 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
Gonzo
|
Verfasst: Donnerstag 9. August 2007, 10:16 |
|
Registriert: Freitag 21. Mai 2004, 10:37 Beiträge: 3822 Wohnort: Bern
|
Bordeaux - Lens

_________________ 
|
|
 |
|
 |
|
Gonzo
|
Verfasst: Donnerstag 9. August 2007, 10:18 |
|
Registriert: Freitag 21. Mai 2004, 10:37 Beiträge: 3822 Wohnort: Bern
|
Lens - Odessa
Auswärtsblock in Lens

_________________ 
|
|
 |
|
 |
|
30*Bern*13
|
Verfasst: Donnerstag 9. August 2007, 11:48 |
|
Registriert: Montag 28. Mai 2007, 18:18 Beiträge: 564 Wohnort: Breitsch / Ostkurve Bern
|
Hier noch einiges zur Trainer-Legende Guy Roux!
Guy Roux (* 18. Oktober 1938 in Colmar) ist ein französischer Fußballtrainer.
Roux gehört zu den mit Abstand populärsten Trainern in Frankreich, der sich dadurch Ansehen erworben hat, dass er von 1961 bis 2005 mit ganz minimalen Unterbrechungen immer den selben Verein trainiert, diesen aus den Niederungen des burgundischen Amateurfußballs in die höchste Französische Liga, die Division 1 (heute: Ligue 1), geführt und dort zu einem echten Spitzenklub geformt hat: Roux ist der unbestrittene "Vater der Erfolge" der AJ Auxerre.
Im Juni 2007 kündigte er überraschend seine Rückkehr ins Trainerleben an. Nachdem ihm der französische Profiligaverband LFP dies aus Altersgründen zunächst untersagt hatte, kehrt Roux zur Saison 2007/08 auf die Trainerbank beim Erstligisten RC Lens zurück.
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Roux als aktiver Spieler
2 44 Trainerjahre
3 Der Privatmensch
4 Palmarès
Roux als aktiver Spieler [Bearbeiten]Roux spielte auch selbst Fußball, erlangte dabei aber keine nennenswerte Bekanntheit: AJA-Mitglied seit 1952, lief er 1957 zum ersten Mal in deren 1. Mannschaft auf, wechselte im selben Jahr zu Limoges FC, wurde zwischenzeitlich an die ASPTT Poitiers ausgeliehen. 1960 trainierte er einen Monat lang zur Probe bei Crystal Palace in London, kehrte danach aber zu AJ Auxerre zurück.
44 Trainerjahre [Bearbeiten]Als der knapp 23-jährige Guy Roux Anfang der 60er Jahre in diesem Verein das Traineramt antrat, spielte die Ligamannschaft in der Division d'Honneur, vergleichbar etwa mit einer Verbandsliga in Deutschland. Da in der Kleinstadt Auxerre keine finanzstarken Sponsoren bereit standen, entwickelte Roux ein System der Sichtung und Förderung von Talenten, das später von zahlreichen anderen Klubs nachgeahmt wurde. Dabei setzte er auf ein Konzept der Nachhaltigkeit und der homogenen Entwicklung seiner Mannschaft(en), nicht auf schnelle Erfolge, und hatte das Glück, dass er darin von seinen jeweiligen Vereinspräsidenten unterstützt wurde.
Eine erste Unterbrechung seiner Tätigkeit in Auxerre gab es 1962, als er in Trier seinen Militärdienst absolvieren musste – und mit der von ihm trainierten Standortelf prompt Deutscher Meister der französischen Truppen wurde. Ab 1964 wieder Trainer in Auxerre, begann für seinen Verein bald ein unaufhaltsamer Aufstieg: 1970 wurde die AJA erstmals Meister der burgundischen Ehrendivision, 1974 stieg sie in die 2. Liga (Division 2) und damit in den Profibereich auf, und 1979 stand der "Provinzverein" im Endspiel um den Landespokal (Coupe de France). Zum Titelgewinn reichte es diesmal noch nicht, aber der Zweitligist zwang den FC Nantes in die Verlängerung. 1980 gelang Auxerre, das ursprünglich aus der katholischen Fußballbewegung stammte, unter Guy Roux der Aufstieg in die höchste Spielklasse Frankreichs – dort ist AJ Auxerre bis heute vertreten, und der Trainer hieß bis Juni 2005 Guy Roux.
Weitere wichtige Stationen der "AJ de Roux" waren 1984 der erste Auftritt im Europapokal, 1994 der erste französische Pokalgewinn, 1996 die erste Landesmeisterschaft und 1997 der Gewinn des Intertoto-Pokals.
In der Saison 2000/01 nahm Roux eine Auszeit als Trainer (die er nicht wirklich durchgehalten hat), saß dann ab Mai 2001 wieder auf der Bank der Ligamannschaft aus Auxerre – und erhielt im November desselben Jahres in einer Notoperation zwei Bypässe. Ein dreiviertel Jahr später überholte er mit 783 Erstligaspielen seinen Trainerkollegen Kader Firoud und baute diesen zumindest in Frankreich kaum zu überbietenden Rekord bis zum Mai 2005 auf 890 Partien in der höchsten Spielklasse aus. Zu seinem Abschied wurde er mit AJ Auxerre 2005 erneut französischer Pokalsieger; am Tag nach dem Finale erklärte er seinen endgültigen Rücktritt.
Roux war immer ein Vertreter des Offensivfußballs und hat am 4-3-3-System auch dann festgehalten, als andere Erfolgstrainer längst das 4-4-2, 4-5-1 oder andere "Zauberformeln" mit wenigen echten Stürmern propagierten – und Roux hatte dennoch Erfolg damit.
Der Privatmensch [Bearbeiten]Seit 1993 hat Roux mehrere Bücher über den Fußball veröffentlicht; das erste hieß bezeichnend "Fou de foot" (dt.: "Fußballverrückt"). 1999 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Nebenbei hat er schon seit einigen Jahren auch noch die Zeit gefunden, in seinem Wohnort Appoigny im Département Yonne als Gemeindeverordneter zu wirken (naheliegenderweise im Ausschuss für Jugend und Sport). Seit Sommer 2005 kommentiert und analysiert Guy Roux auf Canal Plus Spiele der höchsten französischen Liga.
Palmarès [Bearbeiten]Französischer Fußballmeister: 1996
Französischer Fußballpokalsieger : 1994, 1996, 2003, 2005
Europapokale: Intertotopokalsieger (1997)
Personendaten
NAME Roux, Guy
KURZBESCHREIBUNG französischer Fußballtrainer
GEBURTSDATUM 18. Oktober 1938
GEBURTSORT Colmar, Frankreich
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Roux“
Kategorien: Geboren 1938 | Mann | Fußballspieler (Frankreich) | Fußballtrainer (Frankreich)
|
|
 |
|
 |
|
Christoph_YB
|
Verfasst: Freitag 10. August 2007, 09:14 |
|
Registriert: Samstag 7. April 2007, 16:18 Beiträge: 321 Wohnort: Münchenbuchsee
|
So unser Uefa-Cup-Gegner RC Lens verliert 2 Spieler: Der Torhüter Charles Itandje wechselt zum FC Liverpool (  ) und Stürmer Daniel Cousin wechselt zu den Glasgow Rangers. Quelle: Teletext
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Sonntag 12. August 2007, 21:56 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
RC Lens - Paris SG 0:0
Publikum in Lens pfiff am Schluss die eigene Mannschaft aus!
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Rino
|
Verfasst: Montag 13. August 2007, 10:47 |
|
Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12 Beiträge: 3258 Wohnort: Bern
|
|
 |
|
 |
|
YB_for_ever
|
Verfasst: Montag 13. August 2007, 22:14 |
|
Registriert: Donnerstag 16. März 2006, 05:47 Beiträge: 496 Wohnort: Wankdorfstadion
|
shalako hat geschrieben: RC Lens - Paris SG 0:0
Publikum in Lens pfiff am Schluss die eigene Mannschaft aus!
Gabs glaub ich dann und wann mal auch in Bern... unsäglich
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 14. August 2007, 09:06 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Der Bund; 14.08.2007
Fussball: Die YB-Trainer beobachten den RC Lens
Fussballfieber in der Provinz
Am Donnerstag trifft YB im Hinspiel der Uefa-Cup-Qualifikation auf den französischen Spitzenverein RC Lens. Auf Beobachtungstour, wie YB-Trainer Martin Andermatt und Assistent Erminio Piserchia den Gegner beobachten.
Es ist Sonntagabend. Doch in Lens ist es nicht beschaulich und ruhig wie in vergleichbaren Kleinstädten mit rund 36000 Einwohnern um diese Zeit. Das ganze Dörfchen ist ein einziger Parkplatz – und hinter mächtigen alten Eichen erhebt sich ein kolossalartiges Stadion. 41233 Plätze fasst das Stade Félix-Bollaert, und selbstverständlich ist es auch heute Abend, wenn der ungeliebte Verein aus der Hauptstadt zu Gast ist, ausverkauft. «Zu den Spielen des RC Lens», sagt der Ticketverkäufer, der auf dem Schwarzmarkt Geld wittert, «fahren die Leute aus der ganzen Umgebung und sogar aus Belgien an.»
Aus Brüssel, der Hauptstadt Belgiens, ist auch das YB-Trainerduo Martin Andermatt und Erminio Piserchia – nach dem Flug aus der Schweiz – zu Beobachtungszwecken angereist. Beeindruckt von der Atmosphäre, die von zwei Moderatoren unten auf dem Rasen vor Spielbeginn mächtig angeheizt wird, sitzen sie auf den gepolsterten Sitzen und bereiten sich auf die Partie vor. «Wir haben die Aufgaben aufgeteilt», sagt Cheftrainer Andermatt. «Ich richte mein Augenmerk in erster Linie auf die Offensive.»
Bilder und Videofilme
21 Uhr, die Eröffnungsshow ist vorbei, das Spiel geht jeden Moment los. Die Anhänger auf den hohen, steilen Tribünen hinter den Toren singen im Kanon das Vereinslied. Das ganze Stadion schimmert gelb und rot, es sind die Vereinsfarben von Lens. Nur eine kleine Fan-Abordnung aus Paris stört dieses faszinierende Bild. Das Publikum ist laut, es ist trotz der 0:1-Niederlage zum Saisonstart in Bordeaux optimistisch, und es verzeiht Fehler. Immer wieder macht Martin Andermatt Bilder von der taktischen Anordnung Lens. Und bei den Standardsituationen filmt Assistent Piserchia fleissig mit. «So sehen wir, wie sich die Akteure von Lens bei Eckbällen und Freistössen verhalten, wie ihre Positionen sind und wie die Bälle in den Strafraum getreten werden», erklärt Andermatt.
Nichts wird dem Zufall überlassen. Der YB-Trainer macht sich ständig Notizen. Er skizziert auf einem Block Laufwege und markiert die Stärken und Schwächen. Zur Pause steht es in einer unterhaltsamen Begegnung 0:0. Noch ist das Publikum nicht ungeduldig, auch wenn sich insbesondere die Offensivabteilung von Lens als überaus verspielt und teilweise nonchalant erweist. «Diese Spielweise ist Stärke und Schwäche zugleich. Wenn es den Akteuren vorne läuft, dann sind sie kaum zu stoppen. Aber sie neigen auch dazu, das Einzelspiel und die Tricks zu übertreiben», analysiert Andermatt, während er YB-Verteidiger Kamil Zayatte auf der Tribüne begrüsst. Zayatte spielte früher bei Lens und hatte am Sonntagmittag die Hochzeit eines Freundes hier in der Nähe besucht.
Drei ivorische Freunde
Die hoch begabten ivorischen Nationalspieler Aruna Dindane, Bonaventure Kalou und Kanga Akale, er einst beim FC Zürich engagiert, sind schnell und trickreich, gegen Paris manchmal zu schnell und zu trickreich. Die drei Jugendfreunde aus Abidjan leisten sich unfassbare Ballverluste und provozieren die eigenen Fans damit zu vereinzelten Pfiffen. Guy Roux, die lebende Trainerlegende von Lens, wechselt drei neue Offensivspieler ein. Doch es ist PSG, das näher am Siegtor steht. «Die zentrale Abwehr ist jetzt sehr offen», sagt Andermatt zu Piserchia, als Lens in der Schlussphase mit Vehemenz, Verzweiflung und Verve das 1:0 anstrebt. Hilton, früher bei Servette, ist ein starker Patron der Sicherheitsabteilung. Er eröffnet den Spielaufbau mit geschickten Pässen und ist wie Nebenmann Adama Coulibaly, ein Malier, kopfball- und zweikampfstark.
Das Spiel ist vorbei, das Nullzunull Tatsache, die Enttäuschung bei Lens spürbar. Wie PSG hat auch der Heimklub nach zwei Spielen noch kein Tor erzielt. Andermatt sagt zum Abschied: «Wir spielen gegen einen starken Gegner. Aber wir sind nicht chancenlos, wenn wir diszipliniert agieren.» Die gesammelten Eindrücke werden nach der Rückkehr sofort analysiert und zusammen mit den TV-Bildern der Lens-Auftritte in Bordeaux sowie gegen PSG zu einem informativen Videofilm zusammengeschnitten. Je zweimal rund zwanzig Minuten werden die YB-Spieler in dieser Woche alles über ihre Gegenspieler erfahren.
Fabian Ruch, Lens
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Mittwoch 15. August 2007, 08:35 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Der Bund; 15.08.2007;
Fussball: Lens-Trainer Guy Roux
Der charmante Regent
Morgen trifft YB im Hinspiel der Uefa-Cup-Qualifikation auf den RC Lens. Der Star beim französischen Spitzenverein ist ein besessener Trainer. Der 68-jährige Guy Roux ist eine schillernde Figur mit Ecken und Kanten und Prinzipien.
Plötzlich erscheint er, untersetzt und rundlich, auf der Bühne, die an diesem Abend der überfüllte Presseraum des Stade Félix Bollaert in Lens ist. Guy Roux tritt nach dem 0:0 des RC Lens gegen Paris Saint-Germain am Sonntagabend vor die Medienvertreter. Er zelebriert diese Auftritte, seit Jahrzehnten tut er das, und auch heute ist Guy Roux, 68 Jahre jung, in Hochform. Den ersten Fragesteller kanzelt er giftig ab («Sie haben ja schon alles gesagt. Versuchen Sie, mir eine anständige Frage zu stellen»). Bald aber gibt er den altbekannten Charmeur, erzählt ausführlich von einem Grillabend, um im nächsten Satz unvermittelt die taktischen Fehler seiner Spieler anzusprechen und gleich darauf einen Journalisten augenzwinkernd zu fragen, ob er seine Lügengeschichten immer noch für den «Parisien» schreibe. Längst unterhält Roux den ganzen Raum. Paris-Trainer Paul Le Guen hat seine Interviews unterbrochen und hört den Ausführungen seines Antipoden belustigt zu.
44 Jahre bei Auxerre
Willkommen in der skurrilen Welt des Guy Roux. Der Trainerveteran ist eine der berühmtesten Figuren im Hexagone, beliebt und gefürchtet, launisch und diktatorisch, belesen und wortgewaltig, kauzig und eigensinnig. Auch am Sonntag, immerhin bei der Heimspielpremiere seines neuen Vereins RC Lens, hat sich Roux beim Griff in den Kleiderschrank kaum lange aufgehalten. Er trägt – wie immer – eine altmodische, leicht schmutzige Trainerhose, schwarze Turnschuhe, ein weisses, hässliches, enges Sweatshirt, das den stattlichen Bauch in seiner ganzen Pracht präsentiert. Er sieht ein bisschen aus wie Obelix. Doch mit seinen tiefen Furchen im Gesicht und den schalkhaften, leicht schief gestellten Schlitzaugen wirkt er eher wie ein gemütlicher Rentner. Aber Guy Roux ist noch lange nicht im Ruhestand. Und so muss er irgendwann doch den Lens-Fehlstart (2 Spiele, 1 Punkt, 0 Tore) in die Saison erklären. Er wippt jetzt mit seinen Füssen, der Oberkörper ist angespannt, die Hände gestikulieren, während er die Gesprächspartner scharf fixiert und – zum Beispiel – sagt: «Wir brauchen Zeit, wir müssen uns einspielen. Ich bin erst zwei Monate hier in Lens. Im Fussball geht es leider nicht von heute auf morgen.»
Keiner weiss das besser als er, der ja als lebender Beweis dafür gilt, wie sich Kontinuität im Leben im Allgemeinen und im Fussball im Speziellen auszahlt. 1961, mit 23 Jahren, übernahm Guy Roux das Traineramt bei der AJ Auxerre. Der Verein spielte damals in der 5.Liga in den Niederungen des burgundischen Amateurfussballs, das Kleinstadion fasste 200 Plätze. 44 Jahre (!) hat er mit minimalen Unterbrechungen immer Auxerre trainiert, stieg bald in die 4.Liga auf, 1974 in die 2.Liga und 1980 schliesslich in die Eliteklasse Frankreichs. «Es gab immer interessante Angebote», sagt Roux. «Aber die Arbeit bei Auxerre war irgendwie nie richtig fertig. Alle drei, vier Jahre musste ich ein neues Team aufbauen.»
Listig und fleissig
Es ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die Guy Roux, ein Mann mit Ecken und Kanten und Prinzipien, mit Auxerre bewerkstelligt hat. Selber war er ein wenig talentierter Fussballer, doch seine Passion fürs Trainerdasein hat er bald entdeckt. 1962, als er einen Militärdienst in Deutschland absolvierte, führte er die von ihm trainierte Auswahl zum «deutschen Meister der französischen Truppen».
Listig und fleissig, wissbegierig und konsequent, machtbesessen und detailversessen, baute sich der Elsässer, 1938 in Colmar geboren, in Auxerre sein eigenes Reich auf. Der clevere Roux soll sich, so geht die Legende, am Anfang seiner Tätigkeit in seinen Vertrag festschreiben haben lassen, an jedem Transfer zehn Prozent zu partizipieren. In den 60er-Jahren dürften diese Ablösesummen vielleicht umgerechnet 100 Franken betragen haben, doch 2004 beispielsweise wechselte Stürmer Djibril Cissé für 30 Millionen Franken zu Liverpool.
Ob der Wahrheit entsprechend oder fabelhaft erzählt, diese Geschichte illustriert den Respekt vor Roux, der als sehr knausrig gilt, sowie dessen legendäre Cleverness und Geschäftstüchtigkeit. Und sowieso: Auxerre hat mit Sicherheit mehr von Guy Roux profitiert als umgekehrt. 1996 wurden die Burgunder französischer Champion, im gleichen Jahr holte Auxerre einen von vier Cupsiegen. Zweimal nahm der Verein aus der Kleinstadt mit 40000 Einwohnern an der Champions League teil. «Wir haben seriös gearbeitet und Schritt für Schritt genommen», sagt Roux. Er war stets ein Verfechter des Offensivfussballs mit drei Stürmern, und er gilt als Entdecker zahlreicher Spitzenspieler wie Basile Boli, Jean-Marc Ferreri oder Eric Cantona. Roux war bei Auxerre jahrzehntelang Rasenpfleger, Zeugwart, Nachwuchschef, Koch, Masseur und Medienverantwortlicher. Ein Journalist beschrieb einmal wunderbar, Guy Roux sei König, Gutsverwalter und Hofnarr in einer Person.
Ein Bauer als Despot
Im Jahr 1961, als Roux bei Auxerre begann, hiess der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow, und Armin Veh, mit dem VfB Stuttgart als Trainer soeben deutscher Meister geworden, wurde am 1.Februar geboren. Mit jetzt 892 Partien als Coach in der Ligue 1 ist Guy Roux selbstredend einsamer Rekordhalter. «Es hat sich einfach alles so ergeben, nie war Routine oder Langeweile da», sagt er zu seinem Weltrekord von 44 Jahren Tätigkeit beim gleichen Verein.
Es ist eine nette Geschichte, selbstverständlich, und natürlich fehlen kritische Stimmen nicht. Roux gilt als Despot, als Regent, als Kontrollfreak, der alles entscheidet. «Er spielt seine Rolle als Bauer, man sieht ihn in seinem alten Anzug, in seinem alten Peugeot und so weiter. Dabei ist er wahrscheinlich der reichste Mann im ganzen Burgund», sagte der frühere Schweizer Nationaltrainer Daniel Jeandupeux dem «Tages-Anzeiger». In der Saison 2000/2001 nahm Roux, müde und ausgebrannt, eine Auszeit. Der Nachfolger scheiterte am Erbe. Also sass Roux ab Mai 2001 wieder auf der Auxerre-Bank. Nach einer Notoperation erhielt er wenige Monate später zwei Bypässe, was Roux mit dem ihm eigenen Humor beschrieb: «Es war wie bei einer Autopanne. Man hat den Reifen gewechselt. Und weiter geht es.»
Als Elektriker verkleidet
Den finalen Akt erreichte die Liaison im Mai 2005, als Auxerre den vierten Cupsieg holte – und Roux am Tag darauf zurücktrat. Schon früher hatte er als schonungsloser Experte nebenbei für praktisch jede TV- oder Radioanstalt Frankreichs Länderspiele und Europacup-Partien analysiert. Der Pay-TV-Sender Canal plus engagierte den Pensionär vor zwei Jahren als Berater, doch obwohl es ihm die französische Profiliga aus Altersgründen zunächst untersagte, kehrte Roux auf diese Saison noch einmal auf die Trainerbank zurück. In Lens, mit 36000 Einwohnern ähnlich überschaubar wie Auxerre, will Roux ein letztes Mal an seiner Legende arbeiten. Er ist milder geworden und kontrolliert gewiss nicht mehr wie früher jeden Tag die Kilometerstände der Spielerautos, um zu erfahren, ob es nächtliche Discobesuche in Paris gegeben hat. «Doch eines muss jeder Fussballer wissen», sagt Roux. «Das Wichtigste ist die Disziplin.»
Der akribische Schaffer lebt diese Devise seit bald einem halben Jahrhundert unbeirrt vor. Bereits mit 22, 23 Jahren besuchte er täglich ein Fussballspiel, er hospitierte früh und auf eigene Kosten bei damaligen Trainergrössen wie Hennes Weisweiler in Gladbach, und er ist stets über jeden halbwegs begabten Juniorenspieler Europas informiert. Faszinierend ist die Anekdote, wie er sich an der WM 1978 in Argentinien, als er noch nicht weltberühmt war, unter die französischen Journalisten mischte und täglich ein Team besuchte. Und als es verboten war, das letzte Training der Argentinier zu beobachten, verkleidete er sich kurzerhand als Elektriker, mit blauer Bluse und einem Koffer mit Handwerkszeug auf der Schulter. Guy Roux war einziger Trainingsgast.
Fabian Ruch
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Mittwoch 15. August 2007, 10:22 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
|
Blick; 15.08.2007
Opa Roux (68 )
Auch dank Staats- präsident Sarkozy wurde er Trainer bei YB-Gegner Lens
Von Peter Pflugshaupt
LENS. Staatspräsident Nicolas Sarkozy rettete ihn vor der Altersguillotinen. Nun trifft Trainer-Legende Guy Roux (68 ) mit Lens morgen in der Uefa-Cup-Qualifikation auf YB.
Guy Roux war ab 1961 Spieler-trainer bei Auxerre und übernahm 1963 den Trainerjob. Er war damals 23. Niemand hätte auch nur im Traum daran geglaubt, dass der charismatische Trainer die Mannschaft 44 Jahre lang trainieren und aus der Ligue d'Honneur zum französischen Meistertitel (1996) und in die Champions League führen würde.
2000 trat Roux wegen Herzproblemen zurück, doch liess er sich nur ein Jahr später - Auxerre wäre beinahe abgestiegen - zu einer Rückkehr überreden. Im Juni 2005 gab er definitiv seinen Rücktritt bei Auxerre. Wieder wegen seinem Herz.
Doch der Grandseigneur des französischen Fussballs kanns nicht lassen, kann ohne Fussball nicht leben: Auf die neue Saison hin heuerte er bei Lens an. Zum ersten Mal in seinem Leben trainiert er einen anderen Klub als Auxerre.
Und dieser Wechsel ging nicht ohne Nebengeräusche von sich. Die französische Liga wollte Roux keine Lizenz mehr erteilen, weil er die Alterslimite von 65 Jahren überschritten hatte.
Es war Roux selbst, der vor Jahren als Mitglied einer Kommission die Alterslimite überhaupt ins Leben gerufen hatte...
Diese Alterslimite verstösst allerdings gegen europäisches Recht. Und Roux hatte in Präsident Nicolas Sarkozy einen äusserst prominenten Fürsprecher: Die Liga erteilte Roux im Juli zähne-knirschend die Bewilligung.
Roux beobachtete YB bei der 5:1-Gala gegen Basel im Stade de Suisse und war beeindruckt. «Wir müssen aufpassen. YB ist besser als letztes Jahr, als es fast Marseille aus dem Uefa-Cup warf.»
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 30 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |