 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
|
Seite 1 von 1
|
[ 6 Beiträge ] |
|
| Autor |
Nachricht |
|
shalako
|
Verfasst: Mittwoch 27. September 2006, 09:20 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Bund, 27.09.2006
Komplexe, aber logische Struktur
Wer hat bei YB eigentlich alles etwas zu sagen? Wie ist die Hierarchie? Und wie sind die Besitzverhältnisse genau geregelt? Eine Übersicht der komplizierten, aber professionellen Struktur bei den Berner Young Boys.
Früher war alles noch ganz einfach. Da gab es einen Präsidenten, es gab einen Vizepräsidenten, vielleicht gab es einen Sportchef, und wenn es ein besonders gut geführter Fussballverein war, dann gab es auch noch Verantwortliche für Marketing und Sponsoring. Im Hintergrund finanzierte ein Mäzen die Transfers und die Löhne der Fussballer; im Idealfall gab er auch gleich den Präsidenten ab.
Heute ist alles ein bisschen anders, ein bisschen komplizierter, ein bisschen verschachtelter. Und so muss man sich manchmal fragen, wer überhaupt das Sagen hat. Bei YB ist die Struktur speziell vielschichtig und unübersichtlich. Der Klub gehört einer AG an, die auch den Betrieb im Stade de Suisse leitet. Das Konstrukt ist professionell – bloss: Es fehlt ein Geschäftsführer als «Mister YB», der den Verein vertritt.
Geld verdienen als Ziel
Vielleicht muss man also beim Stadion, das heisst ganz oben, anfangen. Es gibt die Sport und Event Holding AG in Luzern. Dort sitzen die sechs Investoren im Verwaltungsrat, denen das Stadion mit einem geschätzten Wert von rund 100 Millionen Franken gehört. Es sind dies: Benno E. Oertig, Urs Meile, Andy Rihs, Michael Bona, Peter Jauch und Fritz Bösch (siehe Kasten). Alle Investoren bezeichnen ihr Engagement in Bern als «Herzensangelegenheit». Das stimmt vermutlich, aber irgendwann wollen die Financiers natürlich Geld verdienen. «Das ist normal und legitim», sagt Wankdorf-CEO Stefan Niedermaier. Noch ist jedoch nicht abzusehen, wann die Millionenausgaben der Investoren refinanziert sind. Der Stadionbetrieb wurde im August 2005 aufgenommen. Im Start-up-Jahr ist kaum ein Gewinn zu erwarten. Keiner der sechs Geldgeber besitzt übrigens mehr als 20 Prozent des Aktienkapitals der Sport und Event Holding AG.
Niedermaiers Einfluss
Die Stade de Suisse Nationalstadion AG in Bern sowie die Mibet Finanz- und Verwaltungs-AG in Luzern sind Tochtergesellschaften der Sport und Event Holding AG. Im Verwaltungsrat der Stade de Suisse Nationalstadion AG sitzen mit Oertig, Meile, Bona und Jauch vier der sechs Investoren. Operativer Geschäftsführer ist Stefan Niedermaier, der mit 30 Mitarbeitenden das Tagesgeschäft im Wankdorf-Neubau regelt. Darunter fallen Stadionführungen, Konzerte und Veranstaltungen sowie Seminare und Anlässe in den diversen Räumlichkeiten der Arena. Auch die Vermarktung von YB ist Sache der Stadionbetreiber.
Die BSC Young Boys Betriebs-AG schliesslich ist eine Tochtergesellschaft der Stade de Suisse Nationalstadion AG. Dort ist Fritz Bösch Verwaltungsratspräsident; ebenfalls dabei sind Peter Mast, der ehemalige YB-Präsident, sowie Niedermaier. Gesucht werden immer noch zwei Verwaltungsräte, die aus Bern kommen und auch einen Bezug zu YB haben sollen. Der sportliche Leiter ist Sportchef Marcel Hottiger.
So weit die Fakten. Die einzelnen Bereiche sind im Prinzip klar abgetrennt. In Wahrheit ist Stefan Niedermaier in diesen hektischen Wochen auch für den sportlichen Bereich zuständig. Der Wankdorf-CEO hat deshalb in dieser Woche seine Ferien abgesagt und arbeitet täglich bei der Trainersuche mit. «Ich kenne das Fussballgeschäft zwar nicht im Detail», sagt Niedermaier, «denn ich bin erst seit einem Jahr dabei. Aber ich habe in dieser Zeit viel hinter die Kulissen blicken können. Bei einem Spielertransfer würde ich mich jedoch nie einmischen.» Bei der Trainerwahl allerdings, erklärt Niedermaier, verlasse er sich auf seine Erfahrung als Manager in der Industrie und auf das Anforderungsprofil, das er zusammen mit dem Verwaltungsrat der BSC YB Betriebs-AG erstellt hat. «Wir wollen eine Persönlichkeit mit Charisma. Der Trainer sollte ein guter Motivator sein, und einer, der auch bei den Zuschauern gut ankommt. Zudem sollte er den Verein und sich in der Öffentlichkeit gut verkaufen können.»
Widerstand gegen Jauch
Weil die Fachkompetenz im Fussballgeschäft in den erwähnten Gremien weit gehend fehlt, soll jetzt bekanntlich ein «Mister YB» eingestellt werden. «Dieser Geschäftsführer ist aber nicht nur der Leiter der sportlichen Abteilung», sagt Niedermaier, «sondern er ist auch im kaufmännischen Bereich, im Sponsoring und Marketing oder bei der Pflege von Vereinspartnern und Fangruppierungen der starke Mann.» Damit soll nicht etwa der Einfluss des Sportchefs beschnitten werden, betont Niedermaier. «Im Gegenteil: Der Geschäftsführer wird unterstützend wirken.»
Am Montag wurde der YB-Sportausschuss aufgehoben, was einer Entmachtung des umstrittenen Peter Jauch gleichkam. Der vierköpfige Sportausschuss mit Sportchef Marcel Hottiger, Niedermaier, Bösch und Jauch hatte die sportliche Strategie bestimmt. «Damit sind die Entscheidungswege kürzer», sagt Niedermaier. Der neue Trainer wird nun von Hottiger und dem Verwaltungsrat der YB Betriebs-AG gesucht. Dort sind mit Bösch und Niedermaier zwei Vertreter des Sportausschusses – nicht aber Jauch...
Die Rolle der Mibet
Schliesslich gibt es noch die Mibet Finanz- und Verwaltungs-AG. Sie ist für die Finanzierung der Spielertransfers zuständig. «Derzeit laufen aber alle Löhne über die BSC YB Betriebs-AG», versichert Niedermaier. Falls die sportliche Führung in der Winterpause zum Beispiel den Antrag stellen sollte, Mauro Lustrinelli und Armand Deumi als Verstärkungen zu engagieren, würde die Mibet Finanz- und Verwaltungs-AG über die Finanzierung beraten. Im Verwaltungsrat dieser AG befinden sich mit Oertig, Meile und Jauch drei Investoren. «Das hört sich komplex an», sagt Niedermaier, «aber die Zusammenarbeit funktioniert. So wurden zuletzt auch die Spielerwünsche von Gernot Rohr erfüllt.»
Allein: Der ehemalige YB-Trainer Rohr betonte stets, dass er nicht wisse, wer sein Ansprechpartner in den Gremien sei. So unterschiedlich können die Meinungen über die Struktur einer Organisation sein.
EXTRA
Oertig, der starke Mann
Benno E. Oertig (55), Chef der Intrum-Justitia-Gruppe, wird der neue starke Mann hinter den YB-Kulissen und demnächst auch Verwaltungsratspräsident der YB Betriebs-AG. – Urs Meile (59) war lange Zeit Finanzchef von Vögele und ist heute Privatier. Meile bringt Erfahrung in Finanzfragen mit. – Andy Rihs (63) ist Verwaltungsratspräsident und Grossaktionär der Phonak Holding AG und eine Persönlichkeit. Rihs besitzt viel Erfahrung im Spitzensport und sieht die Unruhen bei YB gelassen – er hat in Sachen Doping beim Phonak-Radrennstall ja den einen oder anderen Sturm erlebt. – Michael Bona (47) ist Österreicher, wohnt aber in der Schweiz. Er ist Unternehmer. – Fritz Bösch (72) ist Verwaltungsratspräsident der Feintool International Holding AG mit Sitz in Lyss. Er ist das Verbindungsglied zur Berner Wirtschaft. – Peter Jauch (60) war früher Stadion-CEO, ist aber seit einigen Tagen höchst umstritten, weil er den früheren Trainer Gernot Rohr sowie Sportchef Marcel Hottiger im «Blick» scharf attackiert hat.
Stefan Niedermaier (44) ist Wankdorf-CEO; Marcel Hottiger (54) ist YB-Sportchef; Peter Mast (49) war früher Verwaltungsratspräsident der YB-Betriebs-AG. Heute ist er noch Präsident im Verein BSC Young Boys und dort zuständig für den Nachwuchs (U12–U18). (fdr)
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
cheeserace
|
Verfasst: Mittwoch 27. September 2006, 11:49 |
|
Registriert: Freitag 22. September 2006, 16:35 Beiträge: 3 Wohnort: Belp
|
Alles wird "professioneller" und "kommerzieller". Das Beispiel von YB zeigt uns, dass noch viel Arbeit getan werden muss. Nebst den vermeintlichen "Verantwortlichen" hinkt auch die Geschäftsleitung einer professionellen Umsetzbarkeit hinterher (habe eigene Erfahrungen gemacht, wie andere sicher auch).
Zeiten à la Schälli, Bickel & Co. trauert die Merheit der Forumsmitglieder hinterher. Nur: Um national, resp. international mithalten zu können ist der Weg zur Firma YB leider unumgänglich. Haben wir Geduld und auch wir werden die Tiefs meisterlich meistern.
HOPP YB 
_________________ häbet nech am Bänkli...
|
|
 |
|
 |
|
Rebell
|
Verfasst: Mittwoch 27. September 2006, 12:53 |
|
Registriert: Freitag 2. September 2005, 10:05 Beiträge: 74
|
|
Bin ich nicht ganz einverstanden. Es gibt auch noch Vereine welche die erste Mannschaft nicht aus dem Verein ausgegliedert und eine AG gegründet haben und trotzdem noch erfolgreich sind. So z. B. der HSV, bei dem die Vereinsmitglieder letztde Saison bei einer Abstimmung eine Ausgliederung abgeleht haben....
|
|
 |
|
 |
|
Madmax
|
Verfasst: Mittwoch 27. September 2006, 13:08 |
|
Registriert: Mittwoch 2. August 2006, 08:48 Beiträge: 465 Wohnort: Bern City
|
Rebell hat geschrieben: Bin ich nicht ganz einverstanden. Es gibt auch noch Vereine welche die erste Mannschaft nicht aus dem Verein ausgegliedert und eine AG gegründet haben und trotzdem noch erfolgreich sind. So z. B. der HSV, bei dem die Vereinsmitglieder letztde Saison bei einer Abstimmung eine Ausgliederung abgeleht haben....
Ich glaube den HSV als erfolgreiches Beispiel zu nennen ist zur Zeit nicht gerade treffend!
Schliesse mich der Meinung von cheeserace an.
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Donnerstag 8. März 2007, 17:54 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Berner Zeitung, 08.03.2007
Aktienrückkauf statt Backsteinverkauf
YB will die administrativen Wege verkürzen. Die Klubleitung kauft den 1040 Kleinaktionären ihre YB-Wertpapiere ab.
Der Verkauf von Aktien an die Fangemeinde ist für Klubs in Finanznöten ein gradliniger Weg, um neue Geldquellen zu erschliessen. In Zeiten, als das Stade de Suisse erst auf Plänen existierte und die Young Boys noch nicht von Investoren geleitet wurden, waren der Berner Vereinsleitung viele Mittel recht, um die Löcher in der Kasse zu stopfen. YB lebte von der Hand in den Mund. Es gab den Aufruf bei der Berner Wirtschaft mit der Aktion «Schneedose», die Kapitalbeschaffung «Pro YB». Es kam aber auch zum Verkauf von Klebern, wobei die Beschaffungskosten höher waren als die Erträge. Es wurden Backsteine verkauft und YB-Häuser gezeichnet – am Rand des Konkurses war Innovation gefragt.
Die Zeiten haben sich geändert. Bei YB sind keine Sammelaktionen geplant. Vielmehr geht die BSC Young Boys Betriebs-AG den umgekehrten Weg. Der Verwaltungsrat möchte die Wertpapiere der YB-Kleinaktionäre zurückkaufen. In diesen Tagen erhalten die 1040 Kleinaktionäre, welche 8269 Aktien im Wert von 20 Franken halten, Post von der Betriebs-AG – mit der Bitte, die Aktien der «Zentrale» zu verkaufen. Das Angebot der Stadion-AG: Die Aktien werden zum Nennwert gekauft, zudem erhalten die Kleinaktionäre einen Gutschein (25 Prozent des Aktienwerts), den sie für Matchtickets einlösen können. Die 8269 Aktien entsprechen rund 5 Prozent des Aktienkapitals von rund 3,3 Millionen Franken, die restlichen 95 Prozent sind im Besitz der Stade de Suisse AG.
Stefan Niedermaier, Geschäftsführer des Stadionbetriebs und YB-Verwaltungsrat, sagt, bei der Rückkaufaktion gehe es darum, modernere Strukturen zu schaffen. «Wir wollen die administrativen Abläufe vereinfachen.» Die Bereinigung wird an der GV vom 16.April vorgenommen. Danach wird die Stade de Suisse AG 100 Prozent der Aktien ihrer Tochtergesellschaft, der YB-Betriebs-AG, halten. Was aber passiert, will ein Anhänger seine Aktie(n) nicht hergibt? Er hat keine Wahl. Die Papiere der Kleinaktionäre verlieren nach der Generalversammlung ihren Wert.
Mibet AG aufgelöst
Im Zeichen der Neustrukturierung ist die Mibet Finanz- und Verwaltungs-AG mit Sitz in Luzern aufgelöst worden. Die Firma mit den Verwaltungsräten Benno Oertig, Urs Meile und Peter Jauch war bis anhin für die Finanzierung der YB-Transfers zuständig. Jauch übt bei den Young Boys kein Amt mehr aus, Oertig, VR-Präsident des Stade de Suisse, wird neu auch in der YB-Betriebs-AG Einsitz nehmen.
Die Phase des Umbruchs bei YB ist damit noch nicht vorbei. In absehbarer Zeit dürfte der Verein YB, dem die U12- bis U18-Mannschaften angeschlossen sind, in die Betriebs-AG geführt werden. Zudem ist ein YB-Beirat in Planung; 15 Persönlichkeiten aus verschiedenen Gebieten sollen eine beratende Funktion übernehmen. Beim FC Bayern hat sich dieses Modell bewährt.
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 28. September 2007, 08:50 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Der Bund; 28.09.2007
Dunkle Wolken haben sich verzogen
Sportlich läuft es YB derzeit wieder ausgezeichnet. Und auch die Vereinsstrukturen werden laut den Verantwortlichen ständig verbessert. Im Budget der Young Boys betragen die Fixlöhne der Kaderspieler 3,7 Millionen Franken.
Viermal hat YB in Serie gewonnen (inklusive Cupmatch in Bavois), zuletzt am Mittwoch überzeugend und mit 4:1 gegen Aarau. Trainer Martin Andermatt und Captain Hakan Yakin haben sich ausgesprochen, die Spieler verbreiten Optimismus, der Rückstand auf Leader Zürich beträgt nur noch drei Punkte. Die dunklen Wolken, die vor einem Monat über dem Wankdorf aufgezogen waren, wurden rasch vertrieben. Dennoch ist der Verein regelmässig in den Schlagzeilen – und nicht immer sind die Meldungen positiv. Ein Überblick über den YB-Zustand im Herbst 2007.
Strukturen in Bewegung
Auch in diesen Spalten war schon die Schreibe von «ungenügenden Strukturen» bei den Young Boys. Weil die YB-Betriebs-AG quasi eine Tochterunternehmung der Stade de Suisse Nationalstadion AG darstellt, ist die Situation enorm komplex. «YB ist ganz klar die Nummer eins im Stade de Suisse», sagt Wankdorf-CEO Stefan Niedermaier. Es fehlt aber nach wie vor ein Sportchef. Und kommunikativ haben die Exponenten des Vereins in den letzten Monaten nicht immer überzeugt.
Teammanager Alain Baumann, der den Klub seit über zwei Jahrzehnten bestens kennt, findet aber, YB sei noch nie so gut aufgestellt gewesen. «Wir haben keine finanziellen Sorgen», sagt Baumann. Und: «Wir haben eine klare Hierarchie und vor allem ein sehr gutes Klima im ganzen Verein. Und auch sportlich sind wir auf einem guten Weg.»
Charles Beuret, der Medienverantwortliche im Wankdorf, gerät sogar ins Schwärmen: «Es ist fantastisch, was hier in den letzten Jahren entstanden ist. YB lag vor kurzem noch am Boden und steht jetzt vor einer grossen Zukunft.» Beuret ist dem Klub seit den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts verbunden – zuerst als Anhänger und später jahrzehntelang als «Bund»-Berichterstatter. «Wenn man berücksichtigt, dass YB noch vor wenigen Jahren in der damaligen NLB am Tabellenende lag und sogar mehrere Male vor dem Konkurs stand, dann dürfen wir sehr zufrieden sein», sagt Beuret.
Hinter den Kulissen (und manchmal als Hauptdarsteller) ist Stefan Niedermaier für die personelle Zusammensetzung rund um YB verantwortlich. Der Wankdorf-CEO sagt: «Wir müssen YB noch stärker in der Region verankern.» Diese «Bernerisierung» sei aufgegleist, unter anderem mit dem YB-Beirat, der sich regelmässig trifft. In diesem Gremium, das eine beratende Funktion ausübt, sind zwanzig Botschafterinnen und Botschafter Berns wie die ehemaligen Kickergrössen Walter Eichenberger und Martin Weber, kulturelle Persönlichkeiten wie Züri-West-Sänger (und YB-Fan) Kuno Lauener, Politikerinnen wie Barbara Hayoz oder Wirtschaftsexponenten wie Ulrich Gygi, Beat Zahnd und Benedikt Weibel, aber auch Vertreter der YB-Fangruppierungen versammelt. «Der YB-Beirat ist ein hervorragendes Instrument, um den Puls der Zuschauer zu fühlen», sagt Niedermaier.
Viele Dinge seien in letzter Zeit vereinfacht worden, erklärt der Wankdorf-CEO. Zum Beispiel durch die Integration des gesamten Nachwuchsbereiches in die YB-Betriebs-AG. Oder durch den Rückkauf sämtlicher Aktien bei Kleinaktionären. Oder durch ein neues Mitgliederkonzept ab Januar 2008 – danach soll jeder Dauerkartenbesitzer (derzeit rund 9500) als Vereinsmitglied automatisch in den Genuss zahlreicher Angebote kommt.
Wann kommt der Sportchef?
Weiterhin nicht besetzt ist aber der Posten des YB-Sportchefs – als einer der wenigen Vereine in der Super League verzichten die Young Boys darauf (siehe Kasten). Alain Baumann als Teammanager, Martin Andermatt als Trainer sowie Stefan Niedermaier und YB-Präsident Thomas Grimm (ein Jurist) für die wirtschaftlichen und vertraglichen Angelegenheiten sind die Entscheidungsträger. In dieser speziellen Konstellation mit der übergeordneten Stadion-AG wäre es vermutlich kaum die schlechteste Lösung, einen Sportchef zu installieren. «Es gibt nicht sehr viele Leute, die für diesen Job in Frage kommen», sagt Niedermaier. Die Lohnforderungen eines kompetenten Sportchefs wie beispielsweise des Schweizers Ilja Kaenzig, einst bei Leverkusen und Hannover tätig, nehmen Bundesliga-Dimensionen an und übersteigen sogar das Salär des YB-Captains Hakan Yakin. «Natürlich machen wir uns Gedanken», sagt Niedermaier. «Strukturen laufend zu hinterfragen gehört zum Geschäft. Wichtig ist aber, dass wir die Abläufe im Griff haben.»
Teammanager Alain Baumann ist derzeit damit beschäftigt, ein Scouting-Konzept zu erstellen. Nicht nur bei der Spielerrekrutierung, sondern auch in der Nachwuchsarbeit hat YB noch Defizite gegenüber den Branchenleadern FC Zürich und FC Basel. In den letzten Jahren hat kaum ein Nachwuchsspieler den Sprung ins erste Team geschafft. Mit Erhan Kavak und Christian Schneuwly haben sich jetzt zwei Talente immerhin einen Platz im Kader erkämpft – und dahinter stossen hoffnungsvolle Akteure wie die 18-jährige Begabung Steven Ukoh nach.
Ein neuer Aktionär
Wirtschaftlich läuft es für das im Sommer 2005 eröffnete neue Wankdorf (und damit für YB) gut. Der Wert der Arena wird auf über 100 Millionen Franken geschätzt. Die Investoren (besser: Aktionäre) Benno Oertig, Andy Rihs, Fritz Bösch, Urs Meile, Michael Bona und Peter Jauch wären kaum enttäuscht, würden sich finanzkräftige Berner für ihre Aktienpakete interessieren. Mit Hans-Ueli Rihs, dem Bruder von Andy Rihs, stösst vorerst ein neuer Aktionär dazu, das Aktienkapital wird deshalb umverteilt. «Auf YB hat das keinen direkten Einfluss», sagt Stefan Niedermaier. «Es ist nicht so, dass wir jetzt mehr Geld zur Verfügung haben.»
Laut Niedermaier beträgt das YB-Jahresbudget rund 10 Millionen Franken. Allerdings ist diese Zahl durch die Verflechtungen mit der Stadionverwaltung tief angesetzt. Eine Stadionmiete zum Beispiel muss YB ja nicht bezahlen, das effektive Budget dürfte einige Millionen höher liegen. «Es sind aber auch dann keine 15 oder 20 Millionen Franken, wie es teilweise aus Basel und Zürich zu hören ist», sagt Niedermaier.
Erstaunliche Lohnsumme
Der Wankdorf-CEO begegnet den Kritikern, die behaupten, YB habe eine (zu) teure Mannschaft, mit grosser Offenheit. «Die jährliche Summe an Fixlöhnen für die Kaderspieler beträgt genau 3,7 Millionen Franken», sagt Niedermaier. Hinzu kommen rund 400000 Franken Spesen im Jahr – und die Punkteprämien, die gestaffelt nach aktueller Rangierung festgelegt worden sind. Im finanziell «schlimmsten» (und sportlich besten) Fall, nämlich beim Gewinn des Meistertitels, beim Cupsieg und bei der Qualifikation für die Champions League, würde die Lohnsumme auf rund 7,5 Millionen Franken jährlich steigen. Davon ist YB aber, trotz zuletzt guter Leistungen, noch ein bisschen entfernt.
Fabian Ruch
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
|
Seite 1 von 1
|
[ 6 Beiträge ] |
|
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 31 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |