 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 27. August 2007, 11:31 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Der Bund; 27.08.2007
Fast ohne Gegenwehr ins Debakel
YB steckt drei Wochen nach dem 5:1 gegen Basel bereits wieder in der Krise. Beim 1:5 in Zürich gegen den spielstarken FCZ wirkten die miserablen Berner hilflos und leidenschaftslos. Der Druck auf Team und Trainer nimmt zu.
Diese eine Szene war Sinnbild für den katastrophalen Auftritt der Young Boys in Zürich. Es brach im Hardturm die 89. Minute an: Hakan Yakin hatte soeben das YB-Ehrentor erzielt, als der FC Zürich den Anstoss vornahm, Yassine Chikhaoui einfach durch die überforderten Reihen der Berner lief, mit Eric Hassli den Doppelpass spielte und den Gegner beim Tor zum 5:1 (ein weiteres Mal) der Lächerlichkeit preisgab. Nicht einmal 20 Sekunden benötigte der FCZ, um nach dem Gegentor den feierlichen Schlusspunkt unter eine rundum gelungene Vorstellung zu setzen. Und vermutlich ist es kein Zufall, haben die Young Boys in Zürich genau 1:5 verloren. Genau 5:1 hatten sie zwanzig Tage zuvor gegen den FC Basel gewonnen. Es war eine Galavorstellung der Berner gewesen, als Belohnung hatte YB Rang 1 erobert.
Das alles klingt – nach diesem desolaten Spiel in Zürich –drei Wochen später wie ein übler Scherz. «Für mich war das heute ein Déjà-vu, allerdings in negativer Hinsicht», sprach Martin Andermatt, der ernüchterte YB-Trainer, nach der Kanterniederlage gegen den FCZ. «Aber ich habe das 5:1 gegen Basel nicht überbewertet. Und ich mag nach diesem 1:5 jetzt auch nicht alles schlechtreden. Es gibt solche Tage, da gelingt einem Team alles.»
YB zu offensiv
Das von Andermatt gezeichnete Bild jedoch ist schief, arg schief. Aber vielleicht symbolisiert es am besten die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität bei YB. Der FCZ zelebriert regelmässig derartige Festspiele, vor Wochenfrist hatte er in Sion 5:0 gewonnen. Die vorzügliche YB-Leistung gegen Basel dagegen war bloss ein einmaliger Ausreisser. Die triste Wirklichkeit hat den Berner Fussballverein rasch wieder eingeholt. Nach dem 1:3 bei Xamax, einem dürftigen 0:0 gegen Thun und diesem Debakel in Zürich liegt YB nach sieben Runden schon sieben Punkte hinter dem FCZ.
Der Saisonstart ist YB also erneut misslungen. Wie vor einem Jahr, als Trainer Gernot Rohr am 18.Oktober gehen musste. Oder wie vor zwei Jahren, als die schwachen Darbietungen Rohrs Vorgänger Hans-Peter Zaugg am 17. Oktober den Job gekostet hatten. Punktemässig steht YB unter Andermatt in dieser Saison sogar noch schlechter da als unter den Vorgängern. Der Trainer steht nicht zur Disposition, aber Andermatt hat mit seinen Massnahmen nicht dazu beigetragen, die kritische Lage zu stabilisieren. Mit einer zu offensiven Aufstellung haben die Young Boys den bekannt spielstarken FC Zürich geradezu eingeladen, nach Lust und Laune zu kombinieren. Hätte der FCZ nach der Pause und der 3:0-Führung nicht begonnen, Kräfte für das Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation am Mittwoch bei Besiktas Istanbul zu sammeln, die orientierungslosen Young Boys wären in eine monumentale Niederlage getaumelt. «Wir agierten mit zwei Stürmern und einem offensiven Mittelfeld, weil wir den FCZ unter Druck setzen wollten und weil die Zürcher auf wichtige Defensivspieler wie Tihinen oder Aegerter verzichten mussten», erklärte Andermatt. Und: «Andere Teams wie St.Gallen und Thun haben hier gemauert und sind auch überrannt worden.»
Zu viel Krafttraining?
Andermatts Plan erlitt Schiffbruch – auch, weil keiner seiner Spieler nur annähernd eine akzeptable Performance zeigte. Die Abwehr war langsam, schwerfällig, unorganisiert, das Mittelfeld ebenso löchrig und zweikampfschwach, Spielmacher Hakan Yakin war ein Totalausfall, und die Stürmer Joao Paulo und Joetex Frimpong existierten nur auf dem Papier. Ohne Spritzigkeit, ohne Frische, leidenschaftslos und ohne Aggressivität liessen sich die Young Boys von den begabten Künstlern des FCZ vorführen. «Wir sind fit», betonte Andermatt. «Das haben wir in den letzten Wochen bewiesen, als wir stets bis in die Schlussphase nach vorne gespielt haben.» Aus Spielerkreisen mehren sich indes kritische Stimmen. Konditionstrainer Robin Städler, ein Vertrauter Andermatts, übertreibe das Krafttraining. Auch am Tag nach Spielen verbringen die Fussballer viel Zeit im Fitnessraum, einzelne Spieler haben bis zu zwei Kilogramm Muskeln zugenommen. Schwingerkönig Jörg Abderhalden schwärmt von den Methoden Städlers – aber Fussballer wie Alberto Regazzoni, Gilles Yapi oder Carlos Varela wiegen knapp halb so viel wie Abderhalden…
Yakins Ballverlust
Die Young Boys stehen – wieder einmal – vor unangenehmen Wochen. «Unser grosser Trumpf gegenüber Basel und Zürich ist, dass wir das Kader zusammengehalten haben», hatte Andermatt vor der Saison gesagt. Der Trainer aber wechselt die Aufstellung ständig, schiebt Spieler mal hierhin und mal dorthin. Kontinuität ist bei YB weiterhin ein Fremdwort. Problematisch scheint auch die Rolle Hakan Yakins zu sein. Der Captain pflegt seine Mitspieler bei Gegentoren wie am Samstag nach dem 0:1 wort- und gestenreich zu kritisieren. Er wird seiner Rolle als Führungsspieler nicht gerecht. Vor dem zweiten FCZ-Tor versuchte Yakin im eigenen Strafraum ein Kunststück zur Unzeit. Seinen Ballverlust nutzte Chikhaoui zum 2:0. «Dieses Gegentor habe ich verschuldet», gab Yakin zu. Nach Spielschluss bedankten sich die YB-Akteure nur widerwillig bei den Fans für die Unterstützung. Die Anhänger hatten dem tristen Treiben der Berner in der zweiten Halbzeit gar nicht mehr zusehen wollen – sie hatten dem Spielfeld den Rücken zugedreht.
Fabian Ruch
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 27. August 2007, 11:32 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Der Bund; 27.08.2007
Attraktiv, talentiert, erfolgreich
Der FCZ hat mit Almen Abdi und Yassine Chikhaoui neue Leistungsträger. YB verliert Kader Mangane trotz Roux-Rücktritt.
Der FCZ, wie er spielt, tanzt und feiert: Der 5:1-Sieg gegen YB war ein wunderbarer Abschied des Meisters von der temporären Heimstätte Hardturm. Sehr optimistisch gezählte 17400 Zuschauer verwandelten die Arena nach Spielschluss in eine Festhütte. Es gab ja auch einiges zu bejubeln: einerseits den starken Auftritt gegen YB, andererseits den Brasilianer Cesar, der für rund 3,5 Millionen Franken nach Katar wechselt. Es war eine emotionale Verabschiedung des Mittelfeldspielers, der mit seiner Verspieltheit und seiner technischen Stärke wie kein anderer die attraktive Spielart des FCZ symbolisierte. «Es geht nicht darum, ob YB schwach war», sagte FCZ-Sportchef Fredy Bickel. «Wir waren sehr stark.» Zürich hat in den letzten zwei Monaten mit Gökhan Inler, Xavier Margairaz, Blerim Dzemaili und Steve von Bergen vier Nationalspieler sowie das Trainerduo Lucien Favre und Harald Gämperle an ausländische Vereine verloren. Doch der Champion wirkt noch stärker als letzte Saison. In den Hauptrollen stehen jetzt zum Beispiel Almen Abdi oder Yassine Chikhaoui, beide Doppeltorschützen gegen YB.
Abdi einer für Kuhn
Und Raffael, dieser feine, wirblige Angreifer, ist ja auch immer noch da. Der Brasilianer erzielte am Samstag eines der fünf wunderschönen FCZ-Tore. Nach dem Spiel gab er bekannt, mindestens bis zur Winterpause beim FCZ zu bleiben. Früher oder später dürfte sein Weg aber, wie jener der überragenden, erst 20-jährigen Abdi und Chikhaoui, ebenfalls in eine grössere Fussballliga führen. Abdi figuriert nicht einmal im 40-köpfigen Sichtungskader Köbi Kuhns. Doch der Nationaltrainer dürfte Abdi, der in Zürich als «neuer Kuhn» bezeichnet wird, auf seiner persönlichen Scouting-Liste jetzt weit oben platziert haben.
Rücktritt in der Pause
YB hat auf dem Transfermarkt – ohne Sportchef – wieder einmal weitaus unglücklicher als der FCZ agiert. Am Samstag passte bei den Bernern überhaupt nichts zusammen. «Jetzt müssen wir näher zusammenrücken und am Donnerstag in Lens reagieren», sagte Captain Hakan Yakin. Es tönt wie eine Durchhalteparole. Denn die Aussichten, die erste Hauptrunde des Uefa-Cups zu erreichen, sind nach dem 1:1 im Hinspiel wenig rosig. Und am Samstag hat Lens-Trainerveteran Guy Roux in Strassburg während der Pause (!) auf die Krise des französischen Spitzenvereins eigenwillig reagiert und… demissioniert. «Ich habe am Sonntag Kontakt mit den Verantwortlichen von Lens gehabt. Mein Transfer scheitert nicht», sagt Kader Mangane. Als Nachfolger bei YB ist Kölns Baykal ein heisser Kandidat. Sicher ohne Baykal, aber mit jeder Menge Rehabilitationsbedarf reisen die Young Boys nach Lens. Wenig förderlich dürfte da sein, dass die Lens-Spieler nach dem Rücktritt des ungeliebten Trainers Roux befreit aufspielen können. (fdr)
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 27 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |