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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 13. Mai 2009, 09:53 
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Berner Zeitung, 13.05.2009

Sion und der Referee

Christian Constantin, man weiss es, ist selten verlegen, auf Konfrontationskurs mit dem Fussballverband zu gehen. Nun möchte der Präsident des FC Sion erfahren, nach welchen Kriterien der Schiedsrichter für den 84.Cupfinal zwischen YB und Sion ausgewählt wird. Er schickte dafür eigens einen Brief nach Bern. Gestern berichtete er von einer Antwort, die ihn noch nicht zufrieden stelle. Natürlich werde er sich weiter erkundigen – was sich auch so deuten lässt: Constantin setzt Druck auf. Oder versucht es zumindest.

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Würde sich über einen welschen Unparteiischen freuen: Christian Constantin erkundigte sich beim Fussballverband.

Ob er allerdings mehr erfahren wird, darf bezweifelt werden. Der Entscheid, wer den Cupfinal leitet, obliegt dem Ressort Obere Ligen mit dem Vorsitzenden Urs Meier. Der Schiedsrichterchef sieht keinen Anlass, Einblick ins Evaluationsverfahren zu gewähren. «Ich bin in dieser Sache niemandem Rechenschaft schuldig», sagt er, «und ich lasse mich auch nicht beeinflussen.»

Wer kommt in Frage?

Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass jeder Schiedsrichter nur einmal einen Cupfinal leiten darf. Massimo Busacca, Carlo Bertolini und Cyril Zimmermann fallen damit aus den Traktanden. Wenn davon auszugehen ist, dass ein Fifa-Unparteiischer mit der Leitung beauftragt wird, bleibt ein Quartett übrig: Stephan Studer (vom FC Grand-Lancy), Sascha Kever (CG Cureglia), Claudio Circhetta (SV Muttenz) und Jérôme Laperrière (FC Genolier-Begnins). Meier will den Entscheid am Donnerstag bekannt geben.

Constantin, der alte Fuchs, hätte bestimmt Freude an einem welschen Referee. Pfeift Circhetta das Endspiel, wäre wenigstens einer aus der Region Basel aktiv am Final beteiligtpmb

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 13. Mai 2009, 16:15 
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Besammlung ab 14.00 Uhr, Waisenhausplatz

Die YB-Fans treffen sich zur Einstimmung auf den Cupfinal ab 14.00 Uhr auf dem Waisenhausplatz in der Berner Innenstadt.

Marsch zum Stadion, 17.30 Uhr
Um 17.30 Uhr laufen wir gemeinsam zum Wankdorf.
Die Route führt durch Zeughausgasse – Rathausgasse – Postgasse über die Nydeggbrücke und dann via Aargauerstalden und Papiermühlestrasse zum Stadion.

Ein Marsch durch den Breitsch ist aus verkehrstechnischen Gründen (BEA) leider nicht möglich. Wir bitten Euch, die vorgegebene Route zu beachten.

Erscheint zahlreich in der Berner Innenstadt, damit wir uns gemeinsam auf das Spiel einstimmen können.

22 Jahre sind genug – schreien wir unser Team zu Cupsieg!

!YB FOR EVER!

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 14. Mai 2009, 16:00 
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Wohnort: In der Brauerei
Fussball: Circhetta leitet den Cupfinal

Der 84. Schweizer Cupfinal vom kommenden Mittwoch zwischen den Young Boys und dem FC Sion wird von Claudio Circhetta geleitet. Der 38-Jährige pfeift seit dem Jahr 2000 Spiele in der Axpo Super League und ist seit 2005 FIFA-Schiedsrichter. Circhetta ist neben Massimo Busacca der einzige Schweizer Referee, der auch in der Champions League zum Einsatz kommt.


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 Beitrag Verfasst: Freitag 15. Mai 2009, 10:10 
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Berner Zeitung, 15.05.2009

Circhetta: «Es ist ein absolutes Highlight»

Claudio Circhetta leitet am Mittwoch den 84.Cupfinal zwischen YB und Sion. Der 38-jährige Baselbieter ist seit 2005 Fifa-Schiedsrichter und neben Massimo Busacca der einzige, der in der Champions League zum Einsatz kommt.

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Leitet den Cupfinal YB - Sion: Claudio Circhetta. (Bild: Andreas Blatter)



Claudio Circhetta, stehen Sie vor dem Höhepunkt Ihrer bisherigen Karriere als Schiedsrichter?
Claudio Circhetta: Es ist ein absolutes Highlight für einen Schiedsrichter, einmal den Cupfinal leiten zu können. Das freut mich sehr. Die Konstellation stimmt, und ich bin stolz, nominiert worden zu sein. Alle unsere Schiedsrichterkollegen werden auf der Tribüne sitzen, das Stadion ist gefüllt, und wir Spielleiter stehen besonders im Fokus der Öffentlichkeit.

Was heisst: Die Konstellation stimmt?
Wenn beispielsweise Basel Dauer-Cupfinalist wäre, hätte ich als Baselbieter absolut keine Aussichten, ein solches Spiel zu bekommen.

Womit jetzt also doch ein Basler im Cupfinal steht
das ist für mich kein Gedanke wert. Wenn der FCB im Endspiel wäre, hätte ich nichts davon. Ich muss auf mich schauen.

Inwiefern unterscheidet sich der Cupfinal von der Liga?
Es ist vieles anders. Wir reisen bereits am Vortag nach Bern und bereiten uns im Grunde wie die Mannschaften vor. Ich sehe mich als Coach meines Teams, mit dem ich Videosequenzen anschaue und alles unternehme, damit wir bereit sein werden.

Mit Bildern von Spielen mit YB- und Sion-Beteiligung?
Nein, es geht nur um uns Schiedsrichter. Wir arbeiten Fehler auf, wir achten darauf, wie wir gewisse Schwierigkeiten im Spiel vermeiden können. Aber natürlich werden wir uns auch intensiv mit den zwei Finalisten befassen. Das ist wichtig.

Sind Sie in Topform?
Ich fühle mich gut und habe eine Saison hinter mir, mit der ich im Grossen und Ganzen zufrieden bin. Es gab aber auch zwei, drei Fehler.

Zum Beispiel in Vaduz, als Sie ein Penalty-Foul an YB-Stürmer Carlos Varela übersahen.
Das war natürlich der schlimmste Fehler, der mir passiert ist. Dazu stehe ich auch. Aber ansonsten waren die Leistungen konstant gut, auch in internationalen Begegnungen.

Freuen Sie sich auf das Wiedersehen mit Heisssporn Varela im Cupfinal?
Ich freue mich auf einen Final zweier Traditionsmannschaften, die auch eine reiche Cupgeschichte haben. YB - Sion ist eine wunderbare Partie.

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 Beitrag Verfasst: Freitag 15. Mai 2009, 10:13 
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Berner Zeitung. 15.05.2009

«22 Jahre Warten sind genug

YB-Stürmer Alberto Regazzoni verwandelte vor drei Jahren im Cupfinal den entscheidenden Elfmeter für Sion gegen YB. Jetzt sagt er: «Der Cup ist im Wallis ein Mythos. Aber wir werden gewinnen. Wir sind sehr hungrig.»

Es ist ein bisschen so, wie wenn man noch eine lästige Sitzung besuchen muss, ehe es in die Ferien an den Traumstrand geht: Morgen tritt YB in Aarau an, es ist eine Pflichtaufgabe, mehr nicht, und alle denken bereits voller Vorfreude an den nächsten Mittwoch und den Cupfinal gegen Sion. Jene Spieler, die bereits vor drei Jahren gegen die Walliser im Cupfinal standen (und verloren) hegen Revanchegelüste – und einer, der damals für den FC Sion spielte, will erneut eine entscheidende Figur im Endspiel werden. «Das war ein wunderschöner Moment, der bisher beste in meiner Karriere», sagt Alberto Regazzoni, seit kurzem 26 Jahre alt und seit bald zwei Jahren bei YB engagiert.

Wölfli ahnte die Ecke

Nach der Pause wurde Regazzoni vor drei Jahren eingewechselt, Sion lag 0:1 zurück, glich bald aus und setzte sich im Penaltyschiessen 5:3 durch. Regazzoni, der Tessiner, verwandelte den letzten Elfmeter und das Stade de Suisse in eine rotweisse Festhütte. «Natürlich war ich ein bisschen nervös vor dem Penalty», sagt Regazzoni. «Aber, hey, ich bin Fussballer, und das war die ultimative Herausforderung.» YB-Goalie Marco Wölfli («ich war mit den Fingerspitzen noch dran») ahnte damals die richtige Ecke, doch er vermochte die Beförderung Regazzonis zum neuesten Sion-Cuphelden nicht zu verhindern.

Hautnah hat Regazzoni die Walliser Cup-Begeisterung erlebt. Er sagt anerkennend: «Der Cup ist im Wallis ein Mythos. Jeder im Kanton glaubt an die Stärke Sions im Final. Man fühlt sich als Spieler nahezu unbesiegbar.» Der kleine Dribbler glaubt, die Sion-Fans würden lieber Cupsieger werden als in der Super League zu bleiben. «Jede und jeder spricht wochenlang nur vom Endspiel in Bern.» Christian Constantin sei ein guter Mensch, er sei ein leidenschaftlicher Präsident, aber leider übertreibe er es manchmal mit seinen Ideen. «Ich hatte aber nie ein Problem mit ihm.»

«Wir sind das bessere Team»

Weil Constantin sein Personal mit weltweit vermutlich einmaliger Geschwindigkeit auswechselt, kennt Alberto Regazzoni kaum noch einen Sion-Spieler. «Stéphane Sarni ist ein guter Freund von mir, mit ihm telefoniere ich einmal in der Woche», sagt der Stürmer. Sarni verursachte am Mittwoch, bei der 1:2-Niederlage Sions in Bern gegen YB, mit einer unmotivierten Bewegung einen Handelfmeter. Regazzoni war vor zwei Tagen gesperrt, dem Cupfinal aber fiebert der Lieblingsschüler von YB-Trainer Vladimir Petkovic entgegen. «Natürlich ist Sion ein Cupspezialist. Aber wir sind das bessere Team und werden gewinnen. Wir sind sehr hungrig», sagt der Nationalspieler.

Alberto Regazzoni will seinen zweiten Titelgewinn realisieren. «Auch in Bern spürt man bei den Fans und im Umfeld die Begeisterung. 22 Jahre Warten auf einen Titel sind genug.» (fdr)

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Mai 2009, 21:28 
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NZZ, 17.05.2009

YB - FC Sion und das «Ammenmärchen»

Was ist stärker im Cup-Final? Die Sehnsucht der Berner oder der Mythos der Walliser?

Als am vergangenen Mittwoch die Young Boys im Stade de Suisse gegen den FC Sion spielten, sagte ein Sohn zu seinem Vater: «Dort sitzt nächste Woche wohl Christian Constantin.» Der Sohn zeigte auf die Trainerbank des FC Sion, dessen Spiel leb- und widerstandslos wirkte – dessen Spiel triefte von Attributen, die ein Walliser gar nicht mag. Schon gar nicht Christian Constantin. Und erst recht nicht, wenn sein Klub im Cup-Final steht, wie nächsten Mittwoch.

Nächsten Mittwoch wird wohl vieles anders sein. Wird Constantin, der eigenwillige Präsident, seinen Klub aus der Agonie zum Sieg peitschen wollen. Wird jedem Spieler aus der Multikulti-Gruppe eingetrichtert, er solle sich für einen Abend als Walliser fühlen. Wird manch ein Schweizer im Fremdwörterduden nachschlagen und forschen, was ein Mythos ist – denn den Cup-Final und Sitten verbinde ein Mythos, heisst es. Zehnmal erreichte der FC Sion das Endspiel, zehnmal gewann er. Zuletzt 2006, als die unterklassigen Sittener auf YB trafen, Constantin aufs Feld hinabstieg und seine Spieler vor dem Penaltyschiessen feurig beschwor, als wolle er jeden an Stolz und Kragen packen. Ehe der Tessiner Regazzoni den entscheidenden Elfmeter versenkte.

Regazzoni spielt heute bei den Young Boys. Er möchte, dass diesmal alles anders, das Glück mit YB ist. Dreimal lautete der Cup-Final bisher YB - FC Sion. Dreimal gewann der Mythos – 1980 knapp 2:1; 1991 vor 50 000 Zuschauern nach 0:2-Rückstand 3:2; 2006, nachdem die YB-Party schon geplant und der Bundeshaus-Balkon als Ort der Jubel-Arien reserviert war. Die Voreiligkeit spiegelte die Sehnsucht der Berner, erstmals seit 19 Jahren einen Titel zu gewinnen. – Heuer liegt der letzte Triumph 22 Jahre zurück. Und es ist offenbar nichts geplant. Keine Cup-Sieger-T-Shirts seien gedruckt worden, sagt der Stadion-CEO Stefan Niedermaier. Nichts aus der Berner Küche soll den Gegner heiss machen, «die Geschichten über den Bundeshaus-Balkon und so, das hängte Constantin seinen Spielern damals doch sicher in die Kabine».

Der YB-Coach Vladimir Petkovic könnte den Spielern Kopien aus dem Fremdwörterduden verteilen. Zu «Mythos» steht: 1. überlieferte Dichtung aus der Vorzeit eines Volkes. 2. Sache, die glorifiziert wird. 3. falsche Vorstellung, «Ammenmärchen». – Vielleicht ist die Aufgabe für YB gar nicht so schwierig. Benjamin Steffen

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Mai 2009, 21:35 
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Berner Zeitung, 18.05.2009

YB-Aufstellung für Cupfinal gesetzt

Die Aufstellung der Young Boys im Cupfinal gegen Sion dürfte klar sein – ausser Trainer Vladimir Petkovic plant eine Überraschung.

Marco Wölfli im Tor; Miguel Portillo, Saif Ghezal und Marc Schneider in der Abwehr; Christian Schwegler, Xavier Hochstrasser, Gilles Yapi und Mario Raimondi im Mittelfeld; Carlos Varela, Marco Schneuwly und Alberto Regazzoni im Angriff: So dürfte die YB-Formation in zwei Tagen im Cupfinal aussehen. Trainer Vladimir Petkovic sagt zwar: «Ich habe mich noch nicht entschieden. Es kann immer Überraschungen geben.» Aber es ist kaum anzunehmen, dass einer der elf genannten Akteure am Mittwoch auf der Bank sitzt.

Degens Platzverweis

In Aarau begannen am Samstag mit Schneider, Ghezal, Raimondi und Regazzoni bloss vier der erwähnten Fussballer. Petkovic schonte einige Leistungsträger, sein Poker ging beim 1:0-Sieg mit angezogener Handbremse auf. Nach dem Spiel herrschte bei YB beste Stimmung. Die Spieler lachten und freuten sich beim Auslaufen, einige der geschonten Stammspieler wie Portillo, Schwegler, Varela und Wölfli bestritten ein längeres Footing, andere Akteure wie Baykal nahmen ihr Kind auf den Rasen. «Es ist wichtig, dass sich die Spieler von Samstagabend bis Montagmittag ausruhen. Danach gilt die Konzentration dem Cupfinal», sagte Petkovic.

Nur einer ärgerte sich: David Degen, der wegen zweier Foulspiele die einzigen Verwarnungen in einer harmlosen Partie erhalten hatte, tigerte nervös umher. «Eine Frechheit» sei sein Platzverweis kurz vor Spielende gewesen, sagte Degen, der im Final nicht gesperrt sein wird.

Schneider oder Affolter?

Degen jedenfalls betrieb keine Eigenwerbung. Die Abwehr mit dem starken Ghezal dagegen agierte solid. Der routinierte Schneider und der junge Affolter duellieren sich um einen Platz in der Dreierkette, doch weil der 18-jährige Affolter in der Schule wegen Prüfungen stark belastet ist, dürfte er gegen Sion nicht in der Startformation stehen.

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Mai 2009, 21:37 
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Berner Zeitung, 18.05.2009

FC Sion - Walliser Verschwörungstheorien

Der FC Sion wehrt sich gegen die Barrage. Nach dem 1:0 gegen Xamax und vor dem Cupfinal gegen YB demonstrieren die Walliser Kampfeslust. Und sie setzen natürlich auch Druck auf – gegen Schiedsrichter Claudio Circhetta.

Wer in Zukunft Trainer des FC Sion sein wird, weiss offensichtlich niemand im Wallis. Didier Tholot zuckt mit den Schultern: «Wir werden es sehen.» Präsident Christian Constantin sagt: «Es ist nichts entschieden.» Sicher ist inzwischen einzig, dass Tholot am 20.Mai noch Trainer sein darf, wenn Sion zum elften Mal im Cupfinal steht und in Bern auf YB trifft. Seit dem 11. April und der Finalqualifikation ist diese Partie das Gesprächsthema Nummer eins im Kanton. Aber Tholot, am 12. April als neuer Coach vorgestellt, weigerte sich hartnäckig bis am Samstagabend, sich zu äussern. Als Xamax 1:0 bezwungen war, sagte er: «Der erste Final ist gewonnen. Jetzt kommt es zum zweiten. Und nun können wir uns auch mit YB beschäftigen.»

«Alle Vorteile bei YB»

Constantin tut das seit ein paar Tagen intensiv oder besser: Er unternimmt Anstrengungen, Stimmung zu machen. Ein Dorn im Auge ist ihm vor allem die Nomination von Schiedsrichter Claudio Circhetta aus dem Baselbiet. Er hat feinsäuberlich die acht Sittener Begegnungen aufgelistet, die Circhetta seit 2006 geleitet hat. Die Bilanz nimmt er kurzerhand als These dafür, dass der Unparteiische ein Vorteil für die Young Boys sein muss: «Wir haben nie gewonnen, wenn Circhetta der Schiedsrichter war, dafür fünf rote Karten und drei Penaltys gegen uns erhalten.» Und auch deswegen steht für ihn fest: «Alle Vorteile liegen bei YB.» Sportchef Frédéric Chassot, ein treuer Wegbegleiter des Chefs, legt nach: «Der Schiedsrichter muss korrekt pfeifen.»

In Sion befürchten sie, dass ihnen künstliche Hürden in den Weg gestellt werden. Das Thema Schiedsrichter pflegen sie auf ihre eigene Weise, dass der Match auf Kunstrasen und erst noch in Bern stattfinden muss, empfinden sie als Affront. Es macht den Anschein, als würde an einer Verschwörungstheorie gestrickt. Sportchef Chassot reagierte darauf in erster Linie mit Trotz: «Wir werden sowieso mit dem Pokal nach Hause kommen.»

Das Abenteuer Cupfinal beginnt heute mit der Dislokation nach Oberhofen am Thunersee. Die Kampfeslust in Sion ist geweckt, aber intern gibt es durchaus Dissonanzen. Tholot strich beispielsweise Saborio und Dominguez aus dem Kader für das Xamax-Heimspiel. Dem Franzosen missfiel deren Einstellung. «Wer glaubt, mit Worten statt mit Taten den Unterschied machen zu können, ist fehl am Platz», sagte Didier Tholot, «es geht nicht um Einzelinteressen, sondern einzig ums Team. Gegen Xamax haben jene, die dabei waren, ihre Arbeit zu meiner Zufriedenheit erledigt».

15000 Franken Prämie

Ganz umsonst wäre es zudem nicht, würden die Sittener Fussballer auch ihren elften Cupfinal erfolgreich hinter sich bringen. Pro Spieler ist eine Prämie von 15000 Franken ausgesetzt worden. Was immer der 20.Mai aber bringt: Die Realität ist die, dass dem FC Sion ein nervenaufreibendes Saisonfinale bevorsteht. Es geht darum, den Platz in der Super League zu sichern. Andernfalls droht eine Zäsur: Das Budget von 15 Millionen müsste um gegen 50 Prozent reduziert werden. Und im Fall des Abstiegs wäre auch ein Cuppokal ein schwacher Trost.

YB stark - Sion schwach

Claudio Circhetta hat bisher acht Spiele von Sion in der Super League gepfiffen. Die miserable Bilanz der Walliser: kein Sieg, zwei Unentschieden, sechs Niederlagen, 6:19 Tore!

YB hat unter der Leitung Circhettas erheblich besser abgeschnitten: 15 Spiele, sieben Siege, sechs Remis, zwei Niederlagen, 30:20 Tore. Allerdings waren die Berner auch mehrmals nicht zufrieden. Zum Beispiel im November 2007, beim 1:1 gegen Zürich, als Circhetta einige Fehlentscheidungen gegen YB traf – und zuletzt im März beim 1:3 in Vaduz, als der Referee vor der Pause einen klaren Penalty (plus Platzverweis gegen Torhüter Thorsten Kirschbaum) nach einem Foul an Carlos Varela nicht pfiff.

Pikant: In dieser Saison leitete Claudio Circhetta bereits zweimal YB - Sion, und beide Male siegten die Berner. Am 5.Oktober 2008 mit 5:0 in Bern, am 28. Februar 2009 mit 3:2 in Sion. fdr

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Mai 2009, 21:40 
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sf.tv, 18.05.2009

Cupfinal

Ein Duell mit viel Geschichte

Bereits zum vierten Mal stehen sich die Young Boys und Sion im Final des Schweizer Cups gegenüber. Ein Blick zurück zeigt: Das Duell zwischen den Bernern und den Wallisern hat viel(e) Geschichte(n).

Dass YB-Sion heute als «halbes» Derby gilt und sich der Fananhang beider Klubs nicht wirklich gut versteht, liegt primär am Cup-Final vom 2006. Sion-Präsident Christan Constantin heizte die Stimmung bereits im Vorfeld an, als er öffentlich die Spielberechtigung des YB-Spielers Everson anzweifelte. Einige strittige Schiedsrichterentscheidungen im Final sowie das entscheidende Elfmeterschiessen sorgten am Ende dafür, dass der Final von 2006 als einer der emotionalsten in die Geschichte einging. Aber auch die anderen zwei Finalaffichen YB-Sion hatten es bereits in sich.

2006: Sieg von Challenge League-Klub Sion

Die Rollen waren vor dem Final 2006 klar verteilt. Sion trat als Unterklassiger und damit als klarer Aussenseiter an. Und das Spiel begann, wie allgemein erwartet wurde: YB konnte das Spieldiktat sofort an sich reissen und ging in der 16. Minute durch Carlos Varela folgerichtig in Führung. Die Wende kam in der 30. Minute: Schiedsrichter Reto Lutz zeigte YB-Verteidiger Steve Gohouri unter wütenden Protesten von Spielern und Fans wegen einer Notbremse die Rote Karte. In der nun aufgeladenen Atmosphäre glaubten die Walliser immer stärker an den Sieg. Goran Obradovic schliesslich traf per Freistoss in der 55. Minute zum Ausgleich. Im Elfmeterschiessen vergab João Paolo als Einziger - Sion war als erstes unterklassiges Team Schweizer Cupsieger.

1991: Legendäre Aufholjagd

Der Final 1991 sollte als einer der spektakulärsten und dramatischsten in die Schweizer Fussball-Geschichte eingehen. 2:0 führte YB zur Pause. Die Gelb-Schwarzen starteten furios, mit drei Eckbällen, drei Chancen und einem Tor durch Georges Bregy in den ersten sieben Minuten. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Dario Zuffi zum 2:0. Sion war in der ersten Halbzeit kaum aus seiner Hälfte gekommen - YB spielte wie entfesselt. Und doch endete der Match mit einer Berner Niederlage. Sion kam wie verwandelt aus der Kabine, schnell zu Chancen und auch zu Toren: Die eingewechselten David Orlando (50. und 78. Minute) und Alexandre Rey (79.) schossen drei Tore zum 2:3.

1980: Balets wunderbarer Flugkopfball

Im ersten Final-Duell zwischen Sion und den Young Boys brachte Alain Balet die Walliser bereits in der 7. Minute durch einen herrlichen Flugkopfball in Führung. Nur drei Minuten später glich Roland Schönenberger mit einem direkt verwandelten Freistoss für die Berner aus. Sion blieb aber auch mit der Unterstützung der rund 25‘000 Walliser Fans im Wankdorf spielbestimmend (Eckball-Verhältnis: 9:1!) und kam in der zweiten Halbzeit zum Siegtreffer: Guy Mathez traf völlig freistehend aus sieben Metern ins Tor. Es war Sions dritter Cupsieg und der erste Titel für Jung-Trainer Daniel Jeandupeux.

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 Beitrag Verfasst: Montag 18. Mai 2009, 21:43 
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Bieler Tagblatt, 18.05.2009

Cupfinal: Verkehrsbehinderungen sind möglich

(pkb) Am Mittwoch, 20. Mai 2009 findet im Stade de Suisse mit Spielbeginn um 20:30 Uhr das Cupfinalspiel zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Sion statt. Vorgängig tragen die Frauen ihr Cupspiel aus. Die Verantwortlichen rechnen mit 30'000 Zuschauern (ausverkauftes Stadion). Rund 12'000 Zuschauer werden aus dem Kanton Wallis anreisen. Gleichzeitig hat die BEA ihre Türen geöffnet. Zudem wird der Cupfinal auf dem Bundesplatz auf einer Grossleinwand übertragen.

Mehrere Extrazüge vom Wallis

Die Extrazüge aus dem Kanton Wallis werden zwischen 16 und 17 Uhr im Hauptbahnhof ankommen. Die Sittener-Fans besammeln sich auf der Schützenmatt und werden sich vor dem Spiel zu Fuss zum Stadion begeben. Der Fanwalk wird über die Lorrainebrücke führen. Der Abmarsch erfolgt ab etwa 1800 Uhr.

Nach Spielende werden in einer ersten Phase Bern-Mobil-Busse von der Sempachstrasse an den Hauptbahnhof fahren. Danach werden im Zehn-Minuten-Takt Shuttlezüge die Bahnreisenden zum Hauptbahnhof transportieren. Von dort werden ab 23:30 Uhr mehrere Extrazüge nach Brig und Sierre geführt. Sollte das Spiel in die Verlängerung gehen, verschieben sich die Abfahrtszeiten um eine Stunde.
Erfahrungsgemäss werden zahlreiche Zuschauer mit Cars nach Bern reisen. Die Carparkplätze für Cars aus dem Wallis befinden sich an der Winkelried- und an der Stauffacherstrasse. Für Reisende aus dem Wallis, die mit dem Auto nach Bern kommen, führt der BLS-Autoverlad nach Spielende einen Extrazug von Kandersteg nach Goppenstein: Abfahrt zwei Stunden nach dem Schlusspfiff.

YB-Fans via Guisanplatz

YB-Fans erreichen das Stade de Suisse via S-Bahn-Station Wankdorf oder Guisanplatz. Zudem versammeln sich die YB-Fans ab 14 Uhr auf dem unteren Waisenhausplatz und werden ab 17:30 Uhr gemeinsam via untere Altstadt und Aargauerstalden zum Stadion gehen.
Für die Rückreise zum Bahnhof Bern werden den YB-Fans entlang der Papiermühlestrasse und beim Guisanplatz Extrabusse bereitgestellt. Wegen dem grossen Publikumsaufmarsch müssen Bahnreisende mit Wartezeiten rechnen. Sollte das Spiel in die Verlängerung gehen, respektive im Elfmeterschiessen entschieden werden, sind wegen dem späten Spielschluss nicht mehr alle Anschlüsse in weiter entfernte Orte garantiert.

Wenige Parkplätze

Für die mit dem Auto nach Bern anreisenden Fussballfans stehen bei guter Witterung die Kleine Allmend und der Parkplatz P17 an der Wölflistrasse (Einfahrt beim Waldaukreisel) als Parkraum zur Verfügung. Wegen der gleichzeitig stattfindenden BEA ist die Parkplatzzahl im Bereich des Stade de Suisse stark eingeschränkt. Vor Spielbeginn und nach Spielende muss im Raum Wankdorf mit Behinderungen des Privatverkehrs gerechnet werden. Die Schützenmatt ist vor dem Spiel wegen des Besammlungsortes der Sion-Fans als Parkplatz gesperrt.
Ab 17:30 Uhr wird die Papiermühlestrasse zwischen der Einfahrt zur Einstellhalle des Stade de Suisse und dem Guisanplatz für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Zufahrt zur Einstellhalle ist gewährleistet.
Beim Betreten des Stadions finden rigorose Eintrittskontrollen statt.
Die Kantonspolizei Bern bittet zudem die Verkehrsteilnehmer, den Raum Wankdorf grossräumig zu umfahren. Es wird auch mit starkem Rückreiseverkehr auf den Autobahnen gerechnet.

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