BZ, 29.03.2008
Stellen die Thuner YB ein Bein?
«Auf ins Lachenstadion!» Das ist die Message der FC-Thun-Fans. Der Club braucht die Unterstützung mehr denn je. Vor dem Derby gegen YB (Sonntag, 16 Uhr) ist für die Supporter klar: Sie glauben noch an den Klassenerhalt.
«Die Fans sind einerseits Realisten und haben seit längerem erkannt, dass ein Verbleib in der Super League nach dieser aussergewöhnlichen und verzwickten Saison nur noch sehr schwer zu realisieren ist», sagt Michael Pulfer vom Thuner Fanprojekt, dem Dachverband der Fanclubs. «Andererseits glauben sie natürlich nach wie vor an ihren Verein und werden dies in den restlichen Spielen optisch und akustisch unterstreichen.» Genauer lässt sich Pulfer punkto Choreografie nicht in die Karten blicken. «Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass die Fans vor einem Spiel nicht öffentlich machen, ob es eine Aktion gibt oder wie diese aussieht», sagt Pulfer weiter. Er hofft beim Derby gegen YB auf einen grossen Zuschaueraufmarsch. Die Prognosen der Meteorologen lassen denn auch auf optimales Fussballwetter hoffen (vgl. Text unten).
Der Fanprojekt-Präsident hat bereits genaue Vorstellungen, wie die Partie ablaufen wird. «Wir werden einen aufopfernd kämpfenden FC Thun sehen, der sich gegen sein Schicksal auflehnt.» Und am Ende werde selbstverständlich Thun als Sieger dastehen. «Ich tippe auf 2:1. Torschützen sind Milaim Rama und Franz Burgmeier.»
Fahne als Motivation
«Ich fordere die Mitglieder jeweils per Mail auf, an den Match zu kommen», sagt Raphael Haldemann. Er ist Präsident des grössten Thuner Fanclubs mit dem Namen Oschtblock. Aktuell zählt der Club 102 Mitglieder. «Die Affiche des Matchs sollte aber Grund genug sein, ins Lachenstadion zu kommen», führt er aus.
Das Wort «aufgeben» gibt es in Haldemanns Wortschatz nicht. «Die Meinungen, ob die Mannschaft den Ligaerhalt noch schaffen kann, sind zwar bei uns geteilt.» Solange es aber noch Hoffnung gebe, würden alle alles geben. Mit einer neuen, grösseren Fahne haben die «Oschtblöckler» bereits ein Zeichen gesetzt. «Sie kommt gegen YB erst zum dritten Mal zum Einsatz», sagt Haldemann, der seinem Team gegen die starken Berner ein 1:1 zutraut.
«Besuch ist Ehrensache!»
Keinen Tipp abgeben will Roger Zbinden. Der Präsident und Gründungsmitglied des ältesten Thuner Fanclubs, der «Aebikurve» (Gründungsjahr 1995), erwartet, «dass die Thuner Spieler eine sehr gute Leistung abliefern». Dann sei alles möglich. Keinen speziellen Aufruf hat er an die 22 Mitglieder gerichtet. «Für uns ist es Ehrensache, an möglichst jedem Spiel teilzunehmen.» Angesprochen auf die missliche Tabellenlage gibt Zbinden den Tarif bekannt. «Wir haben nichts mehr zu verlieren. Als Jäger werden wir aber die anderen Mannschaften bis zuletzt fordern.» Der Glaube an den Ligaerhalt sei jedenfalls noch nicht gestorben.
Pessimismus oder Realität?
Weniger kämpferisch gaben sich die 926 Internet-User (Stand: Freitag, 14 Uhr) , welche auf der Homepage des FC Thun die Frage «Wieviele Tore schiessen die Thuner im Derby-Rückspiel?» beantwortet haben. 35,3 Prozent zeigten sich pessimistisch und trauen den Thuner Kickern kein einziges Tor zu. Am anderen Ende der Skala tippen aber auch 27,2 Prozent auf drei oder mehr Thuner Tore.
Vorverkauf für Thun-YB (Sonntag, 16 Uhr, Stadion Lachen): Central Apotheke, Bälliz 34, Thun; sämtliche Niederlassungen der AEK Bank 1826; alle Hotelplan Filialen sowie grösseren SBB-Bahnschalter;
http://www.ticketportal.ch; Geschäftsstelle der Young Boys (nur Gästesektor C); oder
http://www.fcthun.ch