gestern Montagnachmittag an idyllischer Lage auf seinen elften Cupfinal vor. Heute morgen nahm die Mannschaft das Frühstück nicht im Hotel ein, das Team war auf dem Schiff, ein Ausflug soll Abwechslung bringen. Morgen am Spieltag gibts Fisch- oder Truthan-Filet, um 16.30 Uhr noch muss die Küche grilliertes Toast zubereiten, etwas Leichtes und Kaltes dazu. Domenicangelo Massimo, Generaldirektor des FC Sitten: «Wir sind vor drei Jahren hervorragend empfangen worden, und das Hotel hat uns beim zehnten Cupsieg ja Glück gebracht.» Er hat bereits vor demHalbfinal gegen Lutschern vorreservieren lassen. 2006 logierten die Walliser das erste Mal im Park Hotel, Gegner Young Boys wohnte im legendären Belvedere in Spiez, quasi vis-à-vis über den See, dort, wo die deutsche Fussball-Nationalmannschaft 1954 das Wunder von Bern einläutete. Doch alles nützte nichts, Oberhofen schlug Spiez, Sitten gewann gegen YB seinen zehnten Pott. Bringt dieses Hotel also wieder Glück? Die Walliser reisten gestern mit 34 Leuten an, das Training findet auf dem Kunstrasenplatz von Lerchenfeld statt. 21 von insgesamt 37 Zimmern sind reserviert. Eigentümerin Doris Rüfenacht: «Sitten wollte die obersten zwei Etagen, dazu die 4 1/2-Zimmer-Ferienwohnung ganz oben. Dort richten sie unter anderem den Massageraum ein.» Die gebürtige Bernerin und ihr Mann Heinz haben das 1913 erbaute Hotel vor Jahren gekauft. Trotz der Renovation blieb der Charme der Jahrhundertwende erhalten. Heute beherbergt das Haus ein 14-Gault-Millau-Punkte-Restaurant. Rüfenacht: «Sitten fragte nach, ob wir immer noch ein derart gutes Restaurant hätten. Offenbar ist das ihnen wichtig.» Früher gab es 14 Hotels in Oberhofen, heute nur noch das Park Hotel. Der Ort liegt prächtig; von den 2000 Einwohnern sollen hundert Millionäre sein, heisst es im Dorf. Der ehemalige deutsche Bundespräsident Gustave Heinemann war schon Gast, in den Kriegsjahren lebte der internierte Prinz Victor Emanuel von Savoyen im Hotel. Doch der berühmte Sittener Vorgänger an diesem Flecken war die französische Fussball-Nationalmannschaft. Anlässlich des WM-Qualifikationsspiels gegen die Schweiz logierte das Team im Herbst 2005 in Oberhofen. Seither heisst das Zimmer 305 einfach Zinedine Zidane, das 306 Thierry Henry. Rüfenacht: «Die Franzosen buchten gleich das ganze Hotel. Fünf französische Polizisten in Zivil waren im Haus selbst, fünf von der Kantonspolizei bewachten die Umgebung. Wir kamen nicht einmal zu einem Foto mit dem Team.» Eine fussballverrückte Angestellte hätte frei gehabt, doch sie arbeitete, sie wollte in der Nähe der Stars sein. Rüfenacht: «Fussballteams bringen Abwechslung und Aufmerksamkeit. Deshalb ist es interessant.» Am Sonntag kam Massimo nach Oberhofen, er teilte die Zimmer zu. Bei Zidane wohnen jetzt Reset und Bühler, bei Henry Fermino und Afonso. Monterrubio bekommt eine Junior-Suite und auch Christian Constantin kommt nicht zu kurz. Rüfenacht: «Der Präsident ist in unserem schönsten Zimmer.»
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