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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. Dezember 2010, 09:24 
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Der Bund, 01.12.2010

YB will in der Kälte nach den Sternen greifen

Die Young Boys können heute in der Europa League gegen den VfB Stuttgart einen grossen Schritt in Richtung der 1/16-Finals machen

Der äussere Rahmen ist nicht dazu angetan, Unentschlossene ins Stade de Suisse Wankdorf zu locken. Für heute (Anpfiff 19.00) sind weitere Schneefälle und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt angesagt. Ob unter diesen Umständen wie von der YB-Führung erhofft über 20 000 Zuschauer gegen Stuttgart ins Stadion kommen, ist fraglich – zumal der Match live übertragen wird auf SF 2. Immerhin: Das Publikumsinteresse ist grösser als in den ersten Heimpartien in der Europa League gegen Getafe und Odense, als jeweils rund 12 000 Besucher Eintritt begehrten. Bis gestern wurden im Vorverkauf 18 000 Tickets abgesetzt.

Beim Heimteam ist die Vorfreude auf das zweitletzte internationale Rendezvous in diesem bewegten Jahr gross. Akteure und Trainerstab wissen, dass sie mit einem Sieg einen riesigen Schritt Richtung Sechzehntelfinals machen können. Im Optimalfall (Punkteteilung in der Begegnung Odense - Getafe) können die Berner bereits heute Abend die vorzeitige Qualifikation feiern.

Auch wenn die Ausgangslage die Europa-Träume beflügelt, der Gegner aus dem Schwabenland in der Bundesliga schwächelt, in der Europa League seine Hausaufgaben bereits erledigt und praktisch keine Kunstrasenerfahrung hat: YB hat die Ernte noch längst nicht im Trockenen. Der VfB Stuttgart ist ein unangenehmer und starker Widersacher, der seine Haut so teuer wie möglich verkaufen wird. «Wir müssen eine Topleistung bringen», ist sich Christoph Spycher bewusst. Stuttgart möge resultatmässig in einer Krise stecken, doch die Equipe sei im Normalfall immer noch stärker als YB.

Eher ein Nach- denn ein Vorteil könnte sein, dass die Stuttgarter mehrere Stammspieler (Delpierre, Träsch, Gebhardt, Cacau, Ulreich) zwecks Schonung zu Hause gelassen haben. Die nach Bern gereiste Gruppe sei keinesfalls eine B-Auswahl, erklärte VfB-Trainer Jens Keller gestern Abend an der Medienorientierung. «Wir haben keine B-Mannschaft.» Der Europa-League-Match sei für jene Spieler, die zuletzt nur unregelmässig zum Zug gekommen seien, «eine Riesenchance, über 90 Minuten auf einem hohen Niveau zu spielen».

Das Duell der Gebrüder Degen

Philipp Degen gehört zu denen, die heute ihre Chance bekommen dürften. Der Basler war gestern wie sein Zwillingsbruder David ein gefragter Interviewpartner. Beide sprachen unabhängig voneinander von einem speziellen Spiel, weil sie noch nicht oft gegeneinander angetreten seien in ihrer Karriere. Genau genommen gab es erst zwei Duelle: Der erste Mal trafen sie in der Super League aufeinander (Basel gegen Aarau), das zweite Mal in der Bundesliga (Gladbach gegen Dortmund). Er sei zweimal auf der Siegerseite gestanden, weiss Philipp Degen. Heute will der etwa 30 Minuten ältere David seine persönliche Statistik verbessern. Er werde wie immer Vollgas geben, kündigt YBs Offensivspieler an. Da er meistens auf der rechten Mittelfeldseite agiert, kommt es kaum zu Direktduellen mit seinem Zwillingsbruder. Dieser wird mit grösster Wahrscheinlichkeit auf der rechten Abwehrseite zum Zug kommen.

Kuzmanovics Chance

In der Startaufstellung des VfB wird auch Zdravko Kuzmanovic erwartet. Der gebürtige Thuner, der von 2001 bis 2004 im YB-Nachwuchs spielte, hat unter Trainer Keller seinen Stammplatz verloren. «‹Kuz› macht eine schwierige Phase durch», sagte Fredi Bobic gestern. Der VfB-Manager hatte den serbischen Internationalen am Wochenende zu einer saftigen Busse verdonnert, weil er sich in Hamburg nach dem Schlusspfiff nicht von den mitgereisten Fans verabschiedet hatte. Kuzmanovic habe sich gegenüber den Anhängern respektlos verhalten, begründete Bobic die Massnahme.

Kunstrasen macht VfB Sorgen

Wie vor jedem Europacup-Heimspiel von YB war auch gestern der Kunstrasen ein Thema. «Die Unterlage könnte zum Problem werden», sagte Keller. Sein Team habe nur zweimal auf Kunstrasen geübt. «Ich hoffe, die Jungs können sich mit dem Boden anfreunden», seufzte Bobic. Er weiss um die Tücken solcher Beläge. Der bulgarische Verein Burgas, wo er bis letzten Sommer als Geschäftsführer wirkte, trug seine Heimspiele ebenfalls auf einem Kunstrasen aus.

Young Boys - VfB Stuttgart

Stade de Suisse, Bern. – 19 Uhr. - SR Yefet (Isr)

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Young Boys: Wölfli; Sutter, Nef, Affolter, Jemal; Doubai, Spycher; David Degen, Costanzo, Lulic; Mayuka.

VfB Stuttgart: Ulreich/Ziegler; Philipp Degen, Bicakcic, Niedermeier, Molinaro; Camoranesi, Kuzmanovic, Bah, Elson; Pogrebnjak, Harnik.

Bemerkungen: Young Boys ohne Dudar und Lingani (beide verletzt). VfB Stuttgart ohne Marica (gesperrt), Cacau, Delpierre, Audel, Träsch (alle geschont), Celozzi, Gebhart und Tasci (alle angeschlagen).

http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB-will-in-der-Kaelte-nach-den-Sternen-greifen/story/31189995

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. Dezember 2010, 11:15 
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Ht gits äs richtigs Schnee(ball) Spiel!

:fightwin:


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. Dezember 2010, 11:51 
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falls es weiter so schneien würde bis am abend, ist es möglich, dass das spiel abgesagt wird?


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. Dezember 2010, 12:32 
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Blick, 01.12.2010

«Ich fälle auch meinen Bruder»

Die Degen-Zwillinge telefonieren zehnmal täglich miteinander. Heute sind sie Gegner. Die beiden zündeln schon.

Die grosse sportliche Frage heute vor dem Duell: Wie oft kommt YB-Mittelfeldspieler David (27) über links, damit er direkt auf Rechtsverteidiger Philipp (30 Minuten jünger) trifft? David lachend: «Philipp wird nach dem Spiel meine Rückennummer kennen, weil er nur hinterherläuft …»

Stuttgart-Verteidiger Philipp Degen sieht das relativ gelassen. «Das wird nicht passieren, er versucht ja eh immer nur, den Ball vorbeizulegen. Ich weiss in- und auswendig, wie er angreifen will.» Und weiter: «Wenn er zu oft vorbeikommt, muss ich mir das die ganzen Weihnachten lang anhören. Das ist meine Extra-Motivation.»

David schmunzelt darüber: «Ach, der Philipp, er bekommt ja eh schon Krämpfe nach 60 Minuten …» Eine kleine Anspielung, dass sein Bruder am letzten Wochenende bei der 2:4-Pleite in Hamburg von Muskelbeschwerden geplagt wurde. Verständlich, da er vorher wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers zwei Monate lang ausfiel. Philipp hält dagegen: «Krämpfe werden kein Problem sein. Und: Ich werde Dave auf dem Feld wie jeden anderen Spieler behandeln. Wenn es nötig ist, fälle ich auch meinen Bruder.»

Beide geben jedoch zu, dass es schon ein mulmiges Gefühl sein werde, dem Bruder gegenüberzustehen. Schliesslich spielten sie bis 1995 beim FC Oberwil zusammen, dann von 2003 bis 2005 beim FC Basel. Philipp gibt auch zu: «Ich würde heute schon am liebsten mit David in der gleichen Mannschaft spielen. Wer weiss, vielleicht erleben wir das in unserer Karriere nochmals.»

Für YB gehts um alles
Zum direkten Duell kams bisher zweimal. Als David mit Aarau gegen Philipps Basel spielte. Und als Philipp mit Dortmund gegen David mit Gladbach auflief. Das war am 17. Februar 2007. Dortmund siegte dank einem Tor von Alex Frei mit 1:0.

Heute gehts übrigens für David um mehr als für Philipp. Das bereits qualifizierte Stuttgart tritt mit einer B-Elf an.

«Natürlich denke ich in unserer Situation bereits an das nächste Bundesliga-Spiel gegen Hoffenheim», sagt VfB-Trainer Jens Keller. Stuttgart ist Vorletzter in der Bundesliga.

Für YB geht es um alles: Mit einem Sieg kann man einen grossen Schritt Richtung Sechzehntelfinal machen. YB ist mit drei Punkten qualifiziert, wenn es ein Remis zwischen Odense und Getafe gibt. David: «Tut mir leid für Philipp. Aber ich will unbedingt nächstes Jahr in der Europa League vertreten sein. Jetzt muss er halt mal verlieren.»

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. Dezember 2010, 12:35 
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Tagesanzeiger, 01.12.2010

YB und der Traum vom Sieg

Die Berner empfangen heute Abend in der Europa League den VfB Stuttgart und könnten mit einem Sieg einen grossen Schritt tun.

YB empfängt heute Abend zum fünften Gruppenspiel in der Europa League den VfB Stuttgart. Und bei YB ist die Vorfreude gross. Spieler und Trainer wissen, dass sie mit einem Sieg einen riesigen Schritt Richtung Sechzehntelfinals machen können. Im Optimalfall (Sieg gegen den VfB und ein Unentschieden im Match zwischen Odense und Getafe) können die Berner bereits heute die vorzeitige Qualifikation feiern.

Auch wenn die Ausgangslage die Europa-Träume beflügelt. Auch wenn der Gegner in der Bundesliga schwächelt und seine Hausaufgaben in der Europa League mit vier Siegen in vier Auftritten bereits erledigt hat: Die Deutschen werden als unangenehmer und starker Widersacher erwartet: «Wir müssen eine Topleistung bringen», ist sich Christoph Spycher bewusst. Stuttgart möge resultatmässig in einer Krise stecken, doch die Mannschaft sei im Normalfall immer noch stärker als YB.

Das Duell der Degens

Sorgen bereitet den Stuttgartern der Kunstrasen. «Die Unterlage könnte zum Problem werden», glaubt Trainer Jens Keller. «Ich hoffe, die Spieler können sich mit dem Boden anfreunden», sagte Sportdirektor Fredy Bobic. Die Verantwortlichen haben Delpierre, Träsch, Gebhardt, Cacau, und Ulreich zwecks Schonung zu Hause gelassen. Keller findet trotzdem: «Wir haben keine B-Mannschaft.» Der Match gegen YB sei für jene Spieler, die zuletzt nur unregelmässig zum Einsatz gekommen seien, «eine Riesenchance, über 90 Minuten auf einem hohen Niveau zu spielen».

Philipp Degen gehört zu denen, die heute ihre Chance bekommen dürften. Der Basler war gestern wie sein Zwillingsbruder David von YB ein gefragter Interviewpartner. Beide sprachen unabhängig voneinander von einem speziellen Spiel, weil sie noch nicht oft gegeneinander angetreten seien in ihrer Karriere. Zwei Duelle gab es bislang: Das erste Mal trafen sie in der Super League aufeinander (Basel gegen Aarau), das zweite Mal in der Bundesliga (Gladbach gegen Dortmund). Er sei zweimal auf der Siegerseite gestanden, erzählte Philipp. Heute will der etwa 30 Minuten ältere David seine persönliche Statistik verbessern. Da er meistens auf der rechten Mittelfeldseite agiert, kommt es kaum zu Direktduellen mit seinem Bruder, dem Rechtsverteidiger.

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. Dezember 2010, 12:37 
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Berner Zeitung, 01.12.2010

Familienduell: Degen gegen Degen

David Degen Er ist der YB-Degen – und will heute gegen Stuttgart im Stade de Suisse im dritten Zwillingsduell erstmals gegen Philipp siegen.

Vielleicht gibt es ein passendes, leicht abgeändertes Wort, um David Degen treffend zu beschreiben: Zappeldavid! Und das passt ja dann auch, denn die heutige Europa-League-Partie zwischen YB und Stuttgart steht vor allem im Zeichen des Duells der Degen-Zwillinge David und Philipp. Freunde beschreiben David Degen als «freundlichen, hyperaktiven» Menschen, und der YB-Spieler selber hat oft betont, wie sehr er es schätze, immer ein bisschen beschäftigt und unterwegs zu sein. Neben seiner Tätigkeit als Fussballer ist er auch als Unternehmer in vielerlei Hinsicht aktiv, um die Karriere nach dem Sport in die Wege zu leiten. «Ich interessiere mich auch sehr für politische Belange», sagt David Degen. Dabei soll er – wie auf dem Fussballplatz – sich eher rechts der Mitte orientieren.

Sieglos gegen Philipp

Am Dienstagnachmittag sitzt Degen ganz rechts auf einem Podium im Stade de Suisse, neben ihm nehmen an der YB-Pressekonferenz auch Trainer Vladimir Petkovic und Mitspieler Christoph Spycher Stellung. Degen ist gut gelaunt, er ist unterhaltsam, witzig und schlagfertig, und er spricht gerne übers heutige Bruderduell. Natürlich sei das «eine spezielle Partie» für Philipp und ihn. «Leider hat er mir die Stuttgart-Aufstellung nicht verraten», sagt David, der zu «99,9, nein, 100 Prozent sicher» sei, dass Philipp in der Startformation stehen werde. Und selbstverständlich würden die beiden am Dienstagabend noch telefonieren, das machen sie ja zehnmal täglich. «Philipp ist der wichtigste Mensch in meinem Leben.»

Und so dürfte David Degen gestern Abend im Zimmer im Schloss Hünigen, wo YB vor Europacup-Heimspielen logiert, noch mit seinem Bruder, der mit Stuttgart im Bellevue residiert, telefoniert haben. Sie werden vielleicht darüber gewitzelt haben, was am Mittwochabend passieren könnte, wenn David – der oft mit Senad Lulic, dem anderen YB-Flügelspieler, rochiert – links zum Sturmlauf ansetzt und vor ihm der kaum zu unterscheidende Zwilling auftaucht. «Es ist auf jeden Fall Zeit, dass ich ein Duell gegen Philipp gewinne», sagt David Degen. Und, ja, auf internationaler Ebene sei die Brisanz des Duells schon noch einmal höher.

Rastlos und sehr ehrgeizig

Wenn David Degen während der Pressekonferenz den anderen zuhört, spielt er mal mit dem Mikrofon vor sich, er schaut mal zum Fenster hinaus, um sich dann spontan in eine Diskussion einzumischen. Er ist mit seiner manchmal rastlosen Art kein einfacher Fussballer – nicht für den Trainer, weil Degen viel Zuwendung benötigt, und auch nicht für die Teamkollegen, weil Degen teilweise eigene Ansichten vertritt. Mit seiner Dynamik und Spielstärke aber ist er einer der besten YB-Akteure. Eigentlich ist Degen zu gut für die Super League, doch nach einem missglückten Aufenthalt bei Gladbach in der Bundesliga hat ihm der Wechsel nach Bern gutgetan. «Aber jetzt müssen wir mit YB endlich Titel gewinnen», sagt er.

David Degen ist sehr ehrgeizig. Am Sonntagabend war er nach dem 2:1-Sieg gegen Sion enorm wütend, weil den Young Boys extrem viele Fehlpässe unterlaufen waren. «Wir müssen uns massiv steigern, immer werden wir nicht kurz vor Schluss noch Tore erzielen», sagt er. Degen polarisiert, weil er selbstbewusst und zielstrebig (aber nicht arrogant) seine Ziele verfolgt. Und in seinem persönlichen Lebensdreieck zwischen der Heimat Basel, dem Arbeitsort Bern und dem Freizeitplatz Zürich nimmt sein Zwillingsbruder die Hauptrolle ein – egal, ob Philipp gerade in Dortmund, Liverpool oder Stuttgart engagiert ist.

Die Zwillinge 2:0 für Philipp

David vs. Philipp David und Philipp Degen wurden am 15. Februar 1983 in Liestal geboren – wobei David rund 30 Minuten schneller war. 2004 und 2005 wurden sie gemeinsam mit dem FC Basel Meister, später trennten sich (fussballerisch) ihre Wege.

Gegeneinander spielten die beiden erst 2-mal – und stets nur kurze Zeit. Am 6. Juli 2002 wurde David als Aarau-Spieler gegen Basel (0:1) erst in der 82. Minute eingewechselt. Und am 17. Februar 2007 war es erneut David Degen, der erst ab der 65. Minute mitspielte. Er verlor mit Gladbach bei Philipps Dortmund erneut mit 0:1. Beide Degens blicken auf nicht immer einfache Auslandengagements zurück. Der offensive Rechtsverteidiger Philipp bestritt bisher 32 Länderspiele, David trug bislang 13-mal das Schweizer Trikot. fdr

Philipp Degen Er ist der Stuttgart-Degen – und will heute gegen die Young Boys (19 Uhr) einen Schritt Richtung Stammspieler machen.

Und wieder macht Philipp Degen einen Schritt Richtung Tür. Das Training ruft, am Dienstagabend vor dem Spiel gegen YB – und den jüngeren, ebenso ballverrückten Degen-Zwilling juckt es in den Füssen. Trotzdem beantwortet er die Fragen der Journalisten ausführlich. Philipp Degen benutzt, wie sein Bruder, weniger Floskeln als manch anderer im Fussballgeschäft. «Natürlich passt mir als Techniker der Kunstrasen nicht schlecht», antwortet er auf die obligate Frage für jeden Gegner von YB in der Europa League. «Doch ich bin Fussballer mit Haut und Haar, und als solcher will ich den Rasen riechen. Insofern muss man den Naturrasen schon beibehalten. Das ist wie auf dem Golfplatz, solche Rasen machen doch einfach viel mehr Freude.»

Bei seinem Auftritt an der Pressekonferenz des VfB Stuttgart wird Philipp Degen natürlich vor allem zum Duell mit seinem Bruder befragt – und darüber, ob er denn überhaupt spielen werde. Und natürlich weiss das nur der Trainer Jens Keller, der sich überhaupt nicht in die Karten blicken lässt: «Glaubt mir, ich habe einige Ideen.» Trotz Kellers Pokerface, es ist wahrscheinlich, dass Rechtsverteidiger Degen heute die Chance auf einen Einsatz von Beginn weg erhält.

Langer Weg Richtung Norden

Den Weg auf die Ersatzbank oder den Gang auf die Tribüne kennt Philipp Degen aus seiner Vergangenheit nur allzu gut. Nach der erfolgreichen Zeit bei Basel, als er mit David zwei Meistertitel und einen Cupsieg holte, begann Philipp Degens langer Weg Richtung Norden. In Dortmund, bei der Borussia, interpretierte er seine Rolle als Aussenverteidiger oft sehr offensiv, was bei Kritikern nicht immer auf Anklang stiess. Trotzdem – Degen absolvierte in der Bundesliga insgesamt 73 Spiele und spielte 2008 gegen Bayern München im Endspiel um den DFB-Pokal.

Dann, im April 2008, klopfte plötzlich Liverpool an. Kein Geringerer als der damalige Trainer Rafael Benitez wollte Degen unbedingt haben und stattete ihn kurzerhand mit einem Dreijahresvertrag und einem Jahressalär von rund 4 Millionen Franken aus. Das machte Philipp Degen 2009 zum bestverdienenden Fussballer der Schweiz, noch vor Alex Frei, damals bei Borussia Dortmund tätig. Doch Degens langer Weg Richtung Norden war fortan nicht mehr nur mit Lorbeeren gesäumt: In seinem ersten Jahr bei Liverpool traf ihn das Verletzungspech – und liess ihn so schnell nicht mehr los. Innenbandriss, Syndesmosebandriss, Leisten-, Rippen- und Mittelfussbruch liessen in den zwei Jahren beim Traditionsklub nur gerade dreizehn Einsätze zu.

Die Eltern zu Gast in Bern

Nun ist Philipp Degen, der wegen seiner Verletzungen auch in der Nationalmannschaft nur noch sporadisch auflief, wieder einmal zurück in der Schweiz und spielt heute gegen seinen Bruder David. «Das ist natürlich fantastisch, immer, wenn ich wieder einmal in der Schweiz spielen darf, ist es etwas Spezielles.» Bei Stuttgart, wo er seit Anfang Saison unter Leihvertrag steht, kam er, auch wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers, erst zu fünf Einsätzen. Nun hofft der Baselbieter, heute zu spielen und seinem Bruder im dritten Duell die dritte Niederlage zuzufügen. «Wir werden sehen», sagt Degen, der Jüngere, schmunzelnd, «vor dem Spiel wird es wohl noch ein oder zwei Telefonate geben.» Auch die Eltern aus dem beschaulichen, tief verschneiten Basler Lampenberg werden heute Abend im Stade de Suisse natürlich zu Gast sein, wenn sich ihre Zwillinge wieder einmal auf dem Fussballplatz gegenüberstehen.

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. Dezember 2010, 14:31 
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20min.ch, 01.12.2010

Schneepflüge fahren im Stade de Suisse auf

Heute Abend soll eigentlich im Wankdorf der Euroleague-Kracher YB-Stuttgart steigen. Mit ungewöhnlichen Massnahmen versuchen die Verantwortlichen und die Spieler das Spiel zu retten.

Schnee ohne Ende: Das Duell der Degen-Brüder findet heute Abend bei garstigen Bedingungen statt. «Seit Dienstagabend versuchen wir mit Baggern und Schneepflügen, das Spielfeld vom Schnee zu befreien», sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann zu 20 Minuten Online. 15 Personen seien trotz Rasenheizung im Dauereinsatz.

Spielunterbruch möglich

Doch in Bern schneit es weiter «wie verruckt», wie ein Leser-Reporter von 20 Minuten Online schreibt. Laut Meteonews werden die Schneefälle bis in die Nacht anhalten. Damit die Euroleague-Partie YB-Stuttgart unter regulären Bedinngungen stattfinden kann, ziehen die Schiedsrichter ungewöhnliche Massnahmen in Betracht: «Es ist möglich, dass es bei starkem Schneefall einen spontanen Unterbruch gibt, um die Linien nachzuzeichnen», sagt Staudenmann weiter. So oder so werde mit einem orangen Winterball gespielt.

Ob mit oder ohne Unterbruch, YB muss heute über 90 Minuten Vollgas geben, um die Stuttgarter zu schlagen. Jeder Spieler hat dabei sein eigenes Rezept, um mit der Kälte klarzukommen: «Ich wärme mich einfach länger auf als normal», sagt etwa David Degen. Goalie Marco Wölfli spielt mit einem dicken Rollkragenpullover unter dem Trikot.

Lausanne-Sports kämpft mit Verspätung

Besonders zäh müssen bei den Minustemperaturen die rund 20 000 Zuschauer (darunter 3000 VFB-Fans) sein. Im YB-Forum wird deshalb schon darüber disklutiert, wo die billigsten Flachmänner in der Stadt zu ergattern sind.

Viel Sitzleder müssen auch die Spieler von Lausanne-Sports zeigen. Sie sollten heute Morgen um acht Uhr von Genf nach Moskau ans Euroleague-Spiel reisen. Da Genf-Cointrin bis 18 Uhr geschlossen bleibt, müssen die Waadtländer nun von Zürich aus ins frostige Moskau fliegen.

http://www.20min.ch/news/bern/story/Schneepfluege-fahren-im-Stade-de-Suisse-auf-28930454

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. Dezember 2010, 14:36 
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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. Dezember 2010, 10:50 
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Europa League, YB - Stuttgart 4:2 (1:0)

YB bezwingt im Berner Schneetreiben den VfB Stuttgart 4:2 (1:0) und überwintert in der Europa League. Drei Treffer in der YB-Viertelstunde brachten die Entscheidung. Sutter und Mayuka (2) wendeten das Blatt zu Gunsten der Young Boys. Zuvor hatte David Degen den Führungstreffer erzielt, ehe Progrebnyak und Schipplock den VfB zwischenzeitlich in Front schossen.

18‘627 Zuschauer erlebten im Stade de Suisse einen Abend, den sie wohl nicht so schnell vergessen werden. Nach den intensiven Schneefällen während des Tages musste der Kunstrasen laufend vom Schnee befreit werden. Die Arbeiter hatten tolle Arbeit verrichtet, das Spiel konnte mit halbstündiger Verspätung angepfiffen werden.

YB begann furios und setzte dem Spiel sofort dem Stempel auf. Lulic zog in der Startphase aus grosser Distanz ab, traf aber nur die Latte. Bis das verdiente Führungstor fiel, liessen die Hausherren einige Chancen ungenutzt. David Degen traf nach einer halben Stunde mit seinem Schuss genau unter die Latte, YB lag endlich vorne (39.).

Nach dem Seitenwechsel verloren die Young Boys den Faden. Kurz nach Wiederbeginn profitierte Progrebnyak von einem Missverständnis in der YB-Abwehr und konnte mühelos den Ausgleich markieren (48.). Dann rettete Wölfli gegen Stuttgarts Angreifer Harnik mit einem tollen Reflex, wenig später war der YB-Goalie dann aber machtlos: Der kurz zuvor eingewechselte Schipplock verwertete ein tolles Zuspiel von Camoranesi zur 2:1-Führung für die Gäste (67.).

Eine Weile dauerte es, bis sich YB von diesem Schock erholt hatte. Als der Schneefall nachliess, und die YB-Viertelstunde begann, starteten die Gelbschwarzen zum Schlussfeuerwerk. Sutter traf nach einem Vorstoss zum Ausgleich. Sein Schuss wurde von VfB-Verteidiger Niedermaier ins eigene Tor abgelenkt (78.). Damit gaben sich die Berner aber nicht zufrieden: Der schnelle Mayuka entwischte der Stuttgarter Abwehr und liess Torhüter Ziegler keine Abwehrchance – YB führte zehn Minuten vor Schluss wieder (81.). Weitere zwei Minuten später setzte der sambische YB-Stürmer noch einen drauf. Nachdem sich Sutter über die rechte Seite toll durchgesetzt hatte, drückte Mayuka das Leder zum 4:2 ins Netz (83.).

Das war die Entscheidung. YB qualifiziert sich mit diesem Sieg für die 1/16-Finals der Europa League. Odense und Getafe teilten heute die Punkte (1:1) und können die Young Boys eine Runde vor Schluss der Gruppenphase nicht mehr einholen.

YB überwintert erstmals seit 1987 in einem internationalen Wettbewerb.

Stadion: Stade de Suisse
Zuschauer: 18627
Schiedsrichter: Yefet (Israel)

Tore:
39. D. Degen (Linksschuss; Lulic) 1:0.
48. Progrebnyak 1:1.
67. Schipplock 1:2.
78. Sutter (Rechtsschuss, D. Degen) 2:2.
81. Mayuka (Rechtsschuss, M. Schneuwly) 3:2.
83. Mayuka (Linksschuss; Sutter) 4:2.

Auswechslungen:
56. C. Schneuwly für Costanzo.
66. M. Schneuwly für T. Doubaï.
66. Schipplock für Progrebnyak.
68. Funk für P. Degen.
73. Regazzoni für Lulic.
73. Didavid für Harnik.

Ersatz:
YB: Bürki, De Pierro, Raimondi, Hochstrasser.
Stuttgart: Stolz, Boka, Gentner, Geyer.

Bemerkungen:
YB ohne Bienvenu (verletzt), Dudar und Lingani (beide rekonvaleszent). 3. Lattenschuss Lulic.

Verwarnungen:
32. Elson (Schwalbe), 76. Spycher, 86. Regazzoni, 90. Jemal (alle Foul).


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. Dezember 2010, 10:51 
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Europa League, YB - Stuttgart 4:2 (1:0)

YB bezwingt im Berner Schneetreiben den VfB Stuttgart 4:2 (1:0) und überwintert in der Europa League. Drei Treffer in der YB-Viertelstunde brachten die Entscheidung. Sutter und Mayuka (2) wendeten das Blatt zu Gunsten der Young Boys. Zuvor hatte David Degen den Führungstreffer erzielt, ehe Progrebnyak und Schipplock den VfB zwischenzeitlich in Front schossen.

18‘627 Zuschauer erlebten im Stade de Suisse einen Abend, den sie wohl nicht so schnell vergessen werden. Nach den intensiven Schneefällen während des Tages musste der Kunstrasen laufend vom Schnee befreit werden. Die Arbeiter hatten tolle Arbeit verrichtet, das Spiel konnte mit halbstündiger Verspätung angepfiffen werden.

YB begann furios und setzte dem Spiel sofort dem Stempel auf. Lulic zog in der Startphase aus grosser Distanz ab, traf aber nur die Latte. Bis das verdiente Führungstor fiel, liessen die Hausherren einige Chancen ungenutzt. David Degen traf nach einer halben Stunde mit seinem Schuss genau unter die Latte, YB lag endlich vorne (39.).

Nach dem Seitenwechsel verloren die Young Boys den Faden. Kurz nach Wiederbeginn profitierte Progrebnyak von einem Missverständnis in der YB-Abwehr und konnte mühelos den Ausgleich markieren (48.). Dann rettete Wölfli gegen Stuttgarts Angreifer Harnik mit einem tollen Reflex, wenig später war der YB-Goalie dann aber machtlos: Der kurz zuvor eingewechselte Schipplock verwertete ein tolles Zuspiel von Camoranesi zur 2:1-Führung für die Gäste (67.).

Eine Weile dauerte es, bis sich YB von diesem Schock erholt hatte. Als der Schneefall nachliess, und die YB-Viertelstunde begann, starteten die Gelbschwarzen zum Schlussfeuerwerk. Sutter traf nach einem Vorstoss zum Ausgleich. Sein Schuss wurde von VfB-Verteidiger Niedermaier ins eigene Tor abgelenkt (78.). Damit gaben sich die Berner aber nicht zufrieden: Der schnelle Mayuka entwischte der Stuttgarter Abwehr und liess Torhüter Ziegler keine Abwehrchance – YB führte zehn Minuten vor Schluss wieder (81.). Weitere zwei Minuten später setzte der sambische YB-Stürmer noch einen drauf. Nachdem sich Sutter über die rechte Seite toll durchgesetzt hatte, drückte Mayuka das Leder zum 4:2 ins Netz (83.).

Das war die Entscheidung. YB qualifiziert sich mit diesem Sieg für die 1/16-Finals der Europa League. Odense und Getafe teilten heute die Punkte (1:1) und können die Young Boys eine Runde vor Schluss der Gruppenphase nicht mehr einholen.

YB überwintert erstmals seit 1987 in einem internationalen Wettbewerb.

Stadion: Stade de Suisse
Zuschauer: 18627
Schiedsrichter: Yefet (Israel)

Tore:
39. D. Degen (Linksschuss; Lulic) 1:0.
48. Progrebnyak 1:1.
67. Schipplock 1:2.
78. Sutter (Rechtsschuss, D. Degen) 2:2.
81. Mayuka (Rechtsschuss, M. Schneuwly) 3:2.
83. Mayuka (Linksschuss; Sutter) 4:2.

Auswechslungen:
56. C. Schneuwly für Costanzo.
66. M. Schneuwly für T. Doubaï.
66. Schipplock für Progrebnyak.
68. Funk für P. Degen.
73. Regazzoni für Lulic.
73. Didavid für Harnik.

Ersatz:
YB: Bürki, De Pierro, Raimondi, Hochstrasser.
Stuttgart: Stolz, Boka, Gentner, Geyer.

Bemerkungen:
YB ohne Bienvenu (verletzt), Dudar und Lingani (beide rekonvaleszent). 3. Lattenschuss Lulic.

Verwarnungen:
32. Elson (Schwalbe), 76. Spycher, 86. Regazzoni, 90. Jemal (alle Foul).


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