Drei Kampfhunde töten Jungen vor Kindergarten
Erschütternder Vorfall vor einem Kindergarten im zürcherischen Oberglatt. Drei Kampfhunde fielen über einen 6-Jährigen her und töteten das Kind. Die drei amerikanischen Pitbulls wurden unterdessen vom Kantonstierarzt eingeschläfert.
Die Bevölkerung von Oberglatt war über den Tod des Knaben erschüttert, wie verschiedene Äusserungen zeigten. Eine Anwohnerin sagte am Deutschschweizer Fernsehen, sie sei vom Vorfall nicht überrascht. Es gebe viele Kampfhunde in der Gegend. Die einen würden an der Leine geführt, andere liefen frei herum, sagte die Frau.
Der türkische Bub war kurz vor 8.45 Uhr allein auf dem Weg in den Kindergarten, wie Kantonspolizeisprecher Werner Benz an einer Medienkonferenz schilderte. Das Kind wohnte mit seiner Mutter in Oberglatt.
Der Kleine ging über einen Fussweg in der Nähe des Waldrands durch ein verschneites Feld. Als er noch rund 200 Meter vom Kindergarten entfernt war, fielen unvermittelt drei Hunde über den Knaben her und bissen wild auf ihn ein. Das Kind erlag seinen schweren Bissverletzungen noch am Ort des Geschehens.
Halter von sechs Pitbulls
Gemäss bisherigen Ermittlungen waren die drei noch recht jungen Hunde ihrem Besitzer ausgerissen. Der 41-jährige Italiener lebt im Kanton Zürich. Mit seiner Freundin und seinen insgesamt sechs Pitbulls weilte er am Donnerstag zu Besuch bei Bekannten in Oberglatt.
Wie drei der sechs «Kampfhunde» aus dem Hause der Bekannten entwischen konnten, ist noch nicht ganz geklärt. In Oberglatt heisst es, sie seien aus einem Fenster gesprungen. Die Hunde wurden kurz nach Mittag eingeschläfert - mit dem Einverständnis des Halters, wie Benz sagte.
Wie Staatsanwältin Susanne Steinhauser erklärte, werden «die untersuchungsrichterlichen und polizeilichen Abklärungen «mit allem Nachdruck» verfolgt. Der 41-Jährige und seine Freundin wurden festgenommen.
Es wird nun geklärt, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten - etwa fahrlässige Tötung, Verletzung der Sorgfaltspflicht bei der Hundehaltung - vorliegt. Je nach Ausgang der Befragungen werde Untersuchungshaft beantragt.
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