Quelle:
http://www.blick.ch
Der Supergau für die SBB begann nach 17 Uhr. Ausgerechnet, als die meisten Pendler von der Arbeit kamen und nur ein Ziel hatten: nach Hause. Füsse hochlagern, ausspannen.
Doch das rückte um 17.45 Uhr in weite Ferne. Nachdem erst die Stromzufuhr von 15´000 auf 12´000 Volt abfiel, ging gar nix mehr. Züge blieben dort stehen, wo sie waren. Mitten auf der Strecke, an der Bahnhofsausfahrt, im Tunnel.
Zehntausende konnten sich gar nicht erst auf den Heimweg machen. Sie blieben in den Bahnhöfen, die von Menschen wimmelten. Irgendwann begannen die SBB, gratis Mineralwasser auszuschenken. An zahlreichen Orten wurden sie dabei von den Feuerwehren unterstützt.
Im Gegensatz zu jenen, die noch im Zug sassen, hatten die am Bahnhof aber noch Glück. Der heisseste Tag im Jahr hinterliess nämlich in den Waggons seine Spuren. Mit dem Strom fiel auch die Klimaanlage aus, es wurde drückend heiss.
Viele Züge wurden mit Dieselloks in den nächsten Bahnhof gefahren, so lange es möglich und nötig war. Im Stadelhofen-Tunnel in Zürich wurden die Fahrgäste gut 250 Meter vor der Ausfahrt angehalten, den restlichen Weg zu Fuss zurückzulegen, wie eine Reporterin von «Radio24» erklärte.
Erst um etwa 20 Uhr kam ein wenig Entspannung in die Situation. Die SBB versuchten, das Netz von Zürich aus wieder aufzubauen. Zug für Zug musste angewiesen werden, loszufahren – damit das labile Netz nicht wieder zusammenbrach. Teilweise wurden auch Diesel-Loks eingesetzt.
Wenn die SBB ihre Versprechungen halten, dann könnte dieser Supergau einiges kosten. Seit Juni bieten die Schweizerischen Bundesbahnen bei grossen Verspätunegn sogenannte «Sorry»-RailChecks an. Für ein Billett der 1. Klasse gibt es 15, für ein 2.-Klasse-Ticket 10 Franken. Wieviele Pendler gestrandet sind, ist noch nicht bekannt.
U das usgrächnet ir Schwiiz... Bananerepublik lässt grüssen...
Die arme Cheibe; statt nachem Fyrabe ändlech ir Badi (oder wie i ir Aare), hocksch irgendwo im Gjätt imene stickige, überfüllte, verschwitzte u heisse Zug...
Item, für öppis hani ja mis Velo...

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