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Bund, 9.9.2005
Media-Markt trägt Bus mit
Wenn im Oktober bei Gümligen der neue Fachmarkt öffnet, halten dort RBS-Fahrzeuge
Die Firma Media-Markt ist überzeugt, dass sie in Gümligen trotz relativ wenig Parkplätzen Erfolg hat. Damit die Kunden auch im Bus anreisen, trägt sie einen Teil der Kosten.
Am Donnerstag, dem 27. Oktober, eröffnet der Elektronikgeräte-Verkäufer Media-Markt auf dem Gümligenfeld frühmorgens um 6 Uhr die fünfzehnte Verkaufsstelle in der Schweiz. Die Firma erwartet viel Kundschaft. Denn sie wird an den vier Eröffnungstagen bis und mit Sonntag nicht nur so früh den neuen Laden öffnen, sondern auch auf einer Wiese in der Nähe 800 provisorische Parkplätze anbieten.
Sind diese vier Tage einmal vorbei, stehen Media-Markt aber – in einer ersten Phase – nur noch 128 Parkplätze zur Verfügung. Wenn einmal auch andere Mieter ins Dienstleistungszentrum von Hans Rubin einziehen, dessen Erdgeschoss Media-Markt mietet, sind es noch weniger. Deshalb befürchten die Gegner dieser Neuansiedlung ausser schlechterer Luft auch Suchverkehr in den Quartieren und überhaupt mehr Verkehr.
Gestern hat Peter Schmid, der Leiter der neuen Media-Markt-Filiale, an einer Pressekonferenz auf Muris Gemeindeverwaltung ein Verkehrskonzept vorgestellt. Es wurde zusammen mit der Kantonspolizei erarbeitet und besteht aus zwei Massnahmen: Erstens will Media-Markt mit dem Einsatz eines Verkehrsdiensts in Spitzenzeiten Rückstaus auf der Autobahn verhindern. Zweitens wird ab dem 27. Oktober das Gümligenfeld mit einem Bus erschlossen. Ab diesem Datum hält der RBS-Bus Nummer 40 an einer neuen Bushaltestelle jede halbe Stunde, in Spitzenzeiten jede Viertelstunde. «Unser Ziel ist, möglichst viele Kunden zu haben, die per öffentlichen Verkehr anreisen», sagte Schmid. Zu diesem Zweck bezahlt Media-Markt an den Freitagabenden, wenn das Geschäft bis 21.30 Uhr öffnet, und an den Samstagen zusätzliche Buskurse. Für «ein paar Zehntausend Franken», so Schmid gestern, wird so zu diesen für Kunden attraktiven Zeiten der Viertelstundentakt gewährleistet. Ausserdem richtet Media-Markt einen Hauslieferdienst ein.
Er sei überzeugt, so Schmid, dass der Media-Markt auf dem Gümligenfeld funktioniere. Auch in Kriens betreibe die Firma eine Niederlassung mit ähnlich wenigen Parkplätzen. Dort gehe das auch, und erst noch bei weniger guter Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr.
Strassen: Kurzfristig gehts
Die Gemeinde Muri hat abklären lassen, ob die vorhandenen Strassen den durch Media-Markt verursachten Mehrverkehr aufnehmen können. Verkehrsplaner Andreas Roduner sagte gestern, ausser an vereinzelten Tagen, etwa im Vorweihnachtsverkauf gegen Abend, würden die Strassen nicht überbelastet. Wenn aber einmal weitere Bauprojekte realisiert seien, etwa jenes von Zschokke («Bund» vom Mittwoch), stosse der Kreisel Feld-/Thunstrasse an seine Grenzen. Roduners Fazit: Kurzfristig gehts, mittelfristig wird wohl dieser Kreisel vergrössert werden müssen. Die Gemeinde Muri will im Februar erneut Verkehrszählungen vornehmen und dann das weitere Vorgehen festlegen.
_________________ For Ever
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