BZ, 02.08.2005
Eine Saison im Rampenlicht
Die Würfel sind gefallen: Das Bewerbungsdossier des SC Worb hat überzeugt. Damit werden die Zweitligakicker in der TeleBärn-Doku-Soap «Die Amateure» während der gesamten Saison die Hauptrolle spielen.
Die erste Begegnung mit Lars Lunde: Der Däne begrüsst die Spieler des SC Worb / Andreas Blatter
Plötzlich steht er da: Lars Lunde, 41-jährig, 1986 Schweizermeister mit den Berner Young Boys. Mit seinen 21 Toren war der Däne damals zugleich Torschützenkönig der Nationalliga A und durfte für sich in Anspruch nehmen, massgebend am bisher letzten Meistertitel von YB beteiligt gewesen zu sein. Er kam im November 1984 als Unbekannter zu YB und ging zwei Jahre später als Star zu Bayern München. Ein schwerer Autounfall beendete 1988 seine hoffnungsvolle Fuss- ballkarriere leider vorzeitig und viel zu früh.
Überraschung glückte
Nun steht Lars Lunde also da, neben ihm die beiden TeleBärn-Kameraleute Dirk Buchser und Sven Allenbach. Die drei platzen mitten in die Matchvorbereitung der Worber für das unmittelbar bevor- stehende Finalspiel um den Grauholz-Cup in Münchenbuchsee gegen das einheimische Team. Die Spieler sitzen am Boden und lauschen den Worten ihres Assistenztrainers Tstean Dawa, der an diesem Abend den ferienhalber abwesenden «Chef» Roland Getzmann vertritt. «Am Mittwoch im Halbfinal gegen Burgdorf habt ihr nur eine 75-prozentige Leistung gezeigt. Heute will ich von allen aber eine 100-prozentige sehen», sind seine letzten aufmunternden Worte, ehe es ihm beinahe die Sprache verschlägt. Nichts ahnend und völlig überrascht werden die Worber. Von den TeleBärn-Leuten wird ihnen soeben mitgeteilt, dass sie die Hauptdarsteller der Doku-Soap «Die Amateure» sind und nun während der ganzen Saison begleitet werden. Und gleichzeitig wird Lars Lunde dem Trainergespann Getzmann/Dawa als prominenter Assistenztrainer zur Seite gestellt. Aber nicht nur der Berner Regionalfernsehsender, sondern auch diese Zeitung und das Internetportal espace.ch. werden ab sofort dauerhafte Begleiter der Worber sein.
Freude kam auf
Und plötzlich war sie weg, die Konzentration für das bevorstehende Finalspiel. Freude kommt auf, die Spieler jubeln. Der Puls erreicht Höchstwerte, als sich Lars Lunde bei jedem einzelnen mit einem Händedruck persönlich vorstellt.
Der Urheber des Worber Dossiers, Stefan Distel, dem man eine unbeschwerte Offenheit und Schlagfertigkeit nachsagt, findet für einmal kaum Worte. Auch er wird von der Meldung förmlich überrascht und fast entschuldigend äussert er sich: «Diese Bewerbung war mit unserem Chef abgesprochen. Ich habe das Dossier lediglich bearbeitet und insgeheim gehofft, dass die Wahl auf uns fällt.»
Der Captain und gleichzeitig Teamälteste Ronaldo Schiavoni ist einer der ersten, der zu einer Aussage in der Lage ist. «Nein, geahnt haben wir rein nichts. Dementsprechend ist die Überraschung riesengross.» Schiavoni ist sich bewusst, dass sich die gegnerischen Teams gegen Worb nun besonders anstrengen werden um vor laufender Kamera gut auszusehen. «Das motiviert uns, eine noch bessere Leistung zu zeigen», kontert der Captain. Schiavoni ist überzeugt davon, dass sich das Team von der TV-Präsenz nicht zusätzlich unter Druck setzen lassen wird.
Auch Lunde freut sich
«Mein erster Eindruck von dieser Mannschaft ist sehr positiv», lässt sich Lars Lunde entlocken. «Ich denke, dass beide Seiten an der Zusammenarbeit Freude haben werden.» Ob er seine Arbeit gleich aufnehmen will, wird er von Dawa gefragt? «Ich setze mich zwar neben dich auf die Trainerbank. Aber mitreden will ich heute noch nicht», ist Lundes Antwort.