Registrieren    Anmelden    Forum    Suche    FAQ

 

 

 

     

 

 

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » BSC Young Boys Stammtisch




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 43 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags:
 Beitrag Verfasst: Freitag 15. April 2005, 08:27 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
Beiträge: 29376
Bund, 15.4.2005

Thuner Lektion für YB

Vollauf verdienter 4:2 (2:0)-Erfolg des FC Thun vor 8800 Zuschauern im Neufeld gegen die Young Boys
Demontiert, vorgeführt, bla- miert – die Young Boys erhielten gestern im letzten Neufeld-Kantonalderby vom kleinen FC Thun eine Fussball-Lehr-stunde. Der Sieg der Oberlän-der geht vollauf in Ordnung, auch wenn YB in der letzten halben Stunde so etwas wie ein Aufbäumen gezeigt hat.

0:1 nach noch nicht einmal drei Minuten, 0:2 nach sieben Minuten und vier Sekunden – die Startphase, welche die Young Boys ihrem treuen Publikum zumuteten, war nicht gerade das, was man sich als «Wiedergutmachung für den verunglückten Basel-Match» (so war es von den Wortführern angekündigt worden) vorgestellt hatte. Diesmal gab es zahlreiche YB-Anhänger, welche den Schauplatz des Geschehens schon nach zehn Minuten verliessen. Man konnte den Frust der Stadtberner Zuschauer nachvollziehen: Das, was die Heimmannschaft ihrem Anhang vorsetzte, war über eine Stunde lang eine einzige Zumutung.

Das ist das Fatale der Geschichte aus YB-Sicht: Die schlechten Leistungen bei den Heimspielen reissen nicht ab, das Gegenteil ist der Fall. Sie gleichen sich wie ein Ein dem andern und sind in Mode gekommen – genau wie die Buh-Rufe und Pfiffe (neu: «Bidu raus!») der enttäuschten Zuschauer, die für ihr Abendvergnügen immerhin einen stolzen Eintrittspreis zu entrichten hatten. Sie waren gestern erneut die Geprellten – sofern es sich um Sympathisanten der Gelb-Schwarzen handelte. Das Aufbäumen ihrer Mannschaft nach einer Stunde kam zu spät, um sie zu versöhnen. Es kam nach dem äusserst dümmlich eingehandelten 0:4-Rückstand (zwei weitere Gegentore gleich nach Wiederbeginn) auch zu spät, um an der Punkteverteilung etwas zu ändern.


Warum nicht schon früher so?

Die Zuschauer ärgerten sich zu Recht darüber, dass die «Reaktion» von Zauggs Mannschaft nicht schon früher einsetzte. Ab Minute 60 zeigten die Young Boys nämlich, dass sie auch kämpfen können.
Unverständlich, dass sie diese Tugenden nicht schon von Beginn weg abzurufen vermochten; unverständlich, dass der YB-Trainer seine Mannschaft nicht schon in der haarsträubenden ersten Halbzeit – immer aus Stadtberner Optik betrachtet – mit fälligen Auswechslungen aus ihrer Lethargie riss. Ein Chapuisat in der derzeitigen Form (läuferisch und kämpferisch ungenügend) darf in einer ambitionierten Mannschaft keinen Platz haben. Gefragt sind – bei Derbies ohnehin – Kämpfertypen wie Häberli, Magnin, Sermeter und De Napoli. Letzterer darf wie der zu spät eingewechselte Steinsson im Gegensatz zu allen anderen für sich in Anspruch nehmen, die Erwartungen erfüllt oder übertroffen zu haben.


Ein Kompliment den Thunern

Gab es bei den Young Boys nur ganz wenige Pluspunkte, war dies beim FC Thun gerade umgekehrt. Die Mannschaft war wirklich eine Mannschaft, wirkte organisiert und operierte selbstsicher – sie glaubte von der ersten Minute an ihre Chance und überzeugte durch Effizienz.
Das reichte bei weitem aus, um die harmlosen Stadtberner schon in sehr kurzer Zeit hoffnungslos aus dem Konzept zu werfen. Hätten die Thuner nach dem 0:4 weiter keck nach vorn gespielt, die Young Boys wären gar nie mehr ins Spiel zurückgekommen. Souverän die Abwehr der Thuner, die insbesondere im Zentrum (Deumi und Milicevic) eine Klasse stärker spielte als ihre Berner Antipoden mit den überforderten Disler und Knez.
Ein Wort noch zum nicht gerade brillanten Schiedsrichter: Er hätte sowohl für Thun (Stand 0:4) als auch für YB (2:4) einen Penalty pfeifen müssen – insgesamt wirkten sich seine Entscheidungen also nicht auf den Spielausgang aus.


Verunsicherung und Stolz

Den Young Boys stehen nun harten Zeiten bevor: Am Sonntag wartet das Meisterschaftsspiel in Basel, am nächsten Mittwoch der Cup-Halbfinal in Zürich gegen den FCZ. Die Frage ist, ob es den Verantwortlichen bis zu diesen Partien gelingt, der Mannschaft wieder Moral einzuimpfen. «Sie hätte es dringend nötig», fand nach dem gestrigen Spiel der Trainer der Stadtberner, Hans-Peter Zaugg. Er konnte sich die Verunsicherung seines Teams auch nicht erklären – aber immerhin bemühte er das Wörtchen «Pech»: Die frühen Gegentore hätten seinem Team den Rest gegeben . . .
Mit «Stolz erfüllt» von der Leistung seiner Mannschaft war hingegen Urs Schönenberger, der Thun-Trainer: «Wir haben einen guten Lauf – und haben das auch ausgenützt. Bei aller Freude über unseren Sieg gibts aber immerhin Abstriche: Wir haben den Young Boys in der letzten halben Stunde zuviel Raum gewährt.»
Nun, gestern konnten sich die Thuner diesen Makel leisten.


Young Boys - Thun 2:4 (0:2)
Neufeld. – 8800 Zuschauer. – SR Rutz. – Tore: 3. Aegerter 0:1. 7. Gelson 0:2. 47. Raimondi 0:3. 51. Lustrinelli 0:4. 61. De Napoli 1:4. 77. Häberli 2:4. – Verwarnungen: 41. Melunovic, 58. Häberli (beide wegen Fouls), 71. Sermeter (Unsportlichkeit, «Schwalbe»), 72. Baykal, 79. Milicevic (beide wegen Fouls). 81. De Napoli (Unsportlichkeit, Ball wegschlagen). – Bemerkungen: YB ohne Aziawonou, Carreño, Coubagéat (alle verletzt) und Berisha (rekonvaleszent); Thun ohne Sinani (verletzt).
Young Boys: Bettoni; Eugster (76. Steinsson), Knez, Disler, Rochat; Sermeter, Friedli, Magnin, Melunovic (46. Häberli); Neri, Chapuisat (46. De Napoli).
Thun: Coltorti; Pallas, Milicevic, Deumi, Cerrone; Gerber (74. Ferreira), Renggli, Aegerter, Raimondi (87. Savic); Gelson (67. Baykal), Lustrinelli.


Albtraum hier, traumhaft dort

YB-Verteidiger Adrian Eugster mochte nach dem 2:4 gegen Thun gar nicht erst nach Ausreden suchen. «Thun spielte gut, wir spielten schlecht.» Warum es nicht laufe, sei schwierig zu sagen, das gelte es nun genau zu analysieren. «Fakt ist, dass im Moment jeder mit sich selber genug zu tun hat. Dadurch kommen wir nicht ins Spiel, spielen nicht zusammen und finden nicht aus dem Loch heraus.» Unerklärlich sei, dass man zu Jahresbeginn defensiv so solid gestanden sei, nun aber überhaupt nicht mehr. In Zahlen ausgedrückt: In den ersten vier Wettbewerbspielen des Jahres erhielt YB ein Gegentor, nun allein in den letzten drei Heimspielen zwölf.


Betont zurückhaltend gaben sich auf YB-Seite unmittelbar nach Spielschluss die Vereinsverantwortlichen. Sowohl Präsident Peter Mast als auch der neue Sportchef Marcel Hottiger wollten die Leistung des Teams nicht öffentlich bewerten. «Es wäre in der jetzigen Situation sehr ungeschickt, würde ich die Mannschaft kritisieren», sagte Mast. Hottiger, der erstmals seit der Amtsübernahme live im Stadion ein YB-Spiel verfolgte, sprach davon, dass man erst beim Stand von 0:4 Fussball zu spielen begonnen habe. Er nahm verwundert von der immensen Verunsicherung Kenntnis und stellte die Frage, wie man innert sehr kurzer Zeit nach dem 5:0-Sieg in Zürich die Linie verlieren könne. «Doch bei all dem muss man natürlich auch die Leistung des Gegners anerkennen», meinte Hottiger. «Hat man einen Lauf wie ihn der FC Thun im Moment hat und erhält man auch noch zwei Tore geschenkt, dann wird es für den Gegner schwierig.»


Perfekter Auftakt für Thun

Während die Young Boys krampfhaft nach Gründen für den desolaten Auftritt in den ersten 60 Minuten suchten – und sich dabei in der Hoffnung, das Ganze sei doch nur ein schlechter Traum gewesen, vielleicht das eine oder andere Mal in den Arm gekniffen haben, genoss man auf Thuner Seite das Gefühl des ersten Derbysiegs im siebenten Anlauf im Neufeld. Noch lange nach Spielschluss drehten die Thuner während des Auslaufens gemütlich ihre Runden auf dem Rasen; Spieler und Trainer nahmen sich Zeit für lockere Gespräche mit Zaungästen.
Die letzten Resultate sprechen für sich: erst die knappen Erfolge gegen Schaffhausen (1:0) und Xamax (2:1), nun die deutlichen Verdikte in Aarau (7:1) und Bern (4:2). «Im Moment scheint es beinahe von allein zu gehen. Schon in Aarau waren wir in der Überzeugung aufgetreten, es könne nichts schiefgehen», sagte Captain Andres Gerber. «Uns kam sicherlich entgegen, dass YB spürbar verunsichert war, während bei uns Selbstvertrauen vorhanden ist.» Er betonte zudem, die Partie sei perfekt für Thun gelaufen. «Je zwei schnelle Tore zu Beginn jeder Halbzeit, das ist genau das, was man sich wünscht.» Oder was man sich erträumt.

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
 Beitrag Verfasst: Freitag 15. April 2005, 08:50 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag 16. Mai 2004, 14:39
Beiträge: 801
Wohnort: Bernensis
Zitat:
Das Innenverteidiger-Duo der starken Thuner – Ljubo Milicevic und Armand Deumi – mit jenem der Young Boys – Mark Disler und Ivan Knez – zu vergleichen, das war gestern Abend so, als ob man einen Formel-1-Wagen einem Go-Kart gegenüberstellen würde.


da weissme nid öb me söu lache oder grännä.... :roll: :? :x


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
 Beitrag Verfasst: Freitag 15. April 2005, 10:08 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag 27. April 2004, 15:36
Beiträge: 95
BIDU RAUS!

Ich habe fertig.


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 43 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » BSC Young Boys Stammtisch


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 23 Gäste

 
 

 
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de