 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 20. April 2010, 10:48 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
Der Bund, 20.04.2010 Kann YB überhaupt Meister werden?Nach zwei Niederlagen in Folge wachsen in Bern die Zweifel, ob die Young Boys Meister werden können. Sorgen macht vor allem YBs verkrampft wirkende Mannschaft. Die Berner Sportfans hätten allen Grund, erhobenen Hauptes durch die Gegend zu spazieren. Der lokale Eishockeystolz, der SCB, steht unmittelbar vor dem sechsten Titelgewinn in der Playoff-Geschichte. Doch zumindest jener Teil der Bevölkerung, der sich mit YB identifiziert, ist seit vorgestern am Trübsalblasen. Das Stimmungstief ausgelöst hat die zweite Niederlage innert fünf Tagen. Nach dem leistungsmässigen Tiefpunkt beim 1:2 gegen GC am letzten Dienstag unterlag YB am Sonntag dem FC Sion mit 1:4. Der Berner Anhang kann nicht verstehen, weshalb YB ausgerechnet in der Schlussphase der Meisterschaft schwächelt. Das Verhalten des FC Basel macht das Leiden noch schlimmer: Der Erzrivale vom Dreiländereck schleudert ein paar verbale Nadelstiche Richtung Bern, dreht ein paar Spiele, in denen er mit dem Rücken zur der Wand steht, und punktet auch dann noch mit scheinbarer Leichtigkeit, wenn er wochenlang ohne seine beiden besten Stürmer Frei und Streller auskommen muss. So schwer verständlich es für Aussenstehende tönen mag: Das wahre Drama aus Berner Optik sind nicht die zwei verlorenen Begegnungen in Zürich und Sitten; vielmehr ist es die Tatsache, dass die selbstsicheren Basler im Eiltempo an den verkrampft wirkenden Young Boys vorbeigezogen sind. Seit der dritten Runde lag das Team von Vladimir Petkovic an der Tabellenspitze, den FCB hatte man bis zu 13 Punkten distanziert. Noch vor Wochenfrist betrug die Reserve auf die Basler scheinbar beruhigende sechs Punkte. Und da Klubleitung und Spieler unablässig verkündeten, der Meisterpokal sei das grosse Ziel in dieser Saison, wuchs in der Hauptstadt mit jedem weiteren noch so glücklichen Sieg der Glauben, heuer könnten die Gelbschwarzen am Saisonende tatsächlich wieder einmal zuoberst auf dem Podest stehen. Umso grösser ist jetzt, wo sich die Kräfteverhältnisse Richtung Basel verschoben haben, der Frust bei den Fans. Sie fürchten, am Ende einer Saison wieder mit dem undankbarsten aller Plätze vorliebnehmen zu müssen. Trainer löst Irritationen ausDass sich ein zweiter Rang schlecht als Erfolg «verkaufen» lässt nach einer Meisterschaft, in der lange Zeit fast alles für YB lief, weiss auch die Vereinsspitze. Sie appelliert in aller Eindringlichkeit, Ruhe zu bewahren, und mag wegen der beiden jüngsten Rückschläge nicht alles infrage stellen, was zuvor war. Das ist vernünftig und auch nachvollziehbar. Seltsamer mutet es an, wenn der Trainer sich bei kritischen Fragen einigelt und Aussagen macht, die Irritationen auslösen. So geschehen letztmals vorgestern, als Petkovic nach dem 1:4-Taucher allen Ernstes verkündete, er sei «stolz auf meine Mannschaft», und die beiden jungen Verteidiger Affolter und De Pierro hätten zu den Besten gehört. Hinter solchen Statements mag viel taktisches Kalkül liegen. Doch die Frage ist, ob es clever ist, wenn sich Petkovic jedes Mal in schierer Nibelungentreue vor die Seinen stellt, wenn diese einen schlechteren Auftritt hinter sich haben. Es mag sein, dass dem stets auf Kontrolle bedachten Übungsleiter emotionale Ausbrüche ein Gräuel sind. Doch manchmal haben solche durchaus auch eine reinigende Wirkung. Die grosse Frage fünf Runden vor Meisterschaftsschluss lautet: Kann YB das Steuer nochmals herumreissen? Wieso nicht - sofern es Klubleitung und Betreuerstab gelingt, die Zweifel und schlechten Emotionen, die in den letzten Tagen in Bern aufgekommen sind, so gut wie nur irgendwie möglich von den Akteuren fernzuhalten. Im Falle der Schlüsselfiguren Emiliano Dudar, Gilles Yapi, Thierry Doubai und Seydou Doumbia dürfte das nicht allzu schwierig sein, da nicht anzunehmen ist, dass diese allzu viel Zeit für die Lektüre der hiesigen Zeitungen verwenden. Hingegen wird die deutsch- sprachige Fraktion um Marco Wölfli, Mario Raimondi, David Degen, Scott Sutter und Marc Schneider sehr wohl mitbekommen, was über sie geschrieben und gesprochen wird. Da die vorgenannten Spieler allesamt schon lange im Fussballgeschäft sind, dürften sie die Dinge mit einer relativen Gelassenheit über sich ergehen lassen. Zauberwort GelassenheitGelassenheit könnte ohnehin das Zauberwort sein in den bevorstehenden Wochen des Kitzels und der Hektik. Wenn es die Young Boys schaffen, sich diese Tugend zu eigen zu machen, dann haben sie allen Unkenrufen zum Trotz gute Chancen, Ende Saison die Nummer eins im Lande zu sein. http://www.derbund.ch/bern/Kann-YB-ueberhaupt-Meister-werden/story/24761650
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 27. April 2010, 10:42 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
Berner Zeitung, 27.04.2010 Die vielen Details im TitelkampfDie Berner Sportfestwochen sollen durch den ersten Titelgewinn der Young Boys seit 1986 gekrönt werden. In den letzten vier Runden warten auf YB aber noch einige Hürden. Und: Bernern wie Baslern drohen Gelbsperren. Erstmals in der Playoff-Geschichte haben alle drei Eishockeyteams aus dem Kanton Bern das letzte Saisonspiel gewonnen. Gelingt dies YB am 16.Mai gegen Basel ebenfalls, stehen die Chancen ausgezeichnet, dass nicht nur in Langnau und Biel gefeiert wird, sondern auch ein zweites Mal in Bern. Auf ihrer Internetseite gratulieren die Young Boys dem SCB prominent zum Meistertitel, eine nette Geste, und nun sind es ja nur noch vier Runden bisbis zum ersten YB-Titel seit 1986 – oder der nächsten bitteren gelb-schwarzen Enttäuschung. «Unsere Ausgangslage ist gut», sagt Sportchef Alain Baumann. «Aber wir müssen konzentriert bleiben.» Beim FC Basel ist man nach der 0:4-Niederlage bei GC ein bisschen nervös, Nationalspieler Benjamin Huggel kritisierte beispielsweise die Ansetzung eines Berner Schiedsrichters scharf, dabei war Alain Bieri kaum der Hauptgrund für den überraschenden FCB-Rückschlag in Zürich. Die YB-Protagonisten vermeiden es dagegen, Polemik auf Nebenschauplätzen zu veranstalten. Sie wissen, dass noch einige Stolpersteine auf dem Weg zum ersehnten Triumph liegen. YB: Dudar kehrt zurückDas Berner Programm bis zur möglichen Finalissima ist nicht einfach, mit Gastspielen beim FCZ (ja, die sind amtierender Meister) und bei Luzern – und das erste Spiel gegen den dritten Gegner, St.Gallen, endete im Stade de Suisse 1:1. Die Berner haben aber auch mit Freude registriert, dass Bellinzona und Aarau im Abstiegskampf erstarkt sind – und sich möglicherweise als unangenehme Gegner für Basel präsentieren werden. Der Siegdruck auf Basel wächst. «Wir dürfen jetzt keine Punkte mehr abgeben», sagt Basels Trainer Thorsten Fink. Und wieder einmal geht bei YB auch die Angst vor der gelben Gefahr um. Jetzt drohen dem starken Torhüter Marco Wölfli, der schon seit Wochen bei drei Verwarnungen steht, und Verteidiger Issam Mardassi sowie Stürmer Henri Bienvenu und den Ersatzspielern Marc Schneider und Matar Coly bei der nächsten gelben Karte eine Pause. Vor allem aber ist Abwehrchef Emiliano Dudar (der nach Platzverweis in Aarau und drei Spielsperren am Sonntag beim FCZ wieder mitspielen darf) bei der nächsten Verwarnung gleich wieder gesperrt. Und ohne Dudar, das hat diese Saison eindeutig bewiesen, ist die YB-Defensive erheblich schwächer als mit dem Argentinier. Basel: Warten auf Alex FreiDoch auch der FC Basel kämpft mit ähnlichen Sorgen. Behrang Safari (nach Platzverweis am Sonntag) und Valentin Stocker (achte gelbe Karte) fehlen gegen Bellinzona. Und bei der nächsten Verwarnung ein Spiel aussetzen müssen: die Abwehrspieler David Abraham und Beg Ferati sowie die Mittelfeldspieler Benjamin Huggel, Xherdan Shaqiri und Antonio Da Silva. Es ist also ein Meisterkampf an vielen Fronten und mit vielen kleinen Details, die sich als entscheidend erweisen könnten. So rechnen die Berner in dieser Woche mit der Rückkehr des länger verletzt gewesenen Scott Sutter, der am Samstag wegen erneuter Adduktorenbeschwerden das Training abbrechen musste. Sutter erhöht die personellen Möglichkeiten auf den Aussenpositionen im Mittelfeld und vielleicht sogar in der zuletzt nicht immer meisterlichen Ansprüchen genügenden Defensive. Und beim FC Basel wartet man nach Marco Streller auf den zweiten Rückkehrer im Sturm. Alex Frei aber dürfte nach seinem Armbruch erst in der übernächsten Runde wieder im FCB-Kader stehen. Auch ohne den Captain des Schweizer Nationalteams darf von Basel gegen Bellinzona ein Heimsieg erwartet werden. Doch was ist in dieser verrückten, spannenden und unterhaltsamen Saison schon normal? http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Die-vielen-Details-im-Titelkampf/story/12841802
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 27. April 2010, 10:44 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
Der Bund, 27.04.2010 SCB als Inspirationsquelle für YBDer SCB hat seinen Part erfüllt. Jetzt will YB nachlegen und seinerseits den 12. Titel der Klubgeschichte holen. Es wäre erst das zweite Mal, dass beide Klubs im gleichen Jahr Meister werden. 1959 war ein sehr guter Jahrgang für den Stadtberner Sport. Ende Februar holte der SCB den ersten Meistertitel in seiner Vereinsgeschichte. Drei Monate später bejubelte die Hauptstadt den neuerlichen Meisterschaftsgewinn des BSC Young Boys. Das Team des legendären Trainers Albert Sing sicherte sich mit einem 5:0-Sieg gegen Urania Genf bereits drei Runden vor Schluss die dritte Titel-Krone in Serie. «Der zweite Meisterschafts-Hattrick im Schweizer Fussball: Young Boys!» titelte der «Bund» in seiner Abendausgabe vom 1. Juni 1959. Die Stadtzeitung war voll des Lobes über die Gelb-Schwarzen, die damals das Mass aller Dinge waren im Schweizer Fussball: «Sie erklommen anlässlich der Meisterschaft 1957 mit 45 von 52 möglichen Punkten die höchste Stufe, die je ein Champion der A-Klasse zu 14 Teams erreichte. Sie sind ferner Rekordinhaber des Eicher-Cups, der Auszeichnung für die beste Rangierung aller Mannschaften, und schraubten dort 1958 die Marke auf 27 Punkte, als dem höchsten je erzielten Stand.» Gut möglich, dass der «Bund»-Journalist noch euphorisiert war vom legendenumwobenen Match zwischen YB und Stade Reims am 15. April 1959 im Meisterpokal-Halbfinal. Über 60 000 Zuschauer waren damals im Wankdorf Zeuge, wie YB dank einem Tor seines «Kanoniers» Geni Meier die favorisierten Franzosen 1:0 schlug. «Der Titel beflügelt uns»51 Jahre später könnte es sein, dass sich die Geschichte einer doppelten Meisterfeier wiederholt. Am Samstag gewann der SCB den siebten und alles entscheidenden Playoff-Finalmatch gegen Genf-Servette mit 4:1. Die Mehrzahl der über 17 000 Zuschauer in der ausverkauften Postfinance-Arena geriet schier aus dem Häuschen, als Ivo Rüthemann kurz vor 23 Uhr als Erster den Meisterpokal in die Höhe stemmte. Was folgte, war eine lange, feuchte und bierselige Party, die sich für viele Fans und Spieler bis weit in den Sonntag hineinzog. Jenen SCB-Cracks, die sich nach dem Meisterumzug durch die Innenstadt unverzüglich ins Wankdorf begaben, um YB zu unterstützen, war der warme Applaus des Berner Anhangs gewiss. Stefan Niedermaier, Betriebsleiter des Stade de Suisse, empfindet die meisterliche Vorlage der Berner Eishockeyaner nicht als zusätzliches Druckmittel, sondern vielmehr als Inspirationsquelle für YB: «Der SCB hat mit seinem Erfolg bewiesen, dass man in Bern sehr wohl Titel holen kann. Das beflügelt uns.» Niedermaier ist clever genug, um trotz der wieder günstigeren Entwicklung im Titelrennen nicht abzuheben. «Es bleibt eng und spannend bis zum Schluss», prophezeit er. Gut möglich, dass die Entscheidung erst am frühen Abend des 16. Mai fällt, wenn die Partie YB - Basel angepfiffen wird. Sollte es den Bernern gelingen, sich die Basler erfolgreich vom Leibe zu halten, so steht einer zweiten Meisterfeier innert dreier Wochen nichts im Weg. «YB hat wie der SCB einen Umzug durch die Innenstadt zugute», sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät auf Anfrage. Er rechnet damit, dass bei dieser Party etliche Bernerinnen und Berner mehr auf den Beinen sein werden als bei den Eishockeyanern am letzten Sonntag. http://www.derbund.ch/bern/SCB-als-Inspirationsquelle-fuer-YB/story/16395556
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 27. April 2010, 11:12 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
NZZ, 26.04.2010 Der Duft eines TitelsYB holt sich mit dem 4:1 gegen Xamax die Spitze und das Selbstvertrauen zurück. bsn. Bern ⋅ Endlich, eine Meisterfeier im Stade de Suisse! Was die YB-Fans seit Jahren herbeisehnen, wurde am Sonntagnachmittag in der Pause von YB - Xamax Wirklichkeit. Dumm nur, galt die Ehre vorerst dem SC Bern, von dem ein Spieler-Dutzend eingeladen und bejubelt wurde – quasi als Gesandte des Dufts eines Titels. Ballkünstler, Kummerbuben Ein Hauch des Dufts schwirrte auch nach dem Match noch durch das Stadion. Die Young Boys feierten einen 4:1-Sieg und die Rückeroberung der Tabellenspitze, weil der FC Basel gegen GC 0:4 verloren hatte. Der YB-Coach Petkovic freute sich über eine «genaue, positive Antwort auf die vielen Fragen», die in der letzten Woche nach den Niederlagen gegen GC und Sitten gestellt worden seien. Später sagte Petkovic, es sei «nicht so einfach» gewesen angesichts «der Unterstützung von vielen Seiten». Was verklausuliert klang, musste sich um eine ironische Notiz an alle (Medien-)Skeptiker handeln, die YB im freien Fall und für den Rest der Saison auf Rang 2 gewähnt hatten. Doch mit Verlaub: Auch nach der Rückkehr auf Platz 1 sind die Berner Fans besser beraten, dem neuen Tabellen-Frieden noch nicht zu sehr zu trauen. Das Wesen der Young Boys pendelte zwischen Ballkünstlern und Kummerbuben. Das Resultat vertuscht mindestens eine schwache YB-Viertelstunde vor der Pause, als die Berner statisch und nonchalant wirkten und mehr als einmal übersahen, wie sich Xamax-Verteidiger in gefährliche Positionen vors YB-Tor schlichen. Der Abwehrchef Besle vergab eine gute Chance (24.), ehe der Aussenback Geiger das einzige Xamax-Tor erzielte (36.). Es spricht für Petkovic, dass er nicht alles rosa sah und die heikle Phase nicht schönredete, sondern das «Spekulieren» und «Nichtspielen» seiner Spieler tadelte. YB verschmerzte den Gegentreffer, weil der Anfang kaum besser hätte sein können. Doumbia traf innert vier Minuten gleich zweimal – zuerst nach glanzvoller Vorarbeit des energiegeladenen Degen (12.), später nach dem System «Doppelkopf», per Kopf nach Kopfball-Pass Bienvenus (16.). Doch etwas mehr (kühles) Köpfchen wäre auch danach durchaus hilfreich gewesen. YB-Exponenten mögen's herbeigeredet finden – doch Funken von mentaler Verunsicherung kamen immer wieder auf. Der Coach Petkovic verwarf wiederholt schier verzweifelt die Hände, und auf dem Feld konnte es vorkommen, dass ein Spieler nach einem Ballverlust zuerst den Kollegen anschrie, bevor er den Rückweg in die Verteidigung antrat. – Die Homogenität der Young Boys ist unübersehbar kleiner als im Herbst 2009, was Petkovic nicht daran hindert, das Team wie sogar nach dem 1:4 in Sitten starkzureden. Er sagt, wenn die Equipe weiterhin so spiele wie gegen Xamax, werde YB das Titelrennen «selber entscheiden». Diese Hoffnung nährt sich eher in der bevorstehenden Rückkehr des zuletzt gesperrten Abwehrchefs Dudar als im Blick aufs Restprogramm. So stehen gegen Zürich (2. Mai) und Luzern (13. Mai) zwei Auswärtsaufgaben bevor, die umso schwieriger scheinen angesichts der YB-Auswärtsbilanz 2010 mit vier Niederlagen aus sieben Partien. YB-GeheimnisseAllein: Derzeit hat YB drei Punkte Reserve – und vielleicht wirklich noch das eine oder andere Geheimnis auf Lager. Kurz nach der Pause flüsterte der Regisseur Yapi am Spielfeldrand Petkovic etwas zu und wurde mit einem Rat zurück aufs Feld geschickt. Kurz darauf traf Regazzoni zum 3:1 (55.), später hämmerte Hochstrasser einen Freistoss zum 4:1 ins Netz (70.). Es gab sie – die Momente, die ahnen liessen, nicht nur im SCB, sondern auch bei YB schlummerten Essenzen eines Titel-Dufts. http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/der_duft_eines_titels_1.5556413.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 30. April 2010, 20:49 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
tink..ch, 26.04.2010 Vom Riesenvorsprung zum Kopf-an-Kopf-RennenNach einem Blitzstart lagen die Berner Young Boys lange Zeit vorne im Kampf um den Meistertitel. Kurz vor Schluss konnte der FC Basel jedoch aufschliessen, der Ausgang der Meisterschaft ist wieder offen. Ein kurzer Rückblick und einige Gründe, warum es die Berner trotzdem schaffen werden. "YB gewinnt beim FC Basel!": Mancher YB-Fan würde sich eine solche Schlagzeile wünschen nach beendeter Meisterschaft. Und dann etwa: "Ein Tor von Christian Schneuwly entschied das Spiel in der Nachspielzeit (91.). Frei hatte den FC Basel bereits kurz nach dem Anpfiff in Führung gebracht (7.), Doumbia gelang der Ausgleich per Hechtkopfball (74.)." Guter Start, harzige Rückrunde"Das kommt mir bekannt vor", wird sich jetzt mancher YB-Fan denken – die Zeilen sind auf der Internetseite des BSC YB nachzulesen. Es handelt sich um eine Kurzversion des Berichtes über das Basel-Spiel vom vergangenen Herbst. Die Berner gewannen damals auswärts im "Joggeli" zwar knapp, aber verdient. Es war jene Phase der Meisterschaft, in der YB eine Liga höher spielte als die restlichen Schweizer Vereine. Die Young Boys starteten ausgezeichnet in die Meisterschaft und als YB in der Tabelle dreizehn Punkte Vorsprung erspielte, glaubten nicht mehr nur die YB-Fans an den Meistertitel. Erstaunlicherweise fiel YB der Start in die Rückrunde jedoch schwer. Die Basler demütigten die Young Boys zu Hause im St. Jakobspark gleich mit vier zu null. Und in der Rückrunde kamen jene verhängnisvollen Partien gegen Xamax Neuchâtel und den Grasshoppers Club Zürich, welche beide verloren gingen. Der Vorsprung vor dem Spiel in Sion betrug noch drei Punkte, was bedeutete, dass Basel wieder aus eigener Kraft Meister werden konnte. Die erhoffte Reaktion blieb jedoch aus. Zwar starteten die Berner ausgezeichnet in die Partie und besassen in den ersten Minuten einige hochkarätige Chancen. Sion war jedoch effizienter und schoss die Tore. Das Verdikt von vier zu eins mag etwas hart erscheinen, aber wie eine alte Fussballerregel besagt: Wer die Tore vorne nicht macht, kassiert sie hinten. Hätten die Berner ihre Tore zu Beginn erzielt, wäre das Spiel vielleicht anders ausgegangen. Hätte. Wäre. Den Konjunktiv bemühen Verlierer. Zum Sieg braucht es Tore Klar ist: Der Plan von YB-Trainer Vladimir Petkovic, die Meisterschaft früh zu entscheiden, ist in weite Ferne gerückt und Thorsten Fink, der Trainer des FC Basel sieht nun alle psychologischen Vorteile auf der Seite der Basler. Petkovic hingegen breitet seine schützende Hand aus und redet die Leistung seiner Mannschaft vor den Fernsehkameras schön: "Wir haben gut gespielt, aber Sion hat die Tore gemacht." Nur: Ohne Tore gewinnt man keine Meisterschaft. Nach den Spielen hört man vor dem Stadion Aussagen, wie: "Wenn wir es dieses Jahr nicht schaffen, dann nie mehr." Diese Anspielung auf die prominenten Abgänge von Gilles Yapi (zu Basel) und Seydou Doumbia (zu Moskau) sind durchaus Ernst zu nehmen. Die Young Boys haben momentan eine teure Mannschaft mit einigen hochkarätigen Einzelspielern, die im Sommer zu anderen Vereinen wechseln werden. Auch sie konnten ihr Potential zuletzt nicht ausschöpfen. Yapi wurde von Petkovic auf die Ersatzbank verbannt – angeblich aufgrund mangelnder Fitness, Doumbia vermochte ebenfalls nicht zu überzeugen. Die Behauptung, die Young Boys würden nicht eher Meister, als dass der FC Aarau absteige, droht Wirklichkeit zu werden, die Analogie ist frappant. Die "Unabsteigbaren vom Brügglifeld", wie sich die Aarauer gerne nennen, spielen seit 1981 ununterbrochen in der Nationalliga A, rangierten praktisch die ganze Saison über klar auf dem Abstiegsplatz, liegen jedoch fünf Runden vor Schluss nur noch einen Punkt hinter der AC Bellinzona. Den Bernern fehlt der letzte Siegeswille, der Wille, auch die weniger schönen, "dreckigen" Tore zu markieren. Im Berner Fussballlokal "Mr. Pickwick" fachsimpeln die Fans, dass der BSC YB das schwierigere Restprogramm zu absolvieren habe als der FC Basel. Endlich ein Meistertitel nach 24 Jahren? Und trotzdem: Seit 24 Jahren wartet Fussball-Bern auf einen Meistertitel. In dieser Zeit hat der BSC YB alle Höhen und Tiefen des Sports durchlebt. Die Berner stiegen ab, die Zuschauerzahlen sanken um die Jahrtausendwende auf einige Hundert pro Spiel, der Verein war nahe am Konkurs. Diese Zeiten sind vorbei, die Berner mischen seit einigen Jahren wieder ganz vorne mit im Schweizer Fussballzirkus. YB ist wieder Publikumsmagnet und reif für den Meistertitel. Sie verfügen mit dem pfeilschnellen und dribbelstarken Ivorer Seydou Doumbia über einen Ausnahmefussballer, wie ihn die Schweiz nur selten zu Gesicht bekommt. Im Mittelfeld verteilt Gilles Yapi die Bälle immer noch in Gelbschwarz und im Tor steht ein Marco Wölfli in der Form seines Lebens. Ausserdem haben die Berner Anfang Saison gezeigt, dass sie in der Schweiz keinen Gegner fürchten müssen. Das YB-Motto kann also nur lauten: Jetzt erst recht! http://www.tink.ch/new/article/2010/04/27/vom-riesenvorsprung-zum-kopf-an-kopf-rennen/
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 1. Mai 2010, 06:24 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
sport.ch, 29.04.2010 YB: Sorgenfrei in die Post-Doumbia-Ära?Im Sommer wechselt Toptorschütze Seydou Doumbia nach Moskau. Dank einer kluger Transferpolitik könnte die Lücke, die er hinterlässt, merklich kleiner sein als befürchtet. Mit Henri Bienvenu und David Degen könnten gleich zwei Hochkaräter in die Bresche springen. YB-Sportchef Alain Baumann reagierte schnell, als sich Doumbias Abgang im Verlauf der Saison abzeichnete. In der Winterpause präsentierte Baumann Henri Bienvenu, 21-jährig, aus Kamerun. Er sollte das schwere Erbe Doumbias antreten. Bienvenu ohne Anlaufschwierigkeiten "Wir müssen jetzt sehen, wie er sich entwickelt", meinte Staudemann in der Winterpause: "Er hat jetzt ein halbes Jahr Zeit, sich in die Mannschaft zu integrieren." Die Eingliederungsphase verlief ohne Probleme, der Jungspund zeigte kaum Anlaufschwierigkeiten und spielte sich schnell in die Startelf. "Wir wussten zwar, dass wir es bei Bienvenu mit einem willigen, intelligent Mann zu tun haben, der sich dem Kollektiv unterordnen kann", sagt Staudenmann nun, "doch dass er sich so schnell akklimatisiert, damit haben wir nicht gerechnet." Aktive IntegrationNatürlich hätten ihm dabei seine afrikanischen Teamkollegen geholfen, sich in der Schweiz zurechtzufinden, meint YB's Medienchef weiter, doch er habe sich auch aktiv bemüht. So sei Bienvenu immer wieder auf der YB-Geschäftsstelle aufgetaucht, habe sich über die Region informiert und mit den Leuten im YB-Umfeld geredet. Mit Bienvenu darf also gerechnet werden in der nächster Saison, dazu kehrt Marco Schneuwly zurück, welcher aufgrund eines Kreuzbandrisses ein halbes Jahr pausieren musste. Mit Alberto Regazzoni und Matar Coly stehen noch zwei Angreifer unter Vertrag, die in der Super League für Furore sorgen können. Zuversichtlich in die ZukunftSo gesehen dürfen die Berner getrost der Post-Doumbia-Ära entgegenblicken, Offensivpotenzial wird auch nächstes Jahr vorhanden sein. Ausserdem ist da ja noch ein David Degen. Der Ex-Basler ist offensiv kaum zu bremsen, seine Rushes an der Linie entlang sind gefürchtet. Wäre er allenfalls noch eine Alternative für ganz nach vorne? "Degen hat gezeigt, dass er praktisch auf jeder offensiven Position eingesetzt werden kann", sagt Staudenmann. Dass er aber Doumbia ersetzen wird, will der YB-Sprecher so nicht stehen lassen: "Doumbia kann nicht 1:1 ersetzt werden, weder durch Degen, noch durch Bienvenu." Deshalb seien die YB-Verantwortlichen weiterhin daran, den Transfermarkt zu sondieren. Möglich sei auch die Anpassung des Spielsystems, meint Staudenmann. Degen im Sturm noch wertvoller?Gut möglich also, dass sich Degen weiter im Mittelfeld abackern wird. Angesichts seiner Ausbeute besteht auch nicht unbedingt ein Handlungsbedarf: Sechs Treffer und sieben Vorlagen konnte sich der Ex-Basler aus der Flügelposition schon notieren lassen. Dennoch lässt sich darüber streiten, ob Degen im Sturm nicht noch wertvoller fürs Team wäre... Von Daniel Bossi http://www.topsport.com/sportch/generated/article/fussball/2010/04/29/11830400000.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 1. Mai 2010, 06:32 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20min.ch, 30.04.2010 FCB-Fink gegen YB-PetkovicFCB oder YB? Rot-Blau oder Gelb-Schwarz? Fink oder Petkovic? Noch vier Spieltage stehen in der Super League auf dem Programm. Die Young Boys starten mit drei Punkten Vorsprung in diese finale Meisterschaftsphase. Aber die Basler haben auf dem Papier das einfachere Restprogramm. Die Trainer Thorsten Fink (FC Basel) und Vladimir Petkovic (BSC Young Boys) stellten sich zwei Wochen vor Ende der Saison exklusiv den Fragen von 20 Minuten. Thorsten FinkThorsten Fink, warum wird Ihr Team Meister? Ich weiss nicht, ob wir Meister werden, aber ich rechne damit, dass wir alles gewinnen müssen, damit es zu einer Finalissima kommt. Verfügen Sie noch über einen Joker im Meisterrennen? Vielleicht die Rückkehr von Alex Frei. Er kann der Mannschaft Selbstvertrauen vermitteln, wenn er definitiv fit ist. Er hat gute Nerven und das kann im letzten Spiel entscheidend sein. Im Moment lässt sein Kopf keinen Einsatz zu. Er geht noch nicht in Zweikämpfe. Er wird mir signalisieren, wann er bereit ist. Vielleicht reicht es zum Cupfinal. Das wäre schön. Welche Sorgen plagen Sie im Endkampf? Sorgen? Vielleicht die Spieler, die gelbgefährdet sind. Aber wir haben die ganze Saison bewiesen, dass die Mannschaft Ausfälle kompensieren kann. Wie und wo laden Sie Ihre Batterien auf? Ich bin nicht gestresst. Im Gegenteil – ich könnte noch länger weitermachen. Ich freue mich auf die tägliche Arbeit mit meiner Mannschaft. Und sonst erhole ich mich gut, wenn ich mit meinen Kindern etwas unternehme oder bei den Spaziergängen mit meinem Hund Anton. Durchbrechen Sie den Meisterschafts-Rhythmus noch mit Teamevents? Ich nicht, aber wenn die Mannschaft etwas gemeinsam unternehmen will, ist das ihre Sache. Ich führe viele Einzelgespräche und mache mit Spielern Videoanalysen. Etwas anderes braucht es derzeit nicht. Werden Sie auf der Strasse angesprochen und bekommen Sie Tipps? Klar werde ich oft angesprochen, aber es sind keine Tipps dabei. Ich glaube, die wissen, dass ich gut genug bin, um zu wissen, was ich machen muss. Es sind eher Zusprüche, Aufmunterungen und Glückwünsche, die ich bekomme. Was unterscheidet Sie von Vladimir Petkovic? Das kann ich nicht sagen, denn ich kenne ihn ja nicht. Ich habe meine Art und mein System, und er hat seines. Aber bitte, eines will ich festhalten: Ich habe niemals gegen ihn gestichelt oder etwas Schlechtes über YB gesagt. Vladimir PetkovicVladimir Petkovic, warum wird Ihr Team Meister? Weil wir hungrig und überzeugt sind. Zudem haben wir den Titel nach einem derart guten Jahr auch verdient. Verfügen Sie noch über einen Joker im Meisterrennen? Nein, es gibt keinen Joker. Meine Mannschaft zeigt weiterhin denselben Willen und die gleiche Leidenschaft wie bisher. Welche Sorgen plagen Sie im Endkampf? Die grösste Sorge bilden die Absenzen. Wir haben zu viele verletzte und gesperrte Spieler. Vor allem die Sperren von Doumbia und Dudar bereiteten mir Sorge. Bei weiteren Verwarnungen drohen mehreren Spielern Sperren. Das gehört zwar zu diesem Zyklus der Saison, und wir nehmen die Karten, wie sie kommen. Aber wir müssen auch intelligent sein und keine Dummheiten begehen. Wie und wo laden Sie Ihre Batterien auf? Vor zwei, drei Wochen, im Zusammenhang mit den Sperren gegen Doumbia und Dudar war alles hektischer. Jetzt herrscht wieder Ruhe, zudem bin ich von der mentalen Stärke meiner Mannschaft und von mir überzeugt. Bei meiner Familie und im Tessin, wo ich zwei Tage pro Woche verbringe, kann ich zudem gut abschalten. Durchbrechen Sie den Meisterschafts-Rhythmus noch mit Teamevents? Teamevents sind keine geplant. Wir essen gemeinsam und schauen, dass auch im Training während der Arbeit die Fröhlichkeit Platz hat. Werden Sie auf der Strasse angesprochen und bekommen Sie Tipps? Ich gehe nicht viel auf die Strasse. Ich versuche, meine Ruhe zu haben oder eben bei der Familie die Batterien aufzuladen. Positive, negative oder neutrale Tipps gibt es immer, aber die interessieren mich im Moment nicht. Was unterscheidet Sie von Thorsten Fink? Ich will nicht andere beurteilen. Ich habe gezeigt, dass ich einen ganz anderen Stil habe, den Fussball zu sehen und darüber zu kommunizieren. http://www.20min.ch/sport/fussball/story/FCB-Fink-gegen-YB-Petkovic-16475846
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Sonntag 2. Mai 2010, 13:42 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
NZZ, 01.05.2010 Ein Titel, zwei BedeutungenYB will die Sehnsucht stillen, Basel den Kurswechsel bestätigen Die Young Boys oder der FC Basel? Am Ende des spannenden Meisterrennens würde zwar in Bern wie in Basel der gleiche Pokal in die Höhe gestemmt, doch der Titel hätte für die Young Boys und den FC Basel unterschiedliche Bedeutungen. Stephan Ramming In Bern gelang der letzte Titelgewinn 1986, die Sehnsucht nach dem Pokal ist gross. Er spüre dies, sagt YB-CEO Stefan Niedermaier und spricht von der «Frucht der Aufbauarbeit der letzten Jahre». Anders in Basel. Dort wäre es seit 2002 der fünfte Titel und die letzte Bestätigung dafür, dass die Trennung von Christian Gross, das Engagement des neuen Trainers Thorsten Fink und der teure Transfer von Alex Frei richtig waren. «Ein Titel hat einen hohen emotionalen Wert, aber für die Klubleitung bedeutet er auch anderes», sagt Bernhard Heusler, der FCB-Vizepräsident. Es geht um steigende Löhne, einen grösseren Apparat und nicht zuletzt um die Aussicht, als Meister die nicht mehr unüberwindbare Qualifikationshürde für die Teilnahme an den Gruppenspielen der Champions League zu überspringen und viel Geld zu verdienen. 16 Millionen Franken flossen in dieser Saison zum FC Zürich – eine enorme Summe. Mit diesem Geld hätte der FCB sein Defizit 2009 von fast 10 Millionen problemlos decken können. Besteht also auch ein wirtschaftlicher Druck im Titelrennen? «Wir sind mittelfristig auf Zusatzeinnahmen angewiesen – das kann auch Champions League bedeuten», sagt Heusler. Das Saisonziel habe jedoch nie Meister gelautet, insofern gebe es keinen Druck. In Bern, wo YB noch keine Erfahrung mit den Vor- und Nachteilen der Millionen aus der Champions League besitzt, ist die Königsklasse laut Niedermeier «keine wirtschaftliche Notwendigkeit». Der Sportchef Alain Baumann sagt, man könne «nicht mit der Champions League rechnen», aber man «bastle im Hintergrund an Plänen, um gegebenenfalls gewappnet» zu sein. YB präsentierte mit Christoph Spycher am Dienstag einen Rückkehrer aus der Bundesliga als Neuverpflichtung und folgt dem Muster, das der FCB mit Spielern wie Huggel, Frei oder Streller schon länger vorlebt. Sonst ist in Bern nur gewiss, wer sicher geht: die Tormaschine Doumbia, Yapi, vielleicht auch Dudar. Das ist kein Vorteil im Schlussspurt. YB gab zwar seinen grossen Vorsprung preis, kaum hatte der FCB jedoch aufgeholt, kassierte er ein 0:4 gegen GC im Letzigrund und liegt jetzt wieder drei Punkt hinter YB. Das bietet Stoff für die Ingredienzen des Schlussspurts: Spieler und Trainer reden Niederlagen schön oder dämpfen die Euphorie nach Siegen, die Funktionäre geben vor, kühlen Kopf zu wahren, es gibt Schlagzeilen, je nachdem, wie das Pendel gerade ausschlägt. In Bern wird das Lokalblatt von YB auch einmal darauf hingewiesen, dass YB «ganz, ganz sicher Meister» werde. «Ich bin entspannt», sagt Wladimir Petkovic, gleichzeitig nimmt der YB-Trainer aber auch wahr, dass «der Druck auf meine Person gross» ist. Wie Trainer diesem Druck begegnen, zeigt sich nicht zuletzt darin, welche Register der Kommunikation sie ziehen. «Manchmal muss ich ein Zeichen setzen und kommuniziere strategisch», sagt Petkovic. Der Basler Trainer Fink gibt immerhin zu, den Journalisten gegebenenfalls etwas anderes zu erzählen als den Spielern. Für den Basler Chef-Scout Ruedi Zbinden, der schon manchen Titelkampf miterlebt hat, spielt in der Schlussphase die Kommunikation keine unwichtige Rolle: «Das gilt für den Trainer, aber auch für die Spieler: Nehme ich Druck vom Team oder erhöhe ich ihn? Stellen sich erfahrene Spieler vor die Jüngeren?» Zbinden sagt, dass im Vergleich zum Vorjahr, als der FCB mit dem FCZ um den Titel kämpfte, «mehr Freude und eine bessere Stimmung» herrsche – nicht zuletzt wegen Finks «frischer, selbstbewusster» Kommunikation. Fink hat als Trainer keine Erfahrung mit Titelrennen und beruft sich deshalb auf seine Zeit als Spieler im FC Bayern München. «Ich sehe keinen Unterschied zwischen den Rollen des Spielers und des Trainers oder zwischen der Schweiz und Deutschland – ich weiss, was ich sage, die Medien machen daraus ihre Geschichten», sagt Fink. Petkovic dagegen führt seine Erfahrung von zwei – verlorenen – Cup-Finals für seine Gelassenheit ins Feld. Am Ende ist beiden nur gemeinsam, dass sie Meister werden wollen. http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/ein_titel_zwei_bedeutungen_1.5614487.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Mittwoch 5. Mai 2010, 08:14 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
20min.ch, 05.05.2010 Drei Spiele, zwei Wochen, ein Ziel270 Minuten trennen YB vom ersten Meistertitel seit 1986. Oder löst Basel die Berner an der Spitze der Axpo Super League noch ab? Verfolgen Sie die drittletzte ASL-Runde am Mittwoch ab 19.45 Uhr im Live-Ticker. DIE AUSGANGSLAGEYB hat vor dem Heimspiel gegen St. Gallen drei Punkte Vorsprung und kann daher aus eigener Kraft Meister werden, ohne alle drei Partien gewinnen zu müssen. Es hat noch einen (halben) Fehltritt zugute, während die Basler vor ihrem Auftritt beim FC Aarau nicht mehr stolpern dürfen. DAS SCHLUSSPROGRAMMWenn es zur erwarteten «Finalissima» am 16. Mai kommt, ist jeder Ausgang möglich. Bis dahin scheinen dem FC Basel weniger hohe Hürden im Weg zu stehen. Nach dem Auftritt beim FC Aarau bekommen es die Bebbi mit dem ambitionslosen Xamax zu tun. Fehltritte des FCB kann man sich in diesen zwei Partien kaum vorstellen. - Die Young Boys dagegen müssen noch gegen die Europa-League-Kandidaten St. Gallen und Luzern antreten. Vor allem die heikle Aufgabe in Luzern dürfte darüber entscheiden, ob YB mit Rückenwind und Vorsprung in den Meisterschaftsfinal steigen wird. DIE SCHLECHTE ERINNERUNGDie Situation des langen Fernduells ist für beide nicht neu. Die Erinnerungen daran sind jedoch nicht nur gut. Vor fast genau einem Jahr, am 9. Mai 2009, gastierte der FCB in einer ähnlichen Ausgangslage in Aarau. Damals war er Verfolger des FCZ, stolperte aber in der viertletzten Runde im Brügglifeld (1:3). Es war die Vorentscheidung im Duell mit den Zürchern. - YB leistete dem FCB vor zwei Jahren als hartnäckiger Herausforderer lange Paroli. Am Schluss verloren die Berner das letzte Spiel in Basel. Doch das wäre ohne Folgen geblieben, hätten die Berner nicht auf der Zielgeraden völlig unerwartet die Heimspiele gegen Luzern und Xamax verloren. DIE FORMIn den letzten zwei Runden holte YB (gegen Xamax und Zürich) das Punktemaximum, während Basel gegen die Grasshoppers verlor (0:4). Trotzdem scheint die Form eher für Basel zu sprechen. Die Pleite in Zürich war wohl tatsächlich bloss ein Unfall. Vorher und nachher realisierte der FCB klare Siege gegen Luzern und Bellinzona. Die Basler haben sich im Frühjahr spielerisch gegenüber dem Herbst gesteigert und in acht von 15 Spielen drei oder mehr Tore erzielt.- YB hat nicht mehr an die Leistungen der ersten Hälfte anknüpfen können. Einzig gegen GC (4:0), in Aarau (5:1) und gegen Xamax (4:1) waren die Siege frühzeitig gesichert. DIE TOPSKOREREine Meisterschaft wird dem Sprichwort nach mit einer guten Defensive gewonnen. Doch jetzt, da die Spielzeit nur noch 270 Minuten dauert, ist die Form der Stürmer doppelt wichtig. Die Leistungen von Marco Streller und Seydou Doumbia im Schlussspurt könnten am Ende über Platz 1 und 2 entscheiden. Der Torschützenleader von YB hat vor den finalen Tagen Adduktorenprobleme. Er dürfte gegen St. Gallen zwar dabei sein, aber ganz fit ist der Afrikaner nicht. Zudem schoss er zwar auch im Frühjahr wieder mehr Tore als alle anderen in der Liga, doch entscheidende Treffer gelangen ihm nur noch in vier Partien. -Marco Streller scheint sich rechtzeitig für den Sprint in Topform geschossen zu haben. Gegen Bellinzona erzielte er zwei Tore, legte einen Treffer auf und traf auch noch die Latte. DIE ERFAHRUNGSpitzt sich die Situation zum Ende einer Saison zu, ist es wichtig, von Erfahrungen zehren zu können. Darin liegt der vielleicht grösste Unterschied zwischen Bernern und Baslern. YB wartet seit 23 Jahren auf einen Pokal, Basel holte in den letzten acht Jahren vier Meistertitel und vier Cupsiege. Auch deshalb ist die FCB-Mannschaft weitaus mehr dekoriert als die Young Boys. Die FCB-Spieler wissen, wie man Titel gewinnt. Zusammen und inklusive Trainer weisen sie 33 Meistertitel und 23 Cupsiege aus. - Dagegen nehmen sich die Zahlen der Berner (11/7) bescheiden aus. Das muss jedoch kein Nachteil für YB sein. Nirgends in der Schweiz ist die Sehnsucht nach (Fussball-)Triumphen grösser als in Bern. WER KOMMT, WER KÖNNTE FEHLEN270 Minuten vor dem Saisonende hält der FC Basel noch einen Trumpf im Ärmel. Der Schweizer Rekordtorschütze Alex Frei steht vor dem Comeback. In Aarau fehlt er noch, doch in Basel gehen sie davon aus, dass er für die letzten beiden Spiele wieder zur Verfügung steht. Dafür fürchten sie sich vor unangenehmen Sperren. Die halbe Stammformation ist gefährdet. Die nächste Verwarnung hat für David Abraham, Antonio Da Silva, Benjamin Huggel, Behrang Safari und Xherdan Shaqiri eine Zwangspause zur Folge. YB kann auf keine hochkarätigen Rückkehrer mehr hoffen. Dafür ist auch nur ein Trio, wenn auch kein unwichtiges (Wölfli, Dudar, Bienvenue), gefährdet. DIE TITELMOTIVATIONVor zwei Tagen gab der FC Basel an seiner GV die Zahlen des letzten Jahres bekannt. Das Umsatzvolumen belief sich auf über 45 Millionen Franken. Allein das Personal kostet den FCB rund 28 Millionen, und die Kosten bei Heimspielen sind derart hoch, dass er mindestens 16 000 Zuschauer braucht (aktueller Schnitt: 23 234), um diese zu decken. Vor diesem Hintergrund braucht der FCB die Champions League mehr als jeder andere Schweizer Klub. Der Weg zu den Millionen der Eliteliga ist für den Schweizer Meister weitaus einfacher als für den Zweiten, der sich mit Nicht-Meistern aus grossen Ligen duellieren muss. Meister zu werden ist für Basel also nicht zuletzt aus wirtschaftlicher Sicht wichtig. - Im Berner Umfeld würde der erste Meistertitel seit 1986 derweil vor allem die romantischen Bedürfnisse befriedigen. Die Trilogie Titel -Champions League - Millionen kennen sie in Bern nur vom Hörensagen. Als YB letztmals Meister war, gab es noch keine zentral vermarkteten europäischen Wettbewerbe, aber immerhin zwei Meistercup-Spiele gegen Real Madrid. http://www.20min.ch/sport/fussball/story/Drei-Spiele--zwei-Wochen--ein-Ziel-11338321
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Mittwoch 5. Mai 2010, 08:19 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
NZZ, 05.05.2010 Überall eine kleine EwigkeitDie Young Boys warten seit 24 Jahren auf den Schweizer Fussball-Meistertitel Sobald der Frühling erwacht, wird gerne über Bern gelacht. Denn wenn die Young Boys in den Titelkampf eingreifen, wird Jahr für Jahr eins addiert. 2008 hiess es, YB sei seit 22 Saisons nicht mehr Meister geworden; 2009 waren's 23 Jahre; 2010 kommt Adam Riese auf 24. Benjamin Steffen ⋅ Sobald der Frühling erwacht, wird gerne über Bern gelacht. Denn wenn die Young Boys in den Titelkampf eingreifen, wird Jahr für Jahr 1 addiert. 2008 hiess es, YB sei seit 22 Saisons nicht mehr Meister geworden; 2009 waren's 23 Jahre; 2010 kommt Adam Riese auf 24. «YB geht durch den Magen», heisst ein Slogan über die YB-Liebe – doch sollte es angesichts des ewigen Fan-Wartens nicht eher heissen: «YB schlägt auf den Magen»? Nein. Eine kleine Ewigkeit ohne Grosserfolg ist für Spitzenklubs fast selbstverständlich. So kannibalisch der FC Basel und der FC Zürich alle Meistertitel seit 2004 unter sich aufteilen, es geht vergessen, dass beide Vereine einst YB-mässig lange auf den ersten Triumph der Neuzeit warten mussten. Der FCB wurde 2002 nach 22 Jahren Meister, der FCZ 2006 nach deren 25 – und beide machten sie wie YB einen Umweg über die Nationalliga B. Viel Geduld und ein Abstieg erscheinen als Ingredienzen eines Meister-Rezepts. Fussball auf IdentitätssucheDer FCB und der FCZ stiegen 1988 ab. Im altbackenen Modus mit zwei Abstiegsrundengruppen blieben sie etwa hinter den Quartiervereinen Chênois und Malley zurück; der FC Wettingen stieg in die NLA auf, war wenige Jahre später aber hoch verschuldet zum Neustart in der 5. Liga verdammt. Keine Kapriole war damals undenkbar. Die Turbulenzen gründeten in der Identitätssuche des hiesigen Fussballs. Der langjährige Liga-Direktor Edmond Isoz, zu Beginn der achtziger Jahre noch selber NLA-Spieler, weist darauf hin, dass vor rund drei Jahrzehnten die Professionalisierung Einzug gehalten habe. Ein Aspekt dieser Entwicklung war die schwindende Bedeutung der Matcheinnahmen: Ende der siebziger Jahre machten Billettverkäufe 75% des Budgets aus, heute beträgt der Anteil noch 40%. «Nicht alle Vereine passten sich gleich schnell den neuen Gegebenheiten an», sagt Isoz. Auch daher konnte mit Xamax ein Klub zweimal Meister werden, dem der Mäzen Gilbert Facchinetti quasi solo zum Aufstieg auf führendes Budget-Niveau verhalf. Sven Hotz, der als Präsident zur Legende werden sollte, übernahm 1986 den stark verschuldeten FCZ. Die NZZ schrieb nach dem Abstieg 1988: «Der Klub musste die Erfahrung machen, dass der Versuch, der Kostenexplosion in diesem Sport mit einer vernünftigen Finanzpolitik begegnen zu wollen, zur Zweitklassigkeit führt.» Der FCB war dem Konkurs so nahe, dass «Junioren Geld sammeln gingen, damit die Busfahrt ans nächste Auswärtsspiel bezahlt werden konnte», wie sich der heutige FCB-Medienchef Josef Zindel erinnert. Einstige Spitzenklubs benötigen offenbar eine Katharsis, um alte Stärke zu finden. Doch nur Läuterung reicht nicht. «Es braucht ein Bekenntnis der Region zum Spitzenfussball», sagt Zindel. In Genf etwa fehlt das «Ja» zu Servette seit Jahren. Ganz zu schweigen von La Chaux-de-Fonds. Der dreifache Meister (1954, 1955, 1964), dessen Erfolg mit der Hausse der Uhrenindustrie einherging, ist der einzige Titelträger der letzten 80 Jahre, der heute nicht zumindest in der Challenge League spielt. Im ohnehin vom Fussball faszinierten Basel nahm der Rückhalt stark zu, als sich ein Stadionneubau und damit neue Geldquellen abzeichneten. Gigi Oeri bekannte sich 1999 zum FCB, ehe sie im September 2002 von der UBS die Aktienmehrheit an der FCB AG übernahm. In Bern wären Ende der neunziger Jahre die YB-Lichter erloschen, wenn am Horizont nicht stets ein Backsteinchen des neuen Stadions gewinkt und das einheimische Bauunternehmen Marazzi nicht aus der Halb-Anonymität immer wieder Löcher gestopft hätte. Somit wirkt die YB-Geschichte in mancher Hinsicht wie eine Basler Kopie. Der FCB feierte den für lange Zeit letzten Titel 1980, YB 1986; der FCB focht einige Jahre vor YB einen Existenzkampf aus; der FCB bezog 2001 das neue Stadion, YB 2005; der FCB gewann 2002 den Meistertitel, acht Jahre nach der Rückkehr in die Nationalliga A. Bei YB sind seit dem Wiederaufstieg neun Jahre vergangen – es wäre ein unheimliches Indiz für Planbarkeit im Fussball, gesellte sich im Mai mit dem Titelgewinn eine weitere Parallele dazu. Der FCZ ist «etwas anderes»Doch wie fügt sich der FCZ in dieses Bild? Wie fand er zum Erfolg zurück, wo doch kein neues reines Fussballstadion Geld und Glück verhiess? Bloss die zwei Jahrzehnte währende Treue der präsidialen Hausbank Hotz genügt nicht als Erklärung, weil der Patron auch manchen Irrweg einschlug. Der FCZ sei «etwas anderes», sagt der Liga-Direktor Isoz: «Das Stadion in Zürich bringt nicht, was die Stadien in Basel und Bern bringen. Für mich ist der Erfolg des FCZ das Werk des Trainers Lucien Favre» – worauf Isoz schwärmt von Favres Spielphilosophie, von der Arbeit mit jungen Schweizern. Auf die Stufe eines millionenschweren Stadions gehievt zu werden: Ein solches Lob erhielt Favre wohl noch nie. Doch Obacht, YB – der Gedanke an den Coach ist es, was auf den Magen schlagen könnte. Favre wurde 2006 mit dem FCZ in der dritten Saison nach Amtsantritt erstmals Meister, Christian Gross 2002 ebenso. Vladimir Petkovic arbeitet erst seit 2008 in Bern. Will der derzeitige Leader eine Kopie des FCB sein, muss er noch eine Saison warten. http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/ueberall_eine_kleine_ewigkeit_1.5638722.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 30 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |