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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Mai 2009, 21:44 
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sportalplus.com, 18.05.2009

Fünf wissen, wie man den Mythos am Leben erhält

Den FC Sion verbindet man mit dem unglaublichen Cup-Mythos, der zehnmaligen Ungeschlagenheit im Final. Doch wer war schon dabei, als Sion 2006 nach einem Sieg über YB die Trophäe stemmte?

Den Cup-Mythos konnte Sion vor allem in den 80er und 90er Jahren aufbauen. 1995, 96 und 97 gelangen gar drei Siege en Suite. Den letzten Erfolg im KO-Wettbewerb feierten die Sittener 2006 - notabene als Unterklassiger gegen die die Young Boys. Deshalb erstaunt es nicht, dass nur fünf aktuelle Teammitglieder oder hohe Funktionäre überhaupt jemals dabei waren, als Sion seinem Cup-Mythos ein weiteres Kapitel der finalen Ungeschlagenheit hinzufügte.

Zwei Eigengewächse und ein treuer Spielmacher

Es sind genau drei Spieler, welche den Cup-Mythos nicht nur vom Hören und Sagen kennen, sondern ihn selbst mitbegründet haben: Regiesseur Goran Obradovic, Defensivkraft Stéphane Sarni und Mittelfeldflitzer Didier Crettenand. Sie alle waren 2006 dabei, als man YB bezwang. Und sie alle sind treue Sion-Akteure.
Die Eigengewächse Crettenand und Sarni bestreiten ihre fünfte respektive zehnte Spielzeit für Sion. Auch Obradovic, der zwar der wichtigste dieser drei Akteure ist, aber diese Saison nur ungleich mehr Einsatzzeit als die anderen drei erhielt, verbringt bereits seine vierte Saison im Wallis.

Alle drei trugen ihr Scherflein zu Sions Jubiläums-Cupsieg 2006 bei:

Goran Obradovic konnte nach einer guten Stunde mit einerm schönen Freistoss den 1:1-Ausgleich erzielen, der Sion gegen YB letztlich in die Verlängerung und in das Penaltyschiessen brachte. Dort lief der Serbe als erster Spieler an und behielt im Gegensatz zu YBs erstem Schützen Joao Paulo die Nerven.
Im weiteren Verlauf des Penaltyschiessens traf dann auch der erst in der 119. Minute eingewechselte Crettenand.
Sarni seinerseits spielte in der Abwehr 120 Minuten durch und hatte so ebenfalls seinen Anteil an Sions letztem Grosserfolg und dem ersten Cup-Sieg eines Teams aus der zweithöchsten Liga. Damals befand sich Sion im Aufstiegskampf, jetzt im Abstiegskampf. Doch der Cupmythos lebt, egal wo Sion in den Tabellen gerade stehen mag.

Der Feiermeister und der Feuermeister

Ein weiterer verdienter Baumeister und einer der mit Sion ebenfalls viel durchmachte, hat allerdings jetzt keinen wirklich direkten Einfluss. Er dürfte dann im Erfolgsfall an der Feier eine gewisse Rolle spielen: Fredy Chassot, der zumindest früher sehr trinkfeste und feierfreudige Sportdirektor der Walliser. Er war als Spieler zweimal bei Sittener Cupsiegen dabei (1996 und 97) und beim letzten Erfolg 2006 stand Chassot als Assistenztrainer an der Seitenlinie.

Und nicht zu vergessen ist auch Präsident Christian Constantin in dessen Amtszeit vier der zehn Cupsiege fallen (1995-97/2006). Er ist damit der fünfte Spieler oder wichtige Amtsträger des FC Sion, der bereits den Cupfinal gegen YB miterlebte.

Was man so tut, damit der Mythos überlebt...

Doch der Walliser Cup-Mythos ist nicht davon abhängig, wieviele Spieler aus früheren Tagen noch dabei sind. Es ist vielmehr so, dass ein ganzer Kanton plötzlich alle Querelen vergisst, die den Verein automatisch begleiten, solange Christian Constantin Präsident sein wird. Dann stehen alle Walliser geschlossen hinter dem Klub und beschwören den Cup-Mythos hinauf. Davor einmal campen am Bahnhof in Brig, damit man an ein Ticket kommt, danach ein rauschendes Fest mit Weisswein und Raclette. Ein bisschen Beschwörung, damit der Mythos auch künftig ungebrochen bleiben möge, am besten davor und danach. Und vielleicht fällt hierunter auch, dass ein übereifriger Fan auf der französischen Wikipedia-Seite schon einmal den Final 2009 der Reihe der bisherigen Cup-Triumphe beifügte.

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Mai 2009, 21:46 
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schweizmagazin.ch, 18.05.2009

Cupfinal 2009: Public Viewing auf dem Bundesplatz

Der Cupfinal von Mittwoch, 20. Mai 2009, zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Sion wird ab 20 Uhr live auf einer Grossleinwand auf dem Bundesplatz übertragen. Der Eintritt ist frei. Ermöglicht wird das Public Viewing durch den Verein Eishockey WM 2009, bestehend aus 13 Berner Firmen sowie Stadt und Kanton Bern.

Im Zusammenhang mit dem Public Viewing auf dem Bundesplatz ist folgender Ablauf vorgesehen:

Öffnung: ab 16 Uhr eingeschränkter, ab 18 Uhr voller Betrieb;

Beginn Übertragung: 20 Uhr (SF 2);

Schliessung: 24 Uhr (Beginn Abbau).

Nebst der Übertragung finden im Public Viewing keine weiteren Aktivitäten statt. Die Mannschaft des BSC Young Boys wird nach dem Finalspiel nicht auf dem Bundesplatz erscheinen. An verschiedenen Ständen werden während der Veranstaltung Essen und Getränke angeboten. Es wird ein spezieller Mehrweg-Cupfinal-Trinkbecher verkauft, der zwei Franken kostet. Für das Public Viewing finden Eingangskontrollen statt.

Mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen

Während der Veranstaltung muss mit kleineren Verkehrsbehinderungen rund um den Bundesplatz gerechnet werden. Der Platz selber wird durchgehend gesperrt. Die Durchfahrt vor dem Bundeshaus ist nur für den Veloverkehr sowie für Fussgängerinnen und Fussgänger und die Notfallfahrzeuge gestattet.

Ab 15 Uhr werden für den Verkehr folgende Gassen gesperrt: Bundesgasse, Kochergasse, Amthausgasse und Schauplatzgasse. Umleitungen für den Individualverkehr sind signalisiert.

Der öffentliche Verkehr ist ebenfalls betroffen: die Linie 19 wird ab 16.30 Uhr und die Linie 10 ab 20.30 Uhr bis Betriebsschluss über die Spital-/Marktgasse geführt. Aufgrund der Fan-Märsche wird die Linie 10 von 11.45 bis 20.30 Uhr geteilt und der Ast Bahnhof-Ostermundigen über Lorrainebrücke/Viktoriarain geführt.

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Mai 2009, 22:00 
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 Beitrag Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 12:25 
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Hey!
Kurze Frage. Ich möchte gerne wissen wo die Sion-Fans sein werden - falls es genaue
Unterteilungen gibt - was ich hoffe. Ich habe mein Ticket leider nur für B1
gekriegt.

lg


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 15:28 
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Du wirst mit den Sion-Fans vorlieb nehmen müssen. YB-Sektoren sind folgende: Sektoren, D, C und A jeweils Balkon und Parkett... Eigentlich genau gleich, wie vor 3 Jahren so viel ich weiss.


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:29 
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Blick, 19.05.2009

Spitz auf den Pokal

Im letzten Cupfinal zwischen YB und Sion 2006 war Alberto Regazzoni der Matchwinner für die Walliser. Diesmal will er mit dem einstigen Gegner den Sieg verbuchen.

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«YB hat seit 22 Jahren nichts gewonnen»: ­Alberto Regazzoni mit BLICK-Reporter Peter Pflugshaupt.

Die «Hauptprobe» für den Cupfinal am letzten Mittwoch erlebte Regazzoni gelb-gesperrt auf der Tribüne des Stade de Suisse mit Blick.ch.

«Ich hatte eine schöne Zeit.»

Seine Erinnerungen an den Wahnsinns-Final vor drei Jahren: «Wir waren als NLB-Team der Aussenseiter. Ich erinnere mich genau. Ich verwandelte den entscheidenden Penalty ins Tor bei den YB-Fans, drehte dann ab und lief auf die rot-weissen Sion-Fans zu. Das war der schönste Moment in meiner Karriere.»

Überhaupt redet der Tessiner gerne über seine drei Jahre im Wallis: «Ich hatte eine schöne Zeit. Die Fans im Wallis sind euphorisch und stehen hinter dem FC Sion.»

Doch Regazzoni konstatiert, dass in den letzten beiden Jahren die Stimmung in Sion etwas gekippt sei: «Die Unruhe im Umfeld des Klubs ist zu gross geworden. Beim Cupsieg vor drei Jahren war es noch anders.»

Der kleine Flügelflitzer (1,69 Meter) spielt jetzt seine zweite Saison bei YB und steht nach einem harzigen Start vor seinem ersten richtigen Highlight mit den Bernern.

Druck liegt auf beiden Mannschaften

«Für mich war es schwierig. Es gab Probleme auf der menschlichen Ebene mit Trainer Andermatt. Aber die Mannschaft siegte ohne mich, da konnte ich nicht viel sagen», sagt Regazzoni, der YB aber nie verlassen wollte. «Ich hatte auch Angebote aus dem Ausland. Aber einfach nach einem Jahr abzuhauen, ist nicht meine Art.»

Tempi passati. Regazzoni orientiert sich an der mittelfristigen – er hat bei YB einen Vertrag bis 2011 – und an der nahen Zukunft: dem Cupfinal. «Der Druck liegt auf beiden Mannschaften.

YB hat seit 22 Jahren nichts gewonnen. Jetzt wollen die Leute endlich wieder einmal einen Pokal. Aber auch Sion steht unter Zugzwang. Kein Spieler will zu
jenem Sion-Team gehören, das zum ersten Mal einen Cupfinal verliert.»

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:31 
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Blick, 19.05.2009

Kubi: «YB gewinnt den Cup, klar!»

BLICK-Kolumnist Kubilay Türkylmaz sieht die Berner Young Boys als klare Favoriten für den Cupfinal. «YB will diesen Titel nach 22 Jahren unbedingt», weiss Kubi.

Christian Constantin ist Präsident des FC Sion. Doch eigentlich sollte er dieses Amt sofort niederlegen. Um das zu werden, was er eigentlich ist: ein Manager englischen Zuschnitts. So wie Alex Ferguson Manchester führt und so wie die meisten Klubs auf der Insel funktionieren.

Er macht die Transfers. Er will die Mannschaft aufstellen. Aber er will nicht Trainer sein, sondern einen Assistenten die Feldarbeit verrichten lassen. Das ist das Jobprofil des Managers.

Vielleicht würden seine Entscheidungen dann besser, richtiger werden. Denn bisher haben sie bloss von etwas gezeugt: von grosser Unsicherheit. Mir scheint, er habe seine Trainer nicht aus innerer Überzeugung ausgewählt, sondern weil die Liga einen Mann an der Linie vorschreibt.

So kamen haarsträubende Fehlbesetzungen zustande. Und wenn CC mal eine gute Wahl trifft wie Nestor Clausen, dann vergrault er diesen Mann, weil er die Schnauze voll davon hat, sich permanent dreinreden zu lassen.
Und weil CC ständig die falschen Trainer einstellt, wechselt er sie auch dauernd. Wie eine verwöhnte Göre, der man immer neue Spielsachen kauft, nur damit sie diese nach ein paar Tagen in die Ecke stellt.

So kannst du keinen Erfolg haben, weil jeder Trainer seine Ideen mitbringt, sein System. Die Kontinuität bleibt da völlig auf der Strecke. Und die Spieler wissen genau: Wenn ich den Übungsleiter weghaben will, muss ich nur ein paar Spiele schlecht spielen.

Ich verstehe auch die Trainer nicht, die sich das antun. Wer nach Sion geht, verliert innert kürzester Zeit jede Glaubwürdigkeit. Ich würde jedenfalls die Arbeitslosigkeit einem Job im Wallis vorziehen.

Doch am Mittwoch wird das alles egal sein. Denn YB gewinnt dieses Spiel. Todsicher. Dafür gibts drei gute Gründe:

– YB will diesen Titel nach 22 Jahren unbedingt.
– YB hat auf dem Kunstrasen einen Vorteil.
– Und YB ist die bessere Mannschaft. Ganz einfach.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:34 
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Berner Zeitung, 19.05.2009

Revanche genau 18 Jahre später

Dreimal standen sich YB und Sion in der Mutter aller Cupfinals bislang gegenüber, dreimal setzten sich die Walliser Cupspezialisten durch. Ein bitterer Rückblick aus Berner Sicht.

Es war ein fantastischer Frühlingstag, die Sonne brannte von oben, die Stimmung war prächtig und das alte Wankdorf restlos gefüllt, rund 40000 Sion-Supporter verwandelten das Stadion in eine rotweisse Festhütte. Vor und nach dem Spiel. Dazwischen lagen 90 aufwühlende Minuten im Cupfinal am 20.Mai 1991 zwischen Sion und YB. Die Berner waren vor der Pause das deutlich bessere Team, sie führten am Pfingstmontag bald 1:0 durch einen verwandelten Eckball Georges Bregys (oder einem Eigentor von Lopez) und zur Halbzeit 2:0 nach einem perfekten Freistoss Dario Zuffis. Doch dann verpassten es sie und ihr Trainer Martin Trümpler nach starker erster Halbzeit, auf die Wechsel des späteren Nationaltrainers Enzo Trossero zu reagieren. Plötzlich waren die Rollen vertauscht. Mit Alexandre Rey und David Orlando betraten zwei junge Angreifer zu Beginn der zweiten Halbzeit die Bühne. Sion stürmte bedingungslos und mit drei Stürmern zum 3:2-Sieg – zweimal Orlando und einmal Rey waren mit herrlichen Direktabnahmen die Torschützen. «Wir haben es leider verpasst, bei den vielen Kontern in der zweiten Hälfte das dritte Tor zu erzielen», sagt YB-Sportchef Alain Baumann, damals Libero.

Der Cupfinal 1991 gilt als einer der besten und spektakulärsten. Vorher und nachher standen sich Sion und YB noch je einmal gegenüber. 1980 siegte Sion, wie elf Jahre später noch mit zahlreichen Wallisern im Team, mit 2:1. Und im zehnten Cupfinal Sions vor drei Jahren setzte sich der damalige Challenge-League-Klub gegen YB nach Elfmeterschiessen zum zehnten Mal durch.

Betontaktik vor drei Jahren

Auch 2006 ging YB früh in Führung, Carlos Varela war der Torschütze, doch erneut agierten die Berner zu zögerlich. Trainer Gernot Rohr, eher der gepflegten Defensive zugetan, beliess drei der stärksten Offensivkräfte – Hakan Yakin, Thomas Häberli und Gürkan Sermeter – für viele unerklärlicherweise auf der Bank. Der sofort auffällige Yakin durfte nach 106 Minuten ins Spiel eintreten, Häberli und Sermeter gar nicht. Steve Gohouri wurde zudem bereits nach einer halben Stunde und einem Notbremsefoul des Feldes verwiesen. «Heute sind wir viel stärker als vor drei Jahren», sagt Alain Baumann, 2006 YB-Teammanager.

Die Berner sinnen morgen, am 20.Mai, auf dreifache Revanche – genau 18 Jahre nach der bittersten Cupfinalniederlage.


Massloser Constantin

Sion-Präsident Christian Constantin wütet weiter. Neueste Aktion: ein ungeheuerliches Schreiben an den Fussballverband. Der Schweizerische Fussballverband hat schon verschiedentlich sehr seltsame Post vom FC Sion erhalten. Der neuste Brief aber ist so absurd und ungeheuerlich, dass er Schiedsrichterchef Urs Meier in Rage versetzt. Präsident Christian Constantin forderte via Anwalt dazu auf, dass Claudio Circhetta, der Schiedsrichter des Cupfinals, mit seiner Unterschrift garantiere, das Spiel von morgen unabhängig und unparteiisch zu leiten!

Constantin hält Circhetta nicht für den geeigneten Spielleiter – weil Sion seit 2006 keine Partie gewonnen hat, wenn der Baselbieter Schiedsrichter war «Das hat mit Respekt und Fairness nichts mehr zu tun. Wir werden darauf nicht reagieren», sagt Meier. Für ihn geht der Vorstoss der Sittener in Richtung Versuch von Beeinflussung des Schiedsrichters: «Das ist eine ganz neue Dimension und gar keine gute Entwicklung.» Circhetta lässt sich von den Drohgebärden aus dem Wallis nicht beunruhigen: «Ich nehme das nicht ernst und freue mich auf den Final in einem vollen Stadion.» Er denkt nicht im Geringsten daran, eine Erklärung zu unterzeichnen: «Als Schiedsrichter bin ich der Neutralität verpflichtet, das muss ich nicht mit einer Unterschrift bezeugen.»

Am Mittwoch stemmen die Sieger übrigens wieder den alten, traditionellen Pokal in die Höhe. In den letzten fünf Jahren, als ein Sponsor als Namensgeber firmierte, war eine andere Trophäe überreicht worden. Vielleicht finden Provokateur Constantin und seine Juristen ja auch bezüglich des Pokals noch juristische Spitzfindigkeiten. pmb/fdr

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:36 
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Berner Zeitung, 19.05.2009

«Ich, der Chef? Das trifft nicht zu»

YB-Mittelfeldspieler Gilles Yapi (26) hat 2006 die Niederlage im Cupfinal gegen Sion miterlebt. Der Ivorer will die Scharte am Mittwoch auswetzen.

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Von Urs Zurbuchen zu Gilles Yapi: Das Bild vom YB-Cupsieg 1987 hängt im Kabinengang des Stade de Suisse.
Bild: Andreas Blatter

YB hat die letzten beiden Meisterschaftsspiele gewonnen. Wie wichtig war insbesondere das 2:1 gegen Sion am letzten Mittwoch im Hinblick auf den Cupfinal gegen den gleichen Gegner?
Der Sieg war vor allem wichtig, weil wir damit im Kampf um den Meistertitel eine kleine Chance gewahrt haben. Ansonsten werden sich die Spiele nicht vergleichen lassen. Der Cupfinal ist besonders für den FC Sion ein ganz spezielles Spiel. Die Walliser werden ganz anders auftreten als letzte Woche.

Der Final ist Stadtgespräch, von YB wird der Sieg erwartet. Sorgt dieser Druck im Team für Nervosität?
Nervosität habe ich bei uns keine ausgemacht. Aber jetzt, nachdem wir auch das Spiel gegen Aarau hinter uns haben, liegt Spannung in der Luft. Wir können es kaum erwarten, bis der Final angepfiffen wird.

2006 verlor YB den Cupfinal gegen den gleichen Gegner im Penaltyschiessen. Sie haben alles auf dem Platz miterlebt. Welches sind Ihre Erinnerungen?
Zunächst erinnere ich mich an die grandiose Stimmung im Stadion. Und dann hat sich bei mir die Szene eingebrannt, die zum frühen Platzverweis gegen Steve Gohouri führte. Die Rote Karte bescherte uns eine ganz schwierige Ausgangslage. Ich bin noch immer überzeugt, wir hätten die Partie gewonnen, wenn wir sie damals mit elf Spielern zu Ende gespielt hätten.

Was spricht morgen für einen Finalsieg der Young Boys?
Wir erhalten eine zweite Chance und wollen Revanche nehmen für die schmerzhafte Niederlage vor drei Jahren. Das ist eine enorme Motivation für uns. Jeder will sich im Training für einen Platz in der Startformation aufdrängen. Der Konkurrenzkampf sorgt für grosse Qualität. Zudem treten wir in unserem Stadion an. Auch das spricht für uns.

Wie sieht es mit den Stärkeverhältnissen aus? YB kann unter Umständen noch Meister werden. Sion spielt gegen den Abstieg...
...Für den Cupfinal spielt die Tabellensituation keine Rolle. Wir haben das beim letzten Mal ja schmerzlich erfahren. Ich habe auf jeden Fall sehr grossen Respekt vor dem Gegner.

Das würde bedeuten, auch der Rest der Mannschaft hat grossen Respekt: Denn hört man sich bei YB um, heisst es, Sie seien der heimliche Chef des Teams.
(lacht): Jaja, das habe ich auch schon gehört. Aber ich, der Chef? Das trifft nicht zu. Es ist ein Etikett, das mir in der Öffentlichkeit, von den Medien etwa, angehängt wird. Ich sehe mich als normaler Teil der Mannschaft, der in keinster Weise aus der Gruppe herausragt.

Zumindest für Seydou Doumbia, Thierry Doubai und Youssouf Traoré, die anderen Ivorer im Team, übernehmen Sie aber eine Vorbildfunktion?
Das hat sich so ergeben, und es kommt daher, dass ich der Älteste von uns bin. Ich bin auch schon am längsten im Klub. Mit meiner Erfahrung versuche ich, ihnen zur Seite zu stehen, und es freut mich, wenn sie auf mich hören. Allerdings nehme ich diese Rolle vor allem während der Trainings und in der Garderobe wahr. Die drei anderen verbringen oft auch die Freizeit gemeinsam. Ich hingegen habe gerne meine Ruhe und bleibe deshalb lieber zu Hause.

Mit der Ruhe war es im letzten Jahr aber vorbei, als Sie wegen Eheproblemen in die Schlagzeilen gerieten. Wie haben Sie das erlebt?
Das war unangenehm. Aber wissen Sie: Wir Fussballer mögen einen speziellen Job ausüben, doch auch wir sind Menschen, die ein Leben abseits des Platzes führen. Manchmal kommt es dort zu Schwierigkeiten, die es zu überwinden gilt. Ich bin froh, ist das gelungen, und zufrieden, verläuft mein Privatleben unterdessen wieder ruhig.

Der Botschafter der Elfenbeinküste wird den Cupfinal im Stadion verfolgen. Fühlen auch Sie sich als Botschafter Ihres Landes?
Als ivorischer Fussballer im Ausland repräsentiere ich mein Heimatland. Das ist mir bewusst. Schwer wiegt diese Verantwortung aber nicht. Im Übrigen freue ich mich, besucht der Botschafter morgen das Spiel. Letztlich jedoch ist es nicht wichtig, wer im Stadion ist, sondern, dass wir die Partie gewinnen.

Sie haben die Elfenbeinküste früh verlassen. Mit 20 wechselten Sie von Abidjan nach Belgien, zu Beveren. Wie kamen Sie dort zurecht?
Der Anfang war schwierig. Ich musste mich an die Verhältnisse in Europa gewöhnen. An die Disziplin, die Pünktlichkeit. Das hat einige Zeit in Anspruch genommen.

Hatten Sie in Beveren ebenfalls einen Mentor, wie Sie ihn bei YB für Ihre Landsmänner darstellen?
Glücklicherweise verpflichtete Beveren damals gleich mehrere Ivorer. Somit war ich nicht allein. Yaya Touré etwa, der unterdessen beim FC Barcelona spielt, kam mit mir nach Belgien. Ausserdem übernahm Jean-Marc Guillou, der uns in Abidjan trainiert hatte, wenig später das Traineramt in Beveren. So hatte auch ich damals meine Ansprechpersonen.

Seit 2006 spielen Sie für die Young Boys. Trotz Vertrag bis 2010 werden Sie immer wieder mit anderen Klubs in Verbindung gebracht. Verlassen Sie Bern am Ende der Saison?
Anfragen gibt es immer wieder, das stimmt. Doch im Moment liegt kein konkretes Angebot vor. Sollte eines eintreffen, würde ich das gemeinsam mit YB prüfen. Stimmen die Offerte und der Zeitpunkt für die Parteien, kann man einen Wechsel nicht ausschliessen. Aber im Moment beschäftige ich mich in keinster Weise damit.

Zwei Titel in der Heimat

Gilles Yapi wurde am 30.Januar 1982 in Abidjan (Elfenbeinküste) geboren. Im Jugendalter schloss er sich ASEC Mimosas an, wo er in der klubeigenen Académie MimoSifcom ausgebildet wurde. Nachdem er den Sprung in die erste Mannschaft geschafft hatte, errang Yapi zweimal den ivorischen Meistertitel. Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen ASEC Mimosas und dem KSK Beveren wurde Yapi 2001 gemeinsam mit Yaya Touré (heute beim FC Barcelona) nach Belgien transferiert. Im Winter 2003/2004 wechselte Yapi zum FC Nantes. Im Februar 2006 wurde er zunächst an YB ausgeliehen. Später nahmen die Berner Yapi bis 2010 unter Vertrag.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:39 
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Berner Zeitung, 19.05.2009

Grosse Zuversicht bei den Young Boys

Zwei Tage vor dem Cupfinal gegen Sion verbreiten Trainer, Sportchef und Spieler von YB viel Zuversicht.

Besondere Anlässe erfordern besondere Massnahmen. Am Montag um 14 Uhr bitten die Young Boys zum Cupfinal-Pressetermin: Trainer und Sportchef sind da, der Technikerstab und alle Spieler. Alle? Nein, einer, Chefstratege Gilles Yapi, geniesst Sonderbehandlung, er wurde vom Termin befreit. Etwas mehr als 54 Stunden dauert es noch bis zum Anpfiff des Finals. «Am Sonntag hatten die Spieler frei. Ab jetzt gilt die Konzentration dem Endspiel», sagt Alain Baumann. Der Sportchef spricht zuerst, er wirkt ruhig, er spricht überlegt, aber auch ihm und seinen Worten ist die Brisanz der Begegnung anzumerken. «Es ist ein wichtiges Spiel für uns», sagt Baumann einmal, zweimal, dreimal.

Dann ergreift Vladimir Petkovic das Wort. Hinten im Saal sitzen und stehen seine Spieler, und man weiss in diesem Moment nicht so genau, ob die Ansprache des Trainers ihnen oder den rund 45 anwesenden Journalisten gilt. Petkovic erwähnt, wie könnte es anders sein, seine «19 Stammspieler», von denen leider nur 11 am Mittwoch zu Beginn spielen könnten. Der Trainer ist kein Lautsprecher, seine Aussagen sind bedacht und klingen vernünftig. Die überdrehten Ansagen kommen in diesen Tagen wieder mal aus Sion – und wollen von YB nicht kommentiert werden. Der exzentrische Präsident Christian Constantin kritisiert Ball und Schiedsrichter, Spielunterlage und Austragungsort und verbreitet verbalen Terror. Petkovic sagt gelassen: «Wir sind bereit.» Und er erklärt angesichts der Ungeschlagenheit des FC Sion in Cupfinals: «Es ist schön, können wir diese Serie am Mittwoch kaputtmachen.»

Petkovic schliesst seine Rede mit der Aufforderung an die YB-Spieler, am Mittwoch «Risikobereitschaft» zu zeigen. Die Botschaft ist bei der Belegschaft angekommen. Bei den anschliessenden Mediengesprächen sind einige Akteure mehr, andere weniger gefragt. Marc Schneider weiss als einer der wenigen YB-Spieler, wie man Titel gewinnt. Der 28-Jährige ist mit Zürich 2006 und 2007 Meister geworden, teilweise war er dabei Captain. Und er hat 2005 mit dem FCZ den Cupfinal gegen Luzern 3:1 gewonnen. «Ja, das sind schöne Erinnerungen», sagt Schneider. «Und beim Sieg zum Meistertitel in letzter Sekunde vor drei Jahren in Basel war es ja auch wie in einem Cupfinal.»

Als Bub ging Schneider im YB-Leibchen (und mit der YB-Fahne über der Schulter) an die Heimspiele. Er war 1987 als kleiner Fan dabei, als YB den letzten Titel im Cupfinal gegen Servette holte (4:2). «Das ist wirklich lange her», sagt Schneider schmunzelnd. «Und für mich als Berner wäre es herrlich, jetzt mit YB den Cup zu holen.» Ob auf der Strasse, in der Beiz oder beim Spazieren, ständig und überall werden die YB-Fussballer auf den 20.Mai angesprochen. «Ich glaube nicht, dass der Druck uns lähmt», sagt Schneider. «Wir wissen ja, dass wir gut sind und Sion schlagen können.»

In seiner langen Karriere noch ohne Titel unterwegs ist Thomas Häberli. Seit bald neun Jahre ist der 35-Jährige in Bern, der dienstälteste YB-Fussballer hat viel miterlebt, Höhen und Tiefen: Vom Aufstieg 2001 in die NLA über viele Phasen, in denen er abgeschoben werden sollte, zum Torjäger und Nationalspieler. Und zur Hommage an seine Person durch Züri West. «The Häberlis» musizierten vor einem Jahr, jetzt ist es ruhiger geworden um den Altmeister. Häberli steht draussen auf dem Kunstrasen, er ist ziemlich relaxed, blinzelt in die Sonne und sagt: «Das wird ein grosses Spiel für YB. Wir haben lange und hart gearbeitet, um einen Titel zu gewinnen.»

Seit Jahren erklärt Häberli unverdrossen, er spiele so lange für YB, bis es mit Meisterschaft oder Cupsieg klappt. Sein Vertrag läuft eine weitere Saison, Häberli sieht seine Zukunft in Bern. Schon oft ist er abgeschrieben worden, im Cupfinal 2006 gegen Sion sass er 120 Minuten auf der Bank, und es würde keineswegs überraschen, wenn er am Mittwoch als Einwechselspieler entscheidende Akzente setzen sollte. Trainer Petkovic dürfte Bescheid wissen. Besondere Anlässe erfordern besondere Massnahmen.

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